Jelena Vasilj Interview

about relationships, marriage and spiritual life

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Am 24. August hat Jelena Vasilj in der Jakobskirche von Medjugorje Massimiliano Valente geheiratet. Es war wirklich eine Hochzeit voll Gebet und Freude! Die Seherin Marija Pavlovic-Lunetti war Jelena’s Ehrendame. Selten sieht man so schöne und bestechende Jungverheiratete! Eine Woche vor der Hochzeit besuchten sie unser Haus und teilten mit uns lange ihre Werte als christliches Ehepaar. Wir erinnern uns, dass Jelena von der Muttergottes selbst jahrelang durch innere Einsprechungen unterrichtet wurde, unter dem Schutz von P. Tomislav Vlasic, und dass sie von der Muttergottes bis zum Beginn ihrer Studien in den Vereinigten Staaten im Jahr 1991 für die Leitung einer Gebetsgruppe ausgewählt wurde. Ich beginne hier mit der Übermittlung von Jelenas Antworten auf meine Fragen.

Sr. Em: Jelena, ich weiß, dass du ganz offen für Gottes Willen in deinem Leben warst. Wie hast du erkannt, dass dein Weg eher die Ehe als ein anderer Weg ist?

Jelena: Ich sehe immer noch die Schönheit beider Lebensstände. Ich bleibe irgendwie vom geistlichen Leben angezogen. Das geistliche Leben ist ein sehr schönes Leben, und ich kann das in voller Freiheit vor Massimiliano sagen. Ich muss auch sagen, dass ich ein wenig Traurigkeit verspüre, dass ich nicht das Ideal des geistlichen Lebens leben werde! Aber ich sehe, dass ich durch die Verbindung mit einem anderen Menschen wachse. Massimiliano hilft mir, mehr das zu sein, was ich als Mensch werden soll. Vielleicht hatte ich vorher die Gelegenheit, geistlich zu wachsen, aber diese Beziehung hilft mir sehr, als Mensch zu wachsen und andere Tugenden zu entfalten. Es hilft mir, dass mein Glaube konkreter wird. Vorher war ich oft hingerissen von mystischen Erfahrungen und lebte so etwas wie eine geistliche Wonne. Jetzt sehe ich durch die Verbindung mit einem anderen Menschen, dass ich in das Kreuz zurückgerufen werde und ich sehe, dass mein Leben reifer ist.

Sr. Em: Was meinst du mit „in das Kreuz zurückgerufen werden“?

Jelena: Wenn man verheiratet bist, findet eine Art Sterben statt, sonst ist man sehr selbstsüchtig, wenn man den anderen sucht. Dann kann man sehr enttäuscht sein, insbesondere, wenn man hofft, dass der andere dir deine Ängste nehmen oder deine Probleme lösen kann. Ich glaube, dass ich mich dem anderen am Anfang als einer Art Zuflucht genähert habe. Aber glücklicherweise wollte Massimiliano nie diese Zuflucht für mich sein, in der ich mich verstecken konnte. Ich glaube, dass Frauen innerlich sehr emotional sind und wir nach einem Burschen Ausschau halten, der irgendwie unsere Gefühle nährt. Aber wenn das weitergeht, bleiben wir immer kleine Mädchen und werden nie erwachsen.

Sr. Em: Wie hast du Massimiliano gewählt?

Jelena: Wir begegneten uns vor drei Jahren. Wir studierten beide in Rom Kirchengeschichte. Die Beziehung zu ihm war eine große Herausforderung. Ich spürte, dass ich wirklich wuchs. Er kann sehr hingebungsvoll und sehr beständig auf seinem Weg sein. Er war immer sehr aufrichtig und ernst, was seine Entscheidungen betrifft, wohingegen ich leicht davongetragen werden kann. Massimiliano hat schöne Tugenden! Mich zog es zu ihm insbesondere deshalb, weil ihm die Tugend der Keuschheit so teuer war. In mir wuchs so viel Respekt für ihn und ich sah so oft, wie er die guten Dinge in mir vorzog. Ich denke, dass es für eine Frau eine sehr heilsame Erfahrung sein kann, wenn sie von einem Mann respektiert wird, weil die Frau in der Welt üblicherweise als Objekt angesehen wird.

Sr. Em: Welche Haltung würdest du jungen Menschen, die verliebt sind und an eine Ehe denken, empfehlen?

