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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 157 (Mai-Juni 2001)

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Eco di Maria
Regina della Pace

Deutsch 157

März - April 2000



Botschaft Mariens vom 25. Februar 2001:

"Liebe Kinder, auch heute rufe ich euch auf, euch dem Gebet zu öffnen. Liebe Kinder, ihr lebt in einer Zeit, in der euch Gott große Gnaden gibt, aber ihr wisst sie nicht zu nutzen. Ihr sorgt euch um alles andere, aber am wenigsten um die Seele und das geistige Leben. Erwacht aus dem ermüdenden Schlaf eurer Seele und sagt mit aller Kraft ja zu Gott. Entscheidet euch für die Umkehr und die Heiligkeit. Ich bin mit euch, liebe Kinder, und rufe euch zur Vollkommenheit eurer Seele auf, und all dessen, was ihr tut. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Erwacht!

Der eindringliche Aufruf Mariens: Erwacht aus dem ermüdenden Schlaf eurer Seele, kann nicht so leicht hingenommen, noch leichtfertig weg gelegt werden. Es ist hier nicht ein ermüdender Schlaf gemeint, der unseren Körper stärkt; hier ist die Rede vom Schlaf unserer Seele: ein Schlaf, der Regungslosigkeit, Koma, Tod bedeutet. Ein müder Schlaf, ein tiefes, geistliches Koma, das Vorzimmer eines Todes ohne Rückkehr ist, ohne Auferstehung. Es ist unerlässlich mit aller Kraft zu reagieren; Gott das Ja mit aller Kraft aussprechen. Wir dürfen nicht weiterhin zaudern, wir dürfen uns nicht mit irgendeiner religiösen Übung zufrieden geben, mit einer formalen Geste des Mitleids. Wir müssen unsere Würde als Kinder in Vollkommenheit erweisen, die uns von Christus durch Seine Passion und Seinen Tod errungen wurde. Wir müssen tatsächlich anerkennen, dass Gott wirklich Vater, ein besonders vorsorglicher, barmherziger, liebevoller, immer uns zugewandter Vater ist. Dem Gebet öffnen heißt, zu Gott in ein inniges Leben einzutreten, das Modell Jesus Christus stets vor Augen. Wenn wir nur das Vaterunser so beten könnten, wie es uns Jesus gelehrt hat, welch große Schätze an Gnaden würden sich über uns und die Welt ergießen! Nun aber sind unsere Sorgen ganz andere (vgl. Mt 6,25-34), die uns Kummer und Drangsal verursachen und dazu führen, das zu vernachlässigen, was wirklich wichtig ist (vgl. Lk 10,41-42).
Ihr sorgt euch um alles andere, aber am wenigsten um die Seele und das geistige Leben. Somit vergeuden wir nicht nur unsere Kraft und verwickeln unser Leben, sondern vergeuden auch die günstigen Gelegenheiten unserer Zeit, Zeit der Gnade, an die uns Maria oft erinnert: Ihr lebt in einer Zeit, in der euch Gott große Gnaden gibt, aber ihr wisst sie nicht zu nutzen. Was ist zu tun? Vor allem nicht verzweifeln: Die Lage ist sicher so wie Maria sie beschreibt, eine Situation, die in den Augen der Welt aussichtslos zu sein scheint. Wir aber wissen, dass man aus dem Tod auferstehen kann; wenn wir das nicht wüssten, wäre unser Glaube vergeblich (vgl. 1 Kor 15,13-14); wir wissen, dass kein Todesschlaf uns endgültig in ein Grab einschließen kann, wenn wir es nicht wollen, wenn wir uns an Christus klammern und durch Ihn dem Vater um Vergebung bitten. Nützen wir die Gnaden, die uns Gott in Überfluss schenkt, glauben wir an Seine Liebe und Seine Vergebung, glauben wir, dass wir neu beginnen können und schon in dieser Welt auferstehen können. Versuchen wir doch schon auf dieser Welt das Paradies zu kosten, versuchen wir um uns Vergebung zu säen und der Friede wird blühen, versuchen wir den Frieden zu beackern und die Brüderlichkeit wird wachsen, versuchen wir die Seligkeit des Evangeliums zu leben und das Reich Gottes wird erblühen.
All das ist keine Utopie; es ist in unserer Reichweite, und heute noch leichter, weil uns Gott große Gnaden gibt, weil Maria mit uns ist: Ich bin mit euch, liebe Kinder, und rufe euch zur Vollkommenheit eurer Seele auf, und all dessen, was ihr tut. Sie ist mit uns und mit Ihr können wir die Vollkommenheit erreichen, zu der Sie uns aufruft, denn Sie hat die Aufgabe, uns zu Kindern des Vaters zu zeugen. Entscheidet euch für die Umkehr und die Heiligkeit; es scheint eine nicht durchführbare Einladung zu sein, äußerst fern und schwierig, wenn nicht unmöglich. Wieder täuschen wir uns, da wir von menschlichen Überlegungen ausgehen, die oftmals jedoch vom Bösen eingegeben sind (vgl. Mk 8,33).
Die Heiligkeit ist nicht Frucht menschlicher Errungenschaft; sie ist Geschenk Gottes, und gerade deshalb kann sie von allen erreicht werden; die einzige Voraussetzung ist unsere Bereitschaft dazu. Wenn wir mit aller Kraft ja zu Gott sagen, wenn wir uns Ihm überlassen, wenn wir wünschen, Ihn wirklich in uns wirken zu lassen, wird Er uns zur Heiligkeit führen, weil Er heilig ist (vgl. Lev 19,2). Das Geschenk Gottes hat einen Namen: Jesus Christus. Dieses Geschenk annehmen, heißt, Jesus aufnehmen; nicht ein Gebot oder eine Empfehlung, sondern Christus in Seiner Gesamtheit, Seiner Person, Seiner Heiligkeit aufnehmen. Zu dem sind wir gerufen, deshalb sind wir getauft worden, deswegen empfangen wir die Heilige Eucharistie. Maria ist bereit, uns in Ihrem Sohne zu Söhnen zu zeugen: was warten wir noch?
Nuccio Quattrocchi

 

Botschaft Mariens vom 25. April 2001:

"Liebe Kinder, auch heute rufe ich euch zum Gebet auf. Liebe Kinder, das Gebet wirkt Wunder. Wenn ihr müde und krank seid und den Sinn eures Lebens nicht kennt, nehmt den Rosenkranz und betet; betet, bis euch das Gebet zur freudigen Begegnung mit eurem Erlöser wird. Ich bin mit euch und ich halte Fürsprache und bete für euch, liebe Kinder. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Das Gebet wirkt Wunder

Die Gegenwart Mariens in Medjugorje ist eine beständige Einladung zum Gebet. Heute, wo wir uns vorwiegend um jene Dinge kümmern und sorgen, die nicht das geistliche Leben und die Seele anbelangen (vgl. Botschaft April), ist es nötig den Kurs zu ändern. Maria lädt uns zur Umkehr ein, um eine lebendige Beziehung mit Gott zu finden bzw. wiederzufinden. Wieviele Male hat uns nicht schon Maria gebeten, uns für Gott zu entscheiden, uns Ihm zu überlassen! Das Gebet wirkt Wunder: vor allem das Wunder der Gemeinschaft mit Gott, einer Liebesbeziehung zwischen dem Geschöpf und seinem Schöpfer.
Auf diese Weise kommt die Gnade Gottes auf uns herab, heilend und heiligend überflutet sie unsere Seele und unseren Leib. Ebenso, wie das Wasser von der rechten Seite des Tempels herabfliesst (Ez 47, 1-12), und Blut und Wasser dem durchbohrten Herzen Jesu entströmen (Joh 19,34).
Das von Maria empfohlene Gebet ist der Rosenkranz, und dieses Mal wird von ihr die heilende Kraft dieses Gebetes hervorgehoben: wenn ihr müde oder krank seid und den Sinn eures Lebens nicht kennt, nehmt den Rosenkranz und betet. Jene, die ihr Leben einzig mit der Rolle identifizieren, die sie in der Welt bekleiden, mag es fremd erscheinen, den Rosenkranz zu beten, um Kraft bei Müdigkeit zu schöpfen, Gesun-dheit in Krankheit zu erlangen und geradezu widersprüchlich, darauf zurückzugreifen um den Sinn des eigenen Lebens zu entdecken.
Das erinnert an das zornige Erstaunen des mächtigen Naaman auf die Einladung des Profeten Elischas hin, sich siebenmal im Flusse Jordan zu waschen, um vom Aussatz rein zu werden (2 Kön 5, 9-14; Luk 4, 27). Als er dann dennoch dem Rat seiner Diener folgte, das zu tun was Elischa sagte, wurde er geheilt. Wollen nun auch wir endlich versuchen, der Einladung Mariens zu folgen? Besser als viele Gespräche über unsere Kinder zu führen, wäre es, wenn wir mit ihnen, von klein auf, in der Familie den Rosenkranz beten. Das Rezept zur Heilung vieler übel ist oft viel einfacher als wir uns vorstellen können. Aber Vorsicht: es ist nötig, zu beten, bis uns das Gebet zur freudigen Begegnung mit unserem Erlöser wird. Anderenfalls kann das Gebet nicht sein Ziel erreichen, es bleibt kalte und sterile Praxis, oder rutscht geradezu in Aberglauben und Götzendienst ab. Es reicht nicht aus Herr, Herr zu rufen (Mt 7, 21); auch die Juden beteten, aber ihr Gebet führte sie nicht dazu, die Zeit der Gnade zu erkennen (Lk 19, 44) noch die Ablehnung und das Todesurteil Jesu zu verhindern. Es sind keine grossen Worte nötig, um zu beten, es genügt sein Herz zu öffnen; unser Gott ist der Vater der Barmherzigkeit und wartet nur darauf, uns mit Gnade und Wohltaten zu erfüllen (Lk 11, 9-13).
Er will uns Seinen Heiligen Geist geben. Dann wird uns nicht mehr Müdigkeit bedrücken, noch Krankheit betrüben; wir werden uns nicht mehr nach dem Sinn unseres Lebens fragen, denn Jesus wird unser Leben sein! Müde oder ausgeruht, körperlich krank oder gesund, werden wir im Herzen und der Seele Seinen Frieden und Seine Liebe haben. Es wird eine echte Freude sein, jene Freude, die uns niemand nehmen kann (Joh 16,22).
All das wird sich erfüllen und es erfüllt sich schon jetzt, denn Maria ist mit uns, und hält Fürsprache und betet für uns.
N.Q.

