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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 163 (Mai-Juni 2002)

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Echo Mariens Königin
des Friedens

Deutsch 163

 


Botschaft Mariens vom 25. März 2002

"Liebe Kinder, heute lade ich euch ein, dass ihr euch im Gebet mit Jesus vereint. Öffnet Ihm euer Herz und schenkt Ihm alles was darin ist: Freuden, Trauer und Krankheiten. Dies möge für euch die Zeit der Gnade sein. Betet, meine lieben Kinder, und jeder Augenblick möge Jesus gehören. Ich bin mit euch und halte Fürsprache für euch. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."

 

Im Gebet mit Jesus vereint

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht." (Mt 11,28-30). Gerufen, Freunde Jesus zu werden (Botschaft vom vergangenen Monat), heute eingeladen, uns mit Ihm im Gebet zu vereinen, laufen wir zu Ihm, nehmen wir Zuflucht in Ihm. Nicht um der Welt zu entfliehen, nicht um uns vor unseren Verpflichtungen zu verstecken, nein, um sie voll und ganz anzunehmen; nicht um auf unsere Persönlichkeit zu verzichten, nein, um sie im Plan Gottes wieder zu finden. In dieser hl. Woche, wo uns die Kirche aufruft, mit Christus den Weg auf den Kalvarienberg zu gehen, vereinen wir uns mit Jesus, leben wir Seine Passion. Treten wir in das Ereignis ein: Es sei nicht eine Erinnerung an eine geschichtliche Begebenheit, nicht die pharisäische Gedächtnisfeier des Opfers eines anderen, und sei es auch die eines Gottes, der für uns stirbt. Wir sind nicht aufgerufen, einer Aufführung beizuwohnen, auch wenn sie ergreifend ist; wir müssen in unserem Leben, mit unserem Leben, das österliche Geheimnis feiern, es Tag für Tag mit Einfachheit, aber in tiefer Einigkeit mit Christus leben. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig (vgl. Mt 10,38), d.h. ist mir und dem Sohne nicht ähnlich. Maria ist unsere Mutter seit dem Tode Jesu (vgl. Joh 19,26-27), und seither hat Sie stets diese Mutterschaft ausgeübt, indem Sie Kinder im Sohn zeugt sowie uns in Jesus aufnimmt und uns dem Vater vorstellt. Heute ladet Sie uns ein, uns mit Jesus im Gebet zu vereinen. Mit Ihm vereint, um in die Liebesbeziehung zum Vater einzutreten, auf dass Er der Bezugspunkt zum Vater für uns sei. Zwischen unserem Gebet und dem Gebet Jesu sei kein Unterschied: Es sei ein einziges, damit es der Vater annehme; nicht nach unseren Erwartungen, sondern nach Seinem Plan der Barmherzigkeit und unendlichen Weisheit. Nicht wie ich will, sondern wie Du willst, Vater! (vgl. Mt 26,39).
Den Willen des Vaters tun. Die Anrufung, die uns Jesus im Vaterunser lehrt, zeigt im Getsemani seine ganze Macht und Leuchtkraft: Kein Vorzeichen mehr. Der Wille des Vaters triumphiert in der Seele, in den Gedanken, im Leib Jesu. Er ist nur mehr in Seinem „Fiat", und in diesem verbraucht Er sich ganz, findet aber gleichzeitig alles im Vater. Wir müssen es Ihm gleich tun, und wir können es auch, wenn Jesus in uns lebt. Jeder Augenblick sei in Ihm. Wenn das Kreuz beginnt schwer zu werden, tragen wir es mit Ihm; wenn die Hoffnung in Misstrauen verfällt, sei Er unsere Hoffnung; wenn Beifall sich in Verurteilung verwandelt, sei Er unsere Zuflucht; wenn Verrat Freundschaft und Liebe ersetzt, sei Er unsere Liebe; wenn Leid, Krankheit, Tod, das Leben zu untergraben und zerstören scheint, sei Er das Leben. Jeder Augenblick sei Augenblick Jesu. Lassen wir, dass Er ihn in uns, für uns, mit uns lebe. Er, Christus, unser Freund und Bruder, auf die Fürsprache Mariens, aus der Barmherzigkeit des Vaters, im Wirken des Heiligen Geistes, sei in uns, wachse in uns, lebe frei in uns. Es wird nichts mehr in unserem Leben geben, das keinen Sinn hat, alles wird zum Geschenk, wechselseitige Liebe, die Früchte bringt. Öffnen wir unser Herz und schenken wir Ihm alles, was in uns ist: Freuden, Traurigkeit und die Krankheiten. Danke, Maria, weil Du unserem Ruf antwortest; danke, weil Du mit uns bist und für uns eintrittst.

Nuccio Quattrocchi

 

Botschaft Mariens vom 25. April 2002

„Liebe Kinder, freut euch mit mir in dieser Frühlingszeit, wo die ganze Natur erwacht, und wo sich eure Herzen nach Veränderung sehnen. Öffnet euch, liebe Kinder, und betet. Vergesst nicht, dass ich mit euch bin, und dass ich euch alle zu meinem Sohn führen möchte, damit er euch mit aufrichtiger Liebe zu Gott und zu allem, was von ihm kommt, beschenkt. Öffnet euch dem Gebet und begehrt von Gott die Bekehrung eurer Herzen; alles andere sieht Er und sorgt dafür in seiner Vorsehung. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"

Freut euch mit mir

Wie jede Mutter, mehr als jede Mutter, weiß Maria was es heißt, ein neues Geschöpf auf die Welt zu bringen. Das Erwachen der Natur im Frühling, ist gleichsam symbolhafter Hinweis und Maria hat oftmals diesen Aspekt in Vergangenheit unterstrichen. Freut euch mit mir in dieser Frühlingszeit, wenn die ganze Natur neu erwacht und eure Herzen sich nach Veränderung sehnen. Ja, es gibt keinen Frühling, keine Blüte, wenn alles verharrt und beim Alten bleibt. In sich selbst verschlossen bleiben, in den eigenen Sicherheiten, in den eigenen Ideen, will oft heißen, unfähig zu sein, sich der Sonne des Geistes zu öffnen und sich im eigenen Egoismus einzuigeln. Dies gilt auch für jenen, der den Weg einer besonderen Berufung beschreitet: Es gibt auf dem Weg zur Heiligkeit keinen Zielpunkt, und wenn man sich auf der erreichten Stelle verschanzt, kann das zu einem zerstörerischen Rückschritt führen.
Ein Herz, das sich nach Änderung sehnt, ist notgedrungen ein offenes Herz, und wenn das Herz Gott gegenüber geöffnet ist, ist die Veränderung zu Ihm hin ausgerichtet; deshalb ist es notwenig, sich zu öffnen und zu beten. Lassen wir uns von der barmherzigen Liebe Gottes überfluten, lassen wir, dass Sein Geist in uns eindringe und uns durchdringe; Gott wartet auf diese unsere Bereitschaft, um uns Sein Leben zu geben und dieses für die Ewigkeit. Deswegen ist Jesus in die Welt gekommen (vgl. Joh 3,16-17). Vergesst nicht, ich bin mit euch, versichert uns Maria; und diese Anwesenheit Mariens ist für uns und für alle, die Sie mit reinem Herzen anrufen, absolute Sicherheit zu Jesus, die Frucht Ihres Leibes, zu gelangen (vgl. Lk 1,42). Wer die Frucht will, muss zum Baum gehen. Wer also zu Jesus will, muss zu Maria kommen, und wer Maria begegnet, begegnet mit Sicherheit Jesus, sagt der hl. Alfons Maria de Liguori (Die Glorien Mariens, Kap V, Abs. 2). Maria ist der kurze und sicherste Weg, um zu Jesus zu gelangen, versichert uns der hl. Luis Maria Grignon de Montfort. Sie möchte uns alle zu Ihrem Sohn bringen, damit Er uns die reine Liebe zu Gott schenke; der Hl. Vater hat die gesamte Menschheit Ihr anvertraut, damit Sie uns zu Jenem bringe, der das wahre Licht ist, jenes Licht, das jeden Menschen erleuchtet (vgl. Joh 1,9); was warten wir also? Nur in Christus können wir Gott aufrichtig lieben, nur in Ihm können wir uns als Kinder Gottes fühlen, nur in Ihm können wir alles was von Gott kommt erkennen und lieben. Ich bin die Tür &emdash; sagt Jesus &emdash; wer durch mich hinein geht, wird gerettet werden; er wird ein und aus gehen und Weide finden (vgl. Joh 10,9). Öffnet euch dem Gebet und begehrt von Gott die Bekehrung eurer Herzen; alles andere sieht Er und sorgt dafür in seiner Vorsehung. Sucht das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit; alles andere wird euch dazu gegeben (vgl. Mt 6,33). Unser Herz öffne sich, wie die Knospe im Frühling und Christus möge erblühen; dies ist die Freude, zu der uns Maria einlädt. Keine Angst; nichts möge uns davon abhalten, in diese Liebe einzutreten, auch nicht unsere Sünde: Es gibt keinen Mist, der sich nicht in Dünger verwandeln könne!

N.Q.

 

 

Kriegserklärung an den Frieden!

Dies ist einer der vielen Aufrufe des heiligen Vaters, der, wie wir alle, betroffen ist von den dramatischen Nachrichten aus dem heiligen Land, das in den Ostertagen einer ganzen Serie von Gewaltausbrüchen ausgeliefert war. Nie, wenn er sich in der Öffentlichkeit zeigte, unterliess es Johannes Paul II., die Völker im Krieg zu ermahnen, die Waffen niederzulegen und den Dialog und die Aussöhnung zu suchen. Vor allem am Tag der Auferstehung Christi, wenn in allen Kirchen der Welt das Halleluja gesungen wird, war das Wort des Papstes besonders feierlich: "Christus ist wahrhaft auferstanden, und bringt allen den Frieden! Das ist die gute Nachricht von Ostern ... Sein Friede ist die Frucht des Sieges über die Sünde und den Tod, von Ihm zu einem teuren Preis errungen." Tief gezeichnet vom Schmerz über das, was im Land, wo Jesus geboren wurde, geschieht, und wohin ihn noch im letzten Jahr seine Pilgerfahrt zugunsten des interreligiösen Dialogs geführt hatte, fuhr der Papst fort: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch" (Joh 14,27) ... Der Friede "wie die Welt ihn gibt" &emdash; die Erfahrung aller Zeiten zeigt es &emdash; ist oft ein zerbrechliches Gleichgewicht von Kräften, die sich früher oder später gegeneinander wenden. Der Friede als Geschenk des auferstandenen Christus ist tief und vollkommen, und kann den Menschen mit Gott, mit sich selbst und mit der Schöpfung versöhnen".

