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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 196 (November-Dezember 2007)

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Botschaft Mariens vom 25. September 2007
“Liebe Kinder, auch heute rufe ich
euch alle auf, dass eure Herzen mit noch
glühender Liebe zum Gekreuzigten
lodern, und vergesst nicht, dass Er aus
Liebe zu euch Sein Leben hingegeben hat,
damit ihr gerettet seid. Meine lieben
Kinder, meditiert und betet, damit euer
Herz sich für die Liebe Gottes öffne.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
In Liebe glühende Herzen
zum Gekreuzigten
Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel
viele durch ihn zu Fall kommen und viele auf-
gerichtet werden, und er wird ein Zeichen
sein, dem widersprochen wird
(vgl. Lk 2,34-
35). Seit dem Augenblick der Darbringung
Jesu im Tempel sind die Worte Simeons Tag
für Tag, die er an Maria gerichtet hatte, für
jeden Menschen bezeichnend, und es wird so
bleiben, bis Gott alles in allen sein wird (vgl.
1Kor 15,28). Angesichts des Gekreuzigten
verliert jede Überlegung an Bedeutung,
schwankt alle menschliche Logik, fallen die
Papierschlösser in sich zusammen, die mit so
viel Fleiß und Mühe gebaut worden sind;
unsere Gedanken zeigen ihre Grenzen auf.
Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde alle zu mir ziehen
(Joh 12,32).
Es wäre so wenig notwendig, um sich von
der Liebe versenken zu lassen, um sich anzie-
hen zu lassen, um in jenem offenen Herzen
einzutauchen; es würde ein einfaches Ja
genügen, wie jenes von Maria, aber nein, wie
viel Widerstand, wie viele Ausflüchte,
Meinungsänderungen, wie viele
Schwierigkeiten richten wir zwischen Gott
und uns auf und stellen sie als Keil zwischen
unseren persönlichen Kult und der Liebe!
Vielleicht sind wir vom Gekreuzigten
noch gerührt, aber die Ergriffenheit ist nicht
anhaltend, oder sie ist auf bestimmte liturgi-
sche Zeiten beschränkt, unter tausend
Beschäftigungen eingeklemmt, in unseren
sozialen, familiären, sogar religiösen
Pflichten versunken. Vielleicht nimmt der
Gekreuzigte noch einen bestimmten Raum in
unserem Leben ein, aber sind wir fähig Ihn zu
erkennen, wenn das Kreuz, auf dem Christus
liegt, nicht jenes traditionelle ist, oder wenn
die Last desselben auf unseren Schultern
liegt? Ich rufe euch alle auf, dass eure
Herzen mit noch glühenderer Liebe zum
Gekreuzigten lodern,
ermahnt uns Maria,
und es ist eine starke Ermahnung, eine aus
Liebe brennende Einladung, derselben Liebe
Jesu, derselben Liebe, die Jesus selbst ist;
sonst ist es wieder einmal ein kleines
Almosen, ein Scherflein, das alles wie vorher
belässt, im Gegenteil, schlimmer als vorher,
denn es befriedigt und verschlummert das
Gewissen. Jesus, der Gekreuzigte, ist Zeichen
des Widerspruchs
für alle; für uns Christen,
für die Nicht-Christen, für die Gläubigen und
die Nicht-Gläubigen. Man kann unbeteiligt
oder gerührt sein, feindselig oder bewundert,
aber so lange man nicht bekehrt ist, sind die
Unterschiede unbedeutsam.
Der Tod eines Gottes ist vergeblich, wenn
er nur zum Vergießen von ein paar Tränen
führt und alles beim alten lässt. Aber Gott...
ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will,
dass jemand zugrunde geht, sondern, dass
alle sich bekehren
(vgl. 2Petr 3,9). Glauben
wir an Seine Liebe, könnte die Bekehrung
spontan und ehrlich sein, wie uns Maria
ermahnt: Vergesst nicht, dass Er aus Liebe zu
euch Sein Leben hingegeben hat, damit ihr
gerettet seid. Meine lieben Kinder, medi-
tiert und betet, damit euer Herz sich für
die Liebe Gottes öffne.
Einer unvorstellba-
ren Tatsache bedacht, dass Gott sich die
Sünde der Welt auflädt und sich einem
schändlichen Tod aus Liebe zu uns unter-
wirft, wie können wir einer solch großen
Liebe verschlossen bleiben?
Öffnen wir unsere Herzen vertrauensvoll,
der Vater erwartet uns, Er ist bereit, für uns
und mit uns zu feiern, Er ist bereit, uns wie-
der in die Würde als Kinder einzuführen, die
wir hochmütig verschleudert haben.
Du, der du glaubst alles vergeudet zu
haben, du, der du dich unwürdig der
Vergebung erachtest, du, der du bereit bist,
dein Leben zu geben, um Tod zu säen, laufe
dem Vater entgegen, gib Ihm, was du bist
und du wirst dich in Jesus Christus verwan-
delt vorfinden. Du, der du ein Leben lang im
Dienst des Vaters bist, der du in Seinem Haus
bist, halte ein vor dem Gekreuzigten, mit
offenem Herzen, mit neuem Herzen und
glaube nicht, schon alles erreicht zu haben,
habe noch und immer wieder Durst, wie Er,
bis du in Ihn bist und Er in dir: Alsdann dein
und Sein Durst ein einziger ist, den der Vater
aufnimmt und endgültig stillt.
Nuccio Quattrocchi
Botschaft Mariens vom 25. Oktober 2007
„Liebe Kinder, Gott hat mich aus
Liebe unter euch gesandt, damit ich euch
auf den Weg der Erlösung führe. Viele von
euch haben ihre Herzen geöffnet und mei-
ne Botschaften angenommen, aber viele
haben sich auf diesem Weg verloren und
haben niemals den Gott der Liebe mit der
Fülle des Herzens kennen gelernt. Deshalb
rufe ich euch auf, Liebe und Licht zu sein,
wo Dunkelheit und Sünde ist. Ich bin mit
euch und segne euch alle. Danke, dass ihr
meinem Ruf gefolgt seid!“
Seid Licht,
wo Finsternis herrscht!
Durch Maria ist Gott Mensch geworden
und zum Menschen gekommen. Durch Sie ist
die unendliche Entfernung zwischen Gott
und dem Menschen aufgehoben, hervorgeru-
fen durch die Erbsünde. Nun kann Gott im
Menschen wohnen, nun kann der Mensch
von Gott bewohnt werden; jetzt kann die
Gemeinschaft zwischen Gott und dem
Menschen tief, wirklich und konkret sein, so
sehr, dass der Apostel sagen kann: Nicht mehr
ich lebe, sondern Christus lebt in mir
(vgl.
Gal 2,20). Maria ist der privilegierte Ort der
Begegnung zwischen Gott und dem
Menschen und in Ihr können wir eher Gott
begegnen, wie viele große Heilige in all den
Jahrhunderten behauptet haben und wie es
die katholische Kirche stets gelehrt hat. Gott
hat mich aus Liebe unter euch gesandt,
damit ich euch auf den Weg der Erlösung
führe.