 

Der Primat der Gnade

Im Pastoralbrief Novo millennio inuente, erinnert Johannes Paul II. an den Primat der Gnade Christi vor allen menschlichen Anstrengungen, auch den geistlichen (vgl. Echo 156): ein Passus, über den es sich auszahlt, größere Überlegungen anzustellen, denn er stellt einen grundlegenden Aspekt der christlichen Botschaft dar. Ein unzerstörbarer Bestandteil der Frohen Botschaft (Evangelium = Frohe Botschaft), die wir in diesem dritten Jahrtausend aufgerufen sind zu erkunden und zu überbringen.
Das Thema der Gnade ist mehrmals in der Geschichte der Kirche behandelt worden und war Anlass zu unzähligen, theologischen Polemiken.
Die im Evangelium angeführten Worte und Gesten Jesus, die hauptsächliche Bezugspunkte des Christentums sind, machen eine Interpretation, ein in-die-Tat-Umsetzen erforderlich:
Das ist der Zweck der Theologie, die sich in der Tradition der Kirche verwirklicht. Der Apostel Paulus ist einer der ersten und angesehensten Interpreten (Theologen) Christi: Beim Thema Gnade tritt er in eine Polemik mit den judaisierenden Strömungen des primitiven Christentums ein, die in Bezug auf die Rettung des Menschen, dem Einsatz des Menschen selbst, den von ihm vollbrachten Werken nach dem mosaischen Gesetz, größere Bedeutung zumaßen, als der Gnade Gottes durch den Glauben an Christus. Die Briefe an die Galater und Römer stellen die Spitze dieser seiner Überlegung dar.
In den folgenden Jahrhunderten wird das Argument durch den hl. Augustinus wieder aktuell, in der Polemik gegen Pelagius (V. Jahrhundert).
Noch später sind Luther und in der Folge das Konzil von Trient (XVI. Jahrhundert), die das Thema der Gnade in den Mittelpunkt der theologischen Überlegungen stellen. In neuerer Zeit hat Therese v. Lisieux (XIX. Jahrhundert) - Kirchenlehrerin - eine tief schürfende Überlegung über das Geschenk der Rettung eingebracht. Schließlich - als Geschichte unserer Tage - hat die Erklärung von Augsburg zwischen Katholiken und Lutheranern (Oktober 1999) eine gemeinsame Überlegung der beiden Kirchen über dieses Thema ermöglicht, das einen der Hauptpunkte der protestantischen Theologie darstellt (sola fide, sola gratia, sola scriptura).
Der Primat der Gnade stellt sich gegen die antike Einstellung über die Rettung, die auf das Gesetz aufgebaut ist, gegenüber der neuen Überzeugung, die auf die gratia (lateinischer Begriff, der das Griechische charis übersetzt: von gratia stammt auch das Wort gratis) aufgebaut ist. Dieser Grundsatz stellt auch eine der bedeutendsten Unterschiede zwischen dem Ersten Bund - jener auf dem Berg Sinai, von Mose für das ganze Volk Israels eingebracht - und dem Neuen, den Ewigen Bund, der von Christus für alle geschlossen wurde.
Der Ausdruck Gesetz bezieht sich auf die religiösen, kulturellen und moralischen Vorschriften, die Gott dem Volk Israel durch Mose gab (die Torah ist in den ersten fünf Büchern der Bibel enthalten: Genesis, Exodus, Numeri, Levitikus, Deutero-nomium), jedoch allgemein richtet sie sich nach dem Kraftaufwand des Menschen, seinem Einsatz (sicherlich lobenswert und wertvoll) nach religiösen Vorschriften zu leben; das sollen die Briefe des hl. Paulus hervorheben.
Für das das alte Israel war der Mensch, der nach dem Gesetz lebte, ein rechter Mensch, und daher kraft seiner eigenen Gerechtigkeit gerettet, denn er hatte sich seine Rettung verdient. Schließlich war das die Einstellung über die Rettung (d.h. der Weg zur Rettung). Diese Grundhaltung wird durch Christus aufgehoben, der eine neue Haltung über die Rettung einbringt, die nicht mehr ausschließlich auf das Gesetz aufbaut, d.h. auf den Verdienst des Menschen, sondern vor allem auf die Gnade Gottes, auf Sein göttliches Wohlwollen, auf die Barmherzigkeit des Vaters.
Dieses Novum hat eine befreiende Wirkung, denn das Verhältnis des Menschen zu Gott (d.h. der Bund) ist nicht mehr auf die treue Ausführung seiner Pflichten aufgebaut, sondern viel einfacher und erfreulicher, auf die ewige Treue Gottes zum Menschen, auf Seine unentgeltliche Liebe, wofür Er sich selbst hingab, nicht nur für die Gerechten, sondern für die Sünder (vgl. Röm 5,6-10).
Der Primat der Gnade offenbart sich vor allem im Kreuz Christi: Mit dem Kreuz wird der asketische Eifer des Menschen nicht überflüssig, sondern setzt ihn auf die zweite Stufe. Das Kreuz relativiert (löscht nicht aus!) die moralische Kraftanstrengung des Menschen und daher auch sein Versagen: nicht alles ist durch die Tugend erreichbar und nicht alles ist wegen der Sünde verloren. Nach dem hl. Paulus wird die Menschheit allein durch Christus gerettet, durch die Ereignisse von dessen Kreuz und Auferstehung, das uns mittels des Glaubens (und der Sakramente) übermittelt wird und nicht durch eine peinlich genaue Erfüllung des Gesetzes. Keines Gesetzes. Für Paulus wäre infolge einer anderen Auffassung der Tod Christi vergeblich: Wenn die Gerechtigkeit vom Gesetzt stammt, dann wäre Christus vergeblich gestorben (vgl. Gal 2,21). Das Gesetz rettet nicht.
Die Kirche hat grundsätzlich den Primat der Gnade immer anerkannt, jedoch hat sich oft eine kulturelle Strömung behauptet, die in der Tat vorwiegend die Anstrengungen des Menschen hervor hob, seinen asketischen Einsatz, seine Opfer, um sich die Gunst Gottes zu verdienen. Im christlichen Leben wurde hauptsächlich die Dimension der freien Bereitschaft (auf jeden Fall nicht auszulöschen) des geistlichen Kampfes unterstrichen, weniger jedoch die Initiative Gottes, den Primat Seiner Gnade, die aller menschlicher Antwort voraus geht. Somit erschienen die Heiligen oft als Helden, die anzurufen waren, nicht als Brüder, die man nachahmen sollte, denn viel zu weit von unserer Erfahrung und Zerbrechlichkeit entfernt.
Den Primat der Gnade Gottes annehmen, bedeutet, konkret das eigene Leben verlieren, d.h. den Anspruch unserer selbst-Errettung, infolge unserer Güte, während wir erkennen, dass wir es nötig haben, von einem Anderen gerettet zu werden, dass wir Christus nötig haben, Er, der Mittelpunkt unseres Lebens. Das führt uns in eine Dimension der Anbetung und Beschaulichkeit des Lebens, zu einem Gebet des Lobpreises, das der Dankbarkeit für die Liebe Gottes entspringt, zu einer Haltung demütiger Annahme des Geschenkes Gottes.
Jedenfalls ist es angebracht, jeden Zweifel auszuschließen, um nicht eine Gnade unverdient anzubieten, eine Art Ausverkauf der Barmherzigkeit Gottes: auch das ist nicht die christliche Neuheit. Es handelt sich daher nicht darum, Vergebung ohne Buße anzubieten, eine Absolution ohne Beichte, eine Taufe ohne Nachfolge, ein christliches Leben ohne Einsatz, eine Heiligkeit, die nicht von Gebet und Werken genährt ist. Die Gnade Gottes, die Er uns schenkt, hat Ihm einen hohen Preis gekostet: Die Fleischwerdung Seines Sohnes, Seine Passion und Seinen Tod am Kreuz. Daher ist der Mensch seinerseits aufgerufen, mit Verantwortlichkeit am Geschenk der Gnade mitzuarbeiten, ohne sich auf seiner Mittelmäßigkeit auszuruhen, seiner Mattheit nachzugeben, aber auch nicht an seinen Misserfolgen zu zerbrechen.
Mirco Trabuio

 

