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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 135 (September-Oktober 1997)

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Eco di Maria
Regina della Pace

Deutsch 135

September - Oktober 1997 - Monate des Heiligen Kreuzes und Rosenkranzes


Botschaft Mariens vom 25. Juli 1997

"Liebe Kinder, heute lade ich euch ein, auf meinen Ruf zum Gebet zu antworten. Ich möchte, liebe Kinder, daß ihr in dieser Zeit einen Raum für das persönliche Gebet findet. Ich will euch zum Gebet mit dem Herzen führen.
Nur so werdet ihr verstehen, daß euer Leben ohne Gebet leer ist. Den Sinn eures Lebens werdet ihr entdecken, wenn ihr Gott im Gebet entdeckt. Deshalb, meine lieben Kinder, öffnet die Tür eures Herzens, und dann werdet ihr verstehen, daß das Gebet Freude bedeutet, ohne die ihr nicht leben könnt. Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Für das Gebet des Herzens
Raum finden

Mit Ihrer üblichen Bescheidenheit, ergreift Maria die günstige Gelegenheit der Ferien, um uns das zu wiederholen, was wir schon seit 16 Jahren gewohnt sind (leider) zu hören: die Einladung zum persönlichen Gebet. Sie kennt die Lage sehr gut und sieht, daß wenige das Gebet so praktizieren, wie Sie es meint. Sicher, in der Kirche wird gebetet, man nimmt an der Hl. Messe teil, am liturgischen Gebet und Rosenkranz, besonders als Gemeinschaft, wie auch bei vielen anderen Formen gemeinschaftlichen Gebetes.
Reicht das, wenn sich das Herz des einzelnen nicht Gott öffnet und sich nichts ändert? Wird Gott in unserem Leben aktiv, oder sind immer noch wir die Urheber? Maria will uns vom falschen Fuß wegbringen; von reiner Form ohne Inhalt; vom Leben und Wirken außerhalb des Mittelpunktes, d.h. der Liebe Gottes; vom Hinterherlaufen unserer Absichten und Sorgen, ohne uns vom Heiligen Geist lenken zu lassen, der mit ganz anderen Augen sieht; vom Bekennen wollen eines Glaubens, Sprechen und Lehren, ohne der Autorität dessen, der von Gott geführt wird, weil er mit Ihm war und Ihm zugehört hat.
Die Madonna ladet uns ein, eine Ecke zu suchen, d.h. einen Raum, der dem persönlichen Gebet vorbehalten ist, fern des uns umgebenden Lärms und der Bedrängnis unserer Beschäftigungen; einen stillen Raum, wie etwa die Dachstube einer hl. Katharina. Das persönliche Gebet bedeutet vor allem eine Entscheidung fürs Gebet, und zwar eine Gott gewidmete Zeit: nicht nur deshalb beten, weil man in Gesellschaft mit anderen mitbetet. Es gibt einige, die behaupten, während der Haushaltsarbeiten, im Auto, am Arbeitsplatz, zu beten. Niemand kann das beanstanden, aber das ist nicht das persönliche Gebet, wovon Maria spricht. Anläßlich einer bekannten Botschaft hat Sie uns ausdrücklich gesagt: Ihr könnt den Wert des Gebetes nicht verstehen, bis ihr euch selbst nicht sagt: "Jetzt ist Zeit fürs Gebet. Jetzt ist nichts anderes wichtiger für mich, keine Person ist wichtiger, außer Gott" (2.10.1986). Entscheidet euch eine Zeit des Tages zu widmen, Gott in der Stille zu begegnen (25.7.1989). Und Jesus ladet die Apostel ein: Kommt an einen ruhigen Ort und ruht ein bißchen aus. Dieser Zeitraum für das persönliche Gebet könnte ein Kursus für geistliche Übungen oder eine Einkehr sein, die nicht nur günstig, sondern nötig sind, um neue Kraft zu schöpfen. Carlo Carretto schlägt vor: "Eine Stunde täglich, einen Tag im Monat, eine Woche im Jahr!" Der Sommer ist dazu geeignet.
Das persönliche Gebet ist nichts anderes als das Gebet des Herzens, zu dem uns Maria, nach so vielen Jahren, immer wieder führen will. Mit dem Herzen beten bedeutet, Gott Raum geben, damit Er mir in meinem Inneren begegnen kann; sich von Jesus betrachten lassen, wie in einem Spiegel, auf Ihn hören und alles Ihm übergeben. Die Apostel haben mit dem Herzen gebetet, als sie sich nach erfüllter Aufgabe bei Jesus versammelten und ihm alles berichteten, was sie getan und gelehrt hatten (vgl. Mk 6,30). Lernen doch auch wir Jesus von den Begebenheiten und unseren Problemen zu erzählen, damit Er sie betrachte, uns erleuchte, sie reinige, sie mit Seinem Lichte der Wahrheit und Liebe erfülle.
Herzensgebet ist auch sich ganz einfach vor Jesus hinstellen, auch wenn ich nichts empfinde, auf daß Er bete und in mir wirke. Noch besser ist die Hingabe im Gebet zu Maria, z.B. durch die drei täglichen Rosenkränze: wir werden dann mit Erstaunen feststellen, was Sie - unsere Fürsprecherin - für uns tun wird.
Wer diese Erfahrungen schon gemacht hat, weiß, daß das Leben ohne Gebet leer und öd ist, denn das Leben hat seinen Sinn in der Liebesbeziehung mittels Jesus zu unserem Schöpfer. Entdecken wir den Sinn des Lebens, so sind wir beschenkt, müssen jedoch zur Öffnung bereit sein, wie die ausgetrocknete Erde das Naß des lebenspendenden Regens aufnimmt. Wir müssen unsere fleischlichen Gewohnheiten und die Faulheit gewaltsam zähmen, die Rüstung der Beharrlichkeit anziehen und mit Geduld warten. Am Ende wird sich Gott bemerkbar machen und uns mit einer Freude ohne Gleich erfüllen. Ohne dieser Freude könnt ihr nicht leben, denn alle weltlichen, von uns begründeten Freuden sind von kurzer Dauer und werden von einem unstillbaren Hunger nach immer mehr verzehrt, während uns Jesus lehrt in seiner Liebe zu bleiben, wie er in der Liebe des Vaters ist, damit seine Freude in uns ist und unsere Freude vollkommen wird (vgl. Joh 15,9-11). Allein diese Freude sättigt und ist von Dauer, wie Gott.
d.A.

Botschaft Mariens vom 25. August 1997

"Liebe Kinder, Gott hat mir diese Zeit als Geschenk für euch gegeben, damit ich euch lehren und auf den Weg des Heils führen kann. Liebe Kinder, jetzt versteht ihr diese Gnade nicht, aber bald wird die Zeit kommen, daß ihr diesen Botschaften nachtrauern werdet. Darum, meine lieben Kinder, lebt alle Worte, die ich euch im Laufe dieser Gnadenzeit gegeben habe, und erneuert das Gebet, bis es für euch eine Freude wird.
Besonders lade ich alle jene ein, die sich meinem Unbefleckten Herzen geweiht haben, den anderen ein Beispiel zu werden. Ich lade alle Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen ein, den Rosenkranz zu beten und ihn andere zu beten lehren. Der Rosenkranz ist mir, meine lieben Kinder, besonders lieb. Durch den Rosenkranz öffnet ihr mir euer Herz und dann kann ich euch helfen. Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid."

"Hört auf mich! Ihr werdet
dieser Zeit der Gnaden nachtrauern!

Mit Worten, die in einem Schleier der Trauer gehüllt sind, weist die Madonna darauf hin, Verantwortung für Ihre Anwesenheit unter uns zu tragen. Sie ist in diesen Jahren nicht müde geworden, vom Himmel herab zu uns zu sprechen, von wo aus Sie die Ereignisse der Welt im Lichte der Ewigkeit sehen kann; das heißt, daß von dieser Zeit, kurz wie ein Blitz, die ewige Freude abhängt, und daß dies die Zeit ist, wo mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten werden, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen (vgl. Mt 24,24).
Gerade deshalb hat Ihr Gott gewährt, Ihren Kindern zu Hilfe zu eilen, um sie zu lehren und auf den Weg des Heils zu führen, sodaß sie nicht vom Weg abkommen. Aus diesem Grund wiederholt Sie seit 16 Jahren mit mütterlicher Fürsorge einige praktische Hinweise, die das ganze Evangelium zusammenfassen. Sie spricht von allen Worten, die Sie uns im Laufe dieser Gnadenzeit gegeben hat, das heißt von allem, was nötig ist, um aus der großen Verführung heil herauszugelangen. Jene, die sie leben, spüren in Frieden mit Gott zu sein, auch wenn Satan ein großes Durcheinander, sogar unter Christen, angezettelt hat. Welch großes Geschenk hat uns Gott bereitet! Haben es etwa nicht auch wir gespürt?
Jetzt versteht ihr diese Gnade (meiner Anwesenheit) nicht: das heißt auch jene in Ihrem Gefolge verstehen all die Tragweite nicht. Bald wird die Zeit kommen, daß ihr diesen Botschaften nachtrauern werdet: das heißt, wer Sie abgewiesen oder nicht ernst genommen hat, wird der Gelegenheit nachtrauern. Was bedeutet der Ausdruck bald? Daß etwa das Ende der Erscheinungen nahe ist? Wir wissen sehr wohl, daß bald im biblischen Sinn bedeutet, daß es vom Gesichtspunkt aus gesprochen ist, wer nicht an die Zeit gebunden ist; deswegen kann bald für uns noch zeitlich lang bedeuten. Im Gegenteil, Sie will uns sagen: wer Zeit hat, verliere keine Zeit.
An wem sind diese so schwerwiegenden Worte gerichtet? Vor allem an jene, die die Botschaften angenommen, jedoch nach der anfänglichen Begeisterung alles wieder aufgegeben und sich auf die breite, leichtere Straße begeben haben. Und Sie spricht auch zu denen, die sie nicht angenommen haben und sich nicht um die Zeit kümmern, in der der Herr einmal erscheinen wird. Auch jene, die sagen: "Ist das auch wahr? Das ist unmöglich", sind angesprochen. Sie haben die Gelegenheit verpaßt und werden ihr nachtrauern. Es wird nicht unser Verdienst sein, wenn wir uns nicht unter diesen befinden!
Ihre Worte annehmen und leben heißt vor allem beten. Seit Beginn gibt es keine Botschaft, mit der uns Maria nicht innig zum Gebet aufruft. Maria verwirft die Pastoral um (Echo 134), die auf Betriebsamkeit baut, auf Bewegung, Aktivitäten und Programme: alles grundverschieden von der Problematik des Evangeliums, die das innere Verhältnis zu Gott zum Inhalt hat, von dem alles Gute kommt, vor allem die wahre Liebe zu den Brüdern.
Warum sagt Sie: erneuert das Gebet? Wenn wir uns auf ein Hersagen beschränken, auf die Erfüllung einer Pflicht, trägt das Gebet keine Lebensfrüchte. Das Gebet erneuern heißt, immer neu beginnen, denn man schläft so leicht ein; es heißt auch, den inneren Eingebungen oder dem Ansporn aus dem Wort Gottes und dem guten Beispiel anderer folgen, die die Madonna vor uns hinstellt. Wir werden dann die Früchte des Gebetes spüren, die Kraft, die Sünde zu besiegen, und das Gebet wird zur Freude werden!
Die Madonna trägt uns unter den Gebeten den Rosenkranz neuerdings auf. Ja, Durch den Rosenkranz öffnet ihr mir euer Herz und dann kann ich euch helfen. Wenn wir die Einladung an alle jene betrachten, die Ihrem Unbefleckten Herzen geweiht sind, verstehen wir, wem Sie sich anvertraut um zu allen anderen zu gelangen; beginnen wir also für diese ein Beispiel zu sein.
Im besonderen wendet Sie sich an alle Priester und Ordensleute den Rosenkranz zu beten. Leider müssen wir schmerzlich feststellen, daß man von dieser Praxis abgekommen ist, wie altes Eisen, und zwar in vielen religiösen Einrichtungen und Priesterkollegien. Wären sie sich doch der Wirkung> > dieser drei Rosenkränze bewußt, die Sie uns aufgerufen hat täglich seit Maria Aufnahme des ersten Jahres der Erscheinungen zu beten. Es ist dies eine Art und Weise sich gänzlich Ihr hinzugeben, um wie eine uneinnehmbare Festung von jedem Angriff des Feindes geschützt zu werden. Es ist dies die Art uns Weise von Maria auf Händen getragen zu sein, die sich unserer täglichen Beschäftigungen und Probleme annimmt, und uns mühelos in der Gnade ausharren läßt. Lehren wir auch andere beten und wir werden ein Vielfaches an Gnaden und Gunst Mariens feststellen dürfen, die sich "nie an Großzügigkeit übertreffen läßt und sich vorbehaltlos dem verschenkt, der in Sie sein ganzes Vertrauen legt" (Ludwig Maria Grignon de Montfort Nr. 181). d.A.