Diese ihre Worte erklären die Rolle,
die ihr von Gott in Seinem Rettungs-Plan ein-
geräumt wurde. Seit sie vor dem Erzengel
Gabriel ihr Fiat ausgesprochen hat, wird
Maria Ort der Begegnung zwischen Schöpfer
und menschliches Geschöpf, Mutter der
Menschen, die Satan den Kopf zertritt (vgl.
Gen 3,15), Arche der universalen Rettung.
Durch sie findet der Mensch nicht nur die
verlorene Würde wieder, sondern bekommt
eine neue: Jetzt ist er Sohn Gottes, jetzt kann
er Ihn Vater nennen und von Ihm umarmt
werden, wahrer, einziger Sohn Seines
Eingeborenen Sohnes, Christus Jesus.
Warum sich der Erscheinungen Mariens und
deren Intensivierung wundern? Ist es nicht
logisch, dass sich ihr Werk beim
Näherkommen der Wiederkunft Christi ver-
stärkt? Es ist die Liebe Gottes, die uns rettet,
und ist nicht Maria Ausdruck dieser Liebe?
Sie, die Gott im Menschen kommen ließ, hat
einen entscheidenden Beitrag für die Rettung
der Menschheit geleistet und ist von Gott
‚gebraucht’, um uns auf den Weg der
Erlösung zu führen;
wieder und immer
wieder ist ihr Fiat zur Liebe Gottes Weg zur
Rettung. So sehr ihr Eintreten, ihre
Fürsprache auch machtvoll sein mögen, hat
unser Wille die wundervolle und furchtbare
Kraft, die Liebe des Vaters abzuweisen, die
sie uns durch Jesus anbietet. Viele von euch
November-Dezember 2007
-
Herausgeber; Eco di Maria,
C.P.
47 - 31037 LORIA (TV)
(Italia)
- J. 23, Nr. 11 - 12
Sped.a.p. art.2,com.20/c,leg.662/96 filiale di MN, Autor.Trib. MN n. 13 : 8.11.86, Tel/fax 0423.470331
196
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FATIMA
90 Gnadenjahre
Vor genau neunzig Jahren erschien die
Jungfrau Maria den drei berühmten
Hirtenkindern und übergab ihnen
Erkenntnisse, die für die ganze Menschheit
wichtig werden sollten. Wir kennen die
Geschichte dieser Ereignisse gut, eine
Geschichte, die noch nicht zu Ende sein
scheint, denn damals übertrug die
Muttergottes drei besondere Aufgaben, die
nur teilweise erfüllt wurden. Noch immer
gilt, dass sie sich erfüllen sollten (in
Medjugorje sagte die Muttergottes: „Ich
möchte hier das beschliessen, was ich in
Fatima begonnen habe“).
Dieses Jahre folgten und steigerten sich
die Feiern bis zum 14. Oktober, als in der hl.
Messe der Staatssekretär des Vatikans,
Mons.Tarcisio Bertone, an die letzte der sie-
ben Erscheinungen erinnerte: „Bekehrung,
Umkehr, Loslassen von der Sünde,
Wiedergutmachung für den Bruder, der Gott
beleidigt hat: das ist Fatima“, das hat er in sei-
ner Homilie den vielen tausenden von Pilgern
wach gerufen. Auch die neue Kirche mit den
neuntausend Plätzen mochte die grosse
Pilgerzahl nicht zu fassen; viele haben im
Freien der Feier auf Bildschirmen beige-
wohnt..Zum Schluss konnte man direkt am
Angelusgebet des Papstes in Rom teilneh-
men: “In Fatima erklingen seit neunzig Jahren
die Aufrufe der Muttergottes, die uns bittet,
unsere eigene persönliche Taufweihe zu leben
zu jedem Augenblick unserer Existenz“,
mahnte Benedikt XVI. Alles wird möglich
und leichter, wenn wir diese Selbsthingabe an
Maria leben, so wie Christus selbst es vom
Kreuz herab getan hat, als er sagte: „Frau, die-
ses ist dein Sohn! “Sie ist die Zuflucht und der
Weg, die zu Gott führen“ - unterstrich der
Papst – Er lud die Gläubigen ein, „persönlich
ihre eigene Weihe an das Unbefleckte Herz
Mariens zu erneuern“.
Wie man weiss, zeigte Maria sich in
Fatima als die „Liebe Frau vom
Rosenkranz“
und bat eindringlich, den
Rosenkranz alle Tage zu beten,
um ein
Ende des Krieges zu erlangen. Darum lud
der Papst am 7. Oktober, (dem
Rosenkranzfest) alle ein, dieses Gebet für
den Frieden in den Familien und in der
ganzen Welt zu beten. „Es ist der Auftrag,
den die Muttergottes auch in ihren verschie-
denen Erscheinungen übergab“ – so erklärte
er: „der Rosenkranz ist ein Mittel, das die
Muttergottes uns gegeben hat, um Jesus zu
betrachten, und im Betrachten seines Lebens
ihn zu lieben und ihm immer treuer nach zu
folgen“, schloss der heilige Vater.
Redaktion
haben ihre Herzen geöffnet und meine
Botschaften angenommen, aber viele
haben sich auf diesem Weg verloren und
haben niemals den Gott der Liebe mit der
Fülle des Herzens kennen gelernt.
Es kommt einem sogleich die Parabel vom
Sämann ins Bewusstsein (vgl. Mk 1-20); die
Geschichte wiederholt sich und es genügt
nicht, gut zu beginnen, mit Begeisterung anzu-
fangen. Es genügt nicht die Herzen öffnen; es
ist nötig, diese offen zu halten, im Gegenteil,
sie immer mehr zu öffnen, bis sie in Liebe zer-
reißen, oder noch besser, bis sie von der Liebe
Jesu zerrissen werden. Es reicht nicht, die
Botschaften Mariens anzunehmen; es ist
erforderlich, diese zu leben, anzuwenden, sich
von ihnen verändern zu lassen. Dies ist kein
leichter Vorgang, noch ist er schnell zu ver-
wirklichen, denn Mühe, Selbstverleugnung,
Demut sind nötig. Der regelmäßige Empfang
der Sakramente, besonders der Beichte und
Eucharistie ist erforderlich. Uneingeschränkte
Hingabe zum Willen Gottes sind gefragt.
Liebe und Licht sein, wo Dunkelheit und
Sünde
sind, erfordert Heiligkeit des Lebens,
sich vom göttlichen Geist bei jeder
Gelegenheit und allen Umständen leben zu
lassen, um wie der hl. Paulus sagen zu können:
Ich bin mit Christus gekreuzigt worden, nicht
mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir
(vgl. Gal 2,10-20). So werden wir den Gott
der Liebe mit der Fülle des Herzens
kennen
lernen und die Fülle Seiner Liebe wird sich auf
jene ausgießen, die in der Finsternis wandeln,
und Sein Licht wir alle Verführung zerstreuen,
alle Gedanken an Sünde zertreten, alle Angst
vor Gott, jedes Misstrauen beseitigen, das
Geschöpf mit dem Schöpfer vereinen, und der
Menschensohn, wenn er kommt, wird auf der
Erde (noch) Glauben vorfinden
(vgl. Lk 18,8).
N.Q.
Ich war dort ...
