Zeugnis: Jorge de Jesus Loria Padilla – Zentrum ‚Maria, Königin des Friedens in Toluca (Mexiko)

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Im September 2007 war Jorge de Jesus Loria Padilla, der Gründer und Leiter des Zentrums „Maria, Königin des Friedens“ in der Stadt Toluca in Mexiko zu Besuch in Medjugorje. Jorge organisiert Pilgerfahrten nach Medjugorje. Er gibt auch die Bücher von Pater Slavko Barbaric in spanischer Sprache heraus.

Hier sein Zeugnis:

Seit 1989 komme ich nach Medjugorje, damals war Medjugorje noch unter kommunistischer Herrschaft. Ich war auch 1993 während des Krieges mit meiner Gattin hier. Damals fühlte ich den Ruf, Pilger nach Medjugorje zu begleiten. Seit 1996 bis heute komme ich regelmäßig zweimal jährlich mit etwa 50 Pilgern. Mein Sohn Fausto hilft mir bei der Begleitung, obwohl er mir anfänglich gesagt hat, dass er niemals mit mir zusammenarbeiten werde, denn Glaubenssachen interessieren ihn nicht… Aber einige Zeit später fühlte er etwas in seinem Herzen. Drei Jahre nach Beendigung seines Studiums fragte er mich, ob er mir ein wenig helfen könne. Nun aber begleiten wir abwechselnd die Pilgerfahrten!

Als ich das erste Mal nach Medjugorje kam, steckte ich in einer schweren Ehekrise: Meine Gattin und ich haben uns nicht vertragen, es gab viel Streit in unserer Familie so dass sie sich entschloss, sich ein Jahr lang von mir zu trennen. Sie ging nach Rom, ich aber blieb in Mexiko. Sie hatte unseren Sohn mitgenommen. Als ein Jahr vergangen war, ging ich zu ihr auf Besuch. Das war im April 1989. Ich schlug ihr vor, gemeinsam eine Reise nach Medjugorje zu machen, denn ich hatte gehört, dass hier die Gottesmutter erscheint. Hier in Medjugorje habe ich eine große innere Veränderung erfahren. Nach unserer Rückkehr nach Mexiko haben wir ein neues Leben begonnen.

Zur damaligen Zeit habe ich Luis Siman aus Florida kennen gelernt, er hat die Schriften von Pater Slavko Barbaric in die spanische Sprache für Mittel- und Südamerika übersetzt. Er bat mich, ihm zu helfen. Anfänglich habe ich die Bücher nur verteilt, danach habe ich begonnen, diese Schriften für Mexiko in Druck zu geben. Wir gründeten eine Gemeinschaft und eröffneten ein Büro. Ich hatte nämlich in Bolivien eine Frau kennengelernt, die mir erklärte, wie ich das bewerkstelligen soll: Sie brachte mich in ihr Haus, zeigte mir einen Raum, der ihr als Büro diente und sagte zu mir: „Das ist das ‚Zentrum der Königin des Friedens’ in Bolivien“. Ermutigt durch die Einfachheit dessen, was ich in Bolivien zu sehen bekam, begann ich mit dem Zentrum der Königin des Friedens in Mexiko! Zurzeit haben wir ein Büro von etwa 100 m2, in dem vier bis fünf Leute vollbeschäftigt sind. Unsere Mission besteht darin, katholische Literatur in Druck zu setzten - nicht nur die von Pater Slavko. Wir bemühen uns, dass diese Literatur zu allen Menschen gelangt. Einmal in der Woche gehen wir in die katholische Kirche, wo eine Gebetsgruppe zusammenkommt: Anbetung, hl. Messe, Beichte… Alle zwei Monate halten wir geistliche Erneuerung und einmal jährlich Exerzitien. Wir organisieren jährlich zwei Pilgerfahrten. Diesmal sind fünf Priester mit uns gekommen.

80% der Mexikaner sind katholisch. Wir haben etwa 105 Millionen Einwohner, der Glaube ist jedoch im Schwinden. Unsere Politiker sind Sozialisten, die Gesetze begünstigen Abtreibungen, Ehescheidungen, Euthanasie…., das ist nicht gut! Vor dreißig Jahren waren alle noch Katholiken, jetzt sind es nur mehr 80% und nur 8% der Menschen gehen am Sonntag zur hl. Messe. Die Menschen kennen ihren Glauben nicht mehr.