Maria, Miterlöserin auch
ohne neue Dogmen

Über die 4 bereits existierenden Dogmen hinaus, die Göttliche Mutterschaft (Ephesus 431), Immerwährende Jungfräulichkeit (Lateran 649), Unbefleckte Empfängnis (1858), Aufnahme in den Himmel (1950) und ungeachtet der Unmenge von Unterschriften, die den Vatikan erreichten (früher bereits 4 Millionen, darunter 52 Kardinäle und 200 Bischöfe und jetzt die einer Bewegung, welche von Amerika ausgeht) um das Dogma von Maria, Miterlöserin, Mittlerin und unsere Anwältin einzuführen, wird die Kirche kein neues Dogma über Maria aussprechen. Diese Titel wurden bereits in der Liturgie der Kirche aufgenommen zum Lobpreis von Maria.
"Es ist nicht angebracht, den vom 2. vatikanischen Konzil vorgezeichneten Weg zu verlassen und "ex cathedra" ein neues Dogma zu definieren, beschlossen kürzlich in Czestokowa die Experten der internationalen päpstlichen marianischen Akademie (unter ihnen Laurentin), welche vom Papst befragt wurde. Wir leben bereits diese Wahrheit, welche die Kirche uns lehrt durch die Gnaden, mit welchen Maria uns reich beschenkt, ohne daß wir weder "notwendiger noch angebrachter" dogmatische Definitionen bedürfen.


Der Papst in Paris:
"Kommt und seht wo Christus wohnt"

500tausend junge Menschen aus 140 Ländern empfangen am 21.August den Papst vor dem Eiffelturm mit einem Fest, das eineinhalb Stunde länger dauert als vorgesehen. Vorher und nachher findet ein Programm der Glaubenslehre mit den jeweiligen Seelenhirten statt.
Am Samstag bildet die Jugend eine Menschenkette von 36 km Länge, welche am Morgen Paris umläuft im Zeichen der Bruderschaft aller. 800tausend nehmen am Abend an einem 3stündigen Nachtgebet für die Jugend der Welt statt, wobei auch Taufen stattfinden. Sonntagmorgen überflutet eine Million junger Menschen die Pferderennbahn von Longchamp und mindestens 200tausend den anliegenden Park. Es ist sehr heiß, die feuchte drückende Hitze macht dem Papst sehr zu schaffen. Erschöpft aber unermüdlich, leitet er die Meßfeier von 9:30 bis nach 12:00 Uhr. Zum Angelus verkündet er, daß die heilige Theresa vom Jesuskind, die Heilige der Jugend, des kleinen Weges, zum "Doktor der Kirche" erklärt werde. Dann verkündet er das nächste internationale Treffen: "Wir werden uns 2000 in Rom sehen...Wer leben wird, wird es sehen!"
In diesem triumphalen Szenario, welches viele französische, vorher sehr skeptische, Kommunikationsorgane überraschte, wurde ein zitternder aber unerschütterlicher Papst empfangen, welcher letztendlich als einzige, in der Welt Gehör findende, moralische Autorität anerkannt ist. "Aber die ganze Substanz seiner Botschaft ist in dem "Herr, wo wohnst Du? Kommt und seht!" (Joh.1,38) enthalten, welches Johannes Paul II als Programm dieser Tage wollte: "Mit diesen Worten lud der Herr sie ein, in ein direktes Verhältnis mit Ihm zu treten und Seinen Weg mitzugehen (kommt) und Seine Person vertieft kennen zu lernen (seht). Die Botschaft ist klar, um Christus zu verstehen, genügt es nicht, die Lehre zu hören; man muß sein Leben teilen, in irgendeiner Form Seine lebende Gegenwart erfahren....Aber jetzt wohnt Christus in der Eucharistie (mein Leib, für euch hingegeben...tut desgleichen) und in Seinem Volk, das Volk, das Ihm nachfolgt, dem gekreuzigtem und auferstandenen Herrn, dem Lehrmeister, welcher Worte des ewigen Lebens hat und dort müssen die Menschen Ihn erreichen.
Ein dramatischer Aufruf an die jungen Gläubigen, und vermittels ihnen an alle Kirchen, auf daß sie heute die Botschaft von Jesus leben, daß sie sogar Jesus selbst verkörpern, um den Menschen, die im Dunkeln irren oder auf der Suche sind, sagen können, wo die Wahrheit "wohnt": Kommt und seht Es ist eine Herausforderung, die uns alle und unsere Gemeinschaften in große Verantwortlichkeit nimmt; wir müssen der Spiegel sein, in dem die heutigen Menschen den Retter Jesus finden; wenn die heutige Welt Ihn nicht sieht, ist es unsere Schuld, weil Er uns zum Salz der Erde und Licht der Welt, Seinen Zeugen, ernannt hat!
Welch große Distanz zwischen diesem Propheten und den Christen, welche bei solchen Triumphen aufjubeln, sich aber anscheinend nicht auf dem von ihrem Hirten angezeigten und begangenen Weg bemühen. Heute noch mehr war der Papst in seiner Person der leidende Diener, welcher jedoch, das Kreuz tragend, entschlossen ist, sich auf den Weg voller Dornen und Unverständnis zu machen, hin zum 3.Jahrtausend.
Prophetische Zeichen unserer Zeit Besondere Aufmerksamkeit widmete der Papst den Letzten und Ausgestoßenen und rief die Jugend zur aktiven Liebe auf nach dem Beispiel von Friedrich Ozanam, welcher am Freitag in Notre Dame selig gesprochen wurde. Wenn Menschen leiden, von der Armut und Ungerechtigkeit gedemütigt sind und ihre Rechten mißachtet werden, bemüht euch, ihnen zu dienen, wer liebt ist nicht berechnend, sucht keine Vorteile, handelt im Verborgenen und ohne Lohn, in dem Bewußtsein, das bei Christus niemand mehr oder weniger zählt.".
Von der Taufe sprechend, welche er am Vorabend 10 erwachsenen Katechumenen aus verschiedenen Ländern verabreichte, bekräftigt der Papst, daß "aus der Taufe die Kraft erwächst, Zeuge Christi zu sein durch ein aufrechtes und getreues Leben, an welchem man festhalten muß im unermüdlichen geistigem Ringen...Glaube und moralisches Handeln sind miteinander verbunden. Das bedeutet, daß im Laufe ihres Lebens, um ihren Werten treu zu bleiben, die Christen auch leidvolle Erfahrungen machen können, welche durch moralische, manchmal auch heldenhafte, Entscheidungen, welche im Gegensatz stehen zum Verhalten der Welt, erforderlich werden. Aber das freudige Leben im Herrn hat diesen Preis. Liebe Jugend, euer Zeugnis hat diesen Preis. Ich zähle auf euren Mut und eure Treue.", Und dann noch: "die Aufgabe eines Anhängers Christi ist, sich zum Missionar des Evangeliums zu machen dadurch, daß er es im Alltag lebt ".
Der Papst bittet im Namen der Katholiken demütig um Vergebung für die Bartholomäusnacht, welche er "einen Akt gegen das Evangelium mit sehr undurchsichtiger Begründung" nennt; es handelt sich um die Ermordung von 5tausend Hugenotten, welche von der katholischen Königin Frankreichs in jener Nacht im Jahr 1572 angeordnet wurde, wofür auch die französischen Bischöfe um Vergebung gebeten hatten. "Nur die angebotene und erhaltene Vergebung führt schrittweise zum fruchtbaren Dialog, welcher eine voll christliche Versöhnung besiegelt...Man muß das persönliche und gemeinschaftliche Gedächtnis reinigen von der Erinnerung an all die Kränkungen, Ungerechtigkeiten, Haßgefühle der Vergangenheit".
Dies ist nochmals ein mea culpa im Namen der Christenheit, nach dem für Galileo, für den Handel der Negersklaven, die gewaltsame Taufe der Indios, die Kreuzfahrten, die Religionskriege, an die Frauen, an die Juden. Aber Zeichen der Bezeugung der Wahrheit ist auch sein bedeutungsvoller Besuch am Grabe von Jérome Lejeune, eines gegen die Abtreibung kämpfenden Wissenschaftlers, wenn auch von den französischen Laien abgelehnt.
Im Hinblick auf die Kirche sagte er: "Das Jubiläum erfordert, daß wir im Glauben eine Bilanz ziehen in der Kirchengeschichte, mit ihren außerordentlichen Entwicklungen, aber auch mit den Irrtümern und Spaltungen der Christen...Ich weiß, daß in der westlichen Welt die Kirche einen Verfall der religiösen Praxis erfährt und eine Verminderung der priesterlichen und religiösen Berufungen; das bedeutet, daß die Kirche durch die Prüfung des Kreuzes geht und sich erinnern muß, daß es nichts größeres gibt als ihren Lehrmeister".
Es ist eine anspruchsvolle Herausforderung, welche der Papst der Jugend vorschlägt und damit auch uns allen. Die Jugend hat ein feinfühligeres Gewissen, sie liebt diesen Papst und vertraut ihm, deshalb wendet er sich an sie. Diese Herausforderung wird jedoch nur dann angenommen, wenn sie sich nicht damit zufrieden geben, bei Gelegenheit einer charismatischen Figur Beifall und Bewunderung zu zollen, aber " bereit sind, die Botschaft des Evangeliums aufzunehmen und im Alltag zu leben, auch wenn diese gegen ihre Idole ankämpft. Dann können diese jungen Menschen den anderen sagen: Kommt und seht, wo der Meister wohnt. Der Meister wohnt unter uns."... * *

