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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 159 (September-Oktober 2001)

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Eco di Maria
Regina della Pace

Deutsch 159

September - Oktober 2001


Botschaft Mariens vom 25. Juli 2001:

"Liebe Kinder, in dieser Zeit der Gnade rufe ich euch auf, euch durch euer persönliches Gebet Gott noch mehr zu nähern. Nützt die Zeit der Erholung, und gebt eurer Seele und euren Augen Ruhe in Gott. Findet Frieden in der Natur, und ihr werdet Gott den Schöpfer entdecken, dem ihr für alle Geschöpfe werdet danken können; dann werdet ihr in eurem Herzen Freude finden. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Ruht aus in Gott!

Es ist eine Zeit der Gnade, eine Zeit, in der sich Gott finden lässt, und Maria erinnert uns so oft daran, beinahe um unser Gewissen zu ermahnen, so dass diese Zeit, Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit, nicht umsonst verstreiche. Alle Zeit unseres Lebens ist Zeit der Gnade, denn so lange wir leben haben wir die Möglichkeit, die fleischgewordene Liebe anzunehmen; nun aber ist dieser Abschnitt der Geschichte eine ganz besondere Zeit der Gnade. Zwar kann die rettende Begegnung mit Jesus Christus am Lebensabend erfolgen, ja sogar im letzten Augenblick, warum aber nicht alle unsere Tage in Gemeinschaft mit Ihm leben? Es ist nötig Geist und Herz vom alten Verdacht zu entblößen, vom Misstrauen des Versuchers, das dieser einflößt; Gott vertrauen, an Seine Liebe als Vater glauben, sich Ihm hingeben und die unvergleichliche Schönheit solchen Lebens verspüren. Wir können somit schon in diesem Leben die Erfahrung ewigen Lebens machen, denn wir leben und erfahren Momente eines Lebens, die fern des Todes sind, noch können ihnen die Ereignisse der Welt etwas anhaben. Der Ruf Gottes ist ein Ruf zur Freude, unabhängig von freudigen oder traurigen Geschehnissen unseres Daseins. Die Heiligkeit ist Leben in Gott und sie ist nicht einigen wenigen ausersehenen Seelen vorbehalten, sondern allen angeboten und nur unsere Weigerung, uns auf Ihn zu verlassen, kann uns an diesem Ziel hindern. Wie oft hat uns Maria eingeladen, uns Gott zu überlassen, uns für Ihn zu entscheiden!
In dieser Botschaft kehrt Sie wieder zum gleichen Thema zurück: hier ist die Hingabe an Gott als Ausruhen in Gott gesehen. Nicht die Medizin muss geändert werden, sondern der Wille des Kranken; das Heilmittel ist stets dasselbe, und Maria kann nicht umhin, uns dieses zu wiederholen, jedoch sind wir es, die wir uns dazu entscheiden müssen. Maria bittet uns, uns durch das persönliche Gebet Gott noch mehr zu nähern. Es ist dies nicht eine sterile Folge von vorgefertigten Phrasen oder Formeln, die in unser Gebet nicht das Herz mit einschließen, sondern ein wahres Zwiegespräch zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer, auf dass sich die Entfernung zu Ihm immer mehr verkürze, um so mit Ihm intim zu werden und in Christus einzufließen. Ist unsere Beziehung zu Gott in uns selbst Ausdruck der Beziehung Jesu zum Vater, kann sich unsere Gemeinschaft mit Ihnen nicht nur auf besondere Momente und Gegebenheiten beschränken, sondern sie wird unser ganzes Dasein allezeit mit einbeziehen. Jede unserer Taten, jeder Gedanke wird auf ganz natürlicher Weise göttlichen Ursprungs sein und wird in Ihm seine Erfüllung finden; alles wird ein Ausruhen in Gott sein. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen (Mt 11,28). In die Ruhe Gottes eingehen, damit unsere Seele, aber auch der Leib - unsere Augen - wahre Ruhe finden und somit den Schöpfer entdecken und Ihm Lob und Dank für alle Geschöpfe bringen. In Gott ausruhen, um Seine Anwesenheit in der Natur aufzunehmen, uns von der Freude Seiner Anwesenheit neben uns und in uns überfluten lassen und das Klopfen Seines Herzens hören, den Geist Seines Atems spüren, genau wie Maria von Betanien (vgl. Lk 10,39). Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Gutes getan. Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, meine Tränen (getrocknet), meinen Fuß (bewahrt vor) dem Gleiten. So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn im Land der Lebenden, kann man im Psalm 116,7-9 nachlesen.
Hier ist Friede sinnverwandt mit Ruhe, und diese Rückkehr der Seele zu Gott ist sicher die beste Art, um die Zeit der Ruhe gut zu benutzen, wie es Maria empfiehlt.

Nuccio Quattrocchi 

 

Botschaft Mariens vom 25. August 2001:

"Liebe Kinder, heute rufe ich euch alle auf, euch für die Heiligkeit zu entscheiden. Meine lieben Kinder, möge immer in euren Gedanken und in jeder Situation euch die Heiligkeit an erster Stelle stehen, in der Arbeit und im Gespräch. So werdet ihr sie auch in die Praxis umsetzen, langsam und langsam, Schritt für Schritt, wird in euren Familien das Gebet und die Entschei-dung zur Heiligkeit eintreten. Seid wahrhaftig mit euch selbst und bindet euch nicht an materielle Dinge, sondern an Gott. Und vergesst nicht, liebe Kinder, dass euer Leben vergänglich ist, wie eine Blume. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Seid heilig!

Die Einladung Mariens ist klar, deutlich, genau: Ich rufe euch alle auf, euch für die Heiligkeit zu entscheiden. Der Katechismus der katholischen Kirche lehrt, dass der Mensch, im Zustand der Heiligkeit geschaffen, dazu bestimmt war, von Gott völlig in Herrlichkeit vergöttlicht zu werden. Vom Teufel verführt, wollte er wie Gott werden, jedoch ohne Gott, und sich Ihm entgegen setzen (vgl. 398). Dieses alte Verhalten ist auch in der gegenwärtigen Geschichte des Menschen vorhanden. Das Kommen Jesu auf die Erde bringt den Menschen die lebensspendende Rechtfertigung (vgl. Röm 5,18) und ermöglicht die Versöhnung mit Gott; diese Möglichkeit ist jedoch immer unserer freien Willensentscheidung unterworfen: sie kann angenommen oder abgelehnt werden.
Die gesamte Menschheitsgeschichte ist von einem furchtbaren Kampf gegen die Mächte der Finsternis durchdrungen, Kampf, der seit Beginn der Welt besteht und der bis zum letzten Tag dauern wird (vgl. Gaudium et spes, 37; Kat. Kath. Kirche, 409). Bei diesem fürchterlichen Kampf hat Maria eine wesentliche und entscheidende Rolle inne: Feindschaft setze ich zwischen deinem Nachwuchs und ihren Nachwuchs (vgl. Gen 3,15).
Maria hat die Zeit der Rettung eröffnet, indem Sie Jesus auf die Welt brachte, und durch Ihre Mittlerrolle wird die Rettung in Erfüllung gehen (Abhandlung über die wahre Verehrung Mariens, 49). Sie ladet uns zur Heiligkeit ein.
Alle in Medjugorje gegebenen Bot-schaften sind eine andauernde, ununterbrochene Einladung zur Heiligkeit; Gebet und Fasten sind Wege, die zur Heiligkeit führen, die Hingabe zu Gott ist der Raum der Heiligkeit. Meine lieben Kinder, möge immer in euren Gedanken und in jeder Situation euch die Heiligkeit an erster Stelle stehen, in der Arbeit und im Gespräch. Es ist undenkbar, sich mit weniger zufrieden zu geben; entweder man strebt mit aller Kraft zur Heiligkeit oder man erniedrigt Gott zu einem Idol oder auswechselbarem Zubehör.
Selbst religiöse Praktiken können ihr Ziel verfehlen und Seele und Gewissen einschläfern. Das Ziel muss die Heiligkeit sein, d.h. das Leben Christi in uns.
Wenn wir uns nicht an den Vater im Stil und Geist Jesu Christi wenden, wie können wir verlangen als Kinder anerkannt zu werden? Wenn nicht Christus in uns lebt, was geben wir den anderen, welches Leben vermitteln wir? Wenn nicht das Licht Christi in unseren Blicken, Reden, den üblichen Tätigkeiten des Alltages, aufleuchtet, wohin hat unsere Taufe uns geführt? Wenn unser Gebet nicht das Gebet Christi ist, welchen Wert hat es? Es ist nicht schwer zur Heiligkeit zu gelangen, wenn wir uns tatsächlich dazu entscheiden und wenn wir uns nicht der Welt unterwerfen: Seid wahrhaftig mit euch selbst und bindet euch nicht an materielle Dinge, sondern an Gott. Nicht was uns mit Gott verbindet, schränkt unsere Freiheit ein, sondern was uns an materielle Dinge bindet, d.h. alles was uns von Ihm trennt. Maria ermutigt uns die Heiligkeit anzustreben: so werdet ihr sie in der Praxis umsetzen, langsam und langsam, Schritt für Schritt, wird in eurer Familie das Gebet und die Entscheidung zur Heiligkeit eintreten. Die Einladung Mariens ist an alle gerichtet und nur unsere Ablehnung kann zum Hindernis werden. Unser Leben ist vergänglich, wie eine Blume, aber diese Blume kann, falls wir es wollen, zum Himmel duften!
N.Q.