Jelena: Die Beziehung beginnt mit einer Art Anziehung und das soll beachtet werden. Aber es muss weiter führen. Wenn das eigene Ich nicht stirbt, dann geht diese physikalische oder chemische Energie sehr leicht fort. Es bleibt nichts danach. Es ist gut, wenn dieser Augenblick schnell vorübergeht. Vernarrte Liebe blockiert und lässt einen nicht die Schönheit des anderen sehen. Sie zieht dich in diesem Augenblick an. Wenn Gott uns nicht dieses Geschenk geben würde, würden Männer und Frauen wahrscheinlich nicht heiraten! Es ist also gewissermaßen durch Vorsehung bewirkt. Ich denke, Keuschheit ist die Gabe, die dem Paar hilft zu lernen, wie man einander wirklich liebt. Weil ihre keusche Haltung sich auf alle Bereiche des Lebens der Eheleute erstreckt. Wenn man nicht lernt, wie man den anderen respektiert, dann zerbricht die Beziehung. Wenn wir uns in dem Sakrament der Ehe weihen, sagen wir „Ich will dich lieben und achten“. Achtung sollte nie von Liebe losgelöst sein.

Sr. Emmanuel: Gab dir die Muttergottes irgendeine Unterweisung über die Ehe?

Jelena: Ich war ein Kind und daher erinnere ich mich nicht an viele Dinge, die sie uns gesagt hat. Sie sprach eine Menge über die Familie und das Gebet in der Familie. Das ist wahrscheinlich das größte Geschenk an mich, das Familiengebet. Es ist ein Geschenk, das ich jetzt noch immer erfahre, so viele Jahre nachdem meine Einsprechungen vorüber sind, dass wir als Familie zusammenkommen und gemeinsam beten.

Sr. Em: Wie hast du als Kind das Familiengebet erfahren?

Jelena: Das war wirklich der Moment, der unsere Familie einte. Wir waren eine normale Familie mit normalen Schwierigkeiten, aber unser Gebet war immer das Licht in unserer Familie.

Sr. Em: Wer leitete das Gebet?

Jelena: Mein Vater.

Sr. Em: Wie überzeugte er dich, zum Gebet zu kommen?

Jelena: Er überzeugte mich nicht, er ließ mich bloß aufstehen! Es war sehr zeitig am Morgen. Und er besteht noch heute darauf, nach so vielen Jahren, obwohl ich schon 30 Jahre alt bin! Er sagt, dass er vor Gott verantwortlich ist, es daher nicht sein eigenes Belieben ist. Manchmal sehe ich, das es ihm schwer fällt, so sehr darauf zu bestehen, aber er ist sich seiner Vaterrolle bewusst.

Wir begannen immer mit dem „Engel des Herrn“, dann beteten wir für die Verstorbenen. Dann lasen wir aus der Hl. Schrift und beteten den Rosenkranz. Zum Schluss sagten wir ein Gebet zum Heiligen Geist. Am Abend konnten wir zum Abendprogramm in der Pfarre gehen, und die, die zu Hause blieben, beteten gemeinsam ein Gesätzchen Rosenkranz.

Sr. Em: Wie wirst du das Familiengebet in deine eigene Ehe und Familie einbauen und wer wird es hauptsächlich anregen?

Jelena: Nun, das ist interessant! Ich bin wahrscheinlich mehr fanatisch, aber Massimiliano ist der Beständigere. Wenn er eine Arbeit machen muß, macht er sie. Wenn er beschließt, dass wir jeden Morgen beten, dann tut er es. Ich kann beschließen, am Morgen zu beten, und dann verschlafe ich manchmal, er aber nicht. Ich sehe, dass der Heilige Geist mich inspiriert, aber ihn als Ausführungsorgan benützt. Zum Beispiel erinnere ich mich, als ich die Botschaften der Muttergottes nach Hause in unsere Familie brachte: „O, die Muttergottes möchte, dass wir um 6:05 Uhr früh beten.“ Aber dann war ich die letzte, die am Morgen noch geschlafen hat. Sie klopften an meine Türe und sagten: „Hallo! Du hast gesagt, dass wir aufstehen müssen, dann steh’ auf!“

Wie schön ist es, die Früchte einer Familie zu sehen, die auf den Ruf der Muttergottes antwortet. Jelenas Vater gibt uns allen eine Lektion in Pflichttreue! In den nächsten Berichten wird Jelena uns noch mehr erzählen!

 


Damit Gott in euren Herzen leben kann, müßt ihr lieben.