Ausgehend von der Bibel beten

Nach seinem Ferienaufenthalt im Aostatal hat der Papst am 20. Juli 1997 von der Gelegenheit gesprochen, die der Sommer bietet, den Bedürfnissen des Geistes entgegenzukommen, indem wir uns täglich mit dem Wort Gottes ernähren.
...Indem es uns den Horizont der Liebe des Herrn eröffnet, wird es nicht versäumen, uns die Ferienzeit zu bereichern und uns helfen, mit erneuertem Geist wieder der üblichen Tätigkeit nachzugehen. Die Heilige Schrift ist in der Tat reiner und ewiger Quell geistlichen Lebens, sowie oberste Glaubensregel. Sie ist wie Wasser, das labt, und Speise, die das Leben der Gläubigen ernährt.
Ich lade daher alle ein, eine engere und regere Verbindung mit dem Wort Gottes aufzunehmen, indem wir in uns die heilende und schöpferische Kraft wirken lassen. Der rasende Rhythmus des Lebens verhindert vielleicht oft viele, sich der Bibel zu widmen, obwohl sie es möchten. Warum nicht die Gelegenheit der Ferienzeit wahrnehmen, sie mit sich zu nehmen und sich in die eine oder andere unsterbliche Seite vertiefen?
Für den Gläubigen ist es grundlegend wichtig, die Heilige Schrift lesen zu lernen: das ist die erste Stufe einer Leiter, der die Meditation folgt, worauf das eigentliche Gebet folgt. Beten, ausgehend vom Lesen der Bibel, stellt die Hauptstraße christlicher Spiritualität dar. Wer dazu Zeit und den nötigen Einsatz zu widmen weiß, sammelt reiche Früchte. In diesem Jahr der Vorbereitung zum Großen Jubiläum... beten wir, auf daß jeder Christ und alle, die die Wahrheit suchen, zu Pilgern der Heiligen Schrift werden.

Das Wort Gottes in den Mittelpunkt stellen

Die Pfarrei, als Zelle des Lebens der Kirche, muß auf das Wort Gottes bauen, das allerorts Mittelpunkt sein muß. Nur so können die christlichen Gemeinschaften erbaut werden, die oft an Vorschriften und Traditionen gebunden sind oder sich nur mit sozialer Tätigkeit und Anpassung befassen.
"Es hat keinen Sinn - bemerkt P. Enzo Bianchi der Gemeinschaft von Bose (Vercelli) -, daß die Christen ins Kloster, in geistliche Gemeinschaften, gehen, oder an Bibelkursen teilnehmen, um die Bibel kennen zu lernen, und das Wort Gottes nicht dort kennen lernen können, wo sie ihren Glauben in gemeinschaftlicher Liturgie leben. Daher kann man vielleicht verstehen, wieso so viele Sekten sich ausbreiten, die die Meditation und Anbetung in den Mittelpunkt setzen... Die christlichen Gemeinschaften setzen zu sehr auf das Tun, auf allgemeine Solidarität, auf eine auf Selbstzweck ausgerichtete Sozialisierung, nicht aber auf das innere Verhältnis zu Gott: das wenigstens ist das Erscheinungsbild der Kirche an sich."
Die Christen müssen sich jedoch vom Wort Gottes ernähren, um dem eigenen Leben einen Sinn zu verleihen, der nicht ein Lauf auf irdische Güter hin sein darf, sondern ein Warten auf das ewige Leben, das uns Jesus durch Seine Auferstehung verdient, indem Er uns die Gnade verliehen hat, die Sünde, den Egoismus und den Tod zu besiegen. Dies ist die Hoffnung, die wir auf die Menschen ausstrahlen müssen, Sicherheit, die auf die Auferstehung Jesu baut

Auf einfache Art das Wort Gottes weitergeben

Die Bibel enthält das Wort Gottes und lehrt uns in der Wahrheit, nicht in Täuschung und Betrug zu leben. Der erste Schritt ist das Lesen durch die Mithilfe der Kirche. Sie muß die Bibel auf einfache Weise erklären, wie ein von Gott an Seine Kinder gerichtetes Wort, das verstanden wird, und nicht Bildung oder Auslegung voraussetzt, die nicht im Bereich des Erreichbaren für unsere Christen sind und sie schlußendlich von den Dingen entfernt, die Gott ihnen sagen will. Es geht hier nicht um Unterrichtsstunden, wie in der Schule.
Es ist viel Gebet nötig, sei es für den Vortragenden, als für den Zuhörer, damit die Ersteren das Wort Gottes mit der Kraft des Heiligen Geistes verkünden und die Hörer das Wort Gottes nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort... und in den Gläubigen, wirksam ist (vgl. 1 Thess 2,13) annehmen, und so ihre Herzen sehr wohl verstehen, was Gott ihnen sagen will und sie mittels der Gnade danach handeln.

Wo sollen wir das Wort Gottes zu lesen beginnen?

Wir müssen auch die Gläubigen, die die Heilige Schrift persönlich lesen wollen, führen. Sie dürfen nicht den Fehler begehen, sie vom Anfang bis zum Ende zu lesen, denn die Texte der Bibel sind nicht nach schulischen Maßstäben, oder zum Zweck stufenweisen Aufbaus angeordnet. Ein ungelehrter Christ sollte mit einem einfachen Evangelium beginnen, wie jenes von Markus, als eine erste Begegnung mit der Person Jesus; dann wird jenes von Johannes weiter ins Geheimnis Jesu einführen.
Danach wäre die Apostelgeschichte zu bewältigen, damit man versteht, wie das Evangelium von der Gemeinschaft und in der Geschichte gelebt wird. Danach müßte der Erste Korinther-Brief des hl. Paulus gelesen werden, damit man in der Tat die Früchte jener Evangelisation lebendig erleben kann.
Dann erst kann man an das Alte Testament herangehen, die Bildung des auserwählten Volkes im Buch Exodus und das Gesetz der Auserwählung und der Liebe im Deuteronomium. Als letztes folgen die Bücher Levitikus, Ezechiel, Offenbarung, die jenem verständlich sind, der den Weg zur Kenntnis der Bibel schon begonnen hat. Auch das Buch Genesis müßte unter Führung angegangen werden, wegen der Schwierigkeit bestimmter Seiten, aus der heutigen Sicht gesehen.

Ein fortschreitender Weg

Nach dem Lesen des Wortes Gottes - so drückt sich der Papst aus - muß die Meditation folgen, d.h. wir fragen uns, was uns der Heilige Geist sagen will, und lassen uns von diesen Worten durchdringen, um den Willen Gottes zu erforschen. Dann machen wir Gebrauch von denselben Worten zur Anbetung, zum Dank, zur Bitte: dies ist das allerechteste Gebet, das uns Gott selbst gelehrt hat.
Zu diesem inneren Gebet eignen sich besonders die Psalmen, die somit zum öffentlichen Gebet der Kirche werden. Es ist kein leichter Weg, auf welchen besonders die Priester, als Experten des Wortes Gottes, die Führung der Seelen übernehmen müßten, um sie durch Christus zum Wachstum zu geleiten. Es handelt sich hier um eine Revolution im eigenen Handeln, das durch das Wort Gottes hervorgerufen, wenn es ohne Vorurteile aufgenommen und ihm der ihm zustehende erste Platz eingeräumt wird.
Dem Hören auf den Schöpfer steht der erste Platz zu, der zu Seinem Geschöpf spricht und der uns den Weg zum Leben aufzeigt. Dem Studium und der Meditation des Wortes Gottes müßten wir wenigstens eine Stunde am Tag widmen, um nicht ins Leere zu predigen oder sprechen. Somit würden wir auch die Hierarchie der Werte nach dem Urteil Gottes erlernen. In der Folge würden wir weniger Raum und Bedeutung dem zugestehen, das jedoch vorwiegend unser priesterliches Leben beschäftigt, denn in den Augen der Welt wäre die Wirkung auffallend. * *


Hl. Theresia von Lisieux:
"Meine Berufung ist die Liebe"

Auf tausendfache Art fotografiert, auf T-shirts abgedruckt, mit unpassenden Farben versehen, widersteht das Gesicht von Theresia vom Kinde Jesu der Vergötzung der Heiligkeit und man ist unfähig, sie zu einem Stern der guten Gefühle werden zu lassen. Die Klarheit der Augen ist so deutlich, daß sie sich nicht mit sich selbst zufrieden gibt, sondern führt den Blick gegen alle Zurschaustellung persönlicher Tugenden in die Tiefe der Wahrheit der Seele, ihre und die eines jeden Menschen, in Richtung auf menschliches Leid, auf das Gott herabgekommen ist. Und von da ist Er wieder aufgestiegen, indem Er uns mit sich nahm.
Theresia beginnt uns mit ihrer Nähe und ihrem so uns-ähnlich-Sein zu erobern: indem sie mit der Reinheit eines Kindes die Schwächen, Zerbrechlichkeit, die auch wir normalerweise verstecken, beichtet, wird sie zur Freundin und Schwester, die Verständnis aufbringt: Wer leidet unter seiner Schwachheit, ohne daß ich mit ihm leide? (2 Kor 11,29). Nachdem sie unser Vertrauen gewonnen hat, führt sie uns in die Weite, weit über uns selbst hinaus, weg vom traurigen Land unserer Kümmernisse.
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen... Ich bin herabgestiegen, um sie aus der Hand der Ägypter zu entreißen... (vgl. Exodus 3,7-8). Durch Theresia, wie allen Heiligen und allen wahren Christen, tut sich uns gegenüber, ewig und immer neu, das Ostergeheimnis kund, vom Übergang aus dieser Welt in die Welt des Vaters. Theresia Martin mußte diesen Exodus Schritt für Schritt vollbringen, um uns in lebendiger Wirklichkeit Gott, der gekommen ist, um unter uns zu wohnen, zu schenken.
Als Kind von nur 10 Jahren und bereits mutterseits Waise, mußte sie die Leiden einer geheimnisvollen Krankheit ertragen: "Ich bin überzeugt, daß das Werk des Teufels war", wird sie eines Tages sagen. "Ich litt große Schmerzen und Maria, die ältere Schwester, bat auf den Knien am Bett im Beisein von Leonine und Cölina die Jungfrau mit dem Eifer einer Mutter, die für das Leben ihres Kindes bittet: Ihr Wunsch ging in Erfüllung... Das Lächeln der Madonna drang tief in meine Seele ein. Alsdann verflüchtigten sich alle meine Leiden." Vom Glauben einer jeden Generation wird das Evangelium neu geschrieben: Jesus sah ihren Glauben und heilte sie.