 

Die Globalisierung und
die Prophezeiung der Armut

Anlässlich des Welttages der Jugend haben wir in Tor Vergata voriges Jahr die Worte des Papstes gehört: Liebe Freunde, ihr werdet euch nicht mit einer Welt abfinden, in der andere menschliche Wesen Hungers sterben, Analphabeten bleiben, keine Arbeit haben. Ihr werdet das Leben in jedem Augenblick der Entwicklung auf Erden verteidigen, ihr werdet euch mit aller Kraft anstrengen, diese Erde für alle bewohnbarer zu machen. Diese Überlegung ist -leider -immer noch aktuell und erfordert konkrete Antworten, auch angesichts der gewalttätigen, politischen Proteste, die die letzten internationalen Veranstaltungen begleitet haben.
Schon seit Jahren ist eine Globalisierung der Märkte im Gange, d.h. eine wirtschaftliche Entwicklung, die infolge technologischer Errungenschaften (Informatik, Internet) und der Finanzmärkte (Wertpapier-börsen, Gemeinschaftswährung) die Wirt-schaft der verschiedenen Länder untereinander abhängig gemacht hat, weshalb wirtschaftliche Beschlüsse eines Landes oder eines multinationalen Konzerns Aus-wirkungen auf die Weltwirtschaft haben.
An und für sich ist die Globalisierung weder etwas Gutes noch Böses, denn sie kann sei positive als auch negative Aspekte erzeugen. Beide Aspekte sind vorhanden und in sich komplex verwirkt: Im positiven Sinn kann eine Öffnung der Mentalität gut sein, ein Weitertragen demokratischer Werte, die Möglichkeit des Wohlstandes für alle, die Entwicklung der armen Länder, das Aufkommen einer multikulturellen und toleranten Gesellschaft, das Ende von Dikta-turen.
Im negativen Sinn jedoch - die Ergebnisse sind klar erkenntlich - kann sie die Ballung wirtschaftlicher Macht erzeugen, in Händen von wenigen multinationalen Konzernen, das Verstärken des sogenannten Schereneffektes, weshalb der Unterschied zwischen den reichen (Nordhälfte der Welt) und den armen (Süden der Erde) Ländern größer wird: die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer, da sich der Reichtum immer mehr auf finanzieller Basis entwickelt (d.h. durch Investierungen von Geld) und immer weniger durch die Arbeitskraft. Eine Art Schereneffekt ist auch schon im Inneren der reichen Staaten im Gange: man denke nur an die Einkommensunterschiede zwischen einem Lehrer und einem Notar, zwischen einem Sozialhelfer und einem Finanz-Analytiker, zwischen einem Arbeiter und einem Fußballer. Der Wert der Arbeit ist nicht mehr von einer sozialen Nützlichkeit bestimmt, sondern von seiner Fähigkeit weiteren Reichtum zu erzeugen (oft - wie im Fall der Börse - virtuell, vorgetäuscht), oder eine theatralische Schau abzuziehen. Ein weiterer negativer Aspekt ist die Vorrangstellung der Wirtschaft auf die Politik (d.h. den Interessen der Gemein-schaft): es sind die wirtschaftlichen Interessen, die die politischen Entscheid-ungen bestimmen und diese berücksichtigen nicht entsprechend die Bedürfnisse - nicht nur wirtschaftliche - der Gemeinschaft.
Die Globalisierung der Märkte ist bereits ein Tatbestand, der -zumindest menschlich - nicht mehr gestoppt werden kann. Es hat keinen Sinn kritisch dagegen ins Gericht zu ziehen, ohne an korrigierende Lösungen zu denken, die nicht allein idealen Zielen nachkommen. Deswegen spüren wir Christen das Bedürfnis, uns über die vom Papst definierte Globalisierung der Solidarität zu fragen.
Vor allem ist es nötig, nicht der Wirklichkeit zu entfliehen (und vielleicht in einen falschen Spiritualismus unterschlüpfen), zu verstehen versuchen, über die Zeichen der Zeit nachzudenken.
Angesichts des Elends von Millionen von Armen, seien sie in der Dritten Welt, oder in unseren Städten, müssen wir danach trachten, dass die politischen Institutionen und die wirtschaftlichen Mechanismen, mit denen wir leben, auf Verantwortung und Solidarität ausgerichtet sind, indem eine wirtschaftliche Entwicklung begünstigt wird, die auch die Entwicklung der menschlichen Würde und Achtung vor der Umwelt berücksichtigt.
Außerdem muss sich jeder von uns fragen, was er als Einzelner, als Familie, tun kann: Abgesehen von den Bedürfnissen makroökonomischer Änderungen (d.h. der politischen Institutionen und wirtschaftlichen Systemen) drängt sich eine mikroökonomische Korrektur auf, d.h. unserer täglichen Verhaltensweisen, die uns zu einem Rad im komplexen Räderwerk machen, wo wir alle unbewusst Opfer oder Henker werden. Angesichts der Betäubung durch den Konsumrausch ist es erforderlich, die evangelische Armut wieder zu entdecken, die so gesehen auf die Nöte der Armen schaut, einen genügsamen Lebensstil voraussetzt. Heute stellt man eine prophetische Armut fest, die der Welt etwas zu sagen hat, die konkret von einem jeden begangen werden kann, die am Wohl aller teil hat, die nicht nur ein - nötiges - Anprangern der Ungerechtigkeit anderer ist, sondern konstruktive Lebensstile vorschlägt.
Den Zehnten (des eigenen Verdienstes für Wohltätigkeitszwecke), die Fernadop-tionen, der solidarische und gerechte Handel, der Boykott der Hersteller, die mit Ausbeutung produzieren, ein Lebensstil, der das Nötige vom Überflüssigen zu trennen weiß: das sind einige, einfache Initiativen, die schon seit Jahren im katholischen Umfeld anwesend sind und die dazu beitragen, eine soziale Gerechtigkeit zu schaffen.
Mirco Trabuio

 

Die Erscheinungen in Kibeho

Die Kongregation für die Glaubenslehre hat das Verfahren betreffend die Anerken-nung der Echtheit der Erscheinungen in Kibeho, Ruanda, eingeleitet. Es handelt sich um die ersten Marienerscheinungen in Afrika, und diese sind auch die ersten von der Kirche offiziell anerkannten in den letzten 50 Jahren nach jenen von Beauraing und Banneux in den Dreissigerjahren. Ist dieses Geschehen vielleicht ein Zeichen der Zeit, dass die Muttergottes nach den öftern ,,Besuchen" im vergangenen Jahrhundert in Westeuropa (Lourdes, Fatima, La Salette, Banneux, Montichiari etc. nun in in Afrika erschienen ist? Vor 500 Jahren erschien die heilige Jungfrau das erste Mal in Südamerika (Guadalupe), dem Kontinent, der dazu bestimmt war, in unsern Tagen die weltweit höchste Konzentration von Christen aufzuweisen.
Die Erscheinungen in Kibeho begannen im November 1981, als sieben afrikanische Jugendliche die Madonna und Jesus sahen. Der Ortsbischof, Mons. Jean Gahamanyi, wachte musterhaft über die Erscheinungen. Er begann sich, noch bevor diese zu Ende gingen, um sie zu interessieren und anerkannte die übergrossen geistlichen Früchte. Einige Abweichungen, wie sie in solchen Fällen oft vorkommen, zeigte er auf (auch in Lourdes gab es eine ,,Epidemie" von Sehern). Eine Kommission von Theologen und Ärzten führte die nötigen Prüfungen durch. Als der Bischof die Ergebnisse sah, gab er schon 1988 seine Approbation und erlaubte die öffentliche Verehrung. Maria stellte sich in Ruanda als die Mutter des Wortes vor und zeigte sich als Überbringerin einer Botschaft der Liebe und Anteilnahme gegenüber den Menschen unsrer Zeit.
Zwischen Medjugorje und Kibeho gibt es einige Ähnlichkeiten. Die Erscheinungen begannen im selben Jahr, im Juni 1981 in Medjugorje und im November in Kibeho. Die Seher sind beinahe in der gleichen Zahl, sechs in Medjugorje und sieben in Kibeho und sind gleichen Alters. Einige Jahre nach Beginn der Erschein-ungen gab es blutige ethnische Auseinan-dersetzungen in Ex-Jugoslawien wie in Ruanda. In einigen Visionen wurde den Sehern schon im voraus Massaker in den jeweiligen Bürgerkriegen gezeigt. Die grundlegende Botschaft in Kibeho wie auch in Medjugorje ist die Einladung zu Umkehr, Gebet und Fasten.
Immerhin gibt es auch Unterschiede. Maria ist zwar immer dieselbe, aber sie gleicht sich den Umständen an, sie spricht kroatisch mit den Kroaten und ruandisch mit den Ruandern. Sie übernimmt Geste und Worte je nach Kultur und Tradition. Einer der ruandischen Seher, Emmanuel, der während des Konflikts zwischen Hutu und Tutsi starb, hatte gesagt, dass er das Fundament des christlichen Lebens und das Gebet des Vaterunser direkt von Jesus erlernt habe.
Auch wir vom ECHO stimmen ein in das Gebet und die Glückwünsche, die Mons. Bigirumwami, erster Bischof von Nyundo und Zentralafrika, zur Zeit der Erschein-ungen sprach. Wir hoffen, dass Kibeho ein Mittelpunkt des Gebets und der Umkehr werde. So können überfliessende Wasser hervorströmen, Träger von Segen und Umkehr. Welch schöne Hoffnung!
M.T.

 

Der Ritter der Unbefleckten

Er benannte die Madonna mit den zärtlichsten und familiärsten Namen. Damit drückte er seine innerste und leidenschaftlichste Liebe dem Geschöpf ohne Makel aus.
Der Unbefleckten hat der hl. Maximilian Kolbe sein ganzes Werk gewidmet, indem er vor allem sich selbst und dann seine ganze apostolische Arbeit geweiht hat, zur Verbreitung der Verehrung Mariens und Ihrer Mittlerrolle bei Gott.