Schon allein der Name Fatima lässt viele
sogleich an einen weit entfernten Ort den-
ken. Sicher aber wird im Herzen vieler,
wenn von der „Weissen Frau von Fatima“
gesprochen wird, das Bild des Unbefleckten
Herzens Mariae wach: das Herz der Mutter.
Für mich persönlich war es eine
Gelegenheit für grosse Gnaden, genau zu
den Feiern der 90 Jahre dort zu sein, am
Herzen der Mutter meine 25 Jahre
Priestertum zu feiern. Ich bin sicher, dass die
Königin des Himmels fortfährt, mich zu seg-
nen und zu schützen.
Am 13. Oktober in Fatima zu sein, dem
Jahrestag der Erscheinungen an Luzia,
Hyazinta und Francesco, bedeutet, in einen
Wirbel von Licht zu treten, der an das
Sonnenwunder vom 13. Oktober 1917 den-
ken lässt: Wirbel, der die Seele zu Gott
erhebt und gleichzeitig aufmerksam macht
auf die Bedürfnisse der Menschen.
Was hat mich in diesen Fatima-Tagen so
sehr betroffen? Was hat mein Herz aufge-
nommen im Betrachten dieses zartesten und
zugleich betrübtesten aller Gesichter der hei-
ligen Mutter? Ich möchte in der Sprache der
Engel reden können oder den Stil eines hei-
ligen Bernard besitzen, um meine
Empfindungen zu beschreiben, aber so ist es
halt nicht. Deshalb lasse ich einfach mein
Herz sprechen, das Herz eines Verliebten,
der sich von der Madonna un-end-lich
geliebt fühlt.
Was in Fatima auffällt ist vor allem die
einfache, nüchterne Art in allem und jedem:
die der Seher, der Botschaften, dem Bild der
Jungfrau bis zum ganzen Umfeld. Alles
spricht Nüchternheit, Klima von Busse und
Sühne. Das Evangelium der Muttergottes-
Messe von Fatima spricht von der Kreuzigung
Jesu und endet mit dem Satz: „... und der
Jünger nahm sie zu sich“.
Hier ist das
Faszinierende dieser Erfahrung: Jesus finden,
der noch hier uns seine Mutter schenkt, noch
hier uns der zartesten aller Mütter anvertraut.
Oft heisst es, dass man zu Christus durch sei-
ne Mutter gelangt, und das ist wahr. Aber an
diesem reich gesegneten Ort gibt uns der
Erstgeborne ein ganz grosses Geschenk: ihr
unversehrtes Herz, das lebt, sich um uns küm-
mert und sich für uns einsetzt.
Ich sprach von der Einfachheit der
Seher. Noch hört man die leichten Schritte
der drei Hirtenkinder, hingezogen und faszi-
niert von der „Frau mit der Sonne umklei-
det“! Sie suchen dem Wunsch nach Gebet
und Sühne auf alle Art und Weise zu genü-
gen, wie auf das Trinken zu verzichten oder
ihren Imbiss einem Armen zu schenken;
heroisch und schmerzhaft verstehen sie, den
Tod in jugendlichem Alter hinzunehmen, lei-
dend die Beleidigungen zu sühnen, die Jesu
und dem Unbefleckten Herzen Mariens
angetan werden.
Es frappiert auch die Echtheit der
Botschaften, die Bestimmtheit und
Unerschütterlichkeit der Bilder wie das Sehen
der Hölle bis zum Tode der vielen Priester
und sogar des Papstes. Alles erscheint in Licht
von Wahrheit, Diskretion, Respekt.
Mittelpunkt des Ganzen ist der Anruf,
das Unbefleckte Herz Mariens zu lieben
und zu ehren
und rein aus Liebe die vielen
Beleidigungen zu sühnen, die mit der Sünde
verbunden sind. All das ist wirklich erfahr-
bar, erlebt von den Pilgern, die kniend den
Platz durchqueren, und - so möchte ich
sagen – im „heiligen Schweigen“ rund um
die Kapelle der Erscheinungen.
Was hast du nur an Dir, Mutter, was
uns so an Dich zieht? Was gibst du uns, dass
wir in unsre Häuser heimkehren mit dem
Herzen voller Friede? Was bindet uns so
sanft an Dich? Es ist wohl die
Rosenkranzkette, das einfache Mittel für die
Einfachen, wie es Paul VI. sagte, das uns mit
Gott verknüpft.
Ja, das ist das grosse und wahre
Geheimnis von Fatima, so stark verbunden
zu sein mit der Heiligsten Dreifaltigkeit
durch das Unbefleckte Herz Mariens, das
nur das Gute will, das wahre Gute, für jedes
ihrer Kinder.
P. Ludovico Maria Centra - Augustinermönch
480 S
ELIGE FÜR
S
PANIEN
Die zahlreichste Seligsprechung der
Geschichte hat am 28. Oktober statt gefunden,
Tag, an dem die Kirche zur Ehre der Altäre
beinahe fünfhundert Märtyrer religiöser
Verfolgung in Spanien in den dreißiger Jahren
des vorigen Jahrhunderts erhoben hat. „Noch
nie wurden so viele Diener Gottes in einer
einzigen Feier selig gesprochen“, hat der
Sprecher der Bischofskonferenz erklärt.
Die religiöse Verfolgung der Dreißiger
Jahre des XX. Jahrhunderts hat in Spanien
eine eigene Charakteristik, ist jedoch nicht
ein isolierter Fall, noch auf Spanien
beschränkt. Sie reiht sich in die große
Verfolgung, der die Christen aller
Konfessionen im XX. Jahrhundert auf der
Welt ausgesetzt waren, und das ganz beson-
ders in Europa. „Die Kirche sucht nicht
Schuldige, wenn sie ihre Märtyrer selig
spricht. Sie sucht nur die Herrlichkeit Gottes
und das Wohl der Menschen. Sie sucht die
Sache Jesus Christus zu fördern, die Ursache
des menschlichen Seins ist“.
„Die Märtyrer führten mit niemandem
Krieg und sind umgekommen, indem sie
Zeugnis der Liebe und Vergebung denen
gegeben haben, die ihnen das Leben nah-
men, und zwar aus dem einfachen Grund,
weil sie Katholiken waren“, erklärte Mons.
López, Bischof von Salamanca. Indem sie
selig gesprochen werden „will die Kirche
niemanden beschuldigen, wohl aber den der-
zeitigen Gläubigen Vorbilder an Treue und
für die heutige, spanische Gesellschaft als
Einladung zur Aussöhnung und des Friedens
durch Liebe und Vergebung ohne Grenzen
sein“.
(aus Zenit)
2
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Fahren wir mit der Überlegung über die
Litaneien der Jungfrau Maria weiter. In der
vorherigen Ausgabe habe ich mir die
Litaneien als ein großes Blumenfeld vorge-
stellt, in dem jede Anrufung oder jeder Titel
die verschiedenen „Blumen“ darstellen, die
die Schönheit Mariens hervor heben. Dieses
Mal richtet sich mein Blick auf drei
Anrufungen, die sich im Mittelpunkt der lan-
gen und wunderbaren Liste der Litaneien
befinden. Ich habe die anderen übersprun-
gen, nicht weil sie unschön oder zu bedeu-
tungsvoll seien, sondern nur weil sie eher all-
gemein und verständlich sind.