Der Heilige Vater hat darum sämtliche Gläubigen der Welt aufgefordert, "all ihre Kräfte zum Aufbau einer gerechteren und brüderlichen Menschheit zu vereinen", und den Christen aller Kontinente empfohlen, "mit Bangen und Hoffen davon Zeugnis abzulegen, dass Jesus auferstanden ist, und darauf hin zu wirken, dass sein Friede die tragische Spirale von Übergriffen und Tötungen, die das Heilige Land mit Blut überströmen, anhalte" Aber intensiver als alles andere war sein Appell am Weissen Sonntag, dem "Barmherzigkeits-Sonntag", der als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert wird, als der Papst alle Christen einlud, zu Gott einen vielstimmigen Ruf um Vergebung zu erheben, der von Gott ein besonderes Wirken bei jenen erfleht, welche die Verantwortung und die Macht haben, die nötigen Massnahmen zu ergreifen". Doch die Welt scheint taub zu sein. Gott, durch den Stellvertreter Christi, spricht zu seinen Kindern von Umkehr und Versöhnung. Er ermahnt sie, auf der Hut zu sein vor der Versuchung der alten Schlange, die durch eine Spirale des Hasses ohne Ende die Kultur des Todes nährt, ja, die von Tag zu Tag sogar wächst.

Viel wird geredet, viel kommentiert, aber vielleicht zu wenig gebetet, zu wenig die Allmacht des Gottes des Friedens angerufen, zu wenig daran gedacht, dass allein ER die Knoten und Knüppel des wirren Durcheinanders lösen kann, das die Menschheit umgarnt. Ja, paradoxerweise, fährt man in seinem Namen fort, zu töten. "Öffnet euer Herz dem gekreuzigten und auferstandenen Christus, der kommt, um euch den Frieden zu bringen! Dort, wo der Auferstandene Christus einkehrt, kehrt mit ihm der wahre Friede ein!" bittet der Heilige Vater. "Er kehre vor allem in jedes Menschenherz ein, das tief abgründig und nicht leicht zu heilen ist". Auch unsere Überlegung will &emdash; zwar des Ernstes der Lage, in die sich die Welt verwickelt hat, bewusst &emdash; nicht bar jeder Hoffnung sein sondern vielmehr dazu einladen, eine Gebets-, Opfer- und Liebeskette zu bilden, um bei Gott zugunsten der vielen Herzen einzutreten, die sich seinem väterlichen Anruf verschliessen. Eine Einladung zu einem unaufhörlichen und lebendigen Gebet, um Umkehr und Frieden zu erreichen; zu einem Gebet, das Gottes Blick auf die vielen unschuldigen Opfer zieht, die mit ihrem Blut die Sünde anderer unterschreiben. Schon seit 21 Jahren empfiehlt Maria dies in Medjugorje, doch erst in der jetzigen Brandung werden wir uns bewusst, wie schwach unsere Antwort ist, wie zögernd, wie unsicher.
Hören wir auf, auf die Mächtigen der Erde zu schauen, auf die Politiker und andere, als ob sie die Konflikte und die Kriege beenden könnten. Der Sieg über das Böse wird auf geistigem Boden ausgefochten. Dort sind wir alle gerufen, mit den Waffen zu kämpfen, die die Muttergottes selbst uns in diesen Jahren der Erscheinungen anvertraut hat: den Rosenkranz, das Fasten, die Busse, die Hingabe des Lebens ... "Keiner bleibe schweigend und untätig, keiner, der in Politik oder Religion Verantwortung trägt!" bekräftigt der Heilige Vater. Um wieviel weniger wir, die wir die Gnade empfingen, persönlich besucht, berufen und belehrt worden zu sein von der Königin des Friedens, der Mutter des auferstandenen Christus.

Stefania Consoli

 

 

Einladung zur Heiligkeit

Unvernünftig ist der Mensch, egozentrisch:

Macht nichts, liebe ihn!

Wenn du Gutes tust, sagen sie, er tut‘s aus Eigennutz:

Macht nichts, tu Gutes!

Wenn du deine Ziele verwirklichst, wirst du

falsche Freunde und wahre Feinde finden:

macht nichts, verwirkliche sie!

Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein:

macht nichts, tu das Gute!

Ehrbarkeit und Wahrhaftigkeit machen dich auf eine Art verwundbar:

Macht nichts, sei stets und gemeinhin frank und ehrenhaft!

Was du Jahre lang aufgebaut hast,

Kann in einem Augenblick zerstört sein:

Macht nichts, baue auf!

Wenn du den Leuten hilfst,

werden sie sich gekränkt fühlen:

macht nichts, hilf ihnen!

Gib der Welt dein Bestes,

Und sie werden dich mit Füssen treten:

Macht nichts, fahre weiter!

Mutter Teresa von Calcutta 

 

Habt Vertrauen zur Immaculata, zur Unbefleckt Empfangenen

Der Heilige Geist "formt die Seelen mit der Gnade der Immaculata, ähnlich wie der Erstgeborene, der Gottmensch. P. Maximilian Kolbe versuchte diese tiefe Einsicht sein ganzes Leben lang in die Praxis umzusetzen. Einige seiner Weggefährten, die zwar ein beträchtliches Alter aber ein nicht weniger luzides Gedächnis haben, erinnern sich liebevoll des "Narren unserer lieben Frau" und berichten: P. Kolbe ist geistig bei uns. Uns scheint, wir hörten ihn immerzu neu: "Habt Vertrauen in die Immaculata, lasst euch von ihr führen" "Er betete oft &emdash; so erzählen sie weiter &emdash; kurze Gebete vor dem eucharistischen Herrn für die Anliegen seiner Leser und der Schriften, die wir herausgaben. Seine Intensität und innere Sammlung beeindruckte uns. Seine Grösse als Mensch konnten wir nur graduell erahnen. Er war ein Mystiker der Immaculata. Er schöpfte seine Energie aus ihr. Trotz seiner gebrechlichen Gesundheit &emdash; er hatte nur eine Lunge &emdash; minderte er sein Arbeitspensum nicht. Er betete mit uns den Rosenkranz, aber nicht so wie wir! Wir fühlten, dass er zur Immaculata eine privilegierte Beziehung hatte, die durch sein ganzes Tagwerk leuchtete. Eines Tags sassen sieben Mitbrüder im Hof und diskutierten über die Muttergottes, sie fragten sich, welchen Platz sie in ihrem Leben einnähme. "P. Kolbe kam, setzte sich in unsere Mitte und sagte: Liebe Kinder, die Immaculata ist in uns, der Himmel ist in uns!"

 

 

Liebe Indiens zu Maria

Im volkreichen Land Indien kommt die Verschiedenheit der Kulturen und Ethnien auch innerhalb der katholischen Kirche zum Ausdruck, die im Lande mit 153 Bischöfen, 25.000 Diözesanpriestern, 80.000 Ordensleuten und vielen treuen Laien präsent ist.

Ivan Dias, Kardinal und Erzbischof von Bombay, der am Konsistorium des vergangenen Jahrs in Rom teilgenommen hatte, berichtet, wie in seinem Land die Marienverehrung, sei es im Volk, sei es in seiner persönlichen Geschichte, besonders lebendig ist. "Es war die Muttergottes, die mich zum Priestertum hinzog und meine Berufung festigte", so berichtet der Prälat in einer Befragung. "Die Marienverehrung bekam ich schon in meiner Familie, wo meine Eltern mich lehrten, Maria als Mutter und Lehrmeisterin zu erkennen und zu lieben. Sie war der Mittelpunkt unserer Familie und wurde jeden Abend gemeinsam im heiligen Rosenkranzgebet verehrt." Die Kirche von Bombay, wo der Erzbischof lebt, ist sehr dynamisch, zentriert auf die Sakramente und natürlich auf die Muttergottes. "Maria ist die Schönste aller Welten, die Gott je geschaffen hat", fährt Mons. Dias fort. Der hl. Ludwig Maria von Montfort sagte: " Gott hat alle Wasser gesammelt und nannte sie Meer; er hat alle Gnaden gesammelt und nannte sie Maria" und ergänzte: "Maria ist der Kompass, der immer auf Jesus zeigt, ... sie ist der Magnet, der den Heiligen Geist anzieht". Ganz Indien liebt die Muttergottes. Sie ist übrigens ein Teil der Dreiheit, die wir bekennen, und die unser katholischer Glaube ausmacht, nämlich Jesus, Maria und der Papst. Das katholische Volk hat wahrhaft einen lebendigen, ansteckenden Glauben und Gott zieht viele Menschen zum christlichen Glauben hin, dank beispielhafter Zeugen und der direkten Fürsprache seiner Mutter!"

 

 

Rosenkranz &emdash; Wiege der Seele

Der bekannte Theologe Joseph Kardinal RATZINGER, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, erläutert in einem veröffentlichten Interview über eines seiner bekannten Bücher seinen persönlichen Bezug zum Rosenkranzgebet und unterstreicht, wie dieser Ausdruck von "Volksfrömmigkeit" grundlegend ist für die Seele, die dadurch Heiterkeit und Friede erlangt.
Der geschichtliche Ursprung des Rosenkranzgebets geht zurück ins Mittelalter. Es war eine Zeit, wo die Psalmen der wichtigste Bezugspunkt waren für denjenigen, der betete. Aber die biblischen Psalmen bedeuteten ein unüberwindbares Hindernis für all jene, die damals nicht lesen konnten, und sie waren in der Mehrzahl. So suchte man nach einem passenden Psalterium und fand dies im marianischen Gebet, wo sich die Geheimnisse des Jesuslebens einfügen liessen, eines dem andern folgend wie die Perlen einer Kette.