In Polen 1894 geboren, erlebt P. Kolbe alles innig mit, was die Geschichte seinem Land durchleben lässt, absolviert das Priesterstudium, beschäftigt sich jedoch eingehend mit Physik und Mathematik, was dazu führte, seine Arbeiten auch unter dem technischen Gesichtspunkt zu verfolgen.
Als er sich zu Studienzwecken in Rom aufhielt, wohnt er einer Prozession von antiklerikalen Freimaurern bei, die den Sieg des Teufels über die Kirche ausrufen und behaupten, dass ,,Satan über den Vatikan regieren und dass der Papst sein Diener werden muss". Diese Dreistigkeit lässt in ihm seine Mission entdecken und davon überzeugt sein, dass die Christen ,,Ritter der Unbefleckten" werden müssen, um Maria zu helfen, den Kopf der Schlange zu zertreten, wie es in der Hl. Schrift steht.
Zu diesem Zweck gründet er eine Gemeinschaft, die ,,Miliz der Unbefleck-ten", die sich zum Vorsatz macht ,,für die Bekehrung der Sünder, Häretiker, Schismatiker, Juden, und vor allem der Freimaurer zu wirken. Als Erstes ist die Heiligung aller unter dem Schutz und der Vermittlung der Seligen Jungfrau Maria gefragt" (A.d.R. ersten Worte des Statutes aus dem Italienischen übersetzt).
Es handelt sich um ein Vorhaben mit großer Tragweite, da im Programm nicht allein eine ,,religiöse Option" beschrieben ist, sondern schlussendlich eine Wahl. Sein Wunsch besteht darin, dass seine Ritter überall anwesend sind, auf dem Gebiet der Erziehung, dem Verlags- und Medien-Wesen, der Künste, der Wissenschaften.... Im Grunde will man, dass die Miliz ,,alles durchdringe, und durch einen gesunden Geist alle Dinge zur größeren Herrlichkeit Gottes mittels der Unbefleckten heile, stärke und entwickle, zum Wohle der Gemeinschaft". Wie dieses große Vorhaben verwirklichen? Vor allem, indem man einen Ort findet, wo diese Tätigkeit ausgeübt werden kann. P. Kolbe beginnt somit eine ganze Stadt 40 Km von Warschau entfernt zu bauen namens ,,Niepokalanow", d.h. Stadt der Unbefleckten. Es würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, die Gebäude, ihre Funktionen, zu beschreiben, es genügt zu sagen, dass in ihr ca. 1.000 Religiöse arbeiteten. Sie mussten sehr arm sein, aber über das Beste verfügen, das der Markt bot. P. Maximilian war über alles versiert und beobachtete genau, welche Mittel ihm die Vorsehung zur Verfügung stellte, es gab keine genug schnelle Nachrichtenübermitt-lung für ihn: ,,Das Fahrzeug des Missionars - sagte er gern -müsste vom aller letzten Modell sein".
In dieser neuen ,,Stadt" werden acht Zeitschriften mit mehreren hundert Tausenden Exemplaren gedruckt: ,,Man muss die Welt mit einer Flut von christlichen und marianischen Schriften überfluten, in jeder Sprache, an jedem Ort, um im Strudel der Wahrheit jedes Auftreten von Fehlern zu ertrinken, das in der Presse die mächtigste Verbündete gefunden hat - behauptete P. Kolbe - und die Welt in beschriebenes Papier hülle, mit Worten des Lebens, um der Welt die Freude am Leben wieder zu geben". Deshalb liebte er es, sich als ,,Missionar der Feder" bezeichnen.
Unternehmensfreudig, energisch, nützt er seine große, organisatorische Veranla-gung aus, um beinahe aus dem Nichts und ohne einen Heller in der Tasche seine Vorhaben zu verwirklichen, einschließlich einer Stadt im fernen Japan (1930). Trotzdem war nicht das, was den polnischen Priester unter der Schar der Heiligen eingereiht hat. In der Tat schlägt sein Leben eine total andere Richtung ein, als er nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges von des Nazis aufs Korn genommen und mehrmals verhaftet wurde. Seine Stadt wird zum Versteck für viele Entkommene, Juden, Verwundete.
,,Ich gehe in ein anderes Arbeitsfeld der Unbefleckten zu dienen", sagt er den Freunden als er ins Lager Auschwitz überstellt wurde. Er war Priester, eine Kategorie, die aus Hass den Juden gleich gestellt wurde; ihm aber, gerade weil er Priester war, traf die zwei oder dreifache Arbeit der anderen. Die Einheit mit dem Herzen der Jungfrau überträgt ihm jedoch die Kraft, alles durchzustehen. Das Geschick will ihn im berüchtigten ,,Block 14", einer Gruppe, von der es einem Gefangenen gelingt zu fliehen. In Aschwitz jedoch wird die Schuld eines einzelnen von zehn Mithäftlingen mit der Todesstrafe im Hungerbunker bezahlt. Im Gedanken eine Familie hinterlassen zu müssen, heult unter diesen einer auf. Ein schmerzlicher und erbärmlicher Schrei, der den polnischen Priester sofort dazu veranlasst, sich an seiner statt anzubieten: er wäre an seiner Stelle gegangen an Hungers zu sterben. War es die heroische Geste eines Heiligen oder war es einem wahren Wunder zuzuführen, dass sein Opfer angenommen wurde? In der Tat wollten die Nazis jede Art von menschlicher Solidarität zerstören, das Konzentrationslager sollte Beweis dafür sein, dass ,,die Ethik der menschlichen Brüderlichkeit" nur Feigheit war. Die wahre Ethik war die Rasse und die unteren Rassen waren nicht ,,menschlich". P. Kolbe gab endlich dem Sterben einen menschlichen Wert, der das Sterben nicht mehr der Kraft unterstellt, sondern der freien Entscheidung.
Der lange Todeskampf - nackt, im Dunkeln, den Hungertod erwartend -wandelt sich in eine günstige Gelegenheit, Gott zu verherrlichen. Gebet11e und laut vorgetragene Hymnen ,,stecken" die nahen Zellen an und im Todesbunker wickelt sich das Opfer der Reinigung ab, ja es findet die Feier eines heiligen Messopfers statt. Eine Geste, die sogar von den Soldaten nicht übersehen werden kann, die ihn mit Respekt betrachteten.
Es ist am Vorabend zu Mariä Aufnahme, eine der marianischen Feste, die er am liebsten hatte, als sie ihn zwingen mit anderen drei noch lebenden Gefährten zu sterben, nach zwei langen Wochen des Martyriums. Am 14. August bricht eine Injektion von Phenolsäure im Arm das irdische Leben des hl. Maximilian Kolbe; ,,Als ich die Eisentür öffnete, lebte er nicht mehr - erzählt sein Wärter - er war aber so, als ob er lebte. Noch immer an die Wand gelehnt. Das Gesicht war auf ganz besondere Art leuchtend. Die Augen weit offen und auf einen Punkt gerichtet. Der ganze Körper wie in Ekstase. Ich werde das nie vergessen".
Mit seiner Lehre zeigt uns Kolbe, dass auf die Unmenschlichkeit mit dem Angebot und Opfer seiner selbst jener antwortet, der nicht anders kann - schreibt A. Sicari in seinem Buch ,,Ritratti di santi" (Bilder von Heiligen), aus dem wir Informationen für unseren Artikel entnommen haben, der sich dem Unterdrücker überlässt, der alles vom Jenseits erwartet und deswegen alles erduldet. P. Kolbe hat das Leben hingegeben, den Tod angenommen, nachdem er all seine Energie zum Bau einer anderen Welt, einer neuen Welt, um das Hundertfache hier auf Erden, eingesetzt hatte. Das Martyrium war keine fromme Flucht. Es war die Fülle all seiner Lebensenergie.
Stefania Consoli

 

*China, Indonesien, Sudan, Nigeria und Turkmenistan sind die Länder, die mehr als andere die religiöse Freiheit mit Füssen treten. Dies geht aus dem Jahresbericht von Kirche in Not hervor, der Ende Juni in Rom vorgelegt wurde. Die schlimmsten Fälle werden aus China gemeldet, wo die Unterdrückung im Umfeld religiöser Gruppen immer härter wird.
*Ermordung eines kanadischen Missionars in Jamaica. Der Jesuit Martin Royackerzs war für ein landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt verantwortlich. Er wurde Opfer von Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Banden politisch oppositioneller Parteien, die seit Jahresbeginn 543 Todesopfer gefordert haben, darunter drei Priester.
*Todesstrafe in Chile abgeschafft. Dies teilt mit Genugtuung der Erzbischof, Mons. F.E. Ossa als ,,wichtigen Schritt in Richtung Lebensschutz der Person" mit. Der Papst hat sein "Gefallen" an der Massnahme ausgedrückt.

 

"Kehrt zurück zum ersten Feuer"