Bevor ich aber versuche eine Auslegung
zu versuchen, ist es vorteilhaft, eine kleine
Erklärung abzugeben, um auf richtige Weise
voran zu kommen und so besser diesen
„geistlichen Nektar“ zu genießen.
Es beginnt mit einer Reihe von
Anrufungen, die sich in Bilder und Symbole
ausdrücken, die Tugenden und
Voraussetzungen der Mutter Gottes darstellen.
Ein Bild ist eine sinnliche Darstellung, das
sich auf irgend etwas beruft. Das Symbol ist
ein Zeichen, aus Gegenständen gestaltet, die
ihrer Natur getreu jene Wirklichkeiten anru-
fen, die nicht auf befriedigende Weise mit
abstrakten Begriffen bestimmt werden kön-
nen. Leider haben wir moderne Menschen
den in Bildern und Symbolen enthaltenen
Sinn verloren. In der Zeit als die Evangelien
entstanden, war es nicht so und das gilt allge-
mein für die alten Vorfahren. Jesus selbst
beruft sich auf Bilder, obwohl Er die Parabeln
vorgezogen hat, wo ein Vergleich aus dem
Alltagsleben gezogen wird.
Die Bilder der Litaneien stammen aus
dem Alten Testament und haben zweifachen
Sinn, d.h. sie haben eben die Bedeutung im
Bild und jenen Bildern, die aus dem
Gebrauch von Teilen der Heiligen Schrift
stammen. Daher ist es für ein rechtes
Verständnis grundlegend, diese an sich und
in der biblischen Geschichte zu prüfen. Es ist
hervorzuheben, dass die Bilder und Symbole
der Litaneien begleitet sind, nicht wie ein
biblisches, geistliches Merkmal mit einer
dichten Bedeutung.
SPIEGEL DER GERECHTIGKEIT
Ich erinnere mich, wenn man vom
„Spiegel“ spricht, und der Wirkung, die die-
ser in der Einbildungskraft der Völker der
Neuen Welt (Nord- und Südamerika) hinter-
lässt. Die Eingeborenen waren derart davon
fasziniert, sich im Spiegel wieder zu sehen,
dass es für die Eroberer ein leichtes Spiel
war, sie fest zu machen und ihrer Reichtümer
zu berauben, im Tausch für ein Stück Glas.
Es stimmt, der Mensch kann nicht wider-
stehen, sich zu sehen und immer wieder zu
sehen, aber oft macht er das aus Eitelkeit und
der Spiegel ist ein sehr gutes Werkzeug dazu
(vgl. die Ziehmutter von Schneewittchen).
Der Spiegel ist auch ein Werkzeug, das die
Wahrheit zeigt, die nicht immer angenehm
ist, denn dort sieht man, wie man wirklich ist.
Maria, die über alles Schöne, konnte in
sich nichts Unschönes finden. Durch das
bewahren im Herzen, und daher indem sie in
sich schaute, sprudelte sie in Lob und
erkannte die Quelle ihrer Schönheit. Ja,
Maria ist Spiegel auch deshalb, weil sie das
Der Kleinste
Durch seine Geburt ist Er für uns Kind geworden: Sein ganzes Leben war ein sich-klein-
Machen für uns. Um sich klein zu machen, hat Er jede Gelegenheit wahrgenommen, nach
einem Plan der Liebe. Um auf die Erde zu kommen ist Jesus von einer Frau geboren und hat
sich deshalb demütig Menschensohn nennen können, obwohl Er Sohn Gottes war. Um arm
in einen Stall zur Welt zu kommen, hat Er sich einer voll besetzten Herberge bedient. Um
den Menschen verkündet zu werden, hat Er sich der Hirten bedient, Personen, die damals
unter den Leuten wenig zählten. Um Sein irdisches Leben zu fristen, hat Er die Familie des
Zimmermanns ausgesucht, ein für damalige Zeiten bescheidener Beruf. In Seinem Leben
schuf Er sich kein Haus, weshalb Er sagen konnte, dass die Füchse ihre Behausung und die
Vögel ihre Nester haben, aber der Menschensohn hatte keinen Ort Sein Haupt hinzulegen.
Er häufte auf Erden keine Schätze an, sondern nur im Himmel, wo es keine Diebe gibt, wie
Er auch den Seinen empfahl.
In Seinem Leben hat Er stets die bescheidenen und kleinen Dinge vorgezogen. Und wenn
sie Ihn fragten, wer der Größte im Reich Gottes sei, holt Er ein Kind herbei und sagt, wenn
man nicht wird wie sie, kann man nicht in das Reich Gottes gelangen, und gab somit zu ver-
stehen, dass man Ihm, der sich klein machte, nur so ähnlich sein kann.
Eines Tages, als Er um sich ermüdete und bedrückte Menschen sieht, sagt Er: <...Lernt
von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure
Seele> (vgl. Mt 11,28). Wir wissen, dass Sanftmut und Demut Eigenschaften des Kleinen und
Armen sind, wie sie bei Ihm zu finden sind. Schlussendlich, Jesus hat sich in Seinem ganzen
Leben klein und arm gezeigt und gemacht, und das nur für uns: <Den Schwachen wurde ich
ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen...> Sagt der hl. Paulus (1Kor 9,22).
Jesus hat sich zum Kleinsten und Ärmsten aller gemacht, damit sich keiner kleiner und
ärmer als Er fühlen konnte. Nur so können sich alle Seiner bereichern. Deshalb ist Jesus der
erste „Arme“, der bedient werden soll, und aus diesem Grund ist in jeder Person, besonders
wenn sie sich in Not befindet, sei es materiell wie spirituell, Jesus zu erblicken. Nur so sind
wir in der Lage dem Nächsten viel zu geben, wie Mutter Theresa aus Kalkutta sagte: „Zu
wenig geben wir den anderen, wenn wir ihnen nicht Gott geben“. Nur wenn wir Jesus im
anderen erblicken, können wir Gott dem anderen geben.
Dieses im Stall geborene Kind ist nur ein Beispiel dessen, der unser Retter ist, ist nur ein
Vorschuss der Liebe, die Jesus uns das ganze Leben hindurch entgegen bringt, und zwar für
immer. Bitten wir daher Maria, sie mache, dass wir immer mehr Jesus ähneln, um imstande
zu sein, Ihn den anderen zu schenken. Vielleicht bittet uns das zu gebärende Kind gerade das.
D
IE
L
ITANEIEN
...
P. Ludovico Maria Centra
E
INFACHE
G
EDANKEN
von Pietro Squassabia
schöne Bildnis Gottes widerspiegelt, so wie
Gott wollte, dass auch der Mensch sei.
SITZ DER WEISHEIT
„Sitz“ im Sinne der Bank, Hocker, Pult,
Thron. Wenn man diese Begriffe gebraucht,
verbindet man die Idee eines Ortes und
Gegenstandes aus kostbarem Material, oft-
mals auch wertvoll und kunstvoll.
Maria ist als Sitz der Weisheit genannt
und das hat zwei Deutungen: Jene, die die
Weisheit „aufnimmt“, oder die die Weisheit
besitzt.