Diese Gebete berühren die Saite der Betrachtung; der wiederholende Rhythmus wiegt die Seele und vermittelt ihr Heiterkeit, während das Sich-Konzentrieren auf die Sprache und besonders auf die Gestalt Mariens und die Lebensbilder Christi, die sich vor unsern Augen abrollen, die Seele beruhigen, sie von allerhand Inanspruchnahme befreien und sie einstimmen, den Blick zu Gott zu erheben. Der Rosenkranz gibt uns die ursprüngliche Weisheit zurück, die gut versteht, dass die Wiederholung eine wichtige Stütze des Gebetes und der Betrachtung ist, also eine Art des sich Wiegen-lassens in einem immer gleichen Rhythmus, der uns Heiterkeit verschafft. Es ist nicht so wichtig, mit verstandesmässiger Konzentration jedem einzelnen Wort zu folgen, sondern im Gegenteil sich wiegen zu lassen von der Ruhe, die von der Wiederholung und der Einförmigkeit des Rhythmus ausgeht. Um so mehr als dieses Wort nicht leeren Inhalts ist, stellt es doch grossartige Bilder und Visionen vor unsere Augen und unsere Seele, vor allem das Bildnis Mariens und durch sie das Antlitz Christi. Wer den Rosenkranz betete, hatte den ganzen Tag hart gearbeitet. Es war ihm nicht möglich, im Gebet grosse intellektuelle Höhenflüge zu vollbringen. Im Gegenteil, sie brauchten ein Gebet, das ihnen die Heiterkeit wiedergab, das sie entspannte, sie ablenkte, sie von Sorgen befreite, ihnen Trost und Erquickung brachte.
Die Erfahrung des Wiederholens, des Rhythmus, des gemeinsam im Chor gesprochenen Wortes, trägt und zieht mich mit, wiegt mich und füllt aus sich den Raum auf, nicht einen der mich quält, sondern der mir Ruhe verschafft, mich tröstet und mich befreit. Diese archaische Erfahrung ist vom Christentum völlig übernommen worden und inspiriert das Gebet und die Verinnerlichung des Gebetes im marianischen Umfeld und in der Wiederherstellung des Antlitzes Christi für die Menschen.. Sie lässt den Intellektualismus hinter sich, erwirkt eine leise, beglückende, innere Heiterkeit, hervorgerufen durch das Einwiegen der Seele in den Worten des Gebets.

Es wächst die Liste der Länder, die sich Maria weihen. Am 1. April war es eine Pilgergruppe aus Vietnam, die, zusammen mit drei Priestern, ihr Land, Vietnam, der Königin des Friedens in Medjugorje weihten. Jeder Pilger brachte eine Rose als Geschenk zu Maria und im Wechsel von Gebet und Gesang vertrauten sie ihr Land und ihr Volk der Gottesmutter an.

 

 

Heilige und Teufel

Don Gabriele Amorth

Häufig wurde ich in Interviews für Zeitungen oder Fernsehen gefragt, welche besondere Gaben ein Exorzist haben müsse, welche Mittel er verwende, um die Besessenen zu befreien. Vielleicht habe ich die Interviewer enttäuscht, wenn ich ihnen antwortete, dass der Exorzist keine einzige ausserordentliche Qualität haben muss; seine ganze Kraft ist im Namen Jesu. Schön ist die Erklärung des Petrus vor dem Synedrium, als er verhaftet wurde &emdash; man beachte die grosse Straftat &emdash; weil er einen Lahmen geheilt hatte. Welche Kraft hat er gebraucht? Welches war seine geheimnisvolle Macht ? Petrus verkündet mit kräftiger Stimme: "Es ist im Namen Jesu Christi... Dadurch steht dieser Mann gesund vor euch... Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen (Apg 4, 10-12).

In meinem Namen werdet ihr die Dämonen austreiben

Wir Exorzisten alle sehen die Kraft in der Anrufung von Bildern aus der Passion Christi, auf deren heilendem Wert die Bibel insistiert. Die Wirksamkeit sehen wir im Anrufen der Kraft von Jesu Blut, seiner Wunden, seines Kreuzes, seines Todes, seiner Auferstehung und seiner geöffneten Seite.

Allem voran wenden wir uns zuerst an den heiligen Geist, denn nichts geschieht ohne das Wirken des Geistes. Wir rufen sodann die heiligste Jungfrau an, die Satan das Haupt zertritt, und die alle Gnaden vermittelt. Sollte es noch einen Theologen geben, der nicht an die universelle Mittlerrolle Mariens glaubt, oder daran, dass sie die Vermittlerin aller Gnaden ist, so sollte er Exorzist werden und mit Händen diese Wahrheit berühren. Wir haben die Hilfe der Engel und der Erzengel, im besondern St. Michaels, des Fürsten der himmlischen Legionen. Und wir haben die Hilfe der Heiligen, oft als Überraschung. Mehrfach sind mir Fälle von Lösung aus diabolischer Besessenheit gelungen dank der Fürsprache eines Heiligen, der nie angerufen worden war, für den niemand der Anwesenden eine spezielle Verehrung hatte, aber der plötzlich in einem bestimmten Augenblick, mitten in einem Exorzismus, seine Gegenwart spürbar machte, und der ab diesem Moment angerufen wurde, um den Fall zu lösen. Es gibt auch noch einen andern Aspekt inbezug auf die Heiligen, der mir wichtig ist hervorzuheben. Ich könnte mich täuschen, aber ich würde so gerne Anstoss zu geschichtlichen Studien sein, die bis heute noch gar nicht gemacht werden.

Ich möchte, dass Geschichte geschrieben wird über Heilige und Teufel, d.h. über den unaufhörlichen Kampf, der zwischen ihnen fortdauert, der zwei Gesichtspunkte berührt, die beide sehr interessant sind: einerseits die Quälereien, die die Dämonen den Heiligen auferlegten, die Verfolgungen, häufig Torturen bis aufs Blut. Andererseits die Siege der Heiligen; darunter fallen logischerweise, dass ich als Exorzist vor allem davon betroffen bin, wie häufig und mit welcher Leichtigkeit die Heiligen besessene Personen befreit haben. Solche Ereignisse, wie wir sie in den Lebensgeschichten von Heiligen aller Zeiten immer wieder lesen, sind historisch bewiesen. Auch in den drei Jahrhunderten, wo die katholische Kirche die Exorzismen quasi auf die Seite gestellt hat, weshalb wir heute einen grossen Mangel an Exorzisten und an Ausbildungsmöglichkeiten für sie haben, gibt es Heilige, die besessene Personen befreit haben. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich gern an den heiligen Benedikt. Er war nicht Exorzist, vielleicht auch nicht Priester, und doch war seine Wirkkraft gegen den Teufel so stark, dass Honorius III. ihn zum Patron der Exorzisten erklärte; noch heute ist die Benediktmedaille als Schutz gegen den Bösen verbreitet. Wenn ich auf die jüngere Zeit blicke, gedenke ich gern des heiligen Johannes Bosco, sei es wegen der übermächtigen Angriffe, die er vom Teufel zu erleiden hatte, sei es wegen seiner Effizienz im Befreien von Personen, auch schon nur durch seine Gegenwart. Um auf meine persönlichen Erfahrungen zurückzukommen, kann ich nicht anders, als mich ein gutes Stück auf Padre Pio zu verlassen.

 

Padre Pio, ein grosser Kämpfer

Einem alten Versprechen vor mehr als 40 Jahren getreu, hilft mir Padre Pio dauernd im harten Alltag des Exorzisten.

Wer das Leben des Padre kennt, weiss, wie er unablässig gegen den Teufel kämpfen musste und weiss, wie viele Leiden und Racheakte des Dämons er ertrug wegen seines Diensts, darauf ausgerichtet, diesem die Seelen zu entreissen, um sie dem Herrn zu übergeben. Es war ein ununterbrochener Kampf, in dem sich verschiedene fundamentale Etappen feststellen lassen. Padre Pio vertraute in einem kostbaren Schreiben seinem Seelenführer an, &emdash; es war P. Agostino aus San Marco in Lamis &emdash; "dass die diabolischen Erscheinungen bereits im Alter von ungefähr fünf Jahren begannen und sich während etwa 20 Jahren stets in obszönen, menschlichen, aber vor allem bestialischen Formen zeigten". Der erste grosse Kampf wird in einer Vision erzählt, dem er sich stellen musste - Padre Pio war fünf Jahre alt. Das Datum ist ungewiss, aber der Zeitraum stimmt. Er fühlte sich geschickt, gegen einen furchtbaren und "übermässig grossen Mann zu kämpfen, der mit der Stirn die Wolken berührte". Ihm stand eine strahlende Gestalt zur Seite, vielleicht Sankt Michael, und ermutigte ihn, sich mit diesem ungeheuren Riesen zu schlagen, und sie versprach ihm seine Hilfe. Der Schrei war fürchterlich, aber der kleine Francesco &emdash; wie Padre Pio hiess &emdash; behielt die Oberhand dank der Hilfe dieser geheimnisvollen Persönlichkeit, die ihn ermutigt hatte: eine geheimnisvolle Lichtgestalt. Diese Episode, die Padre Pio stets als überaus bedeutungsvoll in Erinnerung behielt, ging mit den Worten der Leuchtgestalt zu Ende: "Der, gegen den du gekämpft hast, wird immer wiederkommen und dich anspringen. Kämpfe als tapferer Streiter. Ich werde dir immer helfen, damit du ihn immer niederwerfen kannst."