Die Liebe Gottes in der Schöpfung betrachten

In zahlreichen Botschaften ruft uns Maria auf ,,... Gott, den Schöpfer, in den Farben der Natur zu verherrlichen...", jenen barmherzigen Vater, der ,,... auch in der kleinsten Blume über Seine Schönheit und über die Tiefe der Liebe, mit der Er uns erschaffen hat..." spricht (Botschaft 25.08.99).
Auch das Evangelium gibt vielfältige Hinweise, den Blick auf das grosse Buch der Schöpfung zu richten, um die Zeichen der Liebe Gottes zu erkennen, Der Seine Herrlichkeit selbst in den demütigsten Geschöpfen offenbahrt, in den ,,Lilien der Felder" (Mt. 6, 28), wo ein Strahl Seiner glänzenden Schönheit widerscheint, weit mehr als in den prächtigen Kleidern der Könige dieser Welt. Jene sind nämlich nur Menschenwerk, worin die göttliche Liebe, einzige Quelle der wahren Schönheit, von der Ursünde radikal getrübt wurde. In Wirklichkeit erstrahlt in jedem Geschöpf die Herrlichkeit des Dreieinigen Gottes, Der dem Menschen in den geschaffenen Dingen ein beständiges Zeugnis Seiner Selbst gibt. (Cost. dogm. Dei Verbum 3). In der Tat ,,Gott hat die Welt erschaffen, um Seine Herrlichkeit zu zeigen und mitzuteilen" (CCC, Nr. 319).
Das unbefleckte Herz der Königin des Friedens, welches beständig der Herrlichkeit Gottes dient und ihr Lob singt, ist vollständig offen, die Ströme der Gnade und Wahrheit, welche der Vater durch das Geheimnis der Schöpfung auf die Erde herabfliessen lässt, anzunehmen und über ihre ,,lieben Kinder" auszugiessen. "Liebe Kinder! Heute lade ich euch ein, hinaus in die Natur zu gehen, denn dort werdet ihr Gott, dem Schöpfer, begegnen. Ich lade euch heute ein, meine lieben Kinder, Gott für alles, was Er euch gibt, zu danken. Im Danken, werdet ihr den Allerhöchsten und all das Gute, was euch umgibt, entdecken..." (25.10.95). Die Gottesmutter lädt uns ein, die Liebe des Vaters zu loben, mit Dank erfüllter Seele die Schöpfung zu betrachten, um den Segen der himmlischen Freude zu empfangen, mit dem Gott ihr unbeflecktes Herz durchströmt. Auf diese Weise werden wir in jedem Geschöpf die Dreifaltige Liebe erkennen können:" Meine lieben Kinder, freut euch in allem, was ihr habt ...So werdet ihr im Leben für alles danken und Gott in allem erkennen können, auch in der kleinsten Blume. Ihr werdet große Freude erleben und Gott erfahren..." (25.04.89)
Maria erinnert uns daran, dass Gott durch die Natur zu Seinen Kindern spricht, sie unaufhörlich zum Weg der Wahrheit und Rettung aufruft:"... Gott möchte euch retten und sendet euch Botschaften durch Menschen, die Natur und durch viele Dinge, die euch nur helfen können zu begreifen, daß ihr die Richtung eures Lebens ändern sollt..." (25.03.90); "...Meine lieben Kinder, ihr sucht Zeichen und Botschaften und seht nicht, daß euch Gott mit jedem morgendlichen Sonnenauf-gang zur Umkehr und zum Weg der Wahrheit und des Heiles aufruft..." (25.09.98)
Die Gottesmutter lädt uns ein, in der Natur den Abglanz der ursprünglichen, noch nicht von einer falschen menschlichen Freiheit gestörten, vollkommenen Beziehung mit dem Schöpfer zu betrachten, um daraus Licht und Inspiration auf dem Weg zur Heiligkeit zu schöpfen: "Liebe Kinder! Ich lade euch ein, euch Gott zu öffnen. Seht, meine lieben Kinder: Wie sich die Natur öffnet und Leben und Frucht hervorbringt, so lade ich auch euch zum Leben mit Gott und zur vollkommenen Hingabe an Ihn ein..." (25.05.89); "Liebe Kinder! Heute rufe ich euch alle auf, daß ihr eure Herzen für die Liebe erweckt. Geht in die Natur und schaut, wie die Natur erwacht; und es wird euch eine Hilfe sein, eure Herzen der Liebe Gottes, des Schöpfers zu öffnen..." (25.04.93)
In ihren Botschaften greift die Gottes-mutter, wie übrigens Jesus im Evangelium auch, oft auf lebendige Bilder aus der Natur zurück, durch die das Feuer der himmlichen Liebe hindurchscheint, die ihr unbeflecktes Herz durchdringt, beim Betrachten des Wiederscheins der unbeschreiblichen Schönheit der göttlichen Liebe in der Geschöpfen. So wendet sie sich an ihre Kinder:"...Ihr seid viel schöner, wenn ihr betet, so wie Blumen, die nach dem Schnee ihre ganze Schönheit zeigen, und alle ihre Farben werden unbeschreiblich schön" (18.12.86); "Ich wünsche, daß ihr eine Blüte seid, die zu Weihnachten für Jesus blühen wird; eine Blüte, die nicht aufhört zu blühen, wenn die Weihnachtszeit vorbei ist..." (durch Jelena 21.12.84); " ...Mögen die Weizenfelder zu euch über die Barmherzigkeit Gottes zu jedem Geschöpf sprechen..." (25.08.99)
In der Mannigfaltigkeit der Geschöpfe, scheint die Gottesmutter mit besonderer Vorliebe die Blumen zu betrachten, die mit ihrer Vielfalt von Farben und Formen und kostenlosen Schönheit, dennoch eine harmonische Einheit bilden, die auf wundersame Weise das Geheimnis der Dreifaltigen Liebe widerspiegelt und verherrlicht, welches in der gesamten Schöpfung unauslöschlich eingeprägt ist.
Wiederholt lädt uns Maria ein, uns in kindlicher Freiheit und Liebe, unserem Schöpfer wie viele kleine Blumen darzubringen, erfüllt vom Duft der Tugenden, vollkommen offen und hingegeben an die Fülle des Lebens und heilbringende Wärme, die unaufhörlich von der Sonne der Gnade, dem Vater aller Barmherzigkeit ausgehen: "Liebe Kinder! Heute will ich euch sagen, daß ihr Gott eure Herzen öffnen sollt wie die Blüten im Frühling, die sich so nach der Sonne sehnen..." (31.01.85); "... Meine lieben Kinder, ich wünsche, daß ihr ein wunderschöner Blumenstrauß seid, den ich Gott zum Fest Allerheiligen schenken möchte..." (25.10.94); "... Meine lieben Kinder, ich möchte aus euch einen wunderschönen Blumenstrauß machen, bereit für die Ewigkeit..." (25.07.95).
Gottes Liebe strömt ununterbrochen durch die Natur und möchte die verletzten und unruhigen Seelen der Menschen erreichen, um sie zu heilen, mit himmlischen Frieden zu erfüllen und an sich zu ziehen. Daher ermuntert uns Maria auch in der letzten Botschaft wieder, dem Antlitz des Vaters durch eine lebendige Erfahrung der göttlichen Liebe, gegenwärtig in der Schöpfung zu begegnen:"... Findet Frieden in der Natur, und ihr werdet Gott den Schöpfer entdecken, dem ihr für alle Geschöpfe werdet danken können; dann werdet ihr in eurem Herzen Freude finden..." (25.07.01).
Gerade weil die Schöpfung ein bevorzugtes Mittel für die reine Liebe Gottes ist, um auf die Welt herabzufliessen, wird die gesamte Schöpfung miteinbezogen in den grossen kosmischen Kampf zwischen dem Licht und den Kräften der Finsternis, die alles, was das Leben und die Herrlichkeit Gottes ausdrückt, zunichte zu machen versuchen. In der Tat, wie uns der Apostel erinnert"...dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt...wir...warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden..." (Röm 8,22-23).
Maria zögert nicht, die eigentlichen Absichten Satans zu enthüllen, der durch seine zahlreichen Knechte, verblendet vom Kult des Mammons, die grundlegendsten Umweltgleichgewichte des Planeten zerstören will:"... Satan ist stark und möchte nicht nur Menschenleben zerstören, sondern auch die Natur und den Planeten, auf dem ihr lebt. Deshalb, liebe Kinder, betet, damit ihr euch durch das Gebet mit dem Gottessegen des Friedens schützt..." (25.01.91)
Deshalb ruft uns die Königin des Friedens zur königlichen Würde der Söhne und Töchter auf, die sich nicht nur darauf beschränken, die Gnaden und Segnungen des Vaters zu empfangen und geniessen, die Er kostenlos durch die Natur schenkt; sondern auch bereit sind, sich in Seinen Händen zu aktiven und wirkungsvollen Instrumen-ten des Heiles für die Brüder und Schwestern sowie für die gesamte Schöpfung machen zu lassen. Möge Sie uns die Gnade einer noch echteren und tieferen Antwort zu dieser grossen Berufung erlangen, jegliche Engherzigkeiten und Spaltungen in der Flamme Ihres Unbefleckten Herzens verbrennen, die immer noch unsere Herzen beschweren und verdunkeln, im Lichte des Lammes, das die neue Schöpfung erleuchtet.
Giuseppe Ferraro

 

* ,,Es gibt nichts Schöneres und nichts Wertvolleres als die Gegenwart der Gottesmutter mitten unter uns" bejaht Vicka, als sie diese mit Ihr verbrachten Jahre betrachtete. ,,Wir geben uns nicht wirklich Rechenschaft darüber, wieviel Gnaden an ihr Verbleiben auf Erden gebunden sind. Was mich angeht, ist das wichtigste, ihr zu dienen, weil Maria mich unter Millionen von Menschen erwählt hat, und ich werde immer fortfahren, ihr zu danken und ihre Botschaft mit Liebe zu verbreiten.
Jeden Tag gibt uns die Muttergottes eine neue Liebe, eine neue Hoffnung und die Kraft alles anzupacken. Sie kommt nur für wenige Minuten, aber sie ist so lebendig im Herzen, dass sie dich ganz hineinnimmt. Sie spricht, sie bewegt sich, lacht, sie feiert mit uns Geburtstag ... man spürt ganz und gar, dass die Gegenwart leibhaft ist und nicht nur geistig. Wir haben sie gefragt ,,Warum bist du so schön?". Und sie erwiderte voll Zärtlichkeit: ,,Ich bin schön, weil ich liebe! Beginnt auch ihr zu lieben und ihr werdet schön, sucht jedoch nicht nach Schönheit, die von aussen kommt, sondern diejenige, die aus dem Herzen stammt".

 

Notizen aus dem gesegneten Land

Das Fest der Jugend in Medjugorje
Zusammen mit Maria
in Weisheit und Liebe wachsen