Vereint im Eingeborenen

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Lk 14,6). Diese Worte aus dem Evangelium des Johannes haben wie ein Lichtstrahl die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die heute schließt, erleuchtet; sie glänzen wie eine Art Programm für das neue Millennium, das wir begonnen haben. So beginnt der hl. Vater die Schlusshomelie der Woche des Gebetes für die Einheit der Christen (18-25 Jänner). Es handelt sich um ein äußerst wichtiges, jährliches Treffen, bei dem sich die ganze Kirche im Gebet vereint und eine Vielzahl an Initiativen ergreift, um von Gott das Geschenk der Einheit unter den Christen zu erflehen, die Jesus Christus als den einzigen Retter der Welt bekennen.
Besonders viele Jugendliche stellen sich die Frage über den einzuschlagenden Weg. Angesichts der auf sie hereinfallenden Worte im Alltag, fragen sie sich über die Wahrheit, über die rechte Orientierung, wie man mit dem Leben den Tod besiegen kann - fährt der Papst weiter.
Es handelt sich um Grundfragen, die in vielen die Nostalgie der geistlichen Dimension des Daseins wecken. Auf diese Fragen hat Jesus schon eine Antwort gegeben, als er erklärte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Es ist heute Aufgabe der Christen kraftvoll diese entscheidende Verkündigung zu bezeugen. Nur so werden die Zeitgenossen fähig sein, zu verstehen, dass Jesus die Macht und Weisheit Gottes (vgl. 1 Kor 1,24), dass nur Er die Fülle allen menschlichen Bestrebens ist (vgl. Gaudium et spes, 45).
Die ökumenische Bewegung des XX. Jahrhunderts hat sich dafür eingesetzt, dass sich dieses Zeugnis deutlich und vordringlich neu bestätige.
Nach Jahrhunderten der Trennung, Miss-verständnisse, Gleichgültigkeit, und leider, der Gegensätze, ist in den Christen das Bewusstsein neu geboren, dass der Glaube in Christus sie vereint, und dass diese eine Kraft ist, fähig, das zu überwinden, was sie trennt (vgl. Enzyklika Ut unum sint, 20). Aus Gnade des Heiligen Geistes hat sich die katholische Kirche mit dem II. Vatikanischen Konzil unumkehrbar verpflichtet, die Straße der Ökumene zu beschreiten (vgl. ib., 3).
Es handelt sich um äußerst wichtige Behauptungen am Ende eines Jubiläumsjahres, das sich den ökumenischen Dialog zu einem der wichtigsten Ziele gesetzt hat, der leider wie immer von Missverständnissen bedroht ist (um einen Ausdruck des Papstes zu nehmen), die eine reelle Möglichkeit der Vereinigung verlangsamen. Der wahre Einsatz für die Ökumene sucht keine Kompromisse und macht keine Konzessionen, was die Wahrheit betrifft, stellt er entschieden klar. Er weiß, dass sich die Trennungen unter den Christen gegen den Willen Christi stellen; er weiß, dass sie ein Ärgernis sind, die die Stimme des Evangeliums schwächen. Der Kraftakt besteht nicht in deren Ignorierung, sondern Überwindung.
Gleichzeitig wissen wir, dass das, was uns verbindet viel größer ist, als das, was uns trennt: es ist Jesus selbst, durch welchen wir ein Leib werden durch das Sakrament der Taufe, in einer noch nicht völligen, jedoch wirklichen Gemeinschaft. Der Schmerz wegen der Missverständnisse muss durch Gebet und Buße mittels Gesten der Liebe überwunden werden - ermahnt Johannes Paul II. Der Dialog der Liebe wäre jedenfalls ohne Dialog der Wahrheit nicht ehrlich: Die Überwindung unserer Unterschiede führen zu einer aufrichtigen, theologischen Forschung.
Schließlich erinnert uns der Nachfolger Petri daran, dass wir nichts tun können, wenn es nicht von Gott gegeben ist: es ist nicht uns gegeben, die "Einheit zu schaffen". Sie ist Geschenk Gottes. Daher ist es gut mit dem Gebet, das in jeder hl. Messe erklingt, zu schließen: "O Herr, schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche und schenk ihr nach Deinem Willen Einheit und Frieden."
S.C.

 

Noch nie so viele!

Am vergangenen 21. Februar sind vom Papst 44 neue Kardinäle ernannt worden, die Zahl im Kardinalskollegium sprang auf 185, die "verrückteste" der Geschichte. Es sind nun 63 Länder im Kardinalskollegium vertreten, wobei Italien noch immer das am stärksten vertretene Land ist.
"Wer bei euch gross sein will, der soll euer Diener sein" (Mk 10,43). Mit diesen unzweideutigen Worten grüsste der Heilige Vater die neuen Purpurträger, die sich auf dem Petersplatz zum ersten Konsistorium des neuen Jahrtausends versammelt hatten. "Der Menschensohn ist nicht gekommen um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mk 10,45), fuhr der Pontifex fort. Es ist nicht das erste Mal, dass der Papst, während er sich an die Mitglieder der römischen Kurie wendet, diese Evangelienstelle zitiert.
Bei andern Gelegenheiten hatte er zum selben Zweck unterstrichen, dass die Kurie ein Ort zu sein hat, wo man die Heiligkeit atmet und wo Ehrgeiz und Karrieredenken fern bleiben müssen: die Kirche stützt sich nicht auf menschliche Kräfte und Kalkül, sondern auf den gekreuzigten Jesus und das hiezugehörige Zeugnis der Apostel, der Märtyrer und der Bekenner des Glaubens.
Es geht um eine Zeugenschaft, die auch das Heldentum der Ganzhingabe seiner selbst an Gott und an die Brüder fordern kann.
Die Kardinäle sind gerufen, ihren Dienst als Mitarbeiter des Nachfolgers Petri in den verschiedensten Dikasterien zu erbringen; aber um ihn zu leisten müssen sie Christus, dem Ersten der Märtyrer und dem treuen Zeugen treu nachfolgen und allzeit beredtes Zeichen der Gemeinschaft sein: Wenn ihr Aufbauer der Gemeinschaft seid, wird die ganze Kirche daraus schöpfen, fährt der Papst weiter. "Viele Teile" der Kirche finden Ausdruck in Euch, die ihr eure Erfahrungen in verschiedenen Kontinenten und verschiedenen Diensten am Volk Gottes habt reifen lassen. Es ist wesentlich, dass die "Teile", die ihr vertretet, sich in einem "einzigen Ganzen" durch die Liebe einen, sie ist das Band der Vollkommenheit.
Nur so wird das Gebet Christi Wirklichkeit werden können: "Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass Du mich gesandt hast" (vgl. Joh 17,21).

Der Kardinal der Oekumene

Walter Kasper, bereits Sekretär des Dikasteriums für die Oekumene, ist einer der 44 neuen Kardinäle. Als deutscher Theologe und ehemaliger Professor der angesehenen Universität Tübingen widmete er sich seit den ersten Jahren seiner Lehrtätigkeit dem Dialog mit den andern Kirchen. Neulich hat er erklärt: "Sicher ist, dass nicht der theologische Dialog allein der Einheit dienen wird: wir müssen vor allem die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen, den Pfarreien, den Diözesen entwickeln. Es ist notwendig,, die Begegnungen zu fördern, die gegenseitigen Vorurteile zu überwinden und das wechselseitige Vertrauen wachsen zu lassen.
Ich halte es für wichtig zu versuchen, die Spiritualität der andern kirchlichen Gemeinschaften zu durchdringen. Endlich ist auch sehr klar festzuhalten, dass die Einheit, die wir suchen, nie Uniformität werden kann: es wird Einheit auf der Grundlage des Glaubens, der Sakramente, der Dienste und Pluralismus der Spiritua-litäten, der Traditionen, der Disziplinen im Austausch von Gaben und wechselseitiger Bereicherung sein".

Ich lebte im Gefängnis

Dreizehn Jahre lang, wovon neun in Isolationshaft, feierte ich die Eucharistie mit ein paar Tropfen Wein und Wasser auf meiner Handfläche und einem in einer Zigarettenschachtel verstecktem Stückchen Brot. "Ich war aus Gehorsam im Gefängnis, aber ich bin glücklich darüber. Der Papst hatte mich gesandt, den Gläubigen der Diözese Saigon (Vietnam) zu dienen, ich konnte sie doch nicht verlassen". Eine Hingabe bis zum totalen Opfer der eigenen Freiheit. Mons. F,.X., Nguyen Van Thuan, Präsident des Päpstlichen Rates Justitia und Pax, hat schon in seinem Leben das verwirklicht, was der Papst beschrieben hat: eine Zeugenschaft die auch den Heroismus der Ganzhingabe an Gott und die Brüder fordern kann. Der Prälat trägt als Eindrücke die Jahre der Verfolgung in sich, die er zwischen Konzentrationslager und "Umerziehung" zubrachte, wo er gezwungen war, sein Bischofskreuz in der Seife zu verstecken. Die vietnamesischen Autoritäten arrestierten ihn unter der Anklage antirevolutionärer Aktivitäten und Spionage zu Gunsten der Amerikaner. 1988 inhaftiert, wurde er von den Autoritäten Hanois zur "persona non grata" erklärt.
Ein Kardinal also, der sich zum Nächsten aller Mitglieder der Kirche zu machen weiss, deren Verfolgung in verschiedenen Teilen der Welt aus dem einzigen Grund weiter geht, dass sie Christus angehört. In ihm wie in andern erhalten die Worte des Papstes ihre Dichte: um die neuen Aufgaben gültig angehen zu können, ist es notwendig, eine immer innigere Gemein-schaft mit dem Herrn zu pflegen. Es ist gerade der Purpur des Kleides, das ihr trägt, der euch dieser Notwendigkeit eingedenk sein lässt. Ist nicht vielleicht diese Farbe das Symbol der leidenschaftlichen Liebe zu Christus?
Zeugt nicht dieses Rot vom brennenden Feuer der Liebe zur Kirche, die in euch, wenn nötig, das Bereitsein auch zur höchsten Blutzeugenschaft nähren muss?

Neuanfangen mit Christus, dem Auferstandenen!

Wir müssen mit Christus neu anfangen, hiess die Einladung, die der Papst an die ganze Kirche am Anfang des neuen Jahrtausends richtete. Für die Tage unmittelbar vor Ostern könnte man seine Botschaft mit einem Wort kurz zusammenfassen, das dem vorerwähnten gleicht:
"Wir müssen neu anfangen mit Christus, dem Auferstandenen" .
In den vom Heiligen Vater behandelten Themen im Verlauf der letzten Monate, die auf den Beginn des neuen Jahrtausends folgten, kann man tatsächlich eine Kontinuität feststellen. Er will uns auf verschiedenen Wegen zur einzigen Quelle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe begleiten: zu Jesus Christus.
So auch anlässlich von Ostern, wie übrigens während der ganzen Dauer seines Pon-tifikats, gründet er seine Botschaft auf Christus, auf sein Geheimnis der Liebe, auf seinen Tod und seine Auferstehung und erinnert jeden Gläubigen: aus der Auferstehung Christi geht das Leben aller hervor.
Wir müssen deshalb aus ihm, der die Quelle des Lebens ist, die nötige Kraft schöpfen, schöpfen, um aufs offene Meer hinaus zu gelangen und nach dem Beispiel Petri jenen wunderbaren Fischfang versuchen, der nur auf sein Wort hin gewagt werden kann.
Der Heilige Vater, würdig darauf vorbereitet, während der drei österlichen Tagen die letzten Etappen des irdischen Lebens Jesu wieder aufleben zu lassen, stand allen wichtigen Treffen der Karwoche vor: von der Chrisma-Messe am Gründonnerstag bis zur Messe am Ostertag, und wie wenn dies nicht genügt hätte, sahen wir ihn, wie er am Karfreitag in St. Peter in fünf Sprachen von mehr als zwölf Personen die Beichte hörte.