In der Heiligen Schrift ist die Weisheit
eine Tugend, die das Handeln und Denken
des Menschen mit Gott selbst verbindet. Es
ist nicht wie beim Menschen von heute, der
seine Kraft in menschliche Weisheit setzt
(Geschichte, Psychologie, Pädagogik und
Soziologie). Die wahre Weisheit des
Gläubigen ist zu Gott aufschauen und diesen
im Herzen betrachten, um Ihn nachzuahmen.
Indem Maria den Sohn Gottes geboren hat,
wird sie „Sitz“, denn in ihr ist das Wort
Fleisch geworden, aber sie wird auch Sitz, da
sie sich entschlossen hat, Jüngerin des
Sohnes zu werden, und so jene Weisheit
empfangen hat, die dem Christen eigen ist,
mit dem Wunsch, nach dem Willen Gottes zu
leben.
Ahmen wir das Zuhören, das Betrachten
und Leben des ewigen Wortes der Jungfrau
nach, das ein weises Herz auf den Straßen
des Lebens schenkt.
URSACHE UNSERER FREUDE
Jedes Mal, wenn ich höre, dass Maria
„Ursache“ ist, kommen mir philosophische
Überlegungen in den Sinn, oder dieser
Begriff bleibt relativ allgemein, der die
Schönheit und den Reichtum dieser
Anrufung verlieren kann. Wir können diesen
mit dem Begriff „Quelle“ gleich setzen,
indem wir diesem alle Kraft, sei es poetisch
als symbolisch geben, deren er voll ist. Im
Alten Testament ist mit Quelle immer ein
Ort angegeben, wo sich ein Geschenk
(Wasser) offenbart, das für den Menschen
unerlässlich ist und wo sich die Menschen
begegnen. Nicht umsonst scheint es, dass die
Verkündigung an die Jungfrau in der orienta-
lischen Tradition an der Quelle statt gefun-
den hat, die demnach nach der Jungfrau
benannt ist. Die Quelle ist die Enthüllung
von etwas, die, obwohl vorhanden, noch
nicht völlig sichtbar ist. Das Wasser, das aus
der Quelle fließt, entsteht nicht dort und
kommt von weit her, die Quelle aber ist der
Ort, wo es sich zeigt. Maria ist der „Ort“, wo
die Freude der Fülle in Gott sich auf klare
und üppige Weise offenbart.
Es ist nicht eine zweitrangige
Charakteristik der Freude der christlichen
Erfahrung und es ist auch nicht ein Verbergen
der Schwierigkeiten des Lebens, sondern
eine Wirklichkeit, die imstande ist zu sagen,
trotz des Bösen und der Bosheit des
Menschen und seines größten Feindes, Satan,
dass Gott Freude ist, d.h. Zufriedenheit und
Wohlbefinden, die nicht enden.
Indem Maria den Sohn Gottes geboren
hat, ist sie Quelle geworden, die der Welt das
„verborgene Geheimnis der Jahrhunderte“
dargebracht hat, und das kann nichts anderes
als unser Herz füllen und es vor Freude
jubeln lassen, die kein Ende mehr haben
wird.
P. Ludovico Maria
3
Echo 196
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Ein Leben
nach dem Kreuz
geformt
Von Stefania Consoli
Eine Menschenmenge auf dem Platz. Alle
drängen sich zusammen, um eine Szene zu
betrachten, die dem Wahnsinn gleicht. Ein
Jugendlicher, in der Stadt als Sohn eines rei-
chen Händlers und Stimmungmachers mon-
dänen Lebens in jugendlichen Kreisen
bekannt, entkleidet sich nackt und legt die
eleganten Kleider in die Hände seines Vaters,
der von solcher ungewöhnlichen und theatra-
lischen Geste schockiert und verwirrt ist:
„Bisher habe ich dich meinen Vater auf Erden
genannt; ab jetzt kann ich mit Sicherheit
sagen: Vater unser, der du bist im Himmel,
denn in Ihn habe ich alle meine Schätze
gelegt und mein Vertrauen und meine
Hoffnung gesetzt“
(Franziskaner Quellen 1043).
Dies war die erste öffentliche
Verkündigung des Franziskus,
Jugendlicher aus Assisi,
hinsichtlich seiner
radikalen Bekehrung eines liederlichen
Menschen zu einem Heiligen, wie wir ihn
alle kennen und lieben.
„E
R HATTE KEINE SCHÖNE UND EDLE
G
ESTALT
,
SO DASS WIR IHN ANSCHAUEN
MOCHTEN
(vgl. Jes 53,2)
Vor kurzem hat er im Evangelium Worte
entdeckt, die imstande waren alle Sicherheit
zu zertrümmern, jene vergänglichen
Sicherheiten, da sie auf Vergänglichem auf-
gebaut waren: <Verkaufe alles und schenke
es den Armen... liebe deine Verfolger...>,
hatte er gelesen, und in der Prüfung, die ihn
zerriss, hat er sich entschlossen, diese wort-
getreu auszuführen, ohne Kompromisse oder
bequeme Anpassungen. Gott allein genügt.
Sein Wort und nichts weiter...
Franziskus war großherzig, er war es
schon immer als er für alle bei Festessen
bezahlte. Eine Großherzigkeit, die er mit in
sein neues Leben brachte, das er begann: Er
verschenkte sich selbst völlig an Gott, der ihn
gesucht hatte, Jenem, den er als „Schönheit,
Gerechtigkeit, Frieden, Sicherheit... und all
unsere Süßigkeit“
besang.
Dies ist vor achthundert Jahren
geschehen. Es war der Beginn eines Weges,
den ein endloser Strom von Menschen wei-
terhin gegangen ist, Männer und Frauen,
Laien und geweihte Personen, die in den
Jahrhunderten den Fußstapfen Franziskus’
gefolgt sind, um zumindest ein wenig ihm
ähnlich zu sein.
„E
R ENTÄUßERTE SICH UND WURDE
WIE EIN
S
KLAVE
...“ (Phil 2,7)
Welches war das Geheimnis dieses
Menschen, der einen naiven Anschein hatte
und beinahe entwaffnend wirkte, mit zerfetz-
ten Kleidern und barfuß daher kam? Dieser
Mann, obwohl er viel hatte, hat sich zum
„Nichts“ gemacht, um „Alles“ zu haben?
Welche Entwicklung hat sein Leben genom-
men, um derart beispielhaft zu werden?
Eine Lebensform hat Franziskus sich
sogar aufgenäht: Jene des Kreuzes. Er trug
es symbolisch in der Kutte, die ein wenig
nach dem Kreuz modelliert war, um zu
demonstrieren, dass er im Kreuz lebte und es
auf all seinen Wegen in der Welt mit sich
trug, um zu predigen. Wenn dieses Symbol
äußerlich ‚redete’, so war die Übereinstim-
mung mit diesem Kreuz viel tiefer, wovon
Christus im alten Kirchlein San Damiano zu
ihm gesprochen hatte: „Geh’, erneuere mein
Haus...“,
sagte Er zu ihm. Und er ging.
Der Junge verstand sofort, um das
schwankende Gebäude der Kirche jener Zeit
zu reparieren, die von einem Geist der
Macht und des Reichtums bedroht war, die
vom Wesentlichen des
ursprünglichen Evangeliums
zu immer größerem Abstand
führte, dass er zu demselben
Mittel der Rettung greifen
musste, wie es vom Messias
seinerzeit vorexerziert wur-
de – dem Kreuz – um es in
all seinen Nuancen zu leben
(Rettung und nicht Torheit!