,,Lieben und geliebt werden ist der tiefste und fundamentale Wunsch eines jeden Menschen. Es braucht nicht gesagt zu werden, wie wichtig die Liebe und das Angenommensein innerhalb der Familie, der Schule des Lebens, ist. Das Fehlen von Liebe und Angenommensein innerhalb der Familie hinterlässt sehr tiefe Wunden. Man weiss sehr gut, dass das Kind ab der Empfängnis weiss und empfinden kann, ob es mit Liebe angenommen ist oder nicht. Die Herzen, die sich der Liebe öffnen, so wie die Natur sich auftut, zeigen als erstes ihre Liebe im Innern der Familie. Die Liebe rettet die Familie aus der Unordnung und dem Hass und bringt in sie den Geist des Gebetes zurück. Durch das Gebet wird Gott den einen wie den andern die Kraft zu lieben geben".
Es ist schön, unsern Kommentar zum 12. Jugendfest vom 31. Juli bis 6. August mit den Worten zu beginnen, die Pater Slavko bei anderer Gelegenheit gesprochen hat. Er war u.a. der eigentliche Initiator des Jugendfests. Eloquent zusammenfassend hilft uns P. Slavko zu verstehen, dass die Liebe die Mitte unseres Lebens und wie wichtig dabei die Familie ist, der bevorzugte Ort, wo die Liebe geboren wird, wächst und Frucht trägt.
Während des ganzen Festes waren die Jugendlichen eingeladen, verschiedene Gesichtspunkte dieser Themen zu überdenken und jeden Tag für ein besonderes Anliegen zu beten: für die Väter, die Mütter, die Kinder, die Brüder und Schwestern - gestützt durch den Aufruf Mariens, die uns in ihren Botschaften sagt: ...liebt in erster Linie eure Angehörigen ..." (Botsch 06.06.1985), ,,"... ich lade euch ein, die Liebe in euern Herzen und in unsern Familien zu entdecken" (Botsch vom 25.11.1995). Maria weiss gut, wie wichtig für uns ihre Einladung zur Liebe ist, und dass wir teilnehmen am Liebesprozess, der am Wiedererwachen ist. Darum wiederholt sie uns immer wieder, dass sie uns mit Mutterliebe liebt. Die mütterliche Liebe ist grundlegende Lebensbedingung. Es ist diese Art von Liebe, die wirksam und notwendig ist für die Schaffung neuen Lebens. Ohne diese Liebe kann das Leben weder beginnen noch überleben.
Die Liebe ist auch der Brunnen des Friedens... Dieses Jahr wurde zum Jahr des Dialogs erklärt. In seiner Botschaft zum Welttag des Friedens ,,Dialog unter den Kulturen für eine Zivilisation der Liebe und des Friedens" lädt der Heilige Vater die ganze Welt ein, ,,konkrete Schritte" zu verwirklichen ,, um Frieden und Verständigung zwischen den Völkern voranzutreiben". Der Papst wendet sich im besondern an die Jungen, ,,die Zukunft der Menschheit" und "die lebenden Bausteine der Zivilisation der Liebe" indem er sagt: ,,Ich bewahre im Herzen die Erinnerung an die bewegende Begegnung voller Hoffnung, die wir im letzten Jahr am Weltjugendtag im Rom (Jubiläum der Jugend 2000) erleben durften. Eure Teilnahme war freudig, aufrichtig und vielversprechend. Der Herr gab mir die Gnade, - im Mosaik der Vielfalt eurer verschiedenen Sprachen, Kulturen, Gewohn-heiten und Geisteshaltungen - das Wunder der Universalität der Kirche zu betrachten, ihre Katholizität, ihre Einheit. Durch euch habe ich eine wunderbare Harmonie der Verschiedenheiten im selben Glauben gesehen, in derselben Hoffnung, derselben Liebe...
Das ist es, was auch in Medjugorje in diesen Tagen zu sehen war, wo 10.000 junge Menschen aus allen Kontinenten Schulter an Schulter über den Vorplatz zur Kirche drängten. Simultanübersetzungen in gut 15 Sprachen waren vorhanden, aber eigentlich hörte man in 22 verschiedenen Sprachen reden. Es schien als wären eben diese Jugendlichen die Adressaten der Worte des Papstes: "Geliebte Junge Menschen aller Sprachen und Kulturen, vor euch liegt die delikate und fordernde Aufgabe, in Wert-schätzung aller Männer und Frauen, fähig zu sein, die Solidarität, den Frieden und die Liebe zum Leben zu leben. Seid Erbauer einer neuen Menschheit, in der Brüder und Schwestern, Glieder einer einzigen Familie, endlich im Frieden werden leben können.
Maria lehrt uns stets, dass, wenn wir eine neue Welt aufbauen wollen, alle Individuen dazu eingeladen sind: die Familien, die Gruppen, die ganze Kirche und die ganze Welt. So wie die Botschaft vom 6. Juni 1985 es formuliert: ,,Liebe Kinder, in den nächsten Tagen werden in diese Pfarrei Menschen aus allen Nationalitäten kommen. Und jetzt lade ich euch zur Liebe ein: liebt in erster Linie eure Angehörigen, und so werdet ihr alle, die kommen, aufnehmen und lieben können".
Alles was die Muttergottes sagt, sagt sie im Namen Gottes - hält Pater Slavko in seinen Schriften fest. Maria ist Prophetin und ist die Königin der Propheten, und Prophet ist, wer im Namen Gottes spricht. Darum gelten die Worte der Propheten nicht vorab künftigen Ereignissen, sondern Prophet sein, heisst im Namen Gottes sprechen. Darum sind jede Mutter und jeder Vater in erster Linie Propheten, die ihren Kindern den Willen Gottes, die Liebe Gottes, die Barmherzigkeit, die Pläne Gottes kund tun und die Mittel, durch die diese Pläne sich verwirklichen lassen. Gott hat Maria die Pläne anempfohlen, die sich nur mit unserem Mittun verwirklichen werden. ,,Ihr habt mir geholfen durch euer Gebet meine Pläne zu verwirklichen. Fährt fort zu beten, damit diese Pläne sich vollends erfüllen (Botsch 27.09.1984).
Am Hochaltar folgten sich viele ,,Zeugnisse der Liebe": Priester, Ordens-leute, Jugendliche, die Seher ... sie berichteten, wie die Begegnung mit der Liebe Gottes ihre Leben geleitet hat und wie sie fortfährt, diejenigen zu verändern, denen sie der Herr begegnen lässt. Besonders Sr. Elvira von der Kommunität ,,Cenacolo" hat die jungen Menschen dazu ermuntert, sich gegenseitig zu helfen, damit sie verstehen, dass die wahre Liebe die ist, die sich für die andern hingibt.
Red.

*Neuer Provinzial - Ende Juni wurde Fra Slavko Soldo, z.Zt. Kustos der Franziskanerprovinz der USA, zum Provinzial der Franziskanerprovinz der Herzegowina gewählt. In dieser Funktion ersetzt er den jetzigen Provinzial, Fra Tomislav Pervan.

Gerufen Licht zu sein

Um zu erfahren, was die Jungen erleben wenn sie sich gerufen fühlen, Gottes Liebe zu entdecken, ist es notwendig, jemanden zu fragen, der diese Erfahrung persönlich gemacht hat. Im folgenden Interview erzählt uns Fra Jean Uriel Frey, Mitglied der Kommunität der Seligpreisungen, seine in Medjugorje gewonnene Bekehrung, und wie er seinen ,,Schatz" mit andern Jungen teilt.

Ich heisse Jean Uriel, bin Deutsch-schweizer, in Luzern geboren und 32 Jahre alt. Vor 12 Jahren hörte ich meinen ältern Bruder über Medjugorje reden, als er mich einlud, hierher zu pilgern. Ich habe zugestimmt ohne zu wissen, was an diesem Ort wirklich vorgeht. Ich erinnere mich, als wäre es gestern, dass ich seit dem ersten Tag die Gnade Gottes auf mir spürte. An einem bestimmten Punkt dieses ersten Tages habe ich die kleine Gruppe, mit der ich gekommen war, verloren. So, ganz allein hinter der Kirche, bin ich der Liebe begegnet und der grossen Barmherzigkeit Gottes. Ich weinte alle Tränen, die in mir waren. Sie drückten nicht nur meinen Schmerz aus sondern auch die Freude und die Dankbarkeit gegenüber dem Vater, der mich so liebt, wie ich wirklich bin.
Dieser Augenblick, diese Hoffnung haben mich für mein ganzes Leben gezeichnet. Nicht sofort, doch Schritt für Schritt, konnte der Herr in meinem Herzen wirken. Langsam begann ich die Rolle der Jungfrau Maria in meinem Leben und ihren Auftrag innerhalb der Kirche zu entdecken. Ich begab mich in ihre Schule und suchte nach meiner Berufung; einige Jahre später hörte ich sehr klar den Ruf zum Priestertum und zum religiösen Leben in der Gemeinschaft der Seligpreisungen, wo ich nun seit 7 Jahren lebe. Am Fest Mariä Himmelfahrt habe ich feierlich meine Gelübde gesprochen.
Mehrmals bin ich nach Medjugorje zurückgekehrt. Jetzt bin ich hier mit einer Gruppe von 170 französischen jungen Leuten, einigen Italienern und Deutschen, um am Jugendfest teilzunehmen. Was mich betroffen macht, ist, wie es auch die andern Male war, dass ich mich sofort von der Gegenwart Mariens umgeben spürte. Wenn ich mich der Kirche nähere und die jungen Menschen sehe, die in der Rotunde beten, habe ich den Eindruck, dass der Mantel der Madonna sie alle deckt, und dass alle die Gnade finden, Gottes Kinder zu sein.

F. Was suchen die jungen Leute in Medjugorje und was finden sie?

Die Jugendlichen suchen in der Tiefe nach Gott, auch wenn sie es manchmal nicht direkt ausdrücken. Viele sagten mir, dass sie zufällig gekommen seien, und dass sie selber das Warum nicht wüssten; aber ich denke, dass in ihnen die Suche ist nach ,,etwas mehr", etwas, das ihrem Leben wirklich Sinn geben kann, und für das sie keinen Namen haben. Ich glaube, dass die meisten Jugendlichen in Medjugorje die Sicherheit finden, von Gott tief geliebt zu sein, so wie sie sind ... Zugleich entdecken sie, dass dieser Vater voll Güte und Liebe ihnen auch eine Mutter gegeben hat, die ihnen hilft auf ihrem Glaubensweg. In Medjugorje finden sie eine sehr einfache, brüderliche und lebendige Kirche. Am Jugendfest atmet man denselben Geist wie am Weltjugendtag, wo eine grosse Verschiedenheit anzutreffen ist, die vielen Nationalitäten, Menschen jeder Art, Gebetsgruppen unterschiedlichster Herkunft, und alle sind eingebunden in dieselbe Gnade, denselben Glauben und die Sicherheit, Kinder Gottes und der Jungfrau Maria zu sein.

F. Wie lieben Jugendliche zu beten?

Ich bin sehr überrascht, weil ich dieses Jahr realisiert habe, dass die Art zu beten, besonders am Weltjugendtag, geprägt ist von grösster Einfachheit und Öffnung. Ich bin glücklich zu sehen, wie die Verantwortlichen der Gruppen und des Festes so viele verschiedene Prediger unter sich mit offenem Herzen aufnehmen, und wie gerade die Prediger harmonisch einen einzigen Leib bilden, ohne sich zu widersprechen, ohne unter sich zu wetteifern. Man erlebt eine grosse Freiheit, und den Leuten wird es durch den Gesang leicht gemacht, mit dem ganzen Leib und den Gesten zu beten. Die Jungen sind sehr empfindsam dafür, weil sie mit Natürlichkeit ausdrücken können, was in ihren Herzen wohnt.

F. Was sagst du den Jungen, die spüren, dass sie gerufen sind, Gott näher zu kommen? Wie begleitest du sie, was rätst du, damit sie in ihrem Innern die Berufung verstehen?