Meine geistigen Kinder sind die deinen

Als ich zum ersten Mal Padre Pio aufsuchen ging, 1942 war es, dachte ich nicht, dass ich während 26 Jahren immer wieder zu ihm zurückkehren würde. Ich war Student am Liceum, machte meine Examen in Jurisprudenz und trat dann der St. Pauls-Gemeinschaft bei. Einmal zum Priester geweiht, genügte es mir nicht mehr, geistlicher Sohn Padre Pios zu sein. Ich fing an, selbst geistliche Söhne zu haben. Am liebsten hätte ich sie alle zu ihm gebracht und darum anempfahl ich sie ihm.
Folgendermassen erhielt ich ein Versprechen. Eines Tages sagte ich zu ihm: "Lieber Padre, ich habe eine grosse Bitte an Sie." Er ermunterte mich zu reden, neigte sich über mich und zeigte mir ein breites Lächeln. Also leerte ich den Kropf. "Ich möchte, dass alle meine geistlichen Söhne, die gegenwärtigen und die kommenden, automatisch auch Ihre geistlichen Söhne wären; wenn Sie sich ihrer annehmen, werde ich ruhig sein". Er lächelte noch stärker und schloss die Augen für ein kurzes Überlegen. Dann sagte er mir: "Ja, mein Sohn, es ist gut". Und ich: "Nun werden Sie von all denen nicht mehr Padre Pio genannt werden, sondern Grossvater Pio". Jetzt lachte er tüchtig, er war echt vergnügt. Ich meinerseits fuhr fort auf seine Hilfe zu zählen und mich ihm nahe zu fühlen in den verschiedenen Aufgaben, die ich betreute. Seit ich Exorzist bin, habe ich nicht den geringsten Zweifel, dass all jene, die mich um meine Gebete bitten, unter dem Schutz von Padre Pio stehen, ohne es zu wissen. Bei verschiedenen Gelegenheiten war die Gegenwart des Padre spürbar. Manchmal haben es meine Patienten geträumt, haben ihn neben sich gesehen, wie er sie in ihren Leiden unterstützte. Verschiedentlich war es während des Exorzismus der Dämon selbst, der erschreckt schrie: "Weg mit diesem Bruder! Diesen Bruder will ich nicht". Und dann, gedrängt durch meine Fragen, war er gezwungen zu sagen, dass dort Padre Pio anwesend war.

(Auszug aus: Exorzisten und Psychiater von Don Amorth)

 

Nur ein Bruder der betet ...

"Man sucht Gott in den Büchern und findet ihn im Gebet &emdash; sagte eines Tages PADRE PIO zu seinen geistlichen Kindern &emdash; wenn man heute nicht mehr glaubt, so ist daran das fehlende Gebet schuld. Gott finden wir nicht in den Büchern, sondern im Gebet. Je mehr wir beten, um so mehr wächst unser Glaube und wir finden Gott. Meine Kinder, hört nie auf zu beten, betet oft während des Tages. Hält auch ein wenig Betrachtung, und ihr werdet Gott finden und sehen." Oft pflegte er zu sagen: "Das Gebet ist das Brot und das Leben der Seele, die Ruhe des Herzens, eine gesammelte und dauernde Begegnung mit Gott." Die Bibel ist voller Gespräche mit unserm Schöpfer. Jesus betete und ermahnte zum beten. Die Christen der ersten Stunde wurden Menschen des Gebets genannt. Sehr wichtig ist das folgende, das Padre Pio über das Gebet sagt: gesammelte und dauernde Begegnung . Sammlung: ich kann nicht beten, ohne mich auf das Gebet vorzubereiten, auch wenn ich voller Probleme, Kummer und Sorgen bin. Dauer: ich kann nicht beten in einem Augenblick, ich brauche Zeit, um überhaupt ins Gebet eintreten zu können. Oft hören wir auf zu beten, kaum haben wir angefangen, weil wir gehen müssen, und mit uns geht auch das Gebet.

Beten und lieben
Aber machen wir uns keine Illusionen: so wie es keine Liebe gibt ohne Leiden, so gibt es kein Gebet ohne Leiden, denn beten ist lieben. Wer betet, liebt Gott und nicht wer zu Gott irgendwelche Worte sagt. Für den, der Gott liebt, wird alles zum Gebet. Warum? Weil in jedem Augenblick der Gedanke zum Geliebten eilt, zu dem, den er sucht und ersehnt. Alle Gelegenheiten sind gut, um diese Liebe mit einem Lobpreis, einem Lied oder einer guten Tat, etc. zu erweisen.

Das Gebet ist die tägliche Nahrung Padre Pios.
Einige Jahre vor seinem Tod sagte er: "Ich will nur dies sein, ein Bruder der betet". Wo erinnern wir uns des Padre? Wie hat ihn die Welt gesehen? Am Altar, im Chor, auf den Knien, im Beichtstuhl ... immer den Rosenkranz in den Händen. Fragen wir uns, was bedeutet das Gebet für Padre Pio? Am 1. November 1913 schreibt er an P. Benedetto, seinen Seelenführer: "Im Gebet scheint es mir, verliert sich meine Seele ganz in Gott... Ein anderes Mal fühle ich mich vor Sehnsucht nach Gott zu verzehren ... Ich fühle, dass die Seele den innigsten Wunsch hat, aus dem Leben zu scheiden ...Die Zeit, so scheint es mir, eilt schnell und nie habe ich genug zum beten ..." Es ist also ein Sich-Verlieren in Gott, Sich-Vergessen, um sich in Gott wiederzufinden, ein heftiges Liebesverlangen nach Gott, eine brennende Sehnsucht, mit ihm vereint zu sein. Es geht darum, diese Zeit loszulassen, um an einer Wirklichkeit teilzuhaben, die die Zeit überwindet.

Das Gebet ist unentbehrlich im täglichen Leben.
Das ist es, was uns die Mutter Jesu seit Jahrhunderten wiederholt. Padre Pio hörte und setzte die Einladung der Madonna in die Tat um. Er ist für uns alle ein Meister des Gebets geworden, auch hier nicht etwa weil er Spezialkurse besucht hätte, nein, sondern weil er mit grosser Demut sich auf das Gebet einliess. Er pflegte zu sagen: "Wenn man von Misstrauen, Zweifel, Angst und Schmerz gepackt wird, dann ist es mehr als je nötig, sich im Gebet an den Herrn zu wenden und so Halt und Mut zu finden." Und: "Das Gebet ist die beste Waffe, die wir haben, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet."

Wenn du Padre Pio siehst, überkommt dich der Wunsch zu beten.
Ich wünsche voll Vertrauen deinen Geist Gott zu öffnen: das ist es, was sich an seinem Grab ereignet. Wie viele Menschen begannen zu beten, wenn sie Padre Pio beten sahen. So war es übrigens auch bei den Aposteln. Wenn sie Jesus beten sahen, erwachte in ihnen der Wunsch, auch so beten zu können: "Herr, lehre uns beten!" Um der Einladung Jesu, seiner Mutter Maria und Papst Pius XII. zu entsprechen, gründete P. Pio Gebetsgruppen. Er sagte: "Wenn ihr meine Kinder seid, so vereinigt euch mit mir: wir wollen dem Gebet Jesu, der Einladung und dem Wunsch des Papstes entsprechen und wollen zusammen beten... Wenn sich meine Kinder in den Gruppen versammeln zum Gebet, wird Jesus in ihrer Mitte sein, auch die Mutter Jesu wird dabei sein und auch ich werde in Geist und Einheit im Gebet anwesend sein."

Padre Pio rät vor allem zum persönlichen Gebet.
Ein Gebet muss einmünden in das gemeinschaftliche Gebet, um von diesem genährt zu werden. Es gibt nicht das eine ohne das andere, beide sind nötig. Ein Gebet, das nicht Abkehr von der Welt ist, sondern dazu dient, die Welt zu Gott zu bringen. P. Pio wurde gefragt: "Padre, was beabsichtigen sie, wenn sie Gebetsgruppen gründen?" Er erwiderte: "Dem Herrn Seelen zu bringen ... , sie zum beten zu bewegen, gemeinsam zusammen mit Jesus zu beten. Ich empfehle und wünsche von den Gruppen stets christliches Leben in der Familie und in der Gesellschaft, brüderliche Liebe und gute Werke und ganz besonders die Unterstellung und den Gehorsam gegenüber der Kirche gemäss unserem franziskanischen Geist..

Das Gebet ist somit nicht Selbstzweck.
Wenn beten Gott begegnen heisst, können wir nicht aus einem Gebetstreffen herauskommen wie wir hineingegangen sind. Das Gebet muss uns verwandeln, muss uns in den Familien und der Welt zu Zeugen des Evangeliums machen, zu Quellen der Freude und des Guten, der Liebe und des Friedens. Padre Pio pflegte zu sagen: "Wenn ihr meine Kinder seid, dann betet am Abend alle zusammen in euern Familien den heiligen Rosenkranz zur Muttergottes". Padre Pio kennen, heisst die Liebe kennen, die Gott zum Menschen hat, und welche der Mensch zu Gott haben soll; lernen, Christ zu sein, nicht zu tun als ob; verstehen, dass das Gebet zur Nächstenliebe führen muss, und es ohne Gebet keine Liebe gibt, denn Christus selbst hat gesagt "Ohne mich könnt ihr nichts tun." Nur wenn wir mit ihm vereint sind, wird unser Tun wirksam sein. Ohne ihn können wir zwar eine perfekte Organisation gründen, die andern mit Liebenswürdigkeiten, Rechten und Pflichten umgeben, aber wir werden sie nie lieben können, denn Gott ist der einzige Lebemeister, weil er die Liebe ist, uns zu lieben lehrt und uns seine Liebe erkennen lässt, die er für jeden Einzelnen von uns hegt.

Das Gebet strahlt die Liebe aus.
Eines Tages hatte eine geistliche Tochter des Bruders von Pietralcina im Halbschlaf eine Vision. Ihr schien, den Himmel zu sehen, in der Mitte einen Priester, bekleidet mit überaus reichen, heiligen Paramenten. Im Priester erkannte sie das Gesicht von Pater Pio, der aussah wie die Sonne, von ihm gingen in allen Richtungen unzählige Strahlen aus und bildeten Myriaden von kleinen weissen und roten Rosen. Sie frug Padre Pio nach der Bedeutung der Vision. Er antwortete: "Die Strahlen aus Rosen sind die Gebetsgruppen, die verbreitet sind auf der ganzen Welt. Die weissen Rosen versinnbilden die Seelen, welche sich bemühen in der Gnade zu leben, in der Liebe zu Gott und zu den Brüdern. Die roten Rosen stellen die Seelen dar, die mit Freude das Kreuz des Leidens tragen und vereint mit Jesus und mit mir zur Bekehrung der Sünder und zur Rettung der Brüder helfen. Das ist es, was Padre Pio von jedem von uns will, wir müssen weisse oder rote Rosen werden, aber Rosen. Padre Pio ist mit uns, und er wird uns nicht allein lassen. Aber er kann nicht für uns antworten, er hat seinen Teil getan, jetzt liegt es an uns, das unsrige zu tun.