Vgl. 1Kor 1,23). Somit hat
er nicht gezögert, sich allen
Familien-Reichtums zu ent-
ledigen, um freiwillig die
Armut zu wählen, die ihn oft
hungern ließ; er konnte
jedoch sagen, dass nur die
Freiheit von Gütern zum
wahren Guten führt, wie Jesus, der fleisch-
geworden, sich des göttlichen Reichtums
entledigt hat, um schwach unter Schwachen
zu werden und uns zur Freiheit zu führen.
„S
IE DURCHBOHRTEN
MIR
H
ÄNDE UND
F
ÜßE
(aus Psalm 22,17)
Der eingeschlagene Weg führt
Franziskus immer näher an sein Vorbild, der-
maßen, dass sich zum ersten Mal in der
Geschichte bei einem Menschen das ereig-
nete, was auf Kalvaria mit Christus gesche-
hen ist: Durch einen geheimnisvollen
Vorgang haben sich die Zeichen der Passion
auf seinem Körper eingeprägt und machten
ihn gänzlich dem Gekreuzigten gleich.
Wurde ihm diese Erfahrung von oben auf
übernatürliche Weise geschenkt, war es
Verdienst Franziskus’ sich laufend auf zwar
unsichtbare, so doch wirkliche Art kreuzigen
zu lassen, indem er sich selbst willentlich
übergab. Bei jeder Gelegenheit betrachtete
er sich als der letzte von allen, wodurch er
mit den Nägeln der Demütigung seinen
Stolz, die angeborene Eitelkeit, die Begierde
des Fleisches durchbohrte.
Während Jesus mit ausgebreiteten
Armen auf dem Kreuz im zerfleischten
Herzen die gefallene Erde aufnahm, erlebte
Franziskus eine stete Öffnung gegenüber
allen Geschöpfen, jene anziehenden und
jene abstoßenden, weil hässlich oder in
unseren Augen „gefährlich“. Universaler
Bruder, breitete er jedem die Arme aus, um
ihm die Umarmung Jesu anzubieten, oder
war voll des Verständnisses für den in sich
gespalteten, verletzten, Bettlers...
„H
EUTE NOCH WIRST DU MIT MIR
IM
P
ARADIES SEIN
(vgl. Lk 23,43)
Wer weiß wie oft und wie lang, den Blick
auf den Gekreuzigten gerichtet, hat sich
Franziskus jene entscheidenden Augen-
blicke vorgestellt, wo Jesus die Welt gerettet
hat! Worin sollte er Ihn noch nachahmen, um
wie Er zu sein?
Am Holz, das Ihn den Tod brachte, hat
Jesus den Höhepunkt Seiner Mittlerrolle zwi-
schen dem Vater und den Sündern gesetzt,
indem durch das Anbieten Seines Lebens die
Brücke der Wiedervereinigung geschaffen
hat, die durch die Sünde zerstört war. Er woll-
te, dass ein jeder Mensch mit Ihm ins
Paradies komme, wie
Er zum Rechten
Schächer sagte, wes-
halb Er als Loskauf
sich selbst hingab.
Auch darin ist
Franziskus in die
Fußstapfen des
Geliebten getreten und
hatte die Kühnheit,
den Papst um einen
Ablass zu bitten, wie
es bisher keinen gab:
„Ich will nicht Jahre,
sondern Seelen...
einen Ablass ohne
Bußgeld. Ich will, dass
jeder, der in diese
Kirche eintritt (Porziuncola), gebeichtet,
bereut und die Absolution des Priesters emp-
fangen hat, von Strafe und Schuld auf Erden
und im Himmel befreit wird...“
Der Papst
wagte nicht eine Absage, denn die Verdienste
dieses Mannes waren zu groß, der den Mut
hatte, sich in allem klein zu machen. Seinem
Wunsch wurde daher entsprochen; <Ich will
euch alle ins Paradies schicken!> rief er
jubelnd am Tag der Segnung der Kirche aus.
„V
ATER
,
IN DEINE
H
ÄNDE
LEGE ICH MEINEN
G
EIST
Nach diesen Worten hauchte er den Geist
aus. So erzählt der hl. Lukas den letzten
Augenblick des irdischen Lebens Jesu, als
Er sich auf dem Kreuz gänzlich dem Vater
überlassen hat, um einen bisher unbekannten
Übergang zu vollbringen, der über die
Endgültigkeit des Todes hinaus ging.
Es war eine totale Hingabe, vertrauens-
voll, sicher im göttlichen Plan, mit dem Ziel
der ewigen Auferstehung. Eine Hingabe, die
fähig ist, allein aus dem Willen zu schöpfen,
als der zerfetzte Leib den Höhepunkt der
Leiden erreichte.
Diese selbe Hingabe charakterisierte das
Leben des Jungen von Assisi: Eine bedin-
gungslose Übergabe dem göttlichen Wirken,
vor allem, wenn die Situationen schwierig
waren, und zwar gegen jede Idee und nur
zum Guten gerichtet.
Er hat es stets verstanden, das Dasein
seiner selbst und seiner Brüder dem Vater
anzuvertrauen. Es ist nicht schwer zu verste-
hen, wie Franziskus dem Bruder Tod singend
begegnete, als ob es ein ganz normales
Ereignis wäre. Er konnte es, der „Arme
Gottes“, denn er hatte das Kreuz in sich auf-
genommen, so sehr, da er es bereits hier auf
Erden überschritten hatte. Und sein freies
Herz flog schon vorher in den Himmel.
„Kraft des Sakramentes der Taufe ist der Christ zum Hören und fortschreiten-
den Verstehen des Wortes Gottes befähigt, und es ist ein Geschenk, das von
oben kommt. Nur das Wort Gottes heilt, wendet ab, befreit, beschäftigt heilend
und schlussendlich gebiert zum Leben in Christo.“
(Giuseppe Dossetti 1913-1996 –Jurist, Politiker, Mönch)
4
background image
N
OCH IST ES NICHT ZU SPÄT
!
Der Sommer ist zu Ende, er
ist stets die Zeit der grössten
Pilgerscharen. Hier auf dem
geweihten Boden scheinen die
Pilger nicht weniger zu werden.
Zahlreiche Autobusse mit den
verschiedensten Kennzeichen,
Massen von Leuten, die die
Plätze um die Kirche durchstrei-
fen, vor allem morgens, wenn zu
allen Stunden die Messe in den
verschiedenen Sprachen gefeiert
wird . Auf dem neuen
Bildschirm über dem
Informationsbüro erscheinen ständig
abwechselnd die letzte Monats-Botschaft mit
Bildern der eucharistischen Feiern in allen
Sprachen. Sie zeugen von der Anwesenheit
der Menschen aus vielen Ländern:
Rumänien, Ungarn, Polen, Lettland,
Portugal, Spanien, Libanon, sowohl wie
Leute aus Korea und auch Amerika, die fast
dauernd hier in Medjugorje anzutreffen sind.