Öfter schon habe ich gesehen, wie junge Menschen in Medjugorje starke Erfahr-ungen durchleben, die sie unvorbereitet treffen. Vielen bin ich so begegnet, darunter einem Mädchen, Veronique, die gekommen ist, weil ihre Cousine sie eingeladen hatte, und die nicht einmal wusste, warum sie kam. Wir reisten im selben Bus und sie war sehr erstaunt, verwundert, alles erschien ihr fremd, sie verstand nichts von dem, was wir taten, ... aber als wir ankamen, war auch sie sofort von der Gnade ergriffen und entdeckte die Schönheit und die Freude zu glauben. In wenigen Tagen machte sie einen unerhörten Weg! - Die häufigste Frage, die die Jugendlichen mir stellen, ist: was geschieht nach diesen Tagen hier in Medjugorje, wenn wir wieder zu Hause sind?
In den persönlichen Gesprächen raten wir den jungen Menschen, zu versuchen, daheim jeden Tag eine kurze Zeit im persönlichen Gebet mit Gott zu leben und wenn möglich sich einer Gebetsgruppe anzuschliessen, wo sie ihre eigenen Erfahrungen austauschen können, so wie die Muttergot-tes es uns in ihren Botschaften rät. Maria gab uns die fünf Instrumente, die nunmehr allen bekannt sind, aber nicht immer fällt es jungen Menschen leicht, z.B. das Fasten zu leben. Sich in einer kleinen Gebetsgruppe wiederzufinden kann ihnen helfen, die in Medjugorje erhaltene Gnade zu leben, so dass sie langsam die Wurzeln ihres Lebens durchdringt und umwandelt. Ich möchte noch etwas beifügen: unsere Pilgerfahrt stand unter einem besondern Thema - ,,Lasst euch vom Geist leiten" (vgl. Gal 5,16). Ich sehe, dass hier in Medjugorje christliches Leben leicht gemacht wird. Häufig sagen die Jugendlichen, dass es anspruchsvoll ist. Auch zeigt unsere Erfahrung, dass es häufig nicht leicht ist, Christus in unserm Alltag nachzufolgen, mit all dem, was uns die Welt vor Augen führt; aber wir spüren auch, dass durch Maria alles einfacher wird. Wahrlich, diese Mutter, die uns bei der Hand nimmt, hilft uns mit grosser Zärtlichkeit und Einfachheit Christus nachzufolgen. Sie, die erfüllt ist vom Heiligen Geist, hilft uns, alles in der Kraft des Geistes und nicht kraft unsrer Fähigkeiten zu tun. Ý

F. Die Erfahrung des charismatischen Gebets stösst ein wenig in Richtung Lobgebet, Gebet der Freude. ÝÝWie sprecht ihr zu den Jugendlichen vom Kreuz, wie begegnet ihr in eurer Spiritua-lität dem Leiden, gelebt als Element von Miterlösung und von Rettung?

Für uns in der Kommunität hat das Kreuz einen sehr wichtigen Platz. Es ist wahr, dass in Medjugorje in diesen festlichen Tagen am offensichtlichsten die aus dem Geist der Brüderlichkeit gelebte Freude ist. Aber ebenso wahr ist, dass wir noch nicht auf den Kreuzberg gestiegen sind; wir werden es zusammen mit den andern tun anlässlich der Abschlussmesse des Jugendfestes. Aber aus meiner frühern Erfahrung weiss ich, dass die Pilger mehrheitlich sehr betroffen sind vom Kreuzweg auf den Kricevac, auch wenn es menschlich gesehen oft schwierig ist, den Kreuzweg zu gehen.
Für mich ist dies der Beweis, dass Maria nichts anderes tut, als uns zu Christus hinzuführen; wie schon gesagt, sind es 12 Jahre her, seit ich Jesus und seiner Liebe begegnet bin, und damals war es für mich schwierig, die Stellung Mariens zu verstehen: ich brauchte Zeit. Für mich ist ihre Rolle in der Kirche, aber ihr einziger Wunsch ist, uns zu ihrem Sohn und in die Arme des Vaters zu bringen. Es überrascht mich darum nicht, dass viele junge Menschen Christi Liebe auf dem Kreuzweg entdecken, weil im Tod am Kreuz Gott seine grösste Liebe für einen jeden von uns gezeigt hat.

F. In deiner Familie seid ihr vier Söhne und alle geweiht ...

Alle Taten Gottes verwirklichen sich immer in grösster Einfachheit. .. Jeder von uns Brüdern (darunter eine Schwester) wurde ins geweihte Leben gerufen. Aber dies geschah auf ganz natürliche Art! Ich muss zugeben, dass es den Leuten, wenn sie davon hören, ziemlich fremd vorkommt, manchmal schockierend, aber es ist wichtig zu sagen, dass dies zur persönlichen Geschichte jedes Einzelnen gehört.
Der Herr vollbringt die Dinge auf sehr zarte Weise, ganz natürlich; jeder von uns wurde in einer andern Gemeinschaft ins geweihte Leben gerufen, verschiedene Farben tragend (unser Kleid verrät es!), und dies geschah nicht von einem Tag auf den andern. Jeder von uns wuchs mit der Gnade Gottes auf. Ich benutze die Gelegenheit, Ihm ein ganz grosses Danke zu sagen für den Ruf, den er uns geschenkt hat. Für mich persönlich ist dies eine grosse Freude und ich denke, es ist auch so für meine Brüder. Ich danke Ihm auch für unsere Eltern: sie sind keine aussergewöhnlichen Menschen, ich würde sagen, sie sind wie andere auch, aber es ist wahr, dass es ihnen gelungen ist, sich dem Willen Gottes zu öffnen und stets offen zu bleiben für alles, was Gott durch sie im Leben ihrer Kinder wahr machen wollte. Mit Bereitschaft und in Einfachheit haben sie unsere Berufung angenommen.

F. Was willst du uns noch sagen?
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um alle einzuladen, sich in die Schule der Madonna zu begeben, zuzuhören, was Sie uns sagen will. Heute, am 5. August, feiert man ihren Geburtstag (sie selber hat in einer Botschaft diesen Tag so bezeichnet), und ich denke, es ist die grösste Freude jeder Mutter, zu wissen, dass ihre Kinder glücklich sind. Der einzige Wunsch auch Mariens ist, uns glücklich zu wissen. Um in dieser Seligkeit zu sein, in dieser Freude der Kinder Gottes, müssen wir uns durch sie leiten lassen: sie wird es sein, die uns am Glück teilhaben lässt, dass Christus unser Retter ist.
Endlich möchte ich alle jungen Menschen einladen, nach Medjugorje zu kommen, besonders zu den Tagen des Jugendfests. Den ,,Grossen" würde ich sagen, sie sollten nicht zögern, die Reise als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk zu offerieren, so wie mein grösserer Bruder es mir das erste Mal angeboten hat. Ohne ihn wäre ich vermutlich nie gekommen und hätte nie das erleben können, was ich hier erlebte ... Ich ermuntere euch also, kreativ zu sein, um diese Reisen zu ermöglichen, um andern jungen Menschen zu erlauben, die Freude zu erleben, sich von der Königin des Friedens geliebt zu wissen,
Red.

Durch die Liebe verklärt

Ein runder, voller, ganz weisser Mond beleuchtete die grossen Steine des Kricevac, auf die Tausende von Füssen traten, um den ,,Berg des Kreuzes" zu ersteigen, der sich rasch in einen ,,Tabor" verwandeln würde ...
In Gebet, in Schweigen, einer hinter dem andern, verdienten die Jugendlichen sich ihren Platz, von dem aus sie nach der Gebets-wache an der Messfeier teilnahmen im Schatten des grossen Kreuzes, das Medjugorje überragt. Es ist der letzte Tag des Jugendfests. Im Herzen ein Stück Bedauern wegen der bevorstehenden Abreise, aber auch viel Freude und Dankbarkeit für das, was sie in diesen Au-gusttagen erhalten hatten.
Die Gräser, die die Steine des Kricevac säumen, dufteten stark und eindringend: Salbei, Thymian, Minze, wilder Majoran ... Düfte alter Erinnerungen, die den Geist zu jener wohlriechenden Salbung zurückführte, mit dem die Sünderin Jesu Füsse gepflegt hat (vgl. Joh 12,3). Auch sie, die Jugend-lichen, mit ihrem Enthusiasmus, der angeborenen Fähigkeit, sich von der Gnade einnehmen und führen zu lassen, waren in diesen Tagen ein Wohlgeruch für den Leib Christi: dieser lebendige und bebende Körper, sein mystischer Leib, die Kirche. Ein oft verwundeter Leib durch Indifferenz und Lauheit der vielen, die, obwohl sie sich Christen nennen, ihrem Herrn nur wenige Brosamen ihres eigenen Seins schenken, ein paar Schnipsel in der Hetze einer Zeit, die zwischen unsern Händen zerrinnt
Die Jugendlichen dagegen verstehen, lebendiges Glied am Leib Christi zu sein. Sie sind fähig, sich auf natürliche Art seinem Herzen zu nähern und dort die Liebe zu erreichen, die sie alsdann mit grosser Spontaneität und Aufrichtigkeit an andere weitergeben, durch Gesicht, Lächeln, einen Blick, Gebärden... von Konventionen frei und ausschliesslich vom Wunsch bewegt , echt, authentisch, wahr zu sein.
Sie sind hierher gekommen auf der Suche nach ihrem Haupt, Jesus, weil sie wissen, dass nur Er sie als die nimmt, die sie sind: zerbrechlich, schwach, unsicher, verängstigt. Es sind dieselben jungen Menschen, die die Welt jedoch stark will, selbstsicher, aggressiv, um ihre kleine Portion Macht in einer immer individualistischeren und konsumgierigeren Gesell-schaft zu erobern. Man kämpft um alles, verzehrt alles bis zu den eigenen Gefühlen und der eigenen Würde. Jesus dagegen stellt sich vor als ihre Freiheit, wo jeder sich selber, jeder sein wahres Gesicht entdecken kann und sich erwählt spürt, gerufen in einem Frieden zu leben, der sich nicht verzehrt, weil er aus der Ewigkeit stammt. Aber hier in Medjugorje ist neben dem Sohn die Mutter mit ihrer ganz besondern Gegenwart. Es ist Sie, die aufnimmt, die umarmt und den Weg weist, um den Emanuel zu finden, den Gott mit uns... Es ist darum gar nicht selten, lange Reihen vor den Beichtstühlen anzutreffen, das freudige Verlangen nach der Eucharistie auf dem Antlitz zu sehen, die tiefe und anbetende Sammlung vor dem Allerheiligsten Sakra-ment ... Maria zeigt den Weg zu den Sakramenten, zum Wort Gottes, zum Opfer - derselbe Weg den der Meister vorangegangen ist - und die jungen Menschen folgen ihm.
Eine glühendheisse Sonne entzündete alles, aber ihrer Hitze gelang es nicht, den Wunsch zu vernichten, jede Widrigkeit an-zunehmen, selbst die des eigenen Seins. Dies ist die Art, wie sie das Opfer angehen: mit Natürlichkeit, Spontaneität, es erleben als Teil ihrer eigenen Existenz, und damit ausharren lernen. Es ist im Annehmen, dass alles leichter wird.
Der Weg zum Kreuz wird immer steiler, fordert den ganzen Körper, aber die singenden und betenden Stimmen zu hören, macht die Füsse wundersam leicht. Man wünscht die letzten Augenblicke der Gnade auszukosten, von der Medjugorje in diesen Tagen überströmt: eine kraftvolle, bebende, fast berauschende Gnade. Aber sie ist auch ,,verdient". Die jungen Menschen sind fähig, ihr Inneres ohne viele Wenn und Aber zu öffnen, so wie sie sich dem neuen Leben und der Zukunft auftun. Diese Öffnung lockt Gott übermächtig an, Er kann gar nicht widerstehen... die Liebe fühlt sich wie ,,magnetisch angezogen" von der Seele, die sich nicht scheut, ihren Durst nach Ihr auszudrücken, ihren Drang nach dem Unendlichen, dem Ewigen. Da wird der Himmel eins mit der Erde, durchdringt die Herzen, belebt sie und lässt sie seinen Glanz wiederspiegeln. So erfüllen die Jugendlichen das Mandat, das ihnen der Heilige Vater zur Vorbereitung des Weltjugendtags vom kommenden Jahr übertragen hat: ,,Seid Salz und Licht für die Erde!"
Der Horizont wird hell. Jetzt ist es der Morgen, der die übernächtigten Antlitze aufscheinen lässt, die Zufriedenheit und Freude am Leben verkünden, hier, auf ihrem ,,Tabor", verklärt von der Liebe Jesu.
Stefania Consoli