Zahlreich sind die Themen, die im Verlaufe dieser Tage anstanden:
Am Gründonnerstag wandte er sich in seinem gewohnten Brief an die Priester und lud sie ein, an erster Stelle das Sakrament der Versöhnung wieder aufzuwerten, was nicht mit einer praktisch-menschlichen Hilfe oder einer psychologischen Therapie verwechselt werden darf, und zu einem persönlichen Weg der Heiligkeit. Entdecken wir unsere Berufung als Dienst der Barmherzigkeit! ... Nur wer die Zärtlichkeit der Umarmung des Vaters gespürt hat, wie sie das Evangelium im Gleichnis vom verlorenen Sohn beschreibt, vermag dieselbe Herzlichkeit an die andern weiter zu geben, wenn er vom Empfänger der Vergebung zu ihrem Ausspender wird.
Am Karfreitag hat der Papst in seiner Kurzansprache am Ende der Kreuzwegandacht im Kolosseum aus dem Stegreif gesprochen das vieldiskutierte Thema des Leidens nach seinem Verständnis erklärt. Es kann nur aus der Betrachtung des Antlitzes Jesu, des Gekreuzigten kommen, auf dessen Angesicht sich die Schatten aller Leiden verdichten, die Ungerechtigkeiten, die erlittene Gewalt von Menschen jedes geschichtlichen Zeitalters. Aber jetzt vor dem Kreuz paaren sich unsere zeitlichen Leiden bis hin zum Tod mit der aufgegebenen und sterbenden Majestät Christi. Unser Leid ist kein Leid mehr, denn er hat für uns mit seinem Blut bezahlt, das er bis zum letzten Tropfen vergossen hat. Er ist für unsere Leiden eingestanden und hat die Barriere unseres hoffnungslosen Weinens durchbrochen. ... In Seinem heiligen Antlitz können wir eine angemessene Antwort auf viele Fragen und Zweifel finden, die unser menschliches Herz bewegen.
In der Nachtwache vor Ostern, der Mutter aller Nachtwachen, verweilt die ganze Kirche vereint mit ihrem Pontifex am Grab des Messias, der am Kreuz geopfert worden ist. Es ist die Nacht, in der, wie der Heilige Vater erinnert, nicht das Dunkel die Oberhand behält, denn es bricht der Glanz eines unvorhergesehenen Lichtes ein und verkündet die unerhörte Botschaft von der Auferstehung des Herrn. Die Perspektive der Geschichte kehrt sich völlig um: Der Tod weicht vor dem Leben. Es gibt ein Leben, das nicht mehr stirbt. Diese Nacht wird auf wunderbare Weise in einem Namen ganz zusammengefasst: im Namen Jesu Christi, des Auferstandenen!
Am Ostertag endlich, ertönen die Worte des Heiligen Vaters wie ein Loblied, wie ein Dankeshymnus, wie ein Gebet zum Himmel empor für das Geschenk des neuen Lebens in Christo, das die Herzen zur Hoffnung hin öffnet.
In Christi Auferstehung ist das Leben für alle erstanden, verkündet er, am heutigen Tag besingen Himmel und Erde den erhabenen und unvergleichlichen "Namen" des Gekreuzigten, der auferstanden ist. Alles scheint wie vorher, doch in Wirklichkeit ist nichts mehr, so wie es war. Er, das Leben, das nicht mehr stirbt, hat jede menschliche Existenz erlöst und ihm die Tür der Hoffnung aufgetan. ... Diese unsere Welt kann sich ändern: Der Friede ist möglich auch da, wo man schon viel zu lange kämpft und stirbt ...
Und noch einmal wendet er sich an die Männer und Frauen der ganzen Welt wie an eigene Kinder, da er sich verpflichtet fühlt, ihnen Mut zu machen, und sagt am Schluss seiner Homelie: Ihr Männer und Frauen auf jedem Kontinent, schöpft aus dem Grab, das ein für allemal leer ist, die Kraft, die nötig ist, um die Gewalten des Bösen und des Todes zu bezwingen und um alle Forschung und den technischen und sozialen Fortschritt in den Dienst einer für alle bessern Zukunft zu stellen.
Agnese Rubino

 

Der geisterfüllte Mensch

Seraphim von Sarow gehört zusammen mit dem heiligen Sergius zu den beliebtesten und verehrtesten aller russischen Heiligen. Er ist ein seraphischer Heiliger, mild und sanften Herzens. Er wird auch "San Francesco des Ostens" genannt. Seraphim wiederholt und bezeugt mit seinem Leben, dass der Zweck christlichen Lebens der Erwerb, der Besitz, das Leben des Heiligen Geistes in uns ist.
Der heilige Seraphim lebte zwischen 1759 und 1833. Von Kindheit an begleiten ihn wunderbare Heilungen, Erscheinungen der heiligen Jungfrau und Weissagungen, die ihn ins Kloster von Sarow führten. Mit 28 Jahren legte er die monastischen Gelübde ab und erhielt den Namen Seraphim, ein jüdischer Name, der übersetzt "der Flammende, der Glänzende" bedeutet und der ersten Engelhierarchie angehört. Es wird seiner gedacht als "irdischer Engel und himmlischer Mensch".
Während seiner Weihe zum Diakon im Gründonnerstagsgottesdienst sieht er Christus von Engeln umgeben.
16 Jahre nach seinem Eintritt ins Kloster zieht er sich in den Wald zurück, um ein Leben als Einsiedler zu führen. Sein Wunsch war, allein mit Gott zu sein. "Ich glaubte nicht, auf der Erde zu leben, so sehr war meine Seele voller Freude", sagt er später. Für die andern war, diese Freude zu begreifen, sonderbar. Seraphim führte ein äusserst strenges Leben, seine Brotration teilte er mit den Tieren des Waldes. In jenen Jahres des Zurückgezogenseins erfuhr der Mönch wie alle, die im Schmelztiegel tiefer Reinigung weilen, einen furchtbaren Kampf gegen die Mächte des Bösen: "Wer Wüste und Schweigen wählt, muss sich ständig gekreuzigt fühlen". Das "Herzensgebet" oder das "Gebet Jesu" war wie eine entzündete Flamme, die ihn am Leben erhielt. Auf den Namen Jesus hin, den er unaufhörlich wiederholt, tritt Seine Anwesenheit in ihn ein und der Mensch wandelt sich in diese Anwesenheit Gottes. Zuletzt wurde Seraphim selbst zum lebenden, fleischgewordenen Gebet.
Ins Kloster zurückgekehrt wird er geistlicher Berater für viele, übt das Amt eines Starez aus, zeigt Charismen als Heiler, Beichtvater und Prophet. Wer ihn auf die Wahl zwischen kontemplativem und aktivem Leben anspricht, dem antwortet Seraphim: " Such den innern Frieden und viele Menschen neben dir werden ihr Heil finden."
Während der ersten vier Wochentage las Seraphim die ganzen vier Evangelien. Seine Spiritualität war jedoch nicht christozentrisch, sondern der Tradition seiner Kirche folgend lebte dieser Mönch vollkommen im trinitarischen Gleichgewicht und wandte alle Aufmerksamkeit auf die Theologie des Heiligen Geistes, wie es dem orientalischen Mönchtum eigen ist: "Jede Seele wird lebendig gemacht durch den Heiligen Geist und wird erhellt vom heiligen Geheimnis der dreifaltigen Einheit".
Er zitierte des öftern gern aus dem Buch der Sprichwörter: "Mein Sohn, gib mir dein Herz, und alles übrige werde ich selbst hinzufügen" (Spr. 23,26), was mit dem evangelischen Wort zu ergänzen ist: "Sucht das Reich Gottes, dann wird euch das andere dazugegeben werden" (Lk 12,31). Wenn er beim Vaterunser betete: "Dein Reich komme" verstand er in Wirklichkeit "Dein Heiliger Geist komme", und setzte so die Ankunft des Reiches mit dem Kommen des Geistes Gottes gleich. So suchte Seraphim den Menschen verständlich zu machen, dass das "einzig Heilsnotwendige" ist, dass man das Reich Gottes suchen muss, und dies heisst, den Heiligen Geist suchen. Wenn wir unser Herz Gott hingeben, tut sich der Geist kund und reiht uns in den ewigen Liebeskreislauf zwischen dem Vater und dem Sohn ein. Das ist das Reich.
Die Hingabe des Herzens an Gott ist höchster Ausdruck menschlicher Freiheit. Und wenn wir das eigene Herz anbieten, ruft der Mensch den Geist an und wird erhört, denn auf diesen Anruf folgt die Antwort des Vaters unmittelbar. Sein Wesen selbst ist, wirklich Geschenk, Antwort und unentgeltliche Gnade zu sein.
Der übliche Gruss Seraphims an alle, denen er begegnete, lautet: " Meine Freude, Christus ist auferstanden!" Das weist auf eine dauernde Eigenschaft seiner Seele hin, den österlichen Jubel, der über allem weilt und alles in sein wunderbares Licht taucht. In solchem Jubel gab sich der Mönch hin im Augenblick seines Übergangs in die Ewigkeit. Zu einem Mitmönch, der wegen seiner Worte "bald werde ich euch verlassen", - es wurde ihm von der heiligen Jungfrau vorausgesagt &endash; sehr traurig wurde, sagte er: "Jetzt ist nicht die Zeit der Schmerzes, mein Freund, sondern die der Freude!"
Am Neujahrstag 1833 &endash; es war ein Sonntag &endash; kommunizierte der Heilige und grüsste alle anwesenden Brüder. Am Abend hörte man ihn, obwohl eine andere liturgischen Zeit galt, Osterlieder singen. Am Morgen fanden sie ihn kniend vor der Ikone der Jungfrau, die man die "Freude aller Freuden" nennt, mit auf der Brust gekreuzten Händen und geschlossenen Augen.
S.C.