Zugenommen haben nach der
Sommerpause auch die Kroaten. Zu hauf
kommen sie an den Wochenenden um diesen
Ort der Gnade zu besuchen; vor allem an den
Samstagen bemerkt man die Autocars aus
der nähern oder weitern Umgebung. Ja, sei's
auf dem Podbrdo, sei's auf den Kricevac: am
Samstagmorgen wimmelt es von Menschen,
die in Gruppen oder alleine in grosser
Andacht der himmlischen Mutter das anver-
trauen, was ihre Herzen belastet: Sie versu-
chen, die Möglichkeit zu nutzen um die
Routine des Wochenalltags loszulassen und
hier die Nähe des Himmels zu kosten.
W
IR ALLE KÖNNEN BESSER WERDEN
Maria erklärt uns in einer Botschaft,
wie an diesem Ort die
„Begegnung der Herzen“ sich
verwirklichen soll. Gerade
dann, wenn die Pilger so zahl-
reich und verschieden sind, ist
es notwendig, sich etwas mehr
zu befleissen, damit jeder an
diesem Heiligtum einen Ort des
Gebetes finden kann, wo er den
lebendigen Gott, die lebendige
Muttergottes, finden kann. Auf
dem Podbrdo und dem Kricevac
sind kleine Tafeln aufgestellt
worden mit der Schrift „silen-
tium“. Es sind vor allem die
grossen Gruppen, die leicht ver-
gessen, dass, wenn sie alle zusammen mit
lauter Stimme beten, sie andere Beter stö-
ren können, die vielleicht gerade dann ein
paar wertvolle Minuten der Sammlung erle-
ben. Nur ungern muss man feststellen, wie
gewisse Menschen alle andern ganz verges-
sen, die in ihrer Nähe sind, sie scheinen
vielleicht nur ihr eigenes Gebet wichtig zu
nehmen. Viele andere können es nicht las-
sen, alle und alles zu fotografieren, damit
auch ein Geweihter in Sammlung zu einem
Souvenir wird, zu einem unsterblichen
Phänomen, um ihn nach Hause zu tragen.
Aber es ist vor allem das Fehlen an
Respekt gegenüber der Messfeier in fremden
Sprachen, das traurig stimmt. Nicht selten
sieht man ganze Gruppen in die Kirche tre-
ten um gerade schnell die Madonna-Statue
zu grüssen und die gar nicht beachten, dass
in diesem Moment Jesus Christus lebendig
auf dem Altar gegenwärtig ist, sich hinop-
fert, indem er Seine Erlösung neu macht,
sich in Brot und Wein dem Vater darbringt,
sich der Welt hingibt, gebrochen und geges-
sen wird um in unsern Herzen zu wohnen.
„Aber die Messe ist doch in einer andern
Sprache“: vielleicht denkt man so. Es sind
nicht allein die Italiener, die sich bessern
sollten, aber ich kann nicht anders als dieses
Volk zu nennen, so grosszügig, so fromm,
aber auch so schwatzsüchtig und zerstreut.
D
ER
B
ISCHOFSBESUCH
Am Sonntag, den 23. September, kam
Bischof Ratko nach Medjugorje um persön-
lich den neuen Pfarrer einzusetzen, Pater
Petar Vlasic, der schon zu Beginn des
Sommers diesen wichtigen Posten über-
nommen hatte aber erst jetzt nominiert wur-
de. Pater Petar hat seine Versprechen
erneuert, die er anlässlich der Priesterweihe
gegeben hatte. Er versprach Treue zum hei-
ligen Evangelium und der heiligen Kirche
Gottes, und erhielt symbolisch aus der
Hand des Bischofs den Schlüssel zum
Tabernakel, dem Zentrum des Lebens und
des Glaubens der Pfarrei.
Wie man weiss, konnte der Bischof bis
heute noch nicht sein eigenes Herz der
Wahrheit der Erscheinungen öffnen. Auch
an dieser Feier zeigte er sich nicht beson-
ders gutmütig inmitten von Brüdern und
Pfarrangehörigen. In allen Teilnehmern
blieb eine Art Bitterkeit zurück, aber auch
das Bewusstsein, dass jeder, der berufen ist,
ein stets überzeugterer und durchsichtigerer
Zeuge werden muss; für den ganzen Rest
wird die Güte Gottes sorgen.
Am 2. Oktober erhielt MIRJANA
die folgende Botschaft:
„Geliebte Kinder, ich rufe Euch, mich zu
begleiten in dem Auftrag, den Gott mir
anvertraut hat, das Herz offen und voll
Vertrauen. Der Weg, auf dem ich euch
gemäss dem Willen Gottes führe, ist schwie-
rig und verlangt Ausdauer; und am Schluss
werden wir uns alle in Gott vereinen.
Unterdessen, meine Kinder, hört nicht auf,
um das Geschenk des Glaubens zu beten.
Nur durch Glauben und Vertrauen wird
Gottes Wort Licht im Dunkel sein, das euch
umhüllen will. Habt nicht Angst, ich bin mit
euch. Ich danke euch.“
Maria fährt fort
uns zu rufen
Medjugorje war dieses Jahr voller Pilger.
Menschen aller Art, Nationalitäten und
Sprachen. Kleine, Grosse, einzelne, in
Gruppen. Solche die zum ersten Mal gekom-
men sind, andere, die sich bereits „hier zu
Hause“ fühlen. „Noch nie haben wir so viele
gesehen! Allein im Sommer war die Anzahl
der Pilger höher als manchmal in einem
Jahr“,
war der Kommentar der Schwestern,
die zum Heiligtum Sorge tragen.
Trotz der hohen Temperaturen, die den
Aufstieg zu den Bergen zur fast heroischen
Tat werden liessen, bewegten sich die Pilger
zwischen den „Kernpunkten“ des kleinen
Ortes mit grosszügiger Ungezwungenheit.
Was liess sie nur so lebendig sein, so opfer-
bereit? Sicher keine Komfortversprechen,
keine Schmeicheleien aus dem „concerto
grosso“ der Welt, sondern allein der
Wunsch, Ihr, Maria, hier zu begegnen, die
Mutter, die sie gerufen hat und für jeden ein-
zelnen besondere Gaben bereit hält: Gnaden,
Heilung, Umkehr.
Für gewöhnlich kommt man mit Gepäck
beladen an, das die Welt dir auf den Rücken
bindet, jenes allerhand Nötige, das man dann
gar nicht braucht und das nichts bringt.
Schon bei der Ankunft spürt man, dass
„etwas“ dich empfängt, dich sogleich zum
Sohn, zur Tochter macht, der Heilung und
des Trostes bedürftig. Nach und nach,
während du auf dem Weg des Gebets voran-
schreitest, spürst du wie von deinen
Schultern Lasten fallen, die dich an die Erde
binden während sich innere Flügel öffnen,
die auf unsichtbare Weise die Seele in eine
Dimension des Friedens, der Heiterkeit und
vor allem der Liebe geleiten.
Ja, in Medjugorje fühlt man sich geliebt,
unendlich geliebt, und dies ganz persönlich,
ohne das Bedürfnis, sich zu verstellen, um
angenommen zu sein, ohne sich fremdes
Benehmen aufzuerlegen, um mit andern in
Kontakt zu kommen. Endlich darf man sich
selber werden. Es ist als ob eine unsichtbare
Hand in uns die Punkte berührte, die das
Gleichgewicht stabiliseren und unser ganzes
Sein in Harmonie bringen, jedes Ding an sei-
nen Ort. Das Gefühl tiefer Ruhe breitet sich
ganz natürlich aus und die Seele beginnt zu
atmen in Freiheit und Fülle. Kürzlich wollte
eine Frau, die nur einen einzigen Tag hier
erlebt hatte, zu Hause berichten, sie konnte
es nicht. Warum? „Ich kann nicht erklären,
was man empfindet, es gibt keine Worte
dafür, man muss es erfahren“.