Den in Medjugorje versammelten Jugendlichen hat Jelena von ihrem Glaubens- und Gebetsweg in der Schule Mariens erzählt. Zusammen mit ihr bezeugte Marjiana, dass die Muttergottes sie zusammen auserwählt hatte, damit ihre Anlagen sich gegenseitig ergänzen und dadurch, dass beide ein Herz und eine Seele sind, sich verstärken. Die Muttergottes sagte zur Gruppe: ,,Ich liebe diese Gebetsgruppe sehr. Ich wünsche nur, dass sie mir ihr Herz öffnet und sich mir überlässt und gegen Satan kämpft."

 

,,Von Kind an habe ich viel gebetet ..."
von Jelena Vasilj

Ich war zehn Jahre alt, als in meinem Innern etwas Neues begann, eine Gabe Gottes, die mich befähigte, in meinem Innern Maria und Jesus zu hören und zu sehen. Vielleicht wissen nicht alle, dass auch unsere Seele einen Gesichts- und einen Gehörsinn hat, und dass Gott sich durch diese innern Sinne kund tut. Das ist ein Geheimnis für unsere physischen Sinne, aber dieses offenbart sich allen, die beten und glauben. Schon als Mädchen habe ich viel gebetet. Heute sagt meine Mutter, dass ich als Kind besser war, was heissen will, dass ich auch heute Gott mit dem gleichen Eifer suchen muss, sonst könnte ich Gefahr laufen, Ihn zu vergessen.
Die Gabe, die ich erhalten habe ist nichts Neues und nichts Fremdes. Es gibt viele Spirituelle, Alte und Junge, die im Verlauf der Geschichte diese Gabe hatten. Denken wir an die hl. Therese von Avila oder an den hl. Johannes vom Kreuz, der sie stolz als eine ,,inspirierte Theologie" auslegte. Da ich die Gabe persönlich bekam, ordne ich mich nicht in eine besondere Kategorie ein, im Gegenteil: es sind die Kranken, die den Arzt brauchen, aber sie müssen ihn auch suchen, müssen wissen, dass sie ihn nötig haben.
Wie ich schon sagte, war diese Erfahrung nicht nur für mich sondern für die ganze Gebetsgruppe, welche Maria in Medjugorje persönlich leitete. Die Jungfrau Maria wünschte, dass die Jugendlichen der Pfarrei sich für vier Jahre versammelten und sich ihr gänzlich zur Verfügung hielten. Ich muss sagen, die Madonna war sehr anspruchsvoll: sie gab präzise Weisungen und förderte das gemeinsame Wachsen. Der hl. Augustinus sagt: ,,Gib mir einen Menschen der liebt, und er wird mich verstehen". Und wir liebten Maria wirklich und hatten Vertrauen in sie, auch wenn sie wahrhaft alles von uns verlangte: keine Zeit für den Fernsehapparat, Verzicht auf verschiedene schlechte Gewohnheiten ... Ich erinnere mich, wie sie uns sogar sagte: kümmert euch nicht um Kleider, all das wird euch gegeben.
Nun wünschte sie von uns eine innere Freiheit und sagte uns, dass der Hauptgrund unsrer Verschlossenheit unsere Sorge um weltliche Dinge ist, und auch Jesus sagte uns: ,,Es sind jene, die mit Freude empfangen, aber dann in den weltlichen Sorgen den Samen leicht ersticken". Der Same war schon ausgesät, aber wenn wir nicht unser Herz dem Angriff des Bösen verschliessen können und eifersüchtig die Reinheit und den Frieden bewahren, kommen bald die Vögel und picken den Samen auf. Wir können an uns selbst denken wie an die Erde; der Pflug öffnet sie, der Same fällt in die Furche, die gleich wieder geschlossen wird, damit die Frucht wachsen kann. Das bedeutet: Wir müssen uns für Gott öffnen, sein Wort hören, aber wenn uns egoistische Worte überfallen, müssen wir unsere Ohren schliessen. - So haben wir viele Stunden im Gebet verbracht, gemeinsam an der Eucharistiefeier teilgenommen und sind auf den Kricevac gestiegen. Die Muttergottes hielt uns an, jeden Tag drei Stunden zu beten, inbegriffen die hl. Messe. Zusammen mit der Gruppe beteten wir dreimal und ferner drei Stunden mit der Familie.
Die Muttergottes folgte uns jeden Tag. Marjiana zog sich zum persönlichen Gebet zurück und empfing die Botschaft für die Gebetsgruppe, bei mir tat sich häufig die Stimme kund während des gemeinsamen Gebets. Was hat uns Maria gelehrt? Sie lehrte uns beten, mit dem Herzen zu be-ten. Aufrichtig und ununterbrochen zu beten. Sie lehrte, dass das Gebet der brennende Wunsch Gottes ist, denn Gott ist unsere Fülle. Sie hat uns keine neuen Gebetsformen gegeben. Es ist klar, dass es das Gebet ist, das uns erneuern muss. Maria hat uns nicht gelehrt, zu beten, um den Frieden zu erhalten oder unsere Probleme zu lösen, sie hat uns vielmehr gelehrt, uns selbst zu ändern. Deshalb ist das Gebet nicht nur eine Erfahrung, die aufhört wenn die Süssigkeit des Gebets sich verringert. Das Gebet ist ein Weg, und oft ein beschwerlicher. Der erste Schritt besteht immer in der Aufrichtigkeit vor dem Antlitz Gottes, und Maria sagte uns sogar, ob unser Gebet erhört werde, hänge von unsrer Aufrichtigkeit ab. Wenn wir ins Gebet eintreten, und das tun wir zu Beginn jeder hl. Messe, müssen wir Gott unsere Schwächen kund tun. Wir wenden uns an ihn, damit wir um unsre Niederigkeit wissen aber auch um seine Grösse. Natürlich genügt es nicht, nur auf unsere Schwächen zu schauen, Gott ist viel, viel grösser als unsere Schwachheit, und wir dürfen nicht zugeben, dass unsere kleinen Schwächen Gottes Grösse verbergen. Darum verbindet uns und heilt Gott unsere Wunden mit seinem Wort und schliesslich mit seinem Leib.
Das Wort Gottes ist ein Schatz, den wir in unserm Innersten tragen müssen. Dieses Wort nährt uns und schafft von innen heraus. Es muss unsere Seele, unsere Sinne, unser Gedächtnis ausfüllen, muss unser werden. Wir müssen uns öfters prüfen, welche Worte in uns wohnen. Häufig dreht es sich ja nur um unsere Worte.
Können wir nein sagen zu unsern negativen Gedanken und gegenüber dem Bösen? Oder verschliessen wir uns in einem dauernden Monolog? Sind wir mit Jesus verbunden in unsern Gedanken oder verfallen wir ständig unsern Gedanken, die dann schliesslich nur Gedanken sind? Gott steht in unserm Innern und nur das Wort Gottes kann uns lehren, auf seine Stimme zu hören.
Sofort nach dem Zuhören lehrte uns Maria zu bitten, wirklich, wir müssen bitten lernen. Die heilige Schrift lehrt uns bitten, d.h. vorab den Willen Gottes zu suchen.
Endlich, und über allem, lehrte sie uns zu danken, jede Begegnung mit Gott muss sich in Dank verwandeln, in eine dauernde Danksagung. Danksagung ist wirklich ein Zeichen geistiger Reife, Zeichen, dass unser geistlicher Blick heilt, dass das Evangelium sich schon eingewurzelt hat in uns, Zeichen, dass wir verstehen, dass die warme Sonne nicht morgen leuchten muss, nur weil sie heute leuchtet, sondern dass sie leuchtet, wenn Er es will oder es gestattet. Deshalb lehrte uns die Madonna, den Herrn zu preisen, nie zu vergessen, dass seine Werke gut sind und viel grösser als das Böse, das uns begegnen kann.
Ihr seht, heute spreche ich nicht mehr wie ein kleines Kind und habe ein anderes Verständnis, ich sehe klar den Schatz, den Maria uns geschenkt hat, und den sie ebenso hier und jetzt, uns und euch, schenkt. Aus solchem Bewusstsein erwacht die Dankbarkeit und die innere Sicherheit. Ich weiss, wir haben das Reich Gottes gefunden, und es ist wirklich der Mühe wert, alles zu verkaufen und diese wertvolle Perle zu kaufen und so wahrhaft weise zu sein. Es ist wirklich nicht nötig, auf das Alter zu warten, um in das Geheimnis des göttlichen Lebens einzutreten. Im Gegenteil, die Zeit der Jugend ist die geeignetste Zeit , sich Jesus zu schenken. Und Maria selbst erhärtet dies; sie erwählt sich die Jugendlichen und die Kinder.
Im Volksmund sagen wir ,,Frag die Alten, was sie in der Jugend getan haben". Deshalb dürfen wir nicht so denken, wie Leute, die allein mit den Schwierigkeiten im Leben fertig werden müssen, sondern wir müssen über sie hinweg schauen, denn des Lebens Fülle ist nicht hier und wird nie hier sein, so lange wir im Irrtum leben, sie sei hier auf dieser Welt. Sie beginnt zwar hier, aber verwirklicht sich nicht hier. Deshalb ist es gut, wenn wir uns heute enttäuscht fühlen, wenn wir endlich entdeckt haben, dass wir nicht auf die andern zählen können, auch nicht auf uns selbst. Dies ist auch ein Zeichen, dass wir auf gutem Weg sind. Unser Gott ist ein eifersüchtiger Gott, er sucht seinen Platz in unserem Sein, und nichts kann dies ändern, so dickköpfig wir auch sein mögen. Wir wollen auf den Herrn vertrauen und demütig erkennen, dass seine Vorsehung uns leitet. Lasst uns fröhlich sein, weil er der Grösste unter uns ist, und weil seine Weisheit die unsere übersteigt. Freuen wir uns, irdene Gefässe zu sein, die seine Zärtlichkeit über alles hinaus gut kennt.
Maria spricht oft von der Zeit der Gnade, und ich denke, dass unsere Jugendzeit diese Zeit der Gnade ist, weil uns Gott viele Gaben geschenkt hat, vor allem das Geschenk der Liebe. Die Liebe ist das, was der junge Mensch kennt und wünscht. Unsere Freunde sind alle für die Liebe und vollkommen offen für sie. Deshalb ist es schön, jung zu sein, aber es ist auch gefährlich, weil die Welt ein junges Herz verändert. Darum kann ein Herz sich verletzen aber auch heilen. Der hl. Augustinus sagt: ,,sag mir was du liebst, und ich sage dir, wer du bist". Wir müssen uns ernstlich fragen: wo ist unsere Liebe? Wählen wir immer den Weg mit den kleinsten Problemen, den geringsten Widrigkeiten? So altern wir vor der Zeit! Doch mit dem Glauben an Jesus müssen wir den Mut haben, uns über all dies zu erheben. Wir Jungen können dies, wir sind nicht geschaffen, um uns mit den Brotkrumen dieser Zeit zufrieden zu geben, wir sind für den Heldenmut geschaffen. Wir dürfen nicht erlauben, dass das Gewicht dieser Zeit uns erstickt. Natürlich sind Einsamkeit und Leiden nur ein Teil unseres Weges. Jesus gibt uns auch die Wegzehrung, das ist sein Leib, Heilmittel, wenn wir uns auf dem Weg verletzen, nämlich die Beichte und dann die Kommunion, die geboren wird, wenn wir alle in Ihm sind, oder auch im Gebet mit der Familie, mit den Freunden... Aber Jesus muss immer der Mittelpunkt sein, sonst wird alles, was wir unternehmen, zerfallen.