 

In Erwartung von Pfingsten von P. Tomislav Vlasic

Amen, amen ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben" (Joh. 12,24-25).
Sicher, der Mensch zieht sich vor der Prüfungen des Lebens zurück, in all ihren Nuancen. Vor allem aber erzeugen die täglichen Prüfungen eine Art Spinnetz, das den Blick, das Gehör, die Seele und das Herz des Menschen verschließt, der somit unfähig wird, die Anwesenheit und das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen. Mit der Zeit wird dieses Spinnetz dichter, so dass es fast normal ist, die Impulse des Heiligen Geistes gar nicht mehr wahr zu nehmen (einige sind sogar der Meinung, der Heilige Geist existiere gar nicht!).
Um sich aufs neue dem Heiligen Geist zu öffnen, muss man sich vor allem sich seiner selbst entkleiden. Auch in diesem Fall ist der Beitrag des Heiligen Geistes grundlegend, da ein "Entkleiden", das vorwiegend nach menschlichem Wirken erfolgt, immer zu Starrheit, Fanatismus, Kleinlichkeit, führt, alles Symptome eines starken, oder umgekehrt, sehr schwachen Ichs. In diesem Zusammenhang schreibt der hl. Paulus, wenn wir die ganze Habe verschenken würden, die Liebe aber nicht hätten, wir nichts wären (vgl. 1Kor 13,3).
Das "sterbende" Korn verwirklicht gleichzeitig zwei parallele Aktionen: Es entledigt sich der äußeren Hülle (es "entkleidet" sich) und offenbart zur selben Zeit das in ihm enthaltene, neue Leben. Das ist ein harmonischer und natürlicher Vorgang, der vollkommen dem Werdegang der Schöpfung entspricht, an dem der Heilige Geist teil nimmt. Wer das eigene Entkleiden durch den Heiligen Geist erlebt, macht eine sanfte, schöne Erfahrung, wie Jesus, als er dem Tod ausgeglichen entgegen ging, im Gegenteil, noch andere tröstete, da Er völlig im Heiligen Geist eingetaucht war.
Das völlige Entkleiden gehört zur Evolution der Taufe, denn durch die Taufe stirbt man sich selbst, und sie ist ein Sterben der Sünde. Der hl. Petrus spricht zu Pfingsten den ersten Gläubigen: "Bereut und ein jeder lasse sich taufen auf den Namen Jesus zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet das Geschenk des Heiligen Geistes empfangen". Die ersten Christen bereiteten sich auf diese völlige Entkleidung durch Buße und Katechese vor, mit dem strikten Entschluss, für Gott zu leben. Auch wir müssen heute den alten Menschen ablegen, der in unserem Geist wohnt, im Herzen, im Willen, um dem Wirken des Heiligen Geistes die Initiative zu überlassen und um der Gnade Dessen offen zu sein, der sich uns gänzlich anbietet und nichts für sich behält.
Um Tod, Schmerz, Sünde und Satan in uns zu besiegen und um zu ermöglichen, dass der Heilige Geist Seine Allmacht in jedem Winkel unseres Seins kund tue, ist ein Entkleiden unseres Geistes nötig: "Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was derWille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist" (Röm 12,2). Nimmt man an, sich selbst durch den Heiligen Geist zu sterben, wird dort, wo der Tod war Leben geboren. Andererseits bleiben wir sehr zerbrechlich, wenn nicht dieser Übergang statt findet, und jede kleine Widerwärtigkeit trifft und zerstört uns. In diesem Fall verursachen die unbedeutendsten Prüfungen Bitterkeit und Flucht in die Verteidigung. Gerede, Kritiken, Klatsch sind Waffen, zu denen wir greifen, um andere anzugreifen.
Rufen wir jedoch den Heiligen Geist an, ist Er es, der uns trefflich verteidigt, ohne zu verletzen, und der es schafft, zu erbauen und nicht zu zerstören.
Viele Menschen verteidigen sich oder greifen die anderen nur aus Angst an. Wenn wir eine Haltung der Demut einnehmen, öffnen wir uns dem Heiligen Geist, der die Kraft hat, das Herz zu reinigen und zu heilen. Hasserfüllt gegen andere Personen zu kämpfen, die uns verletzen, schadet unserer Seele sehr, denn der Hass ist eine offene Tür für Satan. Wenn wir aber die Beleidigung mit einem Lächeln beantworten, mit Güte, mit Gebet, wird die Hölle gelähmt und kann nicht in uns eindringen. Auf diese Weise wächst man, stärkt man sich, und die Früchte des Heiligen Geistes wandeln sich zu Tugenden.
Sich selbst sterben, dem Heiligen Geist geöffnet, bedeutet im Wesentlichen eine neue Kreatur werden. Dem Heiligen Geist muss man alles schenken, damit er den Geist ändere, das Herz, die Seele reinige. Allein durch die völlige Öffnung zu Ihm, erfolgt die Veränderung der Person.
Nun also entdecken wir an dieser Stelle die Haupttugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe. Das Leben erblüht, der Heilige Geist in uns entfaltet sich: ein Glaube, der nicht allein menschliche Hoffnung ist, sondern Geschenk, das uns mit Gott verbindet. Wir werden dann entdecken, dass die sieben Gaben des Heiligen Geistes die Fülle des Wirkens Gottes in uns sind, ein versteckter, wertvoller Schatz. Was wir aber in Wirklichkeit entdecken könnten ist unendlich, denn Gott ist unendlich. Daher ist es wichtig, die Impulse des Heiligen Geistes aufzunehmen und das Bedürfnis zu spüren, weiter voran zu gehen und fort zu schreiten, ohne Anstrengung, Verpflichtungen, Bedrängnisse, also unbefangen, allein voran getrieben vom Wunsch zu leben.

 

Ständiger Aufruf zur Liebe, die heilt

(Fortsetzung aus ECHO 156)

Die Königin des Friedens ruft ihre "Lieben Kinder", den wahren "Nachwuchs der Frau" (Gen 3,15), den Gott auserwählt und gerufen hat "in seinen grossen Plan zur Errettung der Menschheit (Botsch 25.01.1987) auf, die Liebesflamme ihres unbefleckten Herzens in allen Teilen der Welt zu vergegenwärtigen und wird dadurch fast zu einer Verlängerung ihrer besonderen gnadenvollen Anwesenheit unter den Menschen: " Ich lade euch ein, mit Liebe die Botschaften zu leben, die ich euch gebe, und sie der ganzen Welt zu überbringen, so dass der Fluss der Liebe in das Volk voll Hass und Unfrieden fliesst" (Botsch 25.02.1995). "Durch euch möchte ich die Welt erneuern! Begreift, meine lieben Kinder, dass ihr heute das Salz der Erde und das Licht der Welt seid" (Botsch 25.10.1996).
Wie in Lourdes und in Fatima einigen Auserwählten so wurde auch in Medjugorje einer grossen Anzahl von Berufenen eine besondere Erfahrung des feurigen Geheimnisses der trinitarischen Liebe geschenkt in der lebendigen und persönlichen Begegnung mit dem "Brennenden Dornbusch" des Unbefleckten Herzens. Es wurde ihnen auch ein präziser spiritueller Auftrag anvertraut: Zeugen und Überbringer der barmherzigen Liebe des Vaters zu sein bis in die dunkelsten Abgründe und Wunden der Menschen, denn "nicht mehr das Ödland nennt man dich sondern meine Wonne" (Is 62,4). Jedes Sein soll vollkommen erlöst werden und leuchten vom österlichen Glanz des neuen Himmels und der neuen Erde: "Ich lade euch ein, Apostel der Liebe und Güte zu sein. Bezeugt Gott und die Liebe Gottes in dieser unruhigen Welt" (Botsch 25.10.1993). "Ich lade euch ein, meine lieben Kinder, dass ihr Friede werdet, wo Unfriede herrscht und Licht, wo Finsternis ist, so dass jedes Herz das Licht und den Weg des Heiles annimmt" (Botsch 25.02.1995).
Daher muss dieser fundamentale Gnadenplan in der Morgenröte "einer neuen Zeit" (Botsch 25.01.1992) gezeichnet vom angekündigten Triumph ihres Unbefleckten Herzens erfüllt werden. Maria ruft uns, unter unsern Brüdern eine Qualität der Liebe zu bezeugen, die ganz anders ist als jene, die die Welt kennt. Es ist nicht Menschenliebe, es ist die Liebe Gottes. Es ist jene, die sich voll und ganz im österlichen Geheimnis Christi offenbart, im Skandal des Kreuzes, sie ist die Frucht dieser "göttlichen, geheimnisvollen , verborgenen Weisheit, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung" (1 Kor 2,6). Es ist die Liebe, die sich voll im geopferten Lamm verherrlicht, das die neue Schöpfung erleuchtet (vgl. Offb 21, 22-23): die Königin des Friedens ruft uns weiter zur geopferten Liebe auf. "Liebe Kinder, heute lade ich euch zur Liebe ein, die Gott angenehm und teuer ist. Geliebte Kinder, die Liebe erträgt alles, alles was hart und bitter ist , nach dem Vorbild Jesu, der Liebe ist. Darum, liebe Kinder, bittet Gott dass er euch zu Hilfe komme: aber nicht nach euern Wünschen sondern nach seiner Liebe!" (Botsch 25.06.1988). "Versöhnt euch untereinander und opfert euer Leben auf, damit auf der ganzen Erde Friede werde" (Botsch 25.12.1990). Das ist der Königsweg der evangelischen Seligpreisungen, den Christus abgesteckt hat für alle Generationen der Erlösten, und den Maria als gelehrige Dienerin des Wortes mit ihrer besondern Gnadenfülle im Herzen ihrer Kinder jetzt lebendig machen will. "Ich wünsche, dass ihr alle liebt, Gute und Böse, mit meiner Liebe. Nur so wird die Liebe die Oberhand in der Welt gewinnen (Botsch 25.05.88). "Ich möchte euch alle immer näher zu Jesus und seinem verwundeten Herzen bringen, damit aus euern Herzen eine Quelle der Liebe zu jedem Menschen zu fliessen beginnt - auch zu jenen, die euch hassen und verachten; so werdet ihr mit der Liebe Jesu das ganze Elend in dieser traurigen Welt besiegen können, die ohne Hoffnung für diejenigen ist, die Jesus nicht kennen" (Botsch 25.11.1991).
Diese angenommene und geschenkte Gottesliebe erzeugt ständig das Geheimnis der Kirche und ist höchste Frucht des österlichen Weges Christi und wahres "Sakrament für das Heil der Welt". In ihr wird das Bild und die Herrlichkeit der dreifaltigen Familie sichtbar gegenwärtig.
Die Muttergottes lädt uns mit Einfachheit und rührender Zärtlichkeit ein, in den Schmelztiegel der Liebe ihres Unbefleckten Herzens einzutauchen, um mit besonderer Intensität und Fülle dieses Mysterium der communio, das uns von oben geschenkt wird, zu leben: "Ich wünsche, dass mein Herz, das Herz Jesu und euer Herz in ein einziges Herz der Liebe und des Friedens verschmelzen ...Ich bin mit euch und führe euch auf dem Weg der Liebe" (Botsch 25.07.1999). Deshalb regt sie neue Räume für Gemeinschaften, geistliche Familien und Gebetsgruppen an, wo durch die Gnade ihrer besondern Gegenwart die Wahrheit der trinitarischen Liebe viel leuchtender und stärker aufscheint, um der Welt die unauslöschliche Freude an der Opfergabe Christ zu verkünden, die sich im Feuer des Geists der Liebe zum Heil der Brüder verzehrt. Gründet Gebetsgruppen, so werdet ihr Freude im Gebet und in der Gemeinschaft erfahren. Alle jene, die beten und Mitglieder von Gebetsgruppen sind, sind in ihrem Herzen dem Willen Gottes offen und bezeugen freudvoll die Liebe Gottes" (Botsch 25.09.2000).
Maria, die "Mater Ecclesiae" ist, steht in vollkommenem Einklang mit der Meinung des Papstes, der unter den bedeutenden Aktivitäten des vergangenen Jubiläums die "Reinigung des Gedächtnisses" der Kirche feiern wollte und wünscht, dass in dieser Zeit die Braut sich völlig erneuere und in neuem Leben vor ihrem Herrn erglänze, "ohne Flecken und Flechten", Restanzen unerlöster menschlicher Greisenhhaftigkeit, die noch in vielen kirchlichen Strukturen nistet, welche zu "seelenlosen Apparaten und Masken von Gemeinschaften" geworden sind (Novo millennio ineunte Nr 43). Möge sie in dieser Zeit völlig verzehrt werden von der brennenden Liebe des Lammes, dem die Königin des Friedens unermüdlich ihre Kinder zuführen will, damit alle Herzen ganz und gar geheilt und erneuert werden vom "Strom des Lebens wie Kristall", das unaufhörlich "ausgeht vom Thron Gottes" (Offb 22.1).
"Beten wir, meine geliebten Kinder, für all jene, die die Liebe Gottes nicht erfahren möchten, obwohl sie in der Kirche sind. Beten wir, dass sie sich bekehren, damit die Kirche in Liebe auferstehe. Nur mit der Liebe und mit dem Gebet, meine geliebten Kinder, könnt ihr diese Zeit leben, die euch für die Umkehr gegeben ist" (Botsch 25.03.1999).
Auf diesen königlichen Thron, auf dem der sitzt, "den sie durchbohrt haben (Joh 19.37), richtet heute unbewusst eine immer grössere Menge von Brüdern ihren Blick, dürstend nach diesem lebendigen Wasser, das ihnen der Vater durch unsere freie Liebesantwort geben will. Vertrauen wir der Zärtlichkeit der Friedenskönigin die Last unserer Schwachheit und unsere fundamentale Unfähigkeit zu lieben an, welche verwurzelt ist in den verwundeten Tiefen unserer Herzen, damit alles völlig verwandelt werde in überfliessendes Licht der Gnade, das schliesslich aus uns jene "ausgestreckten Hände Gottes" machen möge, "die die Menschheit sucht" (Botsch 25.02.1997).
Giuseppe Ferraro