Aber es ist nicht korrekt, Medjugorje nur
auf Gefühle zu reduzieren, wenn sie auch zei-
chenhaft erklären, was sich innerlich ereignet.
Was aber betont werden muss, ist dieser
„Gnadenstoss“, fähig das Herz zu erreichen
und einen Umformungsprozess einzuleiten,
eine Umkehr von 360 Graden, der sich ver-
grössert, wenn er zu eng wird und unfähig,
den andern anzunehmen; weich wird, wo er
zu rigid und zu streng wurde, verhärtet durch
Beleidigungen im Verlauf des Lebens und
darob in sich selber verschlossen.
Die Mutter, die uns auf diesen Boden
ruft, der durch ihre Gegenwart gesegnet ist,
kennt uns alle einzeln. Sie kennt unsre
Geschichte, das was wir in uns tragen, im
guten und oft auch im Schmerz. Sie will uns
heilen von den Verletzungen, die wir durch
die Jahre erfahren haben, und vor allem uns
befreien von allen negativen Reaktionen, die
zur Verteidigung dieser noch offenen
Wunden aufquellen. Oft ist der, der uns böse
erscheint, schrecklich angeschlagen in sei-
ner Seele, und so schützt er sich, um nicht
das nächste Übel zu riskieren. Maria lehrt
uns, dass das Böse sich durch Liebe heilen
lässt, durch Verstehen und Verzeihen.
Antworten wir auf ihren Ruf, folgen wir
ihrer Stimme, so können wir nur lernen, das-
selbe unserm Nächsten zu tun, der neben uns
lebt und den wir vielleicht verurteilen ohne
ihn echt zu kennen.
Sr. Stefania
W a s i n M e d j u g o r j e g e s c h i e h t . . .
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Jelena
zum vierten Mal Mutter
Sie heisst Benedetta und der Name trägt
eine grosse Wahrheit in sich, denn sie wurde
unter dem Mantel der Rosenkranzkönigen
am 7. Oktober geboren. Sie ist die vierte
Tochter von Jelena Vasilj, die, wie alle wis-
sen, während mehreren Jahren Eingebungen
der Muttergottes erhalten hatte, die damit die
Gebetsgruppe in Medjugorje geführt hat..
Es war eine sehr schöne
Schwangerschaft, eingetaucht in Gnade.“,
erzählte Jelena. „Fast jeden Tag hatte ich
Gelegenheit, auch mit den andern drei
Kindern, die Heilige Messe in den ‚Tre
Fontane‘ zu besuchen, ganz in der Nähe mei-
nes Hauses in Rom. Das Gebet, das unauf-
hörliche Vertrauen auf Jesus machte aus,
dass alles so leicht ging, trotz der alltägli-
chen Pflichten einer Mutter. Als Frucht die-
ses Wegstückes und so beglückt durch die
Gnade, erblickte Benedetta sehr schnell das
Licht der Welt und liess mich dabei über-
haupt nicht leiden.“
Wir wissen aus Artikeln, die Jelena
während einer gewissen Zeit dem ECHO
widmete, dass sie ihre Mutterschaft lebt wie
ein privilegierter „Ort“ in Betrachtung des
Geheimnisses des Lebens, das aus Gott
kommt und das man an alle Wesen weiterge-
ben darf: „In meinen Kindern sehe ich
Gottes Bild ganz unverletzt. Jeden Morgen
lesen wir zusammen das Evangelium des
Tages“
fährt Jelena fort „und oft gelingt es
auch, die Laudes zu beten, oder besser, ich
lese die Psalmen und die Kinder hören mir
zu. Es ist nicht nötig zu denken, sie seinen zu
klein, für sie ist das ganz normal geworden,
diese Beziehung mit Gott, und Jesus ist wirk-
lich ein echter Freund ihrer Herzen. Wenn
ich sage, dass etwas Jesus nicht
gefällt, nehmen meine Kinder
es sehr ernst, folgen ohne
Widerstand. Natürlich braucht
das eine grosse Verpflichtung
meinerseits, Kraft, aber ich
glaube nicht, dass Liebe sein
kann ohne absolute Hingabe.
Liebe ist wie eine sehr besonde-
re Geldbörse, die je mehr man
gibt umso mehr sie sich füllt“.
Es ist schön, das Zeugnis
einer Mutter zu hören, die sich nicht scheut,
den Fernseher abzustellen um ihren Kindern
die schönste aller Geschichten zu erzählen,
jene der Menschwerdung des Sohnes Gottes.
Eine Mama, die sich nicht erpressen lässt
von den Konventionen einer kränkelnden
Gesellschaft die immer mehr und mehr for-
dert, wo man „mit der Zeit gehen muss“, die
aber gleichzeitig keine Zeit hat für das wich-
tigste, jene für die Begegnung mit sich selbst
und mit dem Vater, der uns geschaffen hat.
Und sie schliesst: “Wir belasten die Kinder
mit Pflichten, mit Dingen, die man genau
wie die Grossen tun muss, und wir geben uns
nicht Rechenschaft, dass sie davon erdrückt
werden. Wir riskieren, ihnen definitiv ihre
Spontaneität, ihre Einfachheit zu nehmen.
Auch im Spiel, das heute bereits so kompli-
ziert geworden ist... meine Kinder spielen
mit wenigem, und sind zufrieden dabei!“.
Wir wünschen Jelena Segen für ihre
Aufgabe, so wichtig in dieser Zeit, wo die
Mutterschaft häufig nur gesehen sein will als
Option oder etwas, das man
andern anvertraut um mehr Zeit
für sich zu haben; das man an
Institutionen delegiert; man
überträgt an Andere etwas der-
art wertvolles wie die
Erziehung der eigenen Kinder!
Wir wissen, wie wichtig die
ersten Lebensjahre eines
Menschen sind, dass sich dann
Person und Charakter formen
und die Basis gelegt wird für
ausgeglichene Beziehungen aus Liebe, so
dass ein Leben sich harmonisch entwickeln
und später selber Leben weitergeben kann
gemäss Gottes Plan. Allein so wird die
Menschheit ihre Wunden heilen, die zahlrei-
chen, die oft Ursache von verpfuschter
Kindheit sind, die von Gesetzen geregelt
wird anstatt umgeben von liebender Hingabe,
die alle Eltern charakterisieren sollte. Neben
dem grossen Katzenjammer bleibt immer
noch das Gebet und das Beispiel für diejeni-
gen, die den unschätzbaren Wert von Mutter-
und Vaterschaft noch nicht erkannt haben:
ein wichtiger Schritt hin zum Guten für alle
und eine wirklich bessere Welt.
„VERTRAUE MIR“
Es war an einem Wochenende im April
2003, genau an jenem Weissen Sonntag, der
seit einigen Jahren zum Barmherzigkeits-
Sonntag
geworