Neue Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen

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Einleitung: Neue Formen evangelischen Lebens als Gabe des Hl. Geistes und "Zeichen der Zeit"

Wenn man nach besonders auffälligen Hoffnungszeichen in unserer gegenwärtigen Kirche fragt, werden sehr oft die neuen geistlichen Gemeinschaften oder Bewegungen genannt. Sicherlich zu Recht, denn im ganzen stellen sie eine authentische christliche Antwort auf die Herausforderung der kulturellen Situation des Glaubens dar (vgl. Medard Kehl SJ, "Communio" - eine verblassende Vision? in: Stimmen der Zeit, Heft 7/1997, 453).

Die Konzilsdokumente haben die Gemeinsamkeit des ganzen Volkes Gottes in der Sendung und Berufung der Kirche inmitten der Welt immer wieder in den Vordergrund gerückt. Auch die Bischofssynoden der letzten Dekade haben die Gemeinschaft in der Kirche als Geschenk des Geistes in der Vielfalt der Charismen und der Lebensformen gewürdigt: die Berufung und Sendung der Laien (1987), die Priesterbildung im Kontext der Gegenwart (1990) und das gottgeweihte Leben (1994).

Die nachfolgende Darstellung will eine Standortbestimmung der neuen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen versuchen; dabei werden insbesondere wichtige Merkmale und gemeinsame Leitelemente umschrieben, aber auch mögliche Gefährdungen und Schwierigkeiten benannt. Die Überlegungen wollen auch eine zentrale kirchenrechtliche Aussage veranschaulichen, die sozusagen als Präambel aller Formen des Laienapostolats bezeichnet werden kann. Im neuen Codex des kanonischen Rechts vom Jahr 1983 heißt es in Canon 215: "Den Gläubigen ist es unbenommen, Vereinigungen für Zwecke der Caritas oder der Frömmigkeit oder zur Förderung christlicher Berufung in der Welt frei zu gründen und zu leiten und Versammlungen abzuhalten, um diese Zwecke gemeinsam zu verfolgen." Dieses Vereinigungs- und Koalitionsrecht hat bereits das Zweite Vatikanum im Dekret über das Laienapostolat "Apostolicam actuositatem" festgelegt (vgl. AA 19). Es stellt die rechtliche Grundlage für alle Personenzusammenschlüsse in der Kirche dar, angefangen von der vorübergehenden Versammlung bis hin zu den höchsten Formen gemeinschaftlichen Lebens, wie den Orden und Säkularinstituten.

 


Damit Gott in euren Herzen leben kann, müßt ihr lieben.