Frei aus: Il cuore di Padre Pio

Von G. Giacomelli

 

* Die Heiligsprechung von Padre Pio findet am 16. Juni 2002 statt. Es werden Hundertausende von Gläubigen in Rom zusammenkommen. Wir wollen uns geistig zu diesem Ereignis vereinen, um jenen Überfluss von Gnaden zu empfangen, die Gott der Welt auf die Fürbitte seines geliebtes Sohns aus Pietralcina gewähren wird.

 

 

Charles Venerabilis Der universelle Bruder

Es war am 24. April 2001 als in Gegenwart des Heiligen Vaters die Dekrete veröffentlicht wurden, in denen die heroischen Tugenden des Dieners Gottes Charles de Foucauld anerkannt wurden und aufgrund derer er "selig" gesprochen wurde. Priester der Diözese Viviers, geboren am 15. September 1858 in Strassburg (F), ermordet am 1. Dezember 1916 in Tamanrasset (Algerien) von einer Räuberbande, die in seine Hütte eingedrungen war. In seiner Huldigungsadresse schreibt Kardinal Martins, Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse, zur Person Charles de Foucauld: "Eine einzigartige Gestalt, ein Kontemplativer und Missionar, war der Priester Charles de Foucauld, der "kleine Bruder Jesu", der zu den Tuareg in der Sahara die Demut, die Armut und die Liebe Christi trug und sich selbst als der universelle Bruder der Christen, der Juden und der Muslime verstand".

Rebellische Jugend
Von seinem Naturell her war der "kleine Bruder" ein zutiefst unabhängiger junger Mann, ehrgeizig, starrsinnig, seinen eigenen Denkweisen verhaftet, stets bestrebt, seine Entscheidungen allein voranzutreiben. Seine Jugend war gekennzeichnet von einer starken Ungeduld, von Rebellion gegen menschliche Grenzen, von ununterbrochener Opposition gegen seine Zeit. Wegen seines ausschweifenden und zügellosen Lebens und seines ungeregelten Lebensstils wurde er sogar aus dem Dienst, wo er als Freiwilliger eine Militärkarriere begonnen hatte, entlassen. Und gerade diesen jungen Mann, der jedes Gesetz und jede Disziplin von sich wies, wird Gott rufen. Der Herr ruft ihn, Ihm zu begegnen, den Weg mit Ihm zu gehen, nicht mehr allein sondern von Ihm begleitet und in Freundschaft mit allen Menschen.

"Gott, wenn es dich gibt, mach, dass ich dich erkenne!"
Einer göttlichen Inspiration folgend unternimmt Charles im Oktober 1866 einen ersten entscheidenden Schritt in seinem Leben, verlangt nach dem Sakrament der Beichte und einer "geistlichen Führung" durch P. Huvelin. Er akzeptiert es, nicht mehr allein nach der Wahrheit zu suchen. Der 28jährige spricht also ein volles "JA", ein bedingungsloses JA zu Gott, den er gesucht und erwartet hatte. Er war in den Hinterhalt der Liebe Gottes geraten, er, der 15 Jahre nach seiner Bekehrung sagen wird: "Kaum hatte ich geglaubt, dass Gott existiert, hatte ich begriffen, dass ich nur für Ihn würde leben können". Seit diesem in völligem Gehorsam gesprochenen "JA" strebt Charles de Foucauld jeden Tag nach grösserem Gehorsam zu Jesus. Gehorsam sein bedeutet, jemandem entgegen gehen, und Charles hat den beständigen Willen, Jesus entgegen zu gehen, ihm nah zu folgen, ihm immer tiefer zu begegnen und ihn den Menschen zu schenken.

Wunsch nach Radikalität
Nach verschiedenen Erfahrungen zuerst als Mönch bei den Trappisten und hernach im Heiligen Land, - er war fasziniert vom verborgenen Leben der Heiligen Familie in Nazareth - führte Gott ihn zu den ärmsten und verlorensten seiner "Schafe", in die Wüste Sahara, wo der junge Franzose eine wahre und wirkliche Wiedergeburt erlebte, begleitet vom Wunsch, wie Jesus selbst ein Leben in Armut und Einfalt zu führen.
Sein geistiges Leben ist in ständigem Aufstieg.: aus einer Welt gänzlicher, jugendlicher Unabhängigkeit heraus wird Charles bedingungslos abhängig von seinem geliebten Herrn. Das zeigt sich in seiner Beziehung zu den Allerelendesten und Verlassensten: "Ich glaube, dass kein anderes Wort im Evangelium in mir eine so tiefe Spur hinterlassen hat, und mein Leben veränderte wie dieses: " "Alles was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". Dies ist es auch, das klar herausragt aus seiner Verliebtheit im Zusammenhang mit dem in der Eucharistie gegenwärtigen Jesus: "Hier habe ich Jesus in der Eucharistie mit mir, den Besten meiner Freunde, zu ihm kann ich sprechen bei Tag und bei Nacht.".

Keine Nachfolger zeit seines Lebens
Der demütige Bruder lebt in der Einsamkeit, aber gerade hier ist es, im Herz der Wüste und des Islam, dass er seine eigene Berufung verwirklicht. Charles gelingt es nicht, irgend jemand zu bekehren und, menschlich gesprochen, können wir sagen, dass seine Spiritualität steril blieb: jeder seiner Versuche, irgend eine Art "Orden" zu gründen, misslingt. Seine Berufung ist von besonderer Art und es ist ihm nicht vergönnt, auf irgend welche Weise ein äusseres Apostolat zu leben. Gott jedoch, der ihn nicht umsonst gerufen hat, nahm ihn unter seinen Schutz als Zeichen des Widerspruchs. Unser "universeller Bruder" &emdash; wie er ab und zu genannt wird &emdash; war und ist noch heute Zeichen des Widerspruchs, das Weizenkorn, das als Märtyrer sterben muss und in der Erde begraben wird, wo Jahre später die wahren Früchte seines Opfers keimen: die Kleinen Brüder und Schwestern Jesu, die, zusammen mit vielen andern, die in sich den Ruf erkennen, "universelle Brüder und Schwestern" werden.

Kresimir Busic

 

 

Eine andere Maria werden

Das ist das Lebensprogramm, das Charles de Foucauld sich vorgenommen hatte. Mit diesem Wunsch gleicht er dem sogenannten "Narren der Immaculata", dem hl. Maximilian Kolbe. "Ich nehme mir vor, in mir den Willen zu bewahren, Maria all mein Tun, mein ganzes spirituelles Leben zu geben, damit sie alles Jesu anbiete und darbringe", schreibt der zukünftige Selige und drückt damit seinen Willen aus, eine "andere lebende und wirkende Maria zu werden, in ihr und durch sie seine Gedanken, Wünsche, Worte, Taten, Gebete, Leiden ... zu wandeln". Das Fest der Schmerzen Marias zeichnete auf gewisse Weise sein Leben und formte den Stil, den er zu leben wünschte: "Können wir, wenn Jesus durch sie zu uns gekommen ist, ganz mit ihr eins war und von ihr geboren wurde, einen bessern Weg finden, um zu ihm zu kommen als den, den er selber gegangen ist, um zu uns zu kommen?"

 

Mein Vater, Dir übergebe ich mich ganz.

Mach aus mir, was Dir gefällt.

Was immer Du aus mir machst, ich danke dir.

Ich bin zu allem bereit, nehme alles an,

Damit Dein Wille sich in mir

Und in all Deinen Geschöpfen erfülle.

Ich wünsche nichts anderes, mein Gott.

In Deine Hände lege ich mein Leben.

Dir übergebe ich es, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens,

Denn ich liebe Dich.

Und für mich ist es ein Gebot der Liebe,

Mich zu verschenken, mich in Deine Hände zu legen,

Ohne Mass, mit einem Vertrauen ohne Ende,

Da Du doch mein Vater bist.

Charles de Foucauld

 

 

Märtyrer unsrer Zeit 

Er bezahlte "seinen festen Widerstand gegen jede Form von Gewalt und sein Engagement für bessere soziale Verhältnisse" mit seinem Leben. So kommentiert unser Papst die Ermordung des Erzbischof von Calì (Kolumbien) Isaias Duarte, der am 16. März 2002 beim Verlassen seines Hauses erschossen worden ist. Er lebte in der gewalttätigsten Zone Kolumbiens, und dieser Gewalt hatte er den Krieg erklärt. Er setzte sich als Erster vor allen für Frieden und humanitäre Hilfe Tausender von Flüchtlingen ein, welche die Gewaltanwendungen der FARC (Forces armées révolutionnaires de Colombie) erleiden mussten. Im besondern wandte er sich gegen eine Gruppe Guerilleros zur nationalen Befreiung, die auf Entführungen spezialisiert ist. Er wies auch während des Wahlkampfs im Lande auf das Bündnis zwischen Politik und Drogenhandel hin. Er erregte Aufsehen mit seinem Gebet: Möge der Herr Erbarmen haben mit dieser unseligen Republik". Erzbischof Duarte mehrt mit seinem mutigen Ganzopfer die Schar unsrer zeitgenössischen Märtyrer, die nicht mit Worten Geschichte schreiben sondern mit ihrem Leben und ihrem Tod. *

 

 

Mit Maria beim Abendmahl

Die Königin des Friedens ruft uns ohne Unterlass zur Fülle der Gemeinschaft mit jenem göttlichen Bräutigam auf, von dem Sie geheimnisvoll im Augenblick der Verkündigung „überschattet" wurde (vgl. Lk 1,35). In der Tat möchte Maria Ihre Kinder in das Geheimnis des neuen Auflebens in die Welt Ihres Sohnes einführen und daran teilhaben lassen, den &emdash; so das Lehramt der Kirche &emdash; „Gott als Erstgeborenen unter vielen Brüdern (vgl. Röm 8,29) gesetzt hat, d.h. unter den Gläubigen, zu deren Aufleben und Entwicklung Sie mit mütterlicher Liebe mit arbeitet" (Lumen Gentium, Nr. 63), denn: „diese Mutterschaft Mariens dauert ohne Unterlass im Sinne der Gnade an..." (ebenda, Nr. 62).
Diese wichtige, mütterliche Sendung Mariens, die der nicht erklärbaren Barmherzigkeit des Vaters entsprungen ist, verwirklicht sich heute auf außerordentliche Weise durch die besondere Anwesenheit der Mutter der Kirche auf Erden, die wünscht, dass durch das Wirken des Heiligen Geistes, die Glieder des mystischen Leibes Christi neu geboren werden. Aus diesem Grunde ruft heute die Madonna eine Schar Kinder auf, mit Ihr für das Wiederaufleben des Sohnes in den Seelen unzähliger Brüder zusammen zu arbeiten, indem Sie ganz einfach darum fragt, Freiheit und Liebe Gott für die Rettung der Welt zu opfern. Maria bittet aus der Tiefe des Herzens jenes bedingungslose „Ja" den Plänen der Liebe des Vaters zu schenken, das fähig ist, uns in die dynamische, totale Bereitschaft zu versetzen, die Sie feurig seit Ihrer Unbefleckten Empfängnis erlebt hat, und, in höchstem Maße, im Augenblick der Verkündigung sowie am Fuße des Kreuzes.