 

Maria, Frau des Dritten Tages
Ich wünschte, dass Maria persönlich in euer Haus tritt, das Fenster öffnet und euch zuruft: FROHE OSTERN!

Ein unermesslicher Wunsch, so weit und unermesslich wie die Arme des Verurteilten, die ausgestreckt sind am Kreuz oder gegen die Himmel der Freiheit schweben. Viele fragen sich erstaunt, warum uns das Evangelium, welches uns von Jesus erzählt, dass er am Ostertag sehr vielen Menschen erschienen ist, wie Magdalena, den frommen Frauen und den Jüngern, nichts von einer Erscheinung bei seiner Mutter erzählt, er, der auferstandene Sohn? Ich hätte schon eine Antwort auf diese Frage: es war unnötig! Es war nicht nötig, dass Jesus seiner Mutter erschien, weil sie, die Einzige, anwesend war bei der Auferstehung. Die Theologen sagen uns zwar, dass dieses Ereignis den Augen aller entzogen war, sich in der unergründlichen Tiefe des Geheimnisses vollzog und es bei diesem geschichtlichen Ereignis keine Zeugen gab.
Ich denke jedoch, dass es eine Ausnahme gab: Maria, die Einzige. Sie musste bei diesem plötzlichen Umschwung der Geschichte anwesend sein, so wie sie als Einzige anwesend war im Augenblick der Menschwerdung des Wortes. Und so wie sie als Einzige anwesend war bei seiner Geburt, beim Austritt aus ihrem jungfräulichen Schoss aus Fleisch. Sie war die Frau des ersten Blicks auf den Mensch gewordenen Gott. So musste die Einzige anwesend sein bei seinem Austritt aus dem jungfräulichen Schoss des Felsens, dem Grab, "in das noch niemand gelegt worden war" und so wurde sie die Frau des ersten Erblickens des menschgewordenen Gottes. Die andern wurden Zeugen des Auferstandenen, sie der Auferstehung. Wenn im übrigen die Bindung zwischen Jesus und Maria so eng war, dass sie auch mit ihm alle erlösende Erfahrung teilt, ist es undenkbar, dass die Auferstehung, höchster Augenblick der Erlösung, sie nicht in Gemeinschaft mit ihrem Sohn gesehen hätte. Es wäre die einzige Abwesenheit und bliebe überdies eine ungerechtfertigte Abwesenheit.
Das bestätigt uns das Leben der Mutter, welches in das Ostern ihres Sohnes eingebunden ist. Dafür zeugen im Evangelium wenigstens zwei Seiten, in denen die Worte "Der Dritte Tag" zu lesen ist, eine chronologische Abkürzung für die Auferstehung, die sich auf die Anwesenheit Marias wenn nicht eigens auf sie als Hauptperson, als Protagonistin, bezieht. Die erste Seite ist von St. Lukas. Er erzählt uns, wie der zwölfjährige Jesus im Tempel bleibt und seine Eltern ihn dort am "Dritten Tag" finden. Die Gelehrten sind sich einig in der Interpretation dieser Episode und sehen sie als eine verborgene Prophezeiung. So erging es den Jüngern bei einem Osterfest viele Jahre später, wiederum in Jerusalem, zu einer Zeit als Jesus den Übergang aus dieser Welt zu seinem Vater vollendete. Es könnte sich um ein Gleichnis handeln, das auf das Felsengrab anspielt, in dem Jesus bestattet wurde, und auf sein glorreiches Erscheinen nach drei Tagen.
Die zweite Seite ist von St. Johannes und handelt von der Hochzeit zu Kanaa. Maria nahm mit ihrem Einschreiten die Stunde Jesu vorweg und führte beim Festmahl für die Menschen den Wein des neuen österlichen Bundes ein, machte so vorzeitig die Herrlichkeit der Auferstehung bekannt. Gut, auch dieses Ereignis ist eingeführt unter einer kontrollierten Ursprungsmarke "Der Dritte Tag."
Maria ist also jene, die mit "dem Dritten Tag" zu tun hat, und zwar nicht nur, dass sie die erstgeborene Tochter von Ostern ist, sondern in einem gewissen Sinn auch die Mutter von Ostern.
Heilige Maria, Frau des Dritten Tages, wecke uns auf vom Felsenschlaf. Komm und bring sie uns, im Herzen der Nacht, die Kunde, dass auch für uns Ostern ist. Heilige Maria, Frau des Dritten Tages, schenk uns die Gewissheit, dass trotz allem der Tod keine Macht mehr über uns hat; dass die Ungerechtigkeiten der Völker und ihre Tage schon gezählt sind,; dass das Schimmern der Kriege sich im Dämmerlicht mindert; dass die Leiden der Armen im letzten Röcheln sind und schliesslich der Tränenstrom aller Opfer der Gewalt und der Schmerzen wie im Frühling der Rauhreif von der Sonne bald getrocknet wird.
Und schenke uns die Hoffnung, dass wenn der Augenblick der letzten Herausforderung auch für uns wie für Jesus kommt, du unsre Mittlerin sein wirst, auf dass "Der Dritte Tag" endlich mit unserm Sieg übereinstimmt"

Don Tonino Bello - Bischof

 