Ich möchte ihnen gerne eine außergewöhnliche Begebenheit erzählen, die ich erlebt habe. Kurz bevor wir nach Medjugorje kamen, waren wir noch einige Tage in Rom. Wir waren in einer Pension bei Schwestern untergebracht. Wie gewohnt habe ich auch diesmal nach unserer Ankunft den Pilgern die Zimmerschlüssel ausgehändigt. Ich bemerkte ein mir unbekanntes Gesicht, glaubte jedoch, dass es ein Bursch ist, der in der Pension angestellt ist. Die Schlüsselausteilung dauerte etwa 40 Minuten. Er war die ganze Zeit da und beobachtete mich…. Nachdem alles erledigt war, ging ich auf mein Zimmer, stellte meine Sachen ab und kehrte ins Erdgeschoss zurück, um noch einen Koffer zu holen. Inzwischen hat er alle meine Sachen an sich genommen und ist damit verschwunden: Dokumente, Geld, ein grosser Betrag, den ich für die Pilgergruppe benötigte…. Es kam auch die Polizei, man sah sein Gesicht und sein Verhalten auf der Überwachungskamera… Für mich folgten zwei schreckliche Tage: von der italienischen Polizei bis zur Mexikanischen Botschaft, um neue Dokumente zu bekommen… dazu noch die Sorge um die Pilgergruppe, der Besuch der vier großen Basiliken.. ich habe nur noch an eines gedacht: Es geschieht mir recht, denn ich bin den Armen Seelen etwas noch „schuldig“ geblieben! Wir haben in Mexiko einige Bücher über die Armen Seelen im Fegefeuer herausgebracht und vom Reinerlös für jedes Buch spenden wir einen bestimmten Teil für hl. Messen. Vor unserer Abreise habe ich die Endabrechnung nicht erledigt, wie ich es eigentlich hätte sollen! Und so dachte ich, dass mich durch diesen Zwischenfall die Armen Seelen mahnen, andere Prioritäten zu setzen…

In Medjugorje halten wir wie gewohnt am ersten Tag einen Vortrag über das Thema „Warum sind wir hier und was erwartet Gott von uns?“ Es war so, dass bei den entwendeten Sachen auch mein Skriptum für diesen Vortrag war. Ich entschloss mich, kurz einfach spontan aus dem Herzen zu sprechen. Während ich nun überlegte, was ich den Pilgern sagen will, fühlte ich, dass der Herr zu mir sagt: „Du brauchst kein Skriptum, keine Papiere, du brachst auch nicht eine Menge Sachen. Gib dich in meine Hand! Du musst lernen, in deinem Leben und bei deiner Arbeit auf dein Herz hören.“ Ich fühlte deutlich, dass es mir sagt: „Glaubst du nur stark zu sein, wenn du Skripten hast, wenn du für deine Vorträge vorbereitet bist? Ohne sie bist du hilflos, hast kein Selbstvertrauen und auch kein Vertrauen zu mir! Du musst eine neue Spiritualität in dein Leben einbauen. Du wirst Grosses tun, weil Ich in deinem Leben wirke und nicht weil du es vollbringst!“ Ich begann zu begreifen, dass Gott mir eine neue Lektion erteilt. Ich werde daher noch Vieles in meinem Leben ändern müssen. Andauernd beschäftige ich mich mit materiellen Dingen und vernachlässige die Dinge, auf die mich Gott in meinem Herzen aufmerksam macht… So überlege ich zum Beispiel, wie wir eine Organisation unter dem Namen „Catoliks unido por Mexiko“ (Vereinte Katholiken für Mexiko) gründen können. Für dieses Thema habe ich ein Radioprogramm zusammengestellt, aber es ging nicht über den Äther… denn der Intendant hat es abgelehnt. Ich glaube, wir müssen einen katholischen Sender gründen!

Ich beschäftige mich zu viel mit Buchhaltung und vernachlässige die geistigen Werte. Ich erahne, dass ich ein verlorenes Gut wiedergefunden habe. Ich habe mich von Gott entfernt. Ich muss mehr beten, um sicher zu sein, dass ich Seinen Willen erfülle. Ich bin überzeugt, dass mich Gott durch dieses Ereignis zu einem tieferen geistlichen Leben einlädt.

 


Damit Gott in euren Herzen leben kann, müßt ihr lieben.