Um diesen außerordentlichen Plan an Gnaden zu verwirklichen, bittet uns Maria das Herz dem Geschenk des Heiligen Geistes zu öffnen, indem unter Ihrer weisen, mütterlichen Führung, ein geistlicher Weg bedingungsloser Hingabe an Jesus beschritten wird, auf dass Er immer mehr die Werke des Vaters in uns lebe und bezeige und uns zu echtem „Licht der Welt und Salz der Erde" werden lasse: „Richtet eure Herzen auf das Gebet und bittet, dass der Heilige Geist sich in euch ausgieße" (Botsch. 09.05.1985). „In diesen Tagen lade ich euch besonders ein, eure Herzen dem Heiligen Geist zu öffnen... öffnet eure Herzen und übergebt euer Leben Jesus, damit Er durch eure Herzen wirke..." (Botsch. 23.05.1985). In der Tat können wir nur durch die Teilnahme am Leben des Heiligen Geistes wirksame Zeugen in der Welt werden, in der Freude und im österlichen Licht des Auferstandenen: „Betet, liebe Kinder, damit der Heilige Geist in Fülle in euch wohne, sodass ihr allen jenen die Freude bezeugen könnt, die weit weg vom Glauben sind" (Botsch. 25.05.2000). Die Madonna hilft uns, die vielen geistlichen Hindernisse und den versteckten Götzendienst zu entdecken und besiegen, die sich in den Falten unserer kranken Herzen einnisten und die beharrlich dem lebendigen Wirken des Heiligen Geistes Widerstand leisten, und riskieren, unwiderruflich die Früchte der Gnaden in den Seelen zunichte zu machen: „Liebe Kinder, ihr seid zu sehr von materiellen Dingen eingenommen, und aus diesem Grund verliert ihr all das, was Gott euch geben will. Ich lade euch ein, die Geschenke des Heiligen Geistes zu erbitten, deren ihr jetzt bedürft, um meine Anwesenheit und all das zu bezeugen, was ich euch hier gebe. Liebe Kinder, überlasst euch ganz mir, damit ich euch gänzlich führen kann. Sorgt euch nicht um die materiellen Dinge" (Botsch. 17.04.1985).

Die Heilige Jungfrau ist sich dennoch bewusst, dass das schwierigste zu überwindende Hindernis, um uns tatsächlich zu „Werkzeugen in ihren Händen für die Rettung der Welt" (Botsch. 25.03.1994) zu machen, unser hochmütiges „Ich" ist, das absolut unfähig ist, die wahre Liebe aufzunehmen und den Geschwistern zu überbringen. Ein „Ich", das durch tausende, unersättliche Idole unserer Zeit tragisch gelähmt ist und das geräuschvoll die Seele vereinnahmt, wobei aller Raum für Gott genommen wird. Deswegen ladet uns Maria ein, mit Ihr zum Abendmahl zu kommen, um entschlossen diesen geistlichen Schritt zu tun, auf dass sich ein Weg der Reinigung des Herzens auftue, indem neu mit Ihr die große Novene der neu aufgehenden Kirche gelebt wird. Wie in der Tat der derzeitige Papst behauptet „gehört spirituell das Pfingstereignis nicht allein zur Vergangenheit. Die Kirche befindet sich stets im Abendmahlssaal, der zum Herzen führt, und sie harrt im Gebet aus... mit Maria, die Mutter Christi" (Redemptoris Mater, Nr. 65), denn: „diese Vereinigung mit der Mutter... nimmt teil am Geheimnis der Kirche von Anfang an" (ebenda). „Liebe Kinder, heute lade ich euch ein, mit Ernst diese (Pfingst)-Novene zu leben: weiht die Zeit dem Gebet und Opfer. Ich bin mit euch und möchte euch helfen, damit ihr im Verzicht und in der Abtötung wachst, um die Schönheit des Lebens jener Personen zu verstehen, die sich mir auf besondere Weise schenken..." (Botsch. 25.05.1990).

Giuseppe Ferraro (Fortsetzung folgt)

 

 

 

Die Augen eines Andern

"Herr, du hast mich erforscht und Du kennst mich ...

Von fern erkennst Du meine Gedanken...

Du umschliesst mich von allen Seiten

Und legst Deine Hand auf mich". (Ps 139)

Mit diesen Worten führt uns der Psalmist in das Geheimnis ein, in der Gegenwart Gottes zu stehen. Was heisst, in der Gegenwart Gottes stehen? Wir denken sogleich an die eucharistische Anbetung, an den Tabernakel, den wir beim Vorübergehen in einer Kirche besuchen. Das sind einige Gesichtsunkte, aber vor Gott stehen ist nichts von Zeit und Ort Begrenztes. Vielmehr ist es eine dauernde Bedingung unsres alltäglichen Lebens.
In der Gegenwart Gottes stehen heisst, dass seine Augen uns anschauen, uns erforschen, uns erkennen. Dies scheint klar und einfach, und doch ist es schwieriger als man denkt. Wie oft fehlt uns der Mut, vor ihm unsre Fehler zuzugeben, wie häufig belasten uns unsere Grenzen und möchten wir sie unterdrücken, wie oft gelingt es uns nicht, uns zu öffnen wo wir schwach sind und der Hilfe bedürften. Oft kehrt der Alte Mensch mit den Worten Adams zurück: "Da geriet ich in Furcht ... und versteckte mich" (Gen 3,10)
Hier ist der Punkt: so lange wir Angst haben vor Gott und vor seinem Blick, sind wir noch nicht in seine Gegenwart eingetreten. Lange Gebete oder verlängerte Nachtwachen nützen nichts, solange seine Augen nicht den unsern begegnen, sich unsere Seele nicht seinem Geist öffnet, der von weither unsere Gedanken durchdringt.
Aber wer ist Der, der uns anblickt und woher diese Angst, vor Ihm zu stehen? Gott ist der Andere, radikal anders als unsere Wünsche, unsere Logik, unser menschliches Rechnen. Und wir wissen es gut, unsere Seele spürt es und zieht sich zusammen, verängstigt, sich zu zeigen, was sie ist und was sie nicht ist. Gerade weil Gott anders ist als wir, antwortet er nicht auf unsere kleinlichen, egoistischen Bitten. Darum erfahren wir häufig nur seine Absenz. Jedoch ist jede Begegnung mit Ihm eine Erfahrung der Gegenwart und der Absenz Gottes, so seltsam dies uns auch scheinen mag. Manchmal ist Gott gleichzeitig gegenwärtig und abwesend. Dies hilft uns verstehen, dass Gott uns nicht zur Verfügung steht, ständig bereit, sich finden zu lassen, sozusagen "voraussehbar" zu werden. Gott ist nie voraussehbar, aber Er ist es, der uns vor dem stets Neuen seiner Gnade immer staunen lässt. Wäre es nicht so, würde seine Gegenwart zur Gewohnheit. Gott wünscht gerade das Gegenteil, nämlich dass wir ihn mit immer neuer Begeisterung ohne Selbstsucht sondern aus Liebe suchen. Dann werden wir uns nicht vor seinem Blicke ängstigen und in seiner Gegenwart stehen wird zur Belohnung für unser Bemühen, als Geschöpfe neu geboren zu werden. "In der Abwesenheit &emdash; sagt der hl. Augustinus &emdash; ist die Suche nach Gott am stärksten und das Verlangen reinigt sich". Jesus selbst wird sagen: "Es ist gut für euch, dass ich fortgehe" (Joh 16,7).
Wenn es wahr ist, dass Gott der ganz Andere ist, so ist ebenso wahr, dass er uns Vater ist. Er wünscht nicht, uns zu demütigen sondern uns zu erhöhen; Er wünscht, seine Grösse und Schönheit mit uns zu teilen, denn er hat uns zu einem herrlichen Ziel berufen. Um uns dies zu erlauben, demütigte er sich selbst bis zum Tod am Kreuze, dadurch ruft er uns fortwährend in seine Gegenwart, damit er uns lieben kann. Vor Gott stehen will also unsern Seelen ermöglichen, seinen Geist der Wahrheit zu berühren, der uns zeigt, was wir sind, um uns zu erleuchten, zu reinigen, uns zu helfen, die Hindernisse wegzuräumen, die den geraden Weg zu Ihm versperren.

Sein Blick ist nicht der Blick eines Menschen, häufig oberflächlich oder bösartig, sondern ist der Blick des Schöpfers, der uns dauernd in dem Masse erneuert, in dem wir uns von ihm einhüllen lassen. Im Blick Gottes besteht das Leben, der Friede, die Freude wie im Blick der Mutter, die ihr Neugeborenes betrachtet. Wir sind gerufen, uns von Gott anschauen zu lassen, aber auch seinen Blick voll Liebe uns zu eigen zu machen, so dass wir mit gleichen Blick auf unsre Nächsten schauen und ihnen helfen, sich zu verstehen. Zu wissen, dass Gott uns anschaut und sich uns nie seinen Liebesblick entzieht, ist die Gewissheit, die uns durch unser ganzes Leben begleiten muss. "Wohin könnte ich fliehen vor Deinem Geist, wohin mich vor Deinem Angesicht flüchten? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist Du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist Du zugegen, nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äussersten Meer, auch dort wird Deine Hand mich ergreifen und Deine Rechte mich fassen" (Ps 139), fährt der Psalmist fort. Dieses Bewusstsein lässt in uns die Gewissheit aufblühen, geliebt zu sein, und die Gewissheit, lieben zu können, denn ohne die sind wir arme und unsichere Geschöpfe. Fragen wir uns also, ob wir verfügbar sind für die Gegenwart Gottes, ob wir seinen Blick ertragen können und wollen, seinen Blick, der von uns nur Liebe und Verfügbarkeit für sein Werk verlangt, die wir doch wie der reiche Jüngling sind, von dem das Evangelium sagt, dass Jesus "ihn ansah, weil er ihn liebte" (Mk 10,21), der es aber nicht verstand, auf dieses Ansehen zu antworten.