 

Junge Leute aus dem Osten
evangelisiert den Westen!

Es mag paradox erscheinen, die Einladung an die Jugendlichen jener Länder, die eben erst befreit wurden vom kommunistischen und gottlosen Regime, das ihre Gewissen und auch ihren Geist unterdrückte.
Und doch hat P. Daniel-Ange, französischer Priester und Gründer der Gemeinschaft ,,Jeunesse - Lumière" kräftig den Aufruf unterstützt, dass sie Missionare in den Ländern der alten, katholischen Welt sein sollen, die leider einen starken Glaubenszerfall unter den jungen Genera-tionen erleidet. In Medjugorje waren die Jungen aus den östlichen Ländern die am zahlreichsten vertretenen, darunter auch eine ansehnliche Gruppe von Russen, die endlich auch nach Medjugorje kommen konnten, um von den Gnaden zu schöpfen, welche die Muttergottes für ihre Kinder aufbewahrt hat, besonders für jene, die die Glaubensfreiheit entbehren mussten.
In Fatima bat die heilige Jungfrau um die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz, wohl wissend, dass es nur so möglich würde, vielen Menschen den Weg ihres Glaubens wieder zu öffnen; die fähig sind, ihn aus der Tiefe zu leben, wie es uns die religiöse, russische Tradition zeigt. ,,Maria ist wie ein Fluss, der durch ein Bett aus verschiedenfarbiger Erde fliesst. Das Wasser ist das gleiche, übernimmt aber die Farbe der Erde, die es durchfliesst", sagt P. Daniel-Ange. In russischer Erde gewinnt die Muttergottes kräftige, ursprüngliche Far-ben, geprägt von der grossen Liebe, welche dieses Volk immer für Sie hegte, insbesondere unter den orthodoxen Gläubigen.

 

Jetzt ist Medjugorje alles für mich

Wir haben eine junge Frau aus Moskau befragt, die am Fest war, um direkt von ihr zu hören, was es für sie bedeutet, den Glauben und die Hoffnung im Herrn, der jeden Menschen liebt, wieder zu finden.

Ich muss zugeben, dass nach dem anfänglichen Wiedererwachen des Glaubens mein Gebet ausschliesslich Jesus Christus galt. Er hatte den ersten Platz, und es kam mir nicht einmal in den Sinn, zu seiner Mutter zu beten. Vor zwei Jahren war ich im Kaukasus. Da entdeckte ich, dass Maria gern hätte, wenn ich mich auch an sie wenden würde. Nach Moskau zurückgekehrt nahm ich an einer Gebetsgruppe teil, wo man den Rosenkranz betete. So bin also nicht ich es gewesen, die die heilige Jungfrau suchte, sondern sie war es, die mich fand! Ich begann regelmässig den Rosenkranz zu beten, und die erste Frucht war gerade die Möglichkeit, nach Medjugorje zu kommen. - Man muss wissen, dass ich die Bewilligung erst zwei Tage vor meiner Abreise erhielt! Es war Mai und zu dieser Zeit waren Exerzitien mit P. Jozo vorgesehen. Ich war schon einmal an einem Treffen dieser Art, aber dieses war anders. Pater Jozo lehrte uns mit äusserster Einfachheit die Bedeutung der heiligen Messe, und wie wir unser Herz Gott öffnen können. Es war wirklich phantastisch! Ich habe die Bibel entdeckt und begann, jeden Tag darin zu lesen. Ich fing auch an, die Rosenkranzgeheimnisse zu beten, etwas völlig Neues für mich! Jetzt möchte ich nicht mehr ohne dies leben.
In unserer Gruppe sind nicht viele Junge, denn jene, die glauben, haben kein Geld und die die Geld haben, haben keinen Glauben: das Geld hat den ersten Platz in ihrem Leben. Das ist ein Problem! Wir müssen beten, damit alle hieher kommen können und damit die Reichen - sich bekehren!

F. Was bedeutet dir also Medjugorje und was möchtest du den andern nach dieser Erfahrung geben?

Medjugorje bedeutet für mich Frieden, bedeutet Liebe, mit der ich die ganze Welt liebe, eine Liebe, mit der ich alle umarmen möchte. Ich möchte ihnen sagen, dass Medjugorje für mich - alles ist. In Moskau lebt man ein hektisches Leben und es ist nicht leicht, die Zeit und die rechte Ruhe zum Beten zu finden. Umgekehrt fühle ich hier, dass ich den ganzen Tag beten kann; am Morgen gehe ich auf den Kricevac, während des Nachmittags ziehe ich mich zurück in eine der kleinen Kapellen, abends bin ich in der Eucharistiefeier.
Das Fest ist ein sehr wichtiger Anlass. Ich habe ein junges Mädchen, einst drogenabhängig, eingeladen. Ihre Augen leuchteten, als sie diesen Frieden, diese Ruhe spürte, und auch sie fing an zu beten, die Bibel zu lesen.

F. Was suchen eigentlich die Jugendlichen?

Sie suchen die Wahrheit, und wir müssen ihnen helfen. Ohne Umkehr zu Gott ist die Leere unermesslich, weshalb sie die Droge, das Vergnügen, das Geld, ... aber nicht Gott suchen. In ihrem Innersten ist Gott. Wir müssen ihnen nur helfen, dass er hervortritt, und das ist das, was in Medjugorje geschieht mit den Mitteln, die uns Maria gegeben hat: dem Gebet, dem Fasten und den Sakramen-ten.
Alle wissen, dass es in Russland seit jeher eine tiefe Spiritualität gegeben hat, aber sie ist erstickt worden. Wenige glauben, aber die, die glauben, glauben sehr intensiv. Es gibt sehr viele Schwierigkeiten im spirituellen Leben. Wir haben einen zu radikalen Wechsel erlebt. Die Menschen haben ein Verlangen nach Gott, aber haben Mühe, ihn zu finden.
Wenn du hingegen spürst, dass Gott dich ruft, ist es wichtig, sich einer Gebetsgruppe einzugliedern und mit denen zu bleiben, die dem Herrn nachfolgen. Leicht fällt man in Versuchung, nicht durchzuhalten, wenn der neben dir zu Hause oder bei der Arbeit nicht glaubt und lebt, als würde es keinen Gott geben. - Jetzt spüre ich, dass die Zeit sehr kurz ist, alles geht so schnell. Ich glaube, wir haben zu viel Zeit ohne Gott verloren.
Red

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Der Segen der Königin des Friedens
Ergiesse sich auf jede Familie
Und begleite sie mit ihrer Liebe.

Don Alberto

Villanova M. den 28. August 2001