Die Gesegnete unter allen Frauen
Von A. Gasparino

Wir müssen Maria besser kennen lernen, denn es ist zuviel Oberflächlichkeit in der Liebe zur Mutter Gottes, vielleicht gerade deswegen, weil man sie zu wenig kennt. Zu diesem Ziel kann uns ein Dokument der Kirche führen: die Enzyklika Redemptoris Mater, die wir vereinfachen, um sie für alle Gläubigen zugänglich zu machen. Im besondern nehmen wir uns Nr 9 der Enzyklika vor.
"Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus" (Eph 1.4-5).
Wer unter den Menschen ist das von Gott am meisten gesegnete Geschöpf? Es gibt nur eine Antwort: Es ist Maria. Sie wurde erwählt noch vor Erschaffung der Welt, heilig und makellos vor dem Angesicht Gottes, vorausbestimmt, der Welt Jesus zu schenken, den Sohn Gottes. Gott hat uns in Wirklichkeit schon alle in Christus und Maria gesegnet, noch ehe wir geboren wurden. Er hat sich hinabgebeugt zum Elend der Menschen. Durch Maria hat er einen neue Welt eröffnet, die Welt der Kinder Gottes. Vor allem war in Maria jede geistliche Segnung Christi geborgen. Ist es etwa nicht Maria, die von Elisabeth gegrüsst wurde mit den Worten: "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen?
Als der Engel Maria erschien, um ihr anzukündigen, dass sie die Mutter Gottes werden solle, sprach er die Worte: "Sei gegrüsst du Begnadete, der Herr ist mit dir". Warum wurde Maria begrüsst als die "Begnadete"? Die Enzyklika Redemptoris Mater antwortet: "weil sich in ihr alle Herrlichkeit der Gnade kund getan hat, die der Vater uns in seinem geliebten Sohn geschenkt hat". Es ist gut zu merken, dass der Engel Maria nicht bei ihrem eigenen Namen nennt - sie hiess Miriam. Der Engel rief sie mit einem neuen Namen, bezeichnet vom göttlichen Zivilstandsamt, er nannte sie "Begnadete".
Maria wird als überaus heiliges Geschöpf begrüsst, weil sie Christus vereint ist, der die höchste Heiligkeit ist. Der Papst sagt: Die Erwählung Marias ist in allem aussergewöhnlich und einzig. Ja, Maria rückt von jedem menschlichen Geschöpf ab wegen ihrer aussergewöhnlichen Sendung. Aussergewöhnlich und einzig ist ihre Sendung, Werkzeug der Menschwerdung des Sohnes Gottes zu sein. Deshalb hat sie vor Gott einen aussergewöhnlichen, einzigen Namen. Doch war auch sie ein armes Geschöpf wie wir. Das Konzil sagt: "Vor den Menschen und den Armen des Herrn, welche warten und das Heil bekommen, ist Maria".
Ein protestantischer Freund sagte zu mir: Ich bete zu Gott, aber nicht zu Maria. Ich antwortete: Hast du schon ernsthaft das Gebet des Ave Maria betrachtet? Der erste Teil des Ave Maria ist vollkommen biblisch. Deshalb müsste es eigentlich bei jedem Protestanten Zustimmung finden. Hast du im zweiten Teil des Ave Maria die Worte schon gewogen? Wir sagen: "Bitte für uns Sünder". Auch wir wenden uns an Maria, aber ersuchen sie für uns zu bitten. Mehr als zu Maria zu beten, ersuchen wir um das Gebet Mariens. In der Gemeinschaft der Heiligen ist es normal, dass wir uns an unsere Lieben wenden, die schon in Gott leben, um sie um ihr Gebet zu bitten. Im Blick auf die Gemeinschaft der Heiligen findet die Marienverehrung ihre volle Berechtigung. Das Konzil sagt: Maria, "voll der Gnade bedeutet ganz heilig, bedeutet überaus heiliges Geschöpf".
Das Konzil wagte ausserdem voll Kraft in "Lumen Gentium" Nr 53 zu bestätigen, dass "Maria durch dieses Geschenk ausserordentlicher Gnade bei weitem alle andern Geschöpfe, die himmlischen und die irdischen überragt." Die Kirche erklärt also, dass Maria das grösste Geschöpf auf Erden ist. Alle Grösse der Heiligen verraucht vor der Grösse Marias. Maria ist mehr als jedes himmlische Geschöpf: Keine Grösse der Engel ist vergleichbar mit der Grösse Marias. Aus diesem Grund drängt es uns, ein unbegrenztes Vertrauen in Maria zu haben. Wer die Grandezza Marias nicht versteht, hat auch kein Verständnis für die Grösse der Menschwerdung.
Maria ist von Gott vorbereitet und auserwählt, um das Wunder der Inkarnation zu verwirklichen. Sie ist wahrhaft die erste unter allen Frauen, die Grösste und die Gott am nächsten steht.
Unsere protestantischen Brüder sind sehr beunruhigt wegen der Marienverehrung, die sich in der katholischen Kirche und noch mehr in der orthodoxen Kirche entwickelt hat. Aber das Geheimnis der Inkarnation hört nicht auf, die Theologie aller Zeiten in Staunen zu versetzen. Sicher müssen wir uns hüten, die Marienverehrung zu übertreiben, wir müssen aber auch sagen, dass wir ihre Grösse niemals genügend verstehen können und noch weniger, wie notwendig wir Maria haben.
Ja, Maria muss sehr geliebt werden, aber mit einer Frömmigkeit, die, um echt zu sein, in der Schrift und in der Tradition gut fundiert sein muss. Wir müssen vorab die Liturgie aufwerten und sichere Richtlinien für die Äusserungen spontaner Volksreligiosität anbieten. Der Papst unterstreicht: "Die Verehrung genügt nicht, die einfache Verehrung. Die Verehrung muss zur Nachahmung Mariens werden."
Der Papst empfiehlt also eine marianische Frömmigkeit, die aus der Quelle der Grösse Marias schöpft, die ohne Unterbruch das Magnifikat zum Lob des Vaters singt, zum Sohn und zum Heiligen Geist. Wenn die Marienfrömmigkeit nicht zu Jesus führt, ist sie eine falsche Frömmigkeit. Maria muss immer zu Jesus führen, weil Maria immer zu Jesus führen will. "Was er euch sagt, das tut!" Ja, das will Maria von uns!

"Heute abend bin ich mit euch, liebe Kinder. Ich werde nicht im Lärm
sprechen, ich rede im Schweigen, in ein ruhiges Herz, zu einem Herzen voller Liebe, voller Wärme für den eigenen Bruder. Ich möchte euch einladen, meine Anwesenheit wirklich zu erleben..."
"Ja, ich bin eure Mutter und wünsche es immer zu sein. Ich möchte dass durch euch alle spüren, dass ich die Mutter aller Menschen bin ..."
Mit diesen Worten wandte sich die Muttergottes durch Jelena an die Gebetsgruppe von Medjugorje. Einfache Sätze, doch beladen mit Zärtlichkeit und Liebe für die Kinder, die sie zur Begegnung mit ihrem Sohn Jesus bringen will, dem fleischgewordenen Wort. Nur eine Mutter weiss mit dem richtigen Ton und im
passenden Moment aufzuzeigen, was für das Heranwachsen ihrer Kinder nützlich ist und gut . Aber nur die Mutter Maria
versteht, die Herzen aufgehen zu lassen, damit jedes Samenkorn des Wortes zu seiner Zeit Frucht trägt.

 

Jungfrau, Mutter und fruchtbare Frau

Von Jelena Vasilj

Die Betrachtung Marias ist Frucht der Begegnung mit der Mutter Jesu, mit der menschlichen Person. Sie betrachten bedeutet nicht einfach, ein Thema von besonderer Wichtigkeit für unser geistliches Leben zu wählen; vielmehr ist es die Suche des menschlichen Herzens, um auszudrücken, was in der Seele geboren ist, nachdem wir sie als eigene Mutter angenommen haben. Für manche Menschen ist Maria ein unerschöpfliches Geheimnis, das Gott uns voranstellt und darum unsere Demut und unsern Glauben verlangt, um daran Anteil zu haben.
Maria wurde uns in ihrem Sein offenbart als Mutter und Jungfrau: es ist aus dieser Wahrheit, dass unser Herz sich in der Begegnung mit ihr nährt; auf ihrer Person muss jede marianische Spiritualität gründen. Heute besteht das Risiko, dass die marianische Frömmigkeit uns zu einer Reihe äusserer Aktionen führt, ohne die Innerlichkeit Mariens zu betrachten um auf dieser Basis in Seelenverwandtschaft ihre Kinder zu sein, und dies in voller Integrität des Glaubens und der Fruchtbarkeit.
Was ist die Fruchtbarkeit Mariens und was ist unsere Fruchtbarkeit? Maria ist charakterisiert durch zwei Arten Fruchtbarkeit: die leibliche, die sich aus ihrer mütterlichen Substanz seit dem Augenblick der Menschwerdung Gottes ergibt, durch ihre Passion hindurch bis zu ihrer Auferstehung. Jedoch, das Anvertrauen, das Maria aus sich heraus gab, ist nicht nur äusserlich und einmalig &endash; eine Mutter ist nicht nur Mutter während der Geburt, sondern sie fährt fort, ihr Kind auch nach der Geburt zu nähren; doch ist diese äussere Gebärde vor allem begleitet von einer für uns viel wichtigeren innern Haltung, da längst nicht alle Menschen zur physischen Mutterschaft vorgesehen sind.
Dieses innere Verhalten Marias ist das Fundament einer fraulichen Spiritualität. Eine Haltung, die nicht nur Frauen vorbehalten ist; in dieser oder jener Form sind alle gerufen gottesmütterlich zu sein (vgl. Lk 8,21). Maria trug Jesus in ihrem Schoss, aber in ihrem Herzen trug sie das Wort. Durch ihre äusserliche Fruchtbarkeit ist die Madonna ein Vorbild für jedes Gebären, sie ist es aber noch mehr für die, die in ihrer Innerlichkeit gebären. Daher sind wir alle eingeladen, mit dem Wort Gottes schwanger zu sein, das heisst voll der Gnade (vgl. Lk 2,51).

Was ist diese Mutterschaft im praktischen Sinn, wie zeigt sie sich? Über das griechische Wort "diatereo" klärt uns der hl. Lukas so auf: sein Sinn ist "mit Sorge wie einen Schatz bergen", also zulassen, dass das Wort ein Schatz in unserm Herzen sei. In der Taufe hat Gott das Wort in unser Herz gesät, das Weizenkorn, das unsre Sorge verlangt, unser alltägliches Ja, damit es in unsrer Seele fruchtbar werde. Ein Ja zum eigentlichen Leben Gottes in uns nicht nur für eine spezielle Aufgabe unsrer Sendung, sondern ein Ja, das auf dem Grund einer jedwelchen Tat dasteht; ein Ja vor allem zur Eucharistie, ja zum selben Jesus, den Maria in ihrem Herzen trug, zu den Sakramenten, zum Wort Gottes durch die tägliche Lesung; ein Ja nicht nur in Gesten sondern durch den Glauben. Der Glaube ist die nötige innere Annahme, die das Herz von unsern eigenen Worten reinigt, von unsern Phantastereien über Gott; er ist das, was uns innerlich ganz sein lässt und jungfräulich in unserm Herzen.
Der Unterschied zwischen Innerlichkeit und Äusserlichkeit darf nicht zur Idee verleiten, dass unsere äusserlichen Taten kein Gewicht hätten. Die Unterscheidung will uns verstehen machen, wie Äusserlichkeit und Innerlichkeit zusammenarbeiten.
Wollten wir Gewicht nur dem Geiste zuschreiben, würde uns das Geheimnis der Menschwerdung entfliehen. Es ist die marianische Spiritualität, die uns dieses ausgewogene Gleichgewicht voranstellt, sowie eine menschliche Spiritualität, da das Christustragen Marias sowohl innerlich wie äusserlich geschah. Genau das geschieht in uns in der Eucharistie, wir tragen sie auch circa 10 Minuten physisch in unserm Körper, jedoch wird sie uns nur zum Gewinn, wenn wir sie in unserer Innerlichkeit weitertragen: darum sagte Elisabeth zu Maria: "gesegnet bist du, weil du geglaubt hast" (vgl. Lk 1,45).