Stefania Caterina

 

 

Die Familie ist ein Plan des Schöpfers

Der Mensch ist ein Sünder und sündigend trennt er sich von Gott und hat sich eine andere Ordnung geschaffen als jene die Gott erschaffen hat. Die Gesellschaft ist dabei, die Ehe neu zu ordnen, neue soziale Ordnungen zu schaffen, die Annahme und Zustimmung gefunden haben. Zustimmen bedeutet legalisieren und daher auch neue Formen und neue Methoden Leben auf Erden zu schaffen Legalität zu verleihen. Gott hat einen Weg bestimmt, den Weg über die Liebe, heute bestimmt man neue Wege... Das Leben bedarf der Wärme, während wir das Embryo auf 60° C unter 0 abkühlen! Im Wesentlichen ist die Sünde des Menschen nicht das Böse zu tun, sondern sich einen anderen Weg zu bauen, eine andere Ordnung, eine Schöpfung, die anders als die von Gott geschaffene ist - das ist die Sünde! Eine andere Ordnung zu bauen. Die Kirche ruft in dieser Zeit alle Christen auf, den Weg zurück zu den Ursprüngen zu gehen, zu dem, was Gott geschaffen hat. Sie fragt auch danach, die eigene Erinnerung zu heilen, ein Thema, das viele ernst in Angriff nehmen, denn es ist eine tiefe Wiederversöhnung im Inneren der Gesellschaft nötig, die von der Wurzel der Probleme ausgeht. Der Heilige Vater weist die Kirche auf einen Weg der Erneuerung und Reinigung hin, denn die Kirche will immer wahrer werden, immer echter. Die heutige Gesellschaft bedarf klarer, leuchtender, glaubhafter Bezugspunkte, selbst wir benötigen Wege des Friedens. Oft treffe ich auf Schwierigkeiten in der Ehe: Ein Paar steht vor der Scheidung, nachdem es alle Wege ausgeschöpft hatte, inklusive den legalen Weg... Schließlich bittet es um den Segen des Priesters, um den letzten Versuch zu machen, das Problem zu lösen. Wenn ich nun frage, ob sie gespürt haben, von den eigenen Eltern geliebt zu sein, stelle ich mehrheitlich fest, dass als Ursache der Unfähigkeit, sich zu lieben, eine innige Gemeinschaft der Liebe zwischen den Ehepartnern zu verwirklichen, eine kranke Vorgeschichte geschrieben steht.

Auch die Wissenschaft kommt uns heute zu Hilfe und beweist, wenn ein Mann kein gesundes Verhältnis zum Vater und der Mutter hatte, wird es schwierig sein, ein gesundes Verhältnis zur Frau nach der Heirat zu etablieren, und demzufolge wird er den Kindern auch nicht eine ausgeglichene Erziehung angedeihen lassen können. Je mehr man sich sorgt, die ertragenen Fehler zu vermeiden, desto mehr fällt man in sie hinein. Warum? Dies ist Ordnung Gottes, der vorgesehen hat, dass jedes menschliche Wesen zur moralischen, geistlichen Gesundheit, zur Reife durch das Mitwirken der Liebe gelangt, den die beiden Elternteile jener Person angedeihen lassen. In der Tat hat der Herr bestimmt, dass es der Vater ist, der den Kindern bestimmte Eigenschaften verleiht. Wer übermittelt den Kindern Stabilität, Charakter, Standhaft-igkeit, Mut das Leben anzugehen, die Schwierigkeiten zu meistern, in die Zukunft zu blicken? Während ich diese Dinge sage, versuchen wir uns die heutige Jugend vorzustellen, wie fest der Blick in die Zukunft ist und wie sehr jedoch sich die Schwachheit zeigt! Von wem kommt diese Eigenschaft? Von der väterlichen Anwesenheit bei der Entwicklung der Kinder. Denn Gott hat dem Vater, dem Mann, die Charaktereigenschaften verliehen, um dem Kind die Fähigkeit zu geben, mit Sicherheit die Zukunft anzugehen. Nehmen wir dem Kind den väterlichen Teil, so stellen wir fest, dass die Kinder zwar brav, jedoch unstabil, unsicher, schüchtern werden. Dasselbe trifft auf die Mutter zu, die von Gott andere Segnungen empfangen hat und den Kindern vermittelt, wie z.B. die Freude am Leben... Begegnen wir einem Kind, das lacht, sagen wir gleich, die Mutter hat es geliebt. Was ich auf Familienebene behaupte, müssen wir auch auf die soziale Ebene übertragen. In Vergangenheit hat die Gesellschaft auf die Kämpfe zwischen Mann und Frau Bezug genommen. Der Mann hat eine dominante Rolle auf die Frau ausgeübt, die vom sozialen Leben ausgeschlossen wurde. Dank sei Gott schreitet man heute auf ein Gleichgewicht zu. Ich übertrage diese Diskussion auch auf die Ausbildung von uns Priestern, wo uns im Seminar verboten wurde, Frauen zu grüßen. Man sagte: „Je weiter die Frau entfernt ist, desto besser... Sie ist eine dauernde Gefahr...!"

Wieso ein solcher Konflikt? Er wurde sogar legalisiert. Ich sage dies, damit man versteht, - abgesehen von unserem Gewissen - dass es Kontraste bzw. Fehler gibt, die beglaubigt wurden, die jedoch fragwürdig sind. Wir finden die Ordnung Gottes nicht wieder, wenn wir die seit 50 Jahren bestehende Ordnung preisen, sondern wenn wir zur Schöpfung zurück kehren. In der Tat hat durch die Auferstehung Jesu Christi eine neue Schöpfungsgeschichte begonnen. Er sagte zu den Aposteln, die Ihn fragten: „Herr, wir haben alles gelassen und sind dir gefolgt, was werden wir dafür bekommen?" Der Herr antwortete ihnen: „Ihr seid mir gefolgt, in der neuen Schöpfung werdet ihr in diesem Leben das Hundertfache erhalten, als auch das ewige Leben". Wir können uns also fragen: Wie hat Gott das Paar geschaffen, wie die Familie? Die hl. Schrift gibt uns die Antwort: „Erschaffen wir den Menschen nach unserem Abbild, uns ähnlich." Und Gott erschafft den Menschen nach Seinem Abbild, und die hl. Schrift stellt klar „als Mann und Frau erschuf er sie". Das vollständige Abbild Gottes ist weder allein im Mann oder in der Frau anwesend, sondern in beiden, denn Gott hat Seine „Qualitäten" aufgeteilt, damit die Einheit das vollkommene Abbild abgebe. Das Abbild Gottes finden wir im Mann und in der Frau, in der gegenseitigen Annahme, nicht im Konflikt. Ein jeder hat seinen Geschmack, seine Weisheit, jeder hat seine Denkensart, seine Art zu überlegen. Gerade in der Annahme jedoch finden sie Mäßigung und vervollständigen sich.

don Fulvio di Fulvio (Fortsetzung folgt)

 

 

Nachrichten vom Gesegneten Land

Die jährliche Erscheinung an Mirjana Dragicevic-Soldo ereignete sich in Gegenwart von mehr als tausend Pilgern, die sich zum Beten des Rosenkranzes bei der Kommunität Cenacolo versammelt hatten. Die Gottesmutter blieb 7 Minuten bei der jungen Frau und gab die folgende Botschaft:

"Liebe Kinder! Wie eine Mutter bitte ich Euch: öffnet euer Herz, schenkt es mir und fürchtet euch vor nichts. Ich werde mit euch sein und euch lehren, Christus an den ersten Platz zu stellen. Ich werde euch lehren, ihn zu lieben und ihm ganz zu gehören. Liebe Kinder, versteht, dass es ohne meinen Sohn kein Heil gibt. Ihr müsst anerkennen, dass Er euer Anfang und euer Ende ist. Nur mit diesem Bewusstsein könnt ihr glücklich sein und das ewige Leben verdienen. Ich, als eure Mutter, wünsche dies für euch. Danke, dass ihr auf meinen Ruf geantwortet habt"
*Vom 28. Februar zum 3. März fand das 2. Internationale Seminar für verheiratete Paare statt unter dem Titel: "Erweckt die Liebe in euern Familien neu". Es haben rund 40 Paare aus zehn verschiedenen Ländern daran teilgenommen.
Die angegangenen Themen: das Gebet, der Glaube, die Zwiesprache und die Treue. Die Seherin Mirjana gab ihr persönliches Zeugnis über Botschaften der Gottesmutter zur Familie. Es gab auch zwei Sondertreffen mit der Seminarleitung, wo die Ehegatten die Möglichkeit hatten, ihre persönlichen Schwierigkeiten, Freuden und Bedürfnisse auszudrücken, sowie auch die empfangenen Gnaden. Am letzten Seminartag während der Anbetung des Allerheiligsten haben sie ihre persönlichen Eheversprechen erneuert und sie ihrer Einigung mit Jesus anvertraut.

* Das 7. internationale Seminar für Priester unter dem Thema: "Der Priester im Dienste von Heilung und Befreiung" findet statt vom 1.-6. Juli. Die Dozenten: Don Gabriele Amorth, Dr. Philipp Madre, Fra Dominik Hession und Fra Jozo Zofko. Richtet eure Anmeldung an folgende E-mail-Adresse: lidija..parismedjugorje.hr oder per Fax Nr. 0038-736-651.988 oder an e-mail: informacije@medjugorje.hr.
Anstelle von finanziellen Beiträgen an das Seminar bitten wir die Priester, fünf Messintentionen zu übernehmen. Alle Priester werden gratis in Familien unserer Pfarrei aufgenommen.
Bitte mitbringen: Alba und Stola, Bibel, kleines Radio mit Frequenz FM und Kopfhörer (für die Simultanübersetzung).