Theresia ist geheilt, aber noch nicht neu geboren. Jahre des Leidens erwarten dieses junge, so schwache und verwundbare Mädchen: Trennung von den liebsten Menschen, Unverständnis seitens ihrer Altersgenossinnen, Skrupel und Unruhe im geistlichen Leben. Sie ist wie erstarrt, einem Leben ausgeliefert, von dem sie nichts anderes erwarten kann, als Leiden. Wie sich nicht in diesem ihrem Leiden erkennen, so stark wie unsichtbar, in all seinem Umfang? Wie sich nicht selbst wiederfinden im Fühlen des Alleinseins und der Leere der Welt? Sie ist noch ein junges Mädchen, hat jedoch schon die Wahrheit des Lebens erreicht: der Mensch ist arm, hat nichts, kann nichts. Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten? (Röm 7,24).
Nun aber das Wunder, "das kommt, mich zu befreien und zum Wachstum in einem Augenblick bringt: in jener hellen Weihnacht, in der sich Jesus aus Liebe zu mit schwach machte, hat er mich stark und mutig gemacht, mich mit seinen Waffen bekleidet, und ausgehend von jener Nacht, schritt ich von Sieg zu Sieg und begann sozusagen einen Lauf als Riese.
"Betrachtet man, was in dieser Nacht geschah, muß man lachen: der geliebte Vater Martin macht Theresia eine verletzende Bemerkung; ihr jedoch, trotz Tränen in den Augen, gelingt es, die Krise zu meistern und sie findet sich fröhlich und lachend vor: "Theresia war nicht mehr dieselbe, Jesus hatte ihr das Herz verändert. Kann so wenig schon ausreichen, daß aus einer kleinen Begebenheit die "größte Heilige des modernen Zeitalters" geboren wird?
Unser Hochmut ist empört, sie aber, die Kleinste Jesu, vermochte in jenem Augenblick des Mutes, der ihrem schwachen und gebeugten Gemüt fern war, all die Gnade ihrer Bekehrung erkennen. Theresia ist nicht mehr dieselbe, und aus reiner Barmherzigkeit Gottes ist ein neues Geschöpf geboren: Lob und Dank dem Herrn mittels Jesus Christus, unseres Herrn!
Diese Episode der Heilung des Herzens ist Quell ihres Weges zu Gott, und dieses Wunder der Gnade und Liebe wird Theresia, 22jährige Nonne des Karmeliterordens, dazu führen, sich als Opfergabe der Barmherzigen Liebe zur Rettung der Sünder anzubieten. "In kurzer Zeit ist es dem Herrn gelungen, mich aus dem engen Kreis zu ziehen, in dem ich mich herumschlug, ohne zu wissen, wie herauszugelangen. Von Skrupeln und übermäßiger Empfindlichkeit befreit, entfaltete sich mein Geist... Jesus macht aus mir einen Menschenfischer... ich spürte die Liebe in mein Herz eindringen, und ich empfand die Notwendigkeit, mich selbst zu vergessen, um anderen zu gefallen, und von dem Zeitpunkt an war ich glücklich!"
Heilen und lieben sind Teil einer einzigen Wirklichkeit: die Seele, die vom Heiligen Geist die Kraft empfängt, um sich von sich selbst zu erheben, vom forcierten Umkreisen seines Ichs befreit, bewegt sich auf das Andere zu und begegnet Ihm...
"Als ich eines Sonntags das Bild unseres Herrn am Kreuz betrachtete, war ich vom Blut betroffen, das auf die Erde fiel, ohne daß sich jemand bemühte, es aufzulesen; ich beschloß, mich im Geiste unter das Kreuz zu stellen, um den göttlichen Tau entgegenzunehmen, und verstand, daß ich ihn folglich über die Seelen hätte verteilen müssen... Der Schrei Jesu am Kreuz hallte laufend in meinem Herzen wider: Mich dürstet! Diese Worte entfachten in mir ein unbekanntes, sehr lebendiges Feuer... Ich wollte dem Geliebten zu trinken geben und ich selbst fühlte mich vom Durst nach Seelen verzehrt."
Der Schmerz des Ichs wurde nunmehr für immer bei Theresia durch den Schmerz Gottes ersetzt, der Quell des Lebens ist, und die Wunde des Menschen ist durch die Wunden Gottes geheilt: sie wird mit diesen eins.
Das Leiden wird von nun an nur mehr aus Liebe und für die Liebe sein. Auch wir können heute einen Anfang machen. Die geheilte und von der Liebe befreite Theresia ist hier, wie alle Heiligen, um uns zu sagen: der Auszug aus der Sklaverei vom Ich kann Wirklichkeit werden. Wir tragen kein Leid, Elend, Schwachheit, die Unser Vater für bedeutungslos oder banal hält, und deren Er sich nicht annehmen möchte: Jesus erwartet nichts anderes, als in unser Gefängnis herabzusteigen, um uns herauszuführen und uns mit Liebe zu überfluten, wie Er es mit ihr gemacht hat.
(Die Schwestern der "Comunità del Pozzo", Modena)

Worte der hl. Theresia - "Im Herzen der Kirche... werde ich Liebe sein... Ich habe keinen Wunsch außer Jesus bis zur Torheit zu lieben. Ich wünsche weder das Leiden noch den Tod; allein die Liebe ist es, die mich anzieht und die Hingabe, die mich führt, ich habe keinen anderen Kompaß! Ich vermag nichts mehr eifrig zu erbitten, nur die totale Erfüllung des Willens Gottes."
"Über die Barmherzigkeit beschaue und bete ich die anderen göttlichen Vollkommenheiten an. Sie erscheinen mir alle in erstrahlender Liebe; die Gerechtigkeit ist vielleicht stärker als alle anderen mit Liebe überzogen. Welche Freude glauben zu können, daß die Liebe Gott gerecht ist, d.h., daß er unsere Schwächen berücksichtigt, daß er die Zerbrechlichkeit unserer Natur sehr gut kennt. Wovor also sich ängstigen?

Anmerkungen der hol. Theresia für die Prediger - Mit scharfem, praktischen Sinn ausgestattet, verwirklichte die hol. Theresia ihren marianischen Eifer in der Ausübung der Tugenden, vor allem den passiven, die Maria zur "gänzlich Heiligen" machten. Deswegen fühlte sie sich gezwungen, aus ihrem Bett der Leiden, folgende Notiz den Predigern zu übermitteln, sie, die sie eine solche sein wollte, um von der Madonna zu sprechen, indem sie ihr Herz Schw. Mutter Agnes ausschüttete: "Daß die Priester uns ausführbare Tugenden vorzeigen!
Es ist gut, die Voraussetzungen und Titel zu preisen, aber man muß sie vor allem nachahmen können. Sie zieht die Nachahmung vor. So sehr auch eine Predigt über die Heilige Jungfrau schön sein kann, wenn man die ganze Zeit hindurch gezwungen ist, ah!... ah!... zu sagen" und man genug davon hat! Wie schön ist es doch zu singen: "Du hast den schmalen Weg des Himmels leicht gemacht, indem du stets die Tugenden der Demut ausübtest."


Notizen aus dem gesegneten Land

Das Jugendfestival
«Um immer mehr vielgeliebte Kinder zu werden»

Anfang August spielte sich täglich ein unbeschreibliches Schauspiel vor unseren Augen ab. Eine enorme Masse junger Menschen war aus allen Teilen der Welt gekommen (6-7.000), um Gott zu begegnen, zu Ihm zu beten, Ihn zu loben mittels des unbefleckten Herzens Mariens, um zu hören: Du bist mein vielgeliebter Sohn, wie das Thema dieses 8. Internationalen Jugendtreffens lautete.
Mit Hilfe einiger Schirme, um sich vor der Hitze zu schützen und vor allem Dank Bruder Wind und einige Schwestern Wolken spielte sich alles unter einer bräunenden Sonne ab: Morgengebet, Referate, gemeinsame Abendliturgie mit Rosenkranz, heilige Messe und Segen, Zeugnisse einiger Jugendlicher und der Gründer der Gemeinschaften von Medj. (abwesend waren Bruder Efraim, P. Tomislav Vlsic' und die Seherin Marija, die mit ihrem Neugeborenen beschäftigt ist).
Alles zusammen, der Chor, wo sich besonders die Brüder der "Beatitudini" begleitet von den verschiedensten Instrumenten, hervortaten, die zahlreichen neuen Kompositionen, wie die der lateinischen Messe unter der tadellosen Leitung von Agostino, schuf eine lebhafte und festliche Atmosphäre. Es gab auch einen jungen Priester, der als Solist auf der Querflöte mit einer süßen Melodie während der Darbringung der Opfergaben die Versammlung rührte.
Die meisten Teilnehmer kamen aus dem Osten, 1200 Tschechen, 550 Rumänen, 530 Polen, dann noch Slovaken, Ungarn usw.. Viele kamen auch aus Brasilien, aus Argentinien und englischsprachigen Ländern, außer den zahlreichen Gruppen aus Westeuropa. Etwa die Hälfte der anwesenden Priester waren ebenfalls sehr jung. Die Simultanübersetzung für die Pilger über UKW war in 12 Sprachen (Englisch, Französisch, Kroatisch, Italienisch, Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Spanisch, Rumänisch, Koreanisch, Libanesisch).
Mit Hilfe einer Gruppe kroatischer Soldaten wurde ein Zeltlager für etwa 350 Personen erstellt. Beim großen grünen Zelt sorgten die Töchter der Anbetung des Allerheiligsten Blutes, die Gemeinschaft Kraljice Mira und eine internationale Gruppe Freiwilliger täglich für etwa 1500 warme Mahlzeiten.

Das Festival Tag für Tag

Samstag 2.8., Pater Jörg Müller, ein deutscher Psychiater, welcher nach seiner Bekehrung in Medj. Priester wurde, erläuterte mit viel Schwung und Frische das Erlebnis seiner Berufung, wie er die hartnäckige und eifersüchtige Liebe Gottes erfuhr, welcher ihn aufrief, sich Ihm ganz zu geben.
Er forderte die Jugend auf, zu wahren Aposteln zu werden, fähig, auf die Fragen der Welt zu antworten. Am Nachmittag erinnerte Ivan daran, wie Maria dazu einlud, täglich die drei Geheimnisse des Rosenkranzes zu beten und schloß ab mit dem Aufruf für das Gebet in der Familie, notwendig, damit die Familie den Frieden findet.
In anregendem Stil besprach Pater Cavalluzzo über die Taufe und die Schönheit des Heiligseins, im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Liebe Jesus, welchen wir als Freund in unserem Leben willkommen heißen sollen. Er warnte vor der Gefahr der New Age, welche alle Religionen wahllos mischt und erinnerte daran, daß schon bei der Taufe Gott uns Seine vielgeliebten Kinder nennt und durch Jesus Willen wir auch Kinder von Maria wurden.
"Du mußt Ihre sanfte mütterliche Gegenwart spüren. Bei Prüfung und Heimsuchung, auf dem Kreuze, wenn du in der Finsternis bist, fürchte dich nicht, rufe Maria. Sie verläßt dich nicht. Wenn du junger Mensch Zärtlichkeit und Liebe suchst, wirfst du dich gleich in die Welt und saugst Gift auf wie ein Schwamm und wirst ein Scheusal. Nein, wenn du Zärtlichkeit und Liebe suchst, gehe gleich zu Maria, wirf dich in Ihre Arme. Abends fand die lange Prozession mit dem Allerheiligsten statt durch die festlich geschmückten Straßen von Medj. unter zahlreicher und inniger Teilnahme.
Sonntag 3.8. Der Gründer der marianischen Gemeinschaft "Oase des Friedens", Pater Sgreva erstellte in seinem Referat mit dem Titel "Und ihr, wer sagt ihr, wer ich bin?" eine bemerkenswerte Analyse der wesentlichen Schwierigkeiten unseres Zeitalters. Er gab das Motto zu erwägen "der Mensch ist, was er ißt", welches man materialistisch sehen kann (du ißt Materie, also bist du nur Materie), oder aber in der Sicht der Kirchenväter in Bezug auf die heilige Eucharistie (du ißt Christus, also wirst du Christus). Die Schlußfolgerung ist, daß dein Leben sich von Kommunion zu Kommunion immer mehr in Jesu Christi Menschlichkeit und Göttlichkeit verwandeln muß.
Pater Sgreva gestand, daß er anfangs Furcht und Abneigung verspürte, sich der heiligen Jungfrau zu weihen bis, während der Danksagung nach einer Messe in der Erscheinungskapelle neben dem Hauptaltar, er so klar ( daß er sich umwandte, um zu sehen, ob da jemand wäre) diese Worte hörte: Gib dich ganz Mir. Seitdem, sagt er zum Abschluß, tue ich nichts mehr ohne Maria.

Montag 4.8. Es spricht Schwester Elvira, ein Vulkan der Lebenskraft, Gründerin der Gemeinschaft Cenacolo für Drogenabhängige. Mit lebhaften und auch deftigen Ausdrücken schildert sie die Situation der jungen Menschen, die von den Lastern der Welt süchtig wurden und vorher noch durch die krankhaft übertriebene Fürsorge ihrer eigenen Eltern, die sie unter ihren Fittichen halten wollen, bis sie zu Singles werden.
Sie betonte die Wichtigkeit des Gebetes als einzige wahre Antwort auf alle Probleme des Lebens. Dann sprach sie von ihrer Jugend, als sie entschieden alles aufgab und von Zuhause fortging, um Nonne zu werden, und sich der Vorsehung in die Arme warf. Sie erzählt, mit wieviel Liebe sie ihren Jungen beisteht, ihnen aber auch keine Strafen erspart. Und diese vergelten es ihr mit ehrlicher und sichtbarer Zuneigung, sie widmeten ihr auch von ganzem Herzen ihre Darbietung.
Nach ihr legte einer dieser Jungen sein Zeugnis ab, Stefano, der sich darauf vorbereitet, Priester in der Gemeinschaft zu werden. Er enthüllte auch, daß Schwester Elvira 12 Jahre in der Küche arbeitend wartete, im Gehorsam zu ihrer Kongregation, bevor sie ihrem Ruf folgte und die Gemeinschaft gründete. Gott weiß alles recht zu tun, sagte Elvira. Sie sprang und tanzte auf der Bühne in einem Feuerwerk der Freude gemeinsam mit ihren Jungen und Vicka "Er ist auferstanden" und bekundete , daß Gott auf sich warten läßt, weil Er will, daß wir so sehr in der Liebe reifen, daß wir die ganze Welt mitreißen. Am Nachmittag des gleichen Tages legten einige ihrer Jungen sein Zeugnis ab. Anschließend sprachen die Seher Vicka, Jakov, Mirjana, Jelena.
Mitreißend und sehr gelungen war das Abendprogramm "Komme und sehe", welches von den jungen Männern der Gemeinschaft Cenacolo dargeboten wurde. Sie hatten es mit viel Mühe im Laufe von 4 Monaten vorbereitet, auch unter Verzicht auf einige Fußballspiele. Im Gleichnis vom barmherzigen Vater, angepaßt an die Jugend des 2. Jahrtausend, die Lebensgeschichte eines Drogensüchtigen, der Beginn unter der Gleichgültigkeit aller, der Weg abwärts bis, ganz unten angelangt, der heilige Geist ihn aus dieser Hölle schreien läßt: "Vater!"
Worauf der Vater ihm bewegten Herzens entgegen läuft, ihn umarmt und küßt. Er bietet ihm die heilende Kraft der Gemeinschaft mit ihrem Programm des Lebens nach dem Evangelium., mit Gebet und Arbeit, dem Weg zur Auferstehung. Um den Tod zu besiegen, bleibt Jesus für mich am Kreuze hängen, Er gibt mir Maria und schenkt mir den Geist und Lebensspender! Dies ist die brisante und konkrete Botschaft, die in diesen Freude ausstrahlenden Jungen Wirklichkeit wurde. Wie viele Begabungen, vergraben in der Welt der Drogen, hat Gott in diesen Jungen ans Licht gebracht.
Dienstag 5. 8., Marias Geburtstag. Pater Jozo, Pfarrer von Medj. zur Zeit der ersten Erscheinungen, sprach und betete mit Elan und Ausdauer, mit der begnadeten Energie, die ihm zu eigen ist. Mit leidenschaftlichen Worten gab er eine Zusammenfassung der Botschaften der Gottesmutter in Medj. in diesen 16 Jahren. Er forderte dazu auf, das Wort Gottes in unser Herz einzubrennen, damit es lebendig werde in unserem Dasein: "Laßt uns dulden, daß Gott Sein Wort in unsere Herzen schreibt, wenn es auch Mühsal und viel Gebet kostet, blutendes Gebet".
Alberto Bonifacio gab sein Zeugnis als Hilfebringer ab, er erinnerte an das lautlose und heldenhafte Opfer vieler Freunde, darunter Fabio, Sergio und Guido, die am 29.5. in Gornji Vakuf gefallen sind, als sie den hungernden Bosniern Hilfe bringen wollten. Es ist Jesus, der uns immerzu zu Hilfe ruft für Seine Armen: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr Mir getan.
Nach der Abendmesse sang und musizierte die Jugend mit voller Kraft, in 18 verschiedenen Sprachen, zu Ehren der Friedenskönigin. Am meisten Beifall fanden die Libanesen und die Koreaner.
Mittwoch 6.8. Im Morgengrauen des Festes der Verklärung fand das Fest seinen Abschluß auf dem Krizevac', wo Tausende von Jugendlichen den Rosenkranz beteten und an der von Pater Slavko gehaltenen Messe teilnahmen. Die Aufgabe, die ihnen anvertraut wurde, vielgeliebte Kinder zu werden im Licht und im Anhören des vielgeliebten Sohnes Jesus Christus, in der Schule der Königin des Friedens, Mutter all dessen, was im göttlichen Wohlwollen steht. So endete das Festival, daß jedes Jahr schöner wird. (Alessandro u. C.)

Beobachtungen

1. Die ganze Organisation und Abwicklung des Festivals drehte sich um Pater Barbaric', der die Referate zusammenfassen und aufeinander abzustimmen und im rechten Moment einzugreifen wußte. Weiterhin gelang es ihm, eine Atmosphäre des Zuhörens und der Pünktlichkeit zu schaffen, wobei er den verschiedenen Situationen mit der ihm eigenen Ruhe und Abgeklärtheit entgegen trat.
2. "Besondere Aufmerksamkeit verwendete er darauf, die Jugendlichen dem Bußsakrament zuzuführen, so wie auch die Vortragenden darin einig gingen, diesen grundlegenden Schritt aufzuzeigen als Ausgangspunkt für den Weg zu Gott. Täglich standen mehr als 40 Priester für die Beichten zur Verfügung, aber sie reichten nicht aus, um den Durst nach dem Erbarmen der jungen Menschen zu stillen, die manchmal auch mehr als 2 Stunden in der Reihe warteten, um die Vergebung und die Umarmung Gottes zu erhalten.
3. Die ununterbrochene Anbetung Tag und Nacht vor dem Allerheiligsten in der Kapelle von Kraljice Mira war der geistige Mittelpunkt des Festivals. Gott sei gelobt dafür, daß immer mehr Jugendliche das wunderbare Geschenk der schweigenden Betrachtung von Jesus Christus im Allerheiligsten entdecken.
4. Die Note der persönlichen Erfahrung, welche die verschiedenen Vortragenden ihren Reden gaben neben der Theorie, half den Jugendlichen, bei den Priestern das Verständnis und die Hilfe für ihre Probleme zu sehen und ließ sie so die Kirche näher an ihrem schwierigen Weg verspüren.
5. Schwester Elvira und ihre Jungen gaben dem Festival den wesentlichen Charakter. Die Freude und Liebe, die sie ausströmten, haben viele Herzen bewegt und sie endgültig zu tieferen Glauben in den Gott der Liebe und der Barmherzigkeit geführt.
Und dann besitzen die Seher die Begnadung, das Wesentliche, was das christliche Leben ausmacht, mit Leichtigkeit übermitteln zu können, wobei die Einfachheit von Maria durchschimmert, wenn Sie zu ihnen oder durch sie zu uns in Ihren so tiefgehenden Botschaften spricht.
6. Es wurde bemerkt, daß hier, wo die Jugend sehr zugänglich ist und die Gnade der Gottesmutter besonders wirkt, es ratsam wäre, den jungen Menschen konkret für die Zukunft die Richtung des spirituellen Weges in der Gemeinschaft aufzuweisen, den sie gehen müssen, um zu wachsen in ihrer Beziehung zu Gott. Aber offensichtlich hat die Vielzahl und Verschiedenheit der gehörten Vorschläge dies nicht ermöglicht.
7. Aus der Sicht einiger verhinderte das zu intensive Programm die notwendige Vertiefung und die innere Verarbeitung der Ideen, weil weder ein geeigneter Ort noch Zeit da waren für das Nachsinnen. Aber wir können ohne Übertreibung sagen, daß das Festival ein großes Gnadengeschenk von Maria ist.
Die Jugendlichen, für welche es eine erste Erfahrung war, konnten Gott in ihrem Leben entdecken und somit den Sinn ihres Lebens. Den anderen, die sich bereits auf dem Glaubenswege befinden, wurde hier die Bekräftigung gegeben, daß sie den Feind nicht mit ihrer eigenen Kraft schlagen können, sondern mit den Waffen des Lichtes , die das Gebet im tiefsten Herzen hervorbringt, wie Maria immer wiederholte in Ihren Botschaften. (Daniele u. C.)

Dies geschah zum Jahrestag

Am 25 Juni hatte Pater Jozo lange über die Kranken gebetet, danach strömte die Menge auseinander, eine Gruppe Polen blieb mit Schwester Alexandra vor dem äußerem Altar und verblieb dort bis spät in die Nacht, um zu beten, im Kreis versammelt um ein kleines, ganz im Rollstuhl zusammengekauertes, Mädchen, Justina. Von dem intensiven Gebet angezogen, kamen dann noch zwei Italienerinnen hinzu, von denen eine dann alles in einem kleinen italienischen Fernsehsender erzählte. Alle hielten im Gebet die Hände über die Kleine und über ihre dünnen schwachen Beinchen
Nach einiger Zeit strampelte die Kleine mit den Füßen und rief mit gepreßter Stimme: "Jesus". Und während die Mutter sie an den Händen nahm, stand sie auf, dann begann sie alleine zu laufen, stieg die Treppe hinauf und lief um den Altar herum. Die Anwesenden folgten ihr erstaunt und bewegt mit den Blicken, dann stimmten sie "Ehre sei Gott in der Höhe" an. Die Mutter forderte das Mädchen auf, herunter zu kommen, aber es hörte nicht auf, zu laufen.. Wir wissen, daß in der Pfarrei hunderte solcher Fälle registriert sind und davon zeugen, daß Maria kam, um die Menschen zu besuchen und Sie läßt auch Zeichen, seien sie auch diskret wie dieses. (M.P.)

Jelena und ihre Erfahrungen:
wie lehrte die Madonna mit dem Herzen beten

Die 25 Jahre alte Jelena Vasilj studiert in Rom Theologie und befaßt sich während der Ferien in Medjugorje oft mit den Pilgern, mit einer Weisheit, die uns hinlängst bekannt ist, der sie nun auch die theologische Genauigkeit hinzufügt. Sie sagte zu den Jugendlichen anläßlich des Festivals:
Meine Erfahrung unterscheidet sich von jener der anderen sechs Seher... Wir sind Zeugen dafür, daß Gott uns persönlich ruft. Im Dezember 1982 machte ich die Erfahrung mit meinem Schutzengel, später mit der Madonna, die zu meinem Herzen sprach.
Der erste Ruf war der Ruf zur Umkehr, zur Reinheit des Herzens, um später für die Anwesenheit Mariens bereit zu sein... Die andere Erfahrung betrifft das Gebet und ich werde euch heute nur von dieser erzählen. In all dieser Zeit flößte mir größten Mut ein, daß es Gott ist, der uns ruft, und sich dann als jener offenbart, der er ist, der er war, der immer sein wird. Die erste Überzeugung besteht darin, daß die Treue Gottes ewig währt. Das will bedeuten, daß nicht nur wir Gott suchen, und es ist nicht allein die Einsamkeit, die uns drängt, ihn zu suchen, sondern es ist Gott selbst der erste, der und gefunden hat.
Was wünscht die Madonna von uns? Daß wir Gott suchen, uns gläubig erweisen; der Glaube ist Tätigkeit unseres Herzens und nicht nur eine Sache! Gott spricht tausendmal in der Bibel, er spricht vom Herzen und wünscht die Bekehrung des Herzens; und das Herz ist der Ort, wo er eintreten will, es ist der entscheidende Ort, und daher bittet die Madonna in Medjugorje mit dem Herzen zu beten, das bedeutet, sich für Gott entscheiden und sich gänzlich Gott schenken... Wenn wir mit dem Herzen beten, verschenken wir uns selbst. Das Herz ist auch Leben, das uns Gott gibt, wie wir es im Gebet erleben.
Die Madonna sagt, daß das Gebet nur dann wahr ist, wenn wir uns selbst verschenken; wenn die Begegnung mit ihm in uns Dank hervorruft, ist das ein eindeutiges Zeichen, daß wir ihm begegnet sind. Diese können wir bei Maria feststellen: als sie nach der Verkündigung des Engels Elisabeth besucht, wird in ihrem Herzen Dank und Lobpreis geboren. Die Madonna sagt uns zu beten, um den Segen zu empfangen; und diese Segnung war Zeichen, daß wir das Geschenk empfangen haben, d.h. daß wir sein Wohlwollen gefunden haben.
Die Madonna hat uns mehrere Gebetsformen angeführt, z.B. das Rosenkranzgebet... Das Rosenkranzgebet ist sehr stark, weil es einen wichtigen Bestandteil beinhaltet: die Wiederholung. Wir wissen, daß die einzige Art tugendhaft zu sein, ist, den Namen Gottes zu wiederholen, ihn immer gegenwärtig zu haben. Daher bedeutet den Rosenkranz beten, in die Geheimnisse des Himmels eindringen; gleichzeitig werden die Menschen gerettet, indem an die Geheimnisse immer wieder erinnert wird.
Die Madonna hat uns überzeugt, daß nach dem Gebet der Lippen die Meditation, dann die Anbetung folge. Eine intellektuelle Suche nach Gott mag ja recht sein, es ist jedoch wichtig, daß das Gebet nicht ,intellektuell' bleibt, sondern daß es etwas weiter dringt; es muß sich ins Herz versinken. Und diese Art des Gebetes ist Geschenk, das wir empfangen haben und das uns die Begegnung mit Gott ermöglicht. Dieses Gebet ist die Stille. Darin wohnt das Wort und bringt Frucht. Das leuchtende Zeugnis dieses Gebetes der Stille ist Maria. Was uns besonders erlaubt ein Ja zu sprechen, ist die Demut.
Die größte das Gebet betreffende Schwierigkeit ist die Zerstreuung, sowie die geistliche Faulheit. Auch da kann uns nur der Glaube helfen. Ich muß mich sammeln und Gott bitten, er möge mir einen großen Glauben, einen starken Glauben, schenken. Durch den Glauben erkennen wir das Geheimnis Gottes: dann öffnet sich unser Herz. Was die geistliche Faulheit anbelangt, gibt es nur eine Abhilfe: die Askese, das Kreuz. Die Madonna ruft uns auf, diesen positiven Aspekt des Verzichts zu erkennen. Sie fragt nicht zu leiden um zu leiden, sondern Gott Raum zu geben. Auch Fasten muß Liebe werden, bringt uns zu Gott und ermöglicht uns zu beten.
Ein weiteres Element unseres Wachstums ist das gemeinschaftliche Gebet. Die Jungfrau sagte uns immer, daß das Gebet eine Flamme ist, und alle zusammen werden wir damit zu einer großen Kraft. Die Kirche lehrt uns, daß unsere Anbetung nicht nur persönlich sein darf, sondern gemeinschaftlich, und ruft uns auf, uns zu sammeln und gemeinsam zu wachsen. Wenn sich Gott im Gebet offenbart, offenbart er uns selbst, im Gleichklang zur wechselseitigen Gemeinschaft. Die Madonna stellt die Hl. Messe an erster Stelle. Sie sagte uns, daß der Himmel in diesem Augenblick auf die Erde niederkommt. Und wenn wir nach so vielen Jahren die Bedeutung der Hl. Messe nicht erkannt haben, können wir auch nicht das Geheimnis der Auferstehung verstehen.
Wie hat uns die Madonna in diesen Jahren geführt? Es war nichts anderes als eine Wanderung im Frieden, der Wiederversöhnung mit Gott Vater. Das von uns empfangene Wohl ist nicht unser Eigen und daher nicht nur für uns allein bestimmt... Sie hat uns an unseren Pfarrer verwiesen, um eine Gebetsgruppe zu gründen, und hat uns versprochen, diese selbst zu leiten; sie bat uns, alle gemeinsam für die Dauer von vier Jahren zu beten. Damit sich dieses Gebet in unserem Leben niederschlägt, wünschte sie, daß wir uns wöchentlich einmal trafen, dann zweimal, dann dreimal.

1. Die Treffen waren von Einfachheit geprägt. Christus war unser Mittelpunkt. Wir mußten den Jesusrosenkranz beten, der das Leben Jesu in die Mitte rückt, zum Zweck, Christus zu verstehen. Jedesmal bat sie um Buße, Bekehrung des Herzens, und wenn wir Schwierigkeiten mit Menschen hatten - bevor wir zum Gebet kamen - um Vergebung zu bitten.
2. In der Folge wurde unser Gebet immer mehr zum Gebet des Verzichts, der Hingabe und des Schenkens unser selbst, bei dem wir Gott alle unsere Schwierigkeiten abgeben mußten: dies dauerte eine viertel Stunde.
Die Madonna hat uns gerufen, unsere Person völlig ihr zu überlassen und ihr ganz zu gehören. Danach wurde das Gebet zu einem Gebet des Dankes und endete mit der Segnung. Das Vaterunser ist das Wesen aller unserer Beziehungen zu Gott und jedes Treffen ging mit dem Vaterunser zu Ende. Anstelle des Rosenkranzes beteten wir für unsere Führer sieben Vaterunser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre sei dem Vater.
3. Das dritte Treffen der Woche war dem Dialog gewidmet, den Beziehungen zwischen uns. Die Madonna gab uns das Thema vor und wir sprachen darüber; die Madonna sagte, daß sie sich so jedem schenkte und teilte unsere Erfahrung mit uns, und daß Gott jeden von uns bereicherte. Das wichtigste ist die geistliche Begleitung. Sie fragte nach einer geistlichen Führung, denn um die Entfaltung des geistlichen Lebens zu verstehen, müssen wir die innere Stimme verstehen. Diese innere Stimme, die wir im Gebet, d.h. im Willen Gottes suchen müssen, die Stimme Gottes in unserem Herzen. (4. August 1997)
Priester in der Schule der Mutter Gottes - Dies ist das Thema des viertägigen Seminares zu dem sich 120 Priester aus aller Welt trafen und welches von Pater Slavko Barbaric und Don Cosimo Cavaluzzo, einem italienischen Priester und an einem Tage auch von Pater Jozo animiert wurde. Es war ein wahrer Segen und es wurde beschlossen, es im nächsten Jahre zu wiederholen. "Viele Priester bezeugten, daß sie hier das Gebet wieder entdeckten und die Freude, Priester zu sein, die heilige Eucharistie und vor allem die Beichte" sagte Pater Slavko.
Mirjana verbarg nicht, daß die Gottesmutter die Heiligkeit will und das auch das Volk dieses will. Ivan gab die Worte wieder, die die heilige Jungfrau während einer Erscheinung aussprach, bei der die Priester gemeinsam mit ihm beteten: "Gelobt sei Jesus Christus, meine lieben Söhne. Wenn ich euch hier sehe, bin ich voller Freude. Ich segne euch mit meinem mütterlichen Segen. Die geistige Erneuerung, die hier begann, möge in euren Pfarrgemeinden weitergehen. Liebe Söhne, ermüdet nie, alle zum Gebet aufzufordern. Die Mutter wird zu Ihrem Sohn beten für euch. Deshalb betet, betet, betet! Geht hin im Frieden des Herrn.(A.M.)