 

Notizen aus dem gesegneten Land

* Mirjana und die Jungfrau &endash; Wie gewohnt hatte die Seherin ihre jährliche Erscheinung am 18. März, ihrem Geburtstag (das allerschönste Geschenk, das man sich wünschen kann!). Mehr als 100 Personen waren in der Kommunität Cenacolo anwesend, um in Erwartung der Erscheinung miteinander den Rosenkranz zu beten. Anschliessend dauerte sie 5 Minuten. In entschlossenem und mütterlichen Ton wandte die Muttergottes sich an Mirjana: "Liebe Kinder! Heute lade ich euch zur Liebe ein und zur Barmherzigkeit. Schenkt euch Liebe, die einen den andern, wie der Vater sie euch gibt. Seid barmherzig (Pause) von Herzen. Tut gute Werke ohne lange zuzuwarten. Jedes barmherzige Tun, das euerm Herzen entspringt, bringt euch meinem Sohne näher."

* "Beichtstuhl der Welt" &endash; So wird Medjugorje häufig angesprochen. Wirklich, an diesem Gnadenort haben seit Beginn der Erscheinungen bis heute Tausende von Menschen durch das Sakrament der Versöhnung neu den Frieden mit Gott gefunden (und mit dem Frieden auch sich selbst). Darum haben die Priester viele Jahre lang in der Öffentlichkeit Beichten abgenommen. 1989 wurden zwar Beichthäuschen aufgestellt, die sich in der Zwischenzeit aber abgenützt haben. Ende des letzten Jahres wurden sie vollständig erneuert.

* Angst und Schrecken vor den bewaffneten Fahrzeugen &endash; Die äussern Ereignisse sind ein sichtbarer Widerschein des Kampfes zwischen den unsichtbaren Kräften des Guten und des Bösen. Nur in diesem Licht können die unliebsamen Ereignisse betrachtet werden, die am Dienstagnachmittag in der Karwoche in Medjugorje geschehen sind. Es war um circa 16 Uhr, als die Soldaten der SFOR Medjugorje mit Militärwagen durchquert und die Bevölkerung und die mehr als tausend Pilger, die zum Podbrdo unterwegs waren, in Angst und Schrecken versetzt haben. Um den rund 10 kriegsmässig ausgerüsteten Militärfahrzeugen Platz zu machen, sprangen die Soldaten aus den Fahrzeugen und richteten ihre Waffen gegen die erschreckten und verschüchterten Pilger, um dann weiter zu fahren.
Zu diesem Zwischenfall hat der Pfarrer, L. Sesar seinen Missmut und tiefe Enttäuschung in einem Brief an die UNO-Verantwortlichen ausgedrückt: "Wir sind bestürzt und wollen unser tiefes Unverständnis über ein solches Benehmen ausdrücken. Es ist für uns unbegreiflich und unakzeptabel. Wir verlangen ernsthaft, dass niemand an diesen Ort komme mit irgendwelchen Waffen, denn es ist möglich, jedes Problem oder Missverständnis durch friedlichen Dialog zu lösen. Viele UNO-Soldaten sind hier zu Besuch gekommen. Als Menschen guten Willens werden sie weiterhin willkommene Pilger sein. Wir verlangen nur, dass sie keine Unruhe in diesen Ort des Gebets und des Friedens tragen. Ist es nicht zu traurig, Soldaten mit Panzern, Lastwagen und Faustwaffen gegen Pilger mit dem Rosenkranz in Händen zu sehen?
(aus: Press-Bulletin)

Die "Pilgermadonnen" unterwegs zur Neuevangelisierung

Zu Beginn des dritten Jahrtausends hat der Heilige Vater alle Christen eingeladen, an der Neuevangelisierung der Welt mitzuarbeiten. Jetzt scheint das Gebet rund um die Pilgermadonnen ein bevorzugtes Mittel geworden zu sein, um all jene zu erreichen, die Jesus und seine Mutter noch nicht kennen. Eine Pilgermadonna für eine Gebetswache, die Predigt, heilige Messe, Gebete, Rosenkranz, Anbetung und Beichten einschliesst, ermöglicht in der Tat eine grundlegende Evangelisierung.
Die 1995 aus Initiative der Confrérie Notre Dame de France entstandene Bewegung untersteht in Rom Kardinal Medina, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst. Ursprünglich hatte sie als Hauptziel, das grosse Jubiläum vorzubereiten. Die Früchte der Bekehrungen, der Freude und des Friedens und zahlreiche Priester- und Ordensberufungen, die überall festgestellt werden konnten, bewirkten eine immer grössere Nachfrage nach neuen Marienstatuen in vielen Ländern, hauptsächlich in Osteuropa, in Asien, Afrika und Lateinamerika.
Das Gebet rund um die Pilgermadonna für die Einheit der Christen und die Bekehrung der Welt wurde von vielen Bischöfen, Erzbischöfen, Patriarchen und Kardinälen auf allen Kontinenten ermutigt. 7000 Bilder und Statuen der Muttergottes sind bisher dank derer, die mitgearbeitet haben, darunter vieler ECHO-Leser, versandt worden.
Wir, die wir wissen, dass die Welt durch Maria zu Christus kommt, müssen gemeinsam Menschen finden, die zu Gebet und Einsatz verfügbar sind, damit die " Besuche der Muttergottes" in allen Ländern zunehmen. Wenn viele von euch spüren, dass sie sich in dieser Bewegung engagieren möchten und sich entscheiden mitzuarbeiten, so könnten die prophetischen Worte von Kardinal Wyczynski, von Papst Johannes Paul II. aufgenommen, Wirklichkeit werden: "Wenn der Sieg kommt, kommt er durch Maria". Die Muttergottes ist mehr denn je nötig und wird in der ganzen Welt erwartet: erlauben wir dieser unvergleichlichen Mutter, alle ihre Kinder zu besuchen.

 

Für eure Spenden:
Notre-Dame de France &endash; 11, rue des Ursulines, F-93200 Saint-Denis &endash; France
(Überweisungen auf Konto "Confrérie ND de France" &endash; Crédit Lyonnais Saint Denis Basilique No 30002/00536/0000008657 R/78).
Für Bestellung einer Statue:
Fax Nr. 0033-164-59.65.22 oder
E-mail olbns@casynet.fr

Neue Telefon/Fax-Nnummer des Sekretariats ECHO MARIENS 0039-035.425.10.88

 

20. Jahrestag der Erscheinungen:
Eine Novene als Geschenk an Maria

Alle grossen Geheimnisse des Heils bereiten sich im Schweigen vor. Das Schweigen gibt uns die Möglichkeit, das WORT zu erkennen und lässt Raum für das Wirken der Gnade.
Die Mönche der Pfarrei Medjugorje haben diesen Weg gewählt, den Weg der Stille, des Gebetes und der Anbetung, um so den 20. Jahrestag der Erscheinungen der Gottesmutter vorzubereiten und zu feiern. In diesem Geist haben sie jedoch als Geschenk an die "Gospa" etwas Besonderes im Sinn, worin alle in der ganzen Welt zerstreuten Kinder Mariens eins werden können: das Gebet mit der Königin des Friedens.
Das von den Brüdern vorgeschlagene Gebet organisiert sich in Form einer NOVENE. Jedem Tag ist eine besondere Meinung zugeordnet, in welcher die Glorreichen Geheimnisse des Rosenkranzes gebetet werden mit Betrachtung von vorgegebenen Texten (der erste ein Auszug aus dem Evangelium; der zweite eine Botschaft Mariens aus den vergangenen Jahren; der dritte ein Stück aus dem Katechismus der katholischen Kirche).
Die Glorreichen Geheimnisse wurden darum gewählt damit man sich durch das Gebet in die Abendliturgie der Pfarrei Medjugorje einreihen kann, wie sie jeweils nach der Abendmesse gebetet wird.

Die Meinungen sind die folgenden:

1. Tag: wir beten für die Seher
2. Tag: wir beten für die Priester im Dienste der Pfarrei
3. Tag: wir beten für die Pfarrangehörigen
4. Tag: wir beten für die Verantwortlichen in der Kirche
5. Tag: wir beten für alle Pilger, die je Medjugorje besucht haben
6. Tag: wir beten für alle Pilger, die je Medjugorje besuchen werden
7. Tag: wir beten für alle Gebetsgruppen und die Medjugorje-Zentren in der ganzen Welt
8. Tag: wir beten für die Verwirklichung der Botschaften und der Früchte von Medjugorje
9. Tag: wir beten für die Anliegen der Königin des Friedens

Der Text der Novene findet sich auf Internet auf Seite des Wallfahrtsortes www.medjugorje.hr. Die Novene erscheint auch in den Sprachen kroatisch, englisch, französisch, deutsch und italienisch gedruckt und ist erhältlich im Souvenirladen der Pfarrei oder zu bestellen beim Informationszentrum über folgende Adresse: informacije@medjugorje.hr oder über Tel/Fax-Nr. 0038-736-65.19.88.
(von der ECO-Korrespondentin in Medj. Paula Jurcic)

 

"Die Augen der Mutter
füllen sich mit Freude
wenn sie den Auferstanden Sohn erblickt
und, auf dem Göttlichen Antlitz
bleibt haften ihr Blick".

 

Wenn unsre Augen die Gegenwart des lebenden Jesus suchen, werden wir ihn "beim Brot brechen" erkennen.
Unser Warten auf seinen Geist, zusammen mit Maria, wird nicht vergebens sein.
Der Herr segne uns.

Don Alberto

Villanova Mantova, 1. Mai 2001