Aus: Press Bulletin

Mitte März kam zusammen mit drei weiteren Priestern Mons. Nguyen Quang Tuyenzu, Bischof der Diözese Bac Ninh zu einem Privatbesuch. Der vietnamesische Bischof blieb während vier Tagen in Medjugorje und betete bei der Königin des Friedens für die Kirche in Vietnam und um Priesterberufungen. "Wir wünschten an diesen Ort zu kommen, - äusserte sich der Prälat &emdash; wo Unsre liebe Frau zur Umkehr und zum Rosenkranzgebet aufruft. Wenn wir in unser Land zurückkehren, werden wir alle zur Bekehrung und zur Verehrung des Allerheiligsten Altarssakramentes sowie zum Gebet um Frieden ermuntern. Am Schluss fügte er zu: "Wir bitten euch, für die Katholiken Vietnams zu beten, damit sie im Glauben, im Gebet und im Frieden wachsen mögen."

 

 

Vielleicht ist es nicht allen bekannt, dass Jelena von der Gottesmutter für eine spezifische Aufgabe auserwählt wurde: der Gebetsgruppe den Segen zu überbringen. Bei jeder Begegnung liess es die Jungfrau Maria nie an Worten fehlen, mit denen sie die Mitglieder der Gruppe, ihre Gebetsanliegen und die mit ihnen verbundenen Personen segnete:

"Liebe Kinder...Ich segne euch". Segen zu empfangen und sich selbst zum Segensüberbringer machen zu lassen, gleich einem Kristallprisma mit vielen Facetten, welches den Lichtstrahl empfangend, ihn in allen Richtungen brechend weiterstrahlt und seinen Lichteffekt vervielfältigt. Nachdem sich Jelena selbst zum Kanal des Segens machen liess, sucht sie in den Seiten der Heiligen Schrift seine ursprüngliche Bedeutung, um seinen gesamten Wert im Lichte des Wortes Gottes zu verstehen.

 

Die Kraft des Segnens

von Jelena Vasilj

Das hebräische Wort beraka, Segen, stammt vom Verb barak ab, das verschiedene Bedeutungen hat, vor allem bedeutet es segnen und loben, selten auch niederknien, oder einfach nur jemanden grüssen. Im Allgemainen bedeutet der Begriff des Segnens im Alten Testament, an jemanden Güter der Macht, des Erfolgs, des Wohlgedeiens, der Fruchtbarkeit und des langen Lebens zu erteilen. Segnend wünscht man folglich die Kraft und Fülle des Lebens auf jemanden herab; es kann aber auch das Gegenteil geschehen, so wie Michal, die Tochter Sauls, welche, nachdem sie den Segen Davids verschmähte, als er seine Familie segnete, unfruchtbar wurde (2 Sam 6,2). Da es immer Gott ist, der über die Fülle des Lebens verfügt und sie schenkt, bedeutet im Alten Testament segnen vor allem die Gegenwart Gottes auf jemanden herabrufen; wie Mose es Aron angewiesen hatte; dieser Segen ist in der Kirche heute noch gebräuchlich: "So sollt ihr Israeliten segnen, sprecht zu ihnen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen" (Num 6, 23-27).

Gott ist die einzige Quelle des Segens (Gen 12); Er ist die Quelle der Lebensfülle, die zweier Kennzeichen entspringt, für jene Gott im Alten Testament gesegnet wurde; es sind die Barmherzigkeit und die Treue. Treue gegenüber der Verheissung, festgelegt im Bund, den Er mit dem erwählten Volk geschlossen hat (Deut 7, 12). Der Bund ist in der Tat das Schlüsselprinzip zum Verständnis des Segens (Ez 34, 25-26), weil der von Gott und Menschen geleistete Eid Folgen mit sich bringt: Segen von Gott für den Menschen, entsprechend dem Gehorsam - der Ungehorsam jedoch bringt Fluch über ihn. Diese beiden sind der Tod und das Leben: "Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deinens Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weisst: der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben" (Deut 30, 19-20). Und in diesem Licht zeigt sich auch die neue Verheissung, das Neue Testament selbst, der die Kundgebung der alten Verheissung ist, schliesst den Neuen Bund, und sein Kreuz ist der neue Baum des Lebens, in dem der Fluch des Todes vernichtet ist und uns der Segen des Lebens zuteil wird. Es ist wirklich sein Leib, d.h. die Eucharistie, die uns auf ewig leben lässt.

Unsere Antwort auf einen derartigen Segen ist Gott zu segnen und zu preisen. Genau genommen, mehr noch als Vorzüge zu empfangen und selbst gesegnent zu sein, ist segnen auch eine Art der Danksagung an die Person, von der uns Gaben zuteil wurden. Daher ist das Segnen unsere Gundhaltung hin zu Gott, der Kern unseres Gottesdienstes. Und gerade mit solchen Worten beginnt die eucharistische Liturgie: Gesegnet bist du Herr unserer Gott. Es folgt eine Aufzählung der Segungen Gottes, die ihren Höhepunkt in der Einsetzung der Hl. Eucharistie findet, als Zeichen des neuen Bundes. Die Wandlung der Hl. Eucharistie ist dem Priester vorbehalten, dem eine besondere Vollmacht zur Wandlung verliehen ist, gleichwie als Höhepunkt des Segnens. Auf jeden Fall nimmt jeder, der sich selbst und seine Gaben Gott als Opfer darbringt, teil, als persönliches Geschenk und als Verzicht auf eigenützigen Gebrauch. Vor diesem unsagbaren Geheimnis wenden wir uns an Maria, die gesegnet ist mit allem Segen, die Gesegnete unter den Frauen (Lk 1,42), jene die als erste den Geschöpfen in die Seligkeit lebte, auf das wir ihren Wunsch für uns erfassen können, zusammen mit ihr im Himmel, in der ewigen Seligkeit der Heiligsten Dreifaltigkeit zu sein.

(Fortsetzung folgt)

 

 

LESER SCHREIBEN

Liebe Geschwister in Christus und Maria, Von Herzen danke ich euch für das wertvolle Geschenk eures Bulletins. Es ist ein Licht, ein Anstoss, die Botschaften zu leben, die unsere heilige Mutter uns schickt. Ihr unbeflecktes Herz segne euch, befruchte Euer arbeitsreiches Apostolat, das Ihr mit so viel Liebe erbringt, und es belohne euch die Mutter Jesu, unsere Mutter, so wie nur sie es kann. Vor kurzem übersiedelte ich nach Esmeralas in die Anden an des Strand des Ozeans ins Dorf Carpuela, wo schwarze Nachkommen einer Gruppe ehemaliger Sklaven von Landbesitzern in Armut leben und ihre Gemüsegärten pflegen. Wie die Königin des Friedens es wünscht, gründeten wir eine Gebetsgruppe und nannten sie "Marienmissionare", wo jede Familie sich der Gottesmutter weiht und verspricht, jeden Abend zu Hause mit den Angehörigen den Rosenkranz zu beten und eine Seite aus dem Evangelium zu lesen; nicht nur dies, sondern auch, als wahre Christen zu leben: Streit aus dem Weg zu gehen, zu verzeihen, etc. Bis jetzt sind dreissig Familien dieser Gruppe beigetreten. Sofort entstand in einem Nachbardorf ein analoger Kreis, und ... die Verehrung wächst! Ich hoffe, dass die Friedenskönigin lächelt! Euern wertvollen Rundbrief gebe ich weiter ... und suche, die Botschaften der Gottesmutter bekannt zu machen. Ich danke euch nochmals und wünsche Euch die Gnade, Christi Liebe zu vertiefen. Die Königin des Friedens, glücklich über das, was Ihr tut, möge Euch segnen und mit der Zärtlichkeit ihrer Mutterliebe umgeben.

Sr. Vitangela Castellano (83 Jahre alt)

 

*Eucharistisch-marianisches Treffen für den Frieden, geleitet von P. JOZO ZOVKO: "Sieh, hier deine Mutter", die mystische Morgenröte des 3. Jahrtausends, im Beisein von Vicka: Samstag, 25. Mai, 10.00 Uhr in der Sporthalle "Rossini" in Ancona.Info: Alberto: 0039-071-91.20.32

od. Matteo: 0039-058-54.36.53

od. Adalgisa: 0039-071-73.10.38ters

 

* Vicka wird auch am 8. Juni ein Gebetstreffen leiten von 14-18 Uhr, organisiert vom "Gruppo Provvidenza" des Salesianer-Instituts Manfredini di Este (PI). Das Treffen wird im Freien abgehalten, weshalb ein Regenschutz empfohlen ist.

Sonntag, 9. Juni, wird Vicka beim Gebetstreffen anwesend sein, das von der Franziskanischen Kommunität Betania organisiert im Kleinen Seminar von Verona an der Via Bacilieri 1 (S. Massimo VR) stattfindet - Info: Concetta: 0039-349-432.429 - od. Paola: 349-408.48.00 / Fax: 045-770.14.73

 

Direktbus Triest-Medjugorje: Donnerstag und Samstag ab Triest, 1800 Uhr. Voranmeldung Tel. 0039-040-42.50.20

Das ECHO MARIENS ist gratis und lebt allein von freiwilligen Spenden. Konto Nr. 14124226 zugunsten Eco di Maria, Postfach 149, 46100 Mantova.

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Ihr alle seid eingeladen mitzubeten, wenn wir uns am ersten Samstag des Monats an den Herrn wenden mit den Anliegen aller Leser &emdash; jener, die ausdrücklich darum bitten, aber auch jener, dies es einfach in der Stille ihres Herzens sprechen. Einmal im Monat feiert Don Alberto die heilige Messe in diesem Sinn.

Don Angelo schrieb an eine seiner spirituellen Töchter:

"Lesen und von neuem jeden Tag ein Kapitel lesen, innehalten und über einige Worte, die dich berührt haben nachdenken, dann ein persönliches Gebet formulieren, einen praktischen Vorsatz für den Tag fassen und ein kleines Gebet oder einen Eindrück ins Tagebuch schreiben". Mögen diese seine Worte den Segen sein für diese Mai-Ausgabe "seines" geliebten Echos.s

Villanova/Mantova, 1. Mai 2002