Ein Bischof aus Tansanien: Lernen, das Kreuz zu tragen - Der neuernannte Bischof in Tansanien Mons. Damiano Kyaruzi. besuchte auf seiner Reise nach Rom, wo er am 29. Juli zum Bischof geweiht wurde, auch Medjugorje kam er zum ersten Mal hierher, um vor seiner Bischofsweihe zu beten und erklärte sich beeindruckt vom intensiven Gebet der Pilger in der Kirche und auf den Bergen. "Auf dem Krizevac lernt man, alles im Leben zu nehmen, wie es einem gegeben wird und die erhaltene Aufgabe durchzuführen. Man braucht nur Jesus Kreuzweg anzusehen und ihm zu folgen..."

Worte eines Bischofs aus Kamerun: laßt uns diese Zeit der Gnade nutzen - Mitte Juni besuchte Medjugorje Mons. Adalbert Hdzana, Bischof von Mbalmayo aus Kamerun: "Jetzt ich bin glücklich, daß ich hierher gekommen bin und spüre, daß Medjugorje die Fortsetzung von Fatima ist, denn hier sehe ich die Verwirklichung des Evangeliums auf eine Art und Weise, die den heutigen Menschen und der Situation des Menschen entspricht.
Die Muttergottes ist leicht zu verstehen und in ihren Botschaften gibt es keine Drohungen und daher auch keine Angst, sondern Liebe und Vertrauen zu Gott werden hier betont, dem: sich die Sünde widersetzt. Ihr Inhalt entspricht dem Evangelium und der Tradition der Kirche. Die Muttergottes ruft uns auf, die Sakramente anzuerkennen, durch die wir das göttliche Leben erhalten und sie zu leben, im Besonderen das Sakrament der Versöhnung und die Eucharistie...
Das, was ich auch nach meiner Rückkehr meinen Gemeindemitgliedern besonders erzählen und ans Herz legen werde, sind die Bekehrung und die persönliche Weihe. Die Muttergottes sagt uns unaufhörlich, wir sollen von den Sünden loskommen und uns für die Liebe Gottes öffnen. Ich rufe alle auf, diese gnadenvolle Zeit auszunutzen, die uns Gott hier über Maria schenkt. (Echo 134, S.5)

Der kolumbische Erzbischof, Mons. Fabio Betancourt Tirado kam mit einer Gruppe Pilger seiner Diözese Manizales zum Jahrestag nach Medj., gerade zurück aus dem heiligen Land und auf der Reise nach Rom, sagte er uns: "Es ist das erste Mal, daß ich an diesen Ort komme und hier verspüre ich sehr die Anwesenheit Gottes. Ich nehme die Gnade wahr, die Gott seinen Gläubigen mittels Maria schenkt".

Pater Slavko und Vicka auf Mission in den Niederlanden - Auch aus den Niederlanden, einem Land, das tief von der religiösen Krise getroffen wurde, kommen laufend Pilger. Im Laufe der Zeit wurden sie Zeugen von den Botschaften der Gottesmutter bei ihrem Volk.
Fra. Slavko Barbaric und die Seherin Vicka wurden für Ende Juni in die Niederlande eingeladen und in den drei Tagen ihres Aufenthaltes begegneten sie einer großen Zahl von Gläubigen, die sich zum Gebetsprogramm versammelten.
Interessant ist, wie die geistige Medjugorje-Bewegung in den Herzen der Menschen ein neues Licht aufbrennen ließ, denn "... nur diejenigen, die nach Medjugorje kamen, sind bereit zu beten, anzubeten und regelmäßig zur heiligen Messe zu gehen...", sagte der Gemeindepfarrer einer der Gemeinden, in denen die Begegnungen stattfanden.

Die Pfarrkirche von Medj. ist dem Schutzpatron der Pilger gewidmet! - Das Fest des heiligen Jakobs, des Schutzpatrons der Pfarrgemeinde, wurde mit einer Prozession mit der Statue des Heiligen und der Feier der heiligen Messe im Park festlich begangen. Zu diesem Anlaß wurde auf der Stirnseite der Kirche ein steinernes Relief des Heiligen eingemauert. Dies ist das Werk und Geschenk an die Pfarrgemeinde des Bruders Joachim Gregov aus der Provinz Zara, Bildhauer und Militärkaplan.
Als 1892 die Pfarrgemeinde von Medj. gegründet wurde und als Schutzpatron der Heilige Jakob, , Schutzheiliger der Pilger, der ältere Bruder des heiligen Johannes, gewählt wurde, konnte sich keiner vorstellen, daß hierher Millionen von Pilgern gekommen wären, viel mehr als im Laufe der Jahrhunderte nach Compostela. Die alte Pfarrkirche wurde 1897 erbaut, erwies sich aber bald als unsicher, da auf schlechtem Untergrund errichtet. Die Reste sind noch im Park zu sehen. So wurde die jetzige Kirche gebaut, die 1969 beendet und geweiht wurde; sie erschien als viel zu groß für die wenigen Einwohner von Medj., aber die Vorsehung ist sehr weitsichtig. Jetzt reicht sie nicht aus für alle.
(Alles Auszüge aus dem Press Bulletin)

Die Gruppe von Ivan beging am 4. Juli den 15. Jahrestag ihres Bestehens. Die Serenaden dieser jungen Menschen für die Gospa, bestehend aus kroatischen Liedern, Rosenkranzgebeten, Anrufungen des heiligen Geistes und Erflehungen von Gnaden, wurden in diesen Jahren zweimal wöchentlich auf dem Erscheinungshügel oder dem Krizevac dargebracht. Die 16 Mitglieder der Gruppe, besonders von Maria ausgewählt, waren vier Jahre lang bei Ihr in der Schule, bevor sie ihre Lebensentscheidung trafen; in dieser Schule, sagen sie, haben sie auch gelernt, zu singen. Wir können kaum unsere Freude beschreiben, sie bei diesen in der Welt einzigartigen Gebetsabenden unter den Sternen singen zu hören!
Dennoch hängt der Wert einer Gebetsgruppe und ihre geistige Fruchtbarkeit nicht ab von außergewöhnlichen Gaben, sonder von der Antwort, die ein jeder im Tiefsten seines Herzens Gott gibt. So kann die schlichteste Gebetsgruppe der Welt auch die außergewöhnlichen Gruppen übertreffen. Es würde genügen, wenn aus ihr viele Heilige erblühten!

Marija Pavlovic' Lunetti gebar ihr drittes Kind in Monza am 19.7. Es heißt Marco Maria. Aus diesem Grund konnte sie nicht beim Jugendfestival anwesend sein. Mutter und Kind geht es gut. Glück und Segen! Auch Ivanka, die sehr zurückgezogen im Haus von Miletina lebt, hat drei Kinder und wünscht sich noch weitere.

Vertrauen auf Maria und ein kleines Gelübde!

Ein chinesischer Familienvater in bescheidenen Verhältnissen hatte sich sehr abgemüht, damit seinen Sohn in London studieren konnte. In den ersten zwei Jahren bestand der Sohn alle Prüfungen, aber im dritten Jahr verfiel er der Drogensucht und schrieb seinem Vater, daß er aufgehört habe, zu studieren. Welch eine Qual für die so weit entfernten Eltern!
Der Vater hört nicht mehr auf, zu weinen und denkt an das Schlimmste; soviel vergeblich gebrachte Opfer! Aber dann überwinden sowohl er als auch seine Frau, wiederbelebt durch die Botschaften von Medj., die verständliche Bangnis, sie beschließen, sich gänzlich dem Herzen Mariens auszuliefern, auf daß Sie ihren Sohn befreie. Im Gebet hat der Vater die Eingebung, ein ihm schwer fallendes Opfer darzubringen, das Rauchen aufzugeben, er raucht doch zwei Packungen am Tag.
Das ist ein sehr schweres Unterfangen, aber für seinen Sohn hält er es durch. Kurze Zeit danach kommt ein Brief aus London: "Vater, ich bin zur Universität zurück gekehrt. Es ist ein Wunder. Eines Tages fühlte ich Ekel gegen das Rauschgift, ich begann, nachzudenken und fühlte, wie eine innere Kraft mich dazu drängte, weiter zu studieren. Jetzt ist alles wieder in Ordnung, ihr könnt zufrieden sein..." Das Datum des Briefes bewies, daß dies kurz nach der Entscheidung des Vaters, sich des Rauchens zu enthalten, geschah. Als er die Geschichte erzählte, weinte der Vater vor Freude.
(aus dem Tagebuch Schw. Emmanuels)


Rußland, religiöse Freiheit
und Rückzug der Orthodoxen

Der Präsident Jeltsin setzte unerwartet am 22.7. sein Veto gegen das Gesetz, welches vom russischen Parlament, der Duma (mit 337 ja und 5 nein) genehmigt war. Es beschränkte sehr die religiöse Freiheit der sogenannten nicht traditionellen Religionen, wobei als traditionell solche Religionen betrachtet werden, die wenigstens in der Hälfte der Republiken oder Distrikte vorhanden sind, das heißt Orthodoxe, Moslems und Juden. Die Katholiken gehören nicht dazu, obwohl sie seit 200 Jahren in Rußland sind und würden demnach als solche der Genehmigung der örtlichen Verwaltungen unterstehen, der Willkür von Funktionären der Randbezirke.
Der klare und dokumentierte Brief des Papstes an Jeltsin beeinflußte dessen Entscheidung gegen das Gesetz, neben dem Risiko, die wirtschaftliche Hilfe der USA zu verlieren, welche zusammen mit der religiösen Freiheit auch die Sekten verteidigen. Ende August wird sich die Duma wieder versammeln und hoffentlich gelingt es Jeltsin, das Gesetz zu ändern, andernfalls geht alles vor das russische hohe Gericht.
Alexius II, der Patriarch von Moskau, welcher von den Nationalisten und Kommunisten unterstützt wird, hat gegen das Veto des Präsidenten protestiert. Man kann die Besorgnis der russischen Hierarchie verstehen, wie er selbst es in Graz ausdrückte, über die Proselitenmacherei vieler Missionare, die hastig die Leere, die der Kommunismus hinterließ, mit dem Evangelium ausfüllen wollen ohne zu bedenken, daß dort bereits Christen waren mit ihrer Geschichte und ihrer Hierarchie. Noch schlimmer war die ungehemmte Invasion der Sekten, die man nicht mit der katholischen Schwesterkirche, welche die Orthodoxen gut kennen, vergleichen kann.
Dann gibt es noch einen anderen tiefen Grund für die unvermittelte Abriegelung der Orthodoxen dem Westen gegenüber. Nach dem Fall des Kommunismus wurde das Land durch örtliche Kommunikationsmittel, welche die übelsten Aspekte der westlichen Kommunikation imitieren, mit oberflächlicher, unmoralischer westlicher Kultur überschwemmt. Wenn man riskiert, die eigene Identität zu verlieren, kapselt man sich ab.
Wie schwer ist es, "zum wahren Geist der Wiederversöhnung und der wahren und tief empfundenen Kommunion, wenn auch noch unvollkommen", zurück zu kehren? Aber die Wahl des ökumenischen Weges ist ohne Umkehr. Die Einheit der Christen ist von Jesus gewollt, muß aber im nicht nachlassenden Gebet erfleht werden und es muß in persönlicher und gemeinschaftlicher Opferbereitschaft gelebt werden, so wie der Apostel Paulus vorschrieb: Demut, Sanftmütigkeit, Geduld und gegenseitiges Ertragen.
An den ökumenische Dialog von Graz wird man sich vor allem wegen der großen Beteiligung der Menschen und nicht nur der Experten auf der Suche nach Einheit erinnern. In der Tat war die Beteiligung des Volkes unerwartet groß. "Es war ein Moment nachhaltiger Freude, gemischt mit etwas Traurigkeit...Jetzt wissen wir mehr denn je, daß der Dialog zwischen Christen anspruchsvoll ist, wie auch die neue Evangelisierung" sagte Mons. Chiaretti.

Clara Lubich sagte: "Die ökumenische Religiösität muß gelebt werden wie das Bedürfnis, dem verlassenen Jesus beizustehen. Der Schmerz über die Zwiste, die uns noch trennen, bringt uns dem Verlassenen von Golgotha näher".

Pater Werenfried bedauert zwar sehr die Unterstützung der orthodoxen Hierarchie des Gesetzentwurfs, der die religiöse Freiheit einschränkt, betont jedoch im Echo der Liebe , daß er deshalb nicht die seit langer Zeit gewährte Hilfe für die leidende Kirche an die Popen für ihr Amt unterbrechen wird.

* Reisen nach Medj. - Der Bus fährt täglich um 18:00 in der Nähe des Hauptbahnhofs Triest ab und kommt am folgenden Morgen um 8:00 in Medj. an; Rückfahrt um 18:00 ab Medj., Ankunft in Triest um 8:00 morgens (Tel. 0039 40 425001, Preis hin und zurück LIT. 180.000).

 

Die Wahrheit über Medj.!

Zum 16. Jahrestag sprachen die Bischöfe Franic' und Hnilica, gemeinsam mit den verantwortlichen Paters von Medj. (Pervan, Landeka, Zovko, Barbaric, Orec) in einem langem, besonnenen und entschiedenem Brief, der dank des Informationszentrums MIR in der ganzen Welt bekannt gemacht wurde, ihr gemeinsames Zeugnis aus über die Vorgänge von Medj. Aus Platzgründen geben wir ihn zusammengefaßt wieder.
Es wird darin hervorgehoben, daß die geistliche Bewegung von Medj. eine der größten und echtesten Gebetsbewegungen dieses 20. Jahrhunderts ist, weil sie sowohl Gläubige als auch Priester, Ordensleute und Bischöfe mit einbezieht, die mehrfach die vielfältigen geistlichen Gnaden für die Kirche öffentlich bezeugt haben.... Millionen von Menschen sind in diesen 16 Jahren nach Medjugorje gepilgert. Tausende von Priestern und Hunderte von Bischöfen haben dort durch lange Beichten und die Heilige Messen bezeugt, daß sich die Menschen hier bekehren und daß die Bekehrungen dauerhaft sind....
Zahllose Menschen haben dort Marias Gegenwart und Ihre besondere Gnade erfahren. Nicht zu zählen sind die persönlichen Bekehrungen, die seelischen und körperlichen Heilungen sowie Berufungen für die Priester- und Ordensberufe...
Auf dieses außerordentliche Wirken Marias hinweisend sagte seinerzeit ohne zu zögern der damalige Erzbischof von Split, Frane Franic:" Die Königin des Friedens hat in unseren Diözesen während der 4 Jahre der Erscheinungen in Medjugorje mehr getan als wir Bischöfe alle zusammen in den vierzig Jahren der Seelsorge."
In allen Teilen der Welt gibt es heute zahlreiche Gebetsgruppen, die in der Botschaft der Königin des Friedens ihren Ursprung haben, sie sind eine lebendige und wirksame christliche Präsenz in der Kirche. Dies bezeugen auch die vielfachen Hilfssendungen, die die Medjugorje-Gebetsgruppen aus aller Welt wie keine andere Organisation geschickt haben, um die Bevölkerung des vom Krieg verwüsteten Ex-Jugoslavien zu unterstützen.
Der Brief verweilt dann bei den negativen Beurteilungen und zweideutigen Behauptungen, die von der Presse verbreitet wurden, die eine negative Beurteilung seitens der Kirche vorspiegeln und ein Verbot der Pilgerfahrten. [ Die Kirche kann sicherlich kein endgültiges Wort sprechen, solange die Erscheinungen noch im Gange sind.] Er gibt dann die Stellungnahme vom August 1996 des Pressesprechers des Heiligen Stuhls, Dr. Navarro Valls wieder:" 1. In Bezug auf Medjugorje ist nichts Neues eingetreten seit der letzten Erklärung der Bischöfe Ex-Jugoslaviens vom 11.4.91 2. Jeder kann privat zu dieser Gebetsstätte pilgern."
Dann zieht der Brief die kürzlichen Weltereignisse in Betracht, vor allem in Rußland, Ruanda und Bosnien Herzogowina, gesehen im Licht der Botschaften Mariens und erkennt Ihr liebevolles Eingreifen. 10 Jahr vor Ausbruch des Krieges kam Sie nach Medj. weinend und rufend: "Frieden, Frieden, Frieden, versöhnt euch miteinander" um ihre Kinder zur Bekehrung aufzufordern, um die Katastrophe zu vermeiden. Das gleiche geschah auch in Kibeho in Ruanda (Afrika).
Sie hat dann Ihre kleine Oase in der Herzogowina vor der Zerstörung bewahrt. Und Ihre Aufgabe ist noch nicht beendet, mittels Ihrer Botschaften und der ihren Kindern erwiesenen Gnaden will Sie Frieden bringen in die Länder, die vom Rassenhaß verwüstet sind und die Bekehrung für alle Menschen, auf daß sie den wahren Frieden haben mögen.
Der Brief geht weiter, indem er an die zustimmenden Urteile erinnert, die der Papst, wenn auch privat, bei sehr vielen Gelegenheiten über Medj. aussprach gegenüber Bischöfen, Priestern, Gruppen von Gläubigen, die seine Meinung über Pilgerfahrten nach Medj. erfahren wollten. Medjugorje ist die Fortsetzung von Fatima sagte Papst Johannes Paul II mehrmals. Die Welt ist dabei, den Sinn für das Übernatürliche zu verlieren; die Menschen finden es in Medjugorje wieder durch das Gebet, das Fasten und die Sakramente, sagte der Heilige Vater vor einigen Jahren, nach einer Begegnung mit einer Ärztekommission der Vereinigung ,Arpa', die über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Untersuchung der Seher berichteten, welche immer positiv waren. Schützt Medjugorje", empfahl der Papst auch dem Franziskanerpater Jozo Zovko, der während der ersten Erscheinungen 1981 dort Pfarrer war. Johannes Paul II. hat wie auch der kroatische Präsident jüngst bestätigte, mehrmals den Wunsch geäußert , Medjugorje zu besuchen.
Die geistige Bewegung von Medj. ist entstanden, um dem dringenden Aufruf der Königin des Friedens treu zu folgen: Betet, betet, betet. Die Gottesmutter Botschaft führte uns dazu, Jesus anzubeten, der in der Heiligsten Eucharistie wirklich gegenwärtig ist. Aus Ihm schöpfen wir das Licht des Heiligen Geistes, um das Wort Gottes zu verstehen und zu leben und die Kraft zu bekommen zu lieben, zu vergeben und den Frieden zu erlangen.
Die einfachen Dinge, die Sie von uns verlangt, sind wesentlich für ein christliches Leben und heute von vielen vergessen. Es sind: die heilige Eucharistie, das Wort Gottes, die monatliche Beichte, das tägliche Rosenkranzgebet und das Fasten...
"Wir dürfen uns weder wundern, wenn Satan viele Wege versucht, um die übernatürlichen Früchte von Medj. zu zerstören, noch die gegnerischen Stimmen fürchten ... Es ist nicht das erste Mal, daß bei Eingriffen des Übernatürlichen widersprüchliche Meinungen in der Kirche auftreten, aber wir vertrauen auf das Urteilsvermögen des Oberhirten..."
"Vereinen wir unsere Herzen mit dem Unbefleckten Herzen Marias. Es ist Ihre Zeit, die in Fatima angekündigt wurde! Es ist die Zeit des universalen Totus tuus, das sich unter dem Pontifikat Johannes Pauls II. in der ganzen Kirche ausbreitet, aber heute auf so starken Widerstand stößt... Maria lädt uns ein, mit den friedlichen Waffen des Gebets, des Fastens und der Nächstenliebe auf die finstere Gewalt des Bösen zu antworten. Sie weist uns auf Christus hin, sie führt uns zu Christus. Enttäuschen wir die Erwartungen Ihres Mutterherzens nicht." (Johannes P. II, 7.März 93)...

Pater Slavko: "Warum gibt es noch keine offizielle Anerkennung?"

Die Kontroversen mit dem Bischof von Mostar sind noch nicht beigelegt; es handelt sich um einen Konflikt, welcher nunmehr dreißig Jahre andauert über die Unterteilung der Pfarrgemeinden der Diözese, er möchte, daß viele derselben von den Franziskanern an die weltliche Geistlichkeit abgegeben werden. Es ist auch dieses der Grund, weshalb Medj. von der offiziellen Kirche noch nicht anerkannt ist. Es ist nicht der Vatikan, der sich dagegen stellt, sondern es sind einzelne, die alles zerstören wollen...
Die Wahrheit wird jedoch ans Licht der Sonne kommen, davon bin ich überzeugt. (Aus Medj. Aufforderung zum Gebet, 2.Quartal 97 S.8-9)


Achtung! Die einzige von uns autorisierte polnische Ausgabe des Echos von Maria ist die bei Ewa Jurasz ausgegebene. Sie trat an die Stelle der verstorbenen Schwester Marta Mirkiewicz. Adresse: Echo Maryi 30-960 Krakòw, skr.pocz.188 Polen, fax 48-12475528.

Bekanntmachung: Ab Mitte September ist das Echo in allen Hauptsprachen in Medj. beim neuen Sitz des Geschäfts MIR-Shalom im neuen Gebäude vor der Kirche, rechts neben der Marienstatue, erhältlich.

Der heilige Rosenkranz vereine uns und bewahre uns in dieser Zeit in der Gnade Mariens, indem wir all Ihre Worte leben. Mit Ihrem mütterlichen Segen.

Villanova M., 26.08.1997


Verteilung - *Schweiz: Otto Müller, Sonneggstr. 3 - CH 9113 Degersheim - Postkonto: 90 - 4768 - 0 *Österreich: Heindler Margarete, Reindlgutstr. 5, A - 4400 Steyr. Überweisung: Postscheckkonto: 93.001.968 *Deutschland: Medjugorje Comitee, F. Castagnetti, Ostpreussenweg, 4, D- 33104 Paderborn. Überweis.: K/K 85738 Sparkasse Paderborn (BLZ 47250101)

Origin.: "Eco di Maria" - Anschrift: Echo Mariens, cas.post. 149 - I-46100 Mantova - J.13- Nr.9-10; Fax 39-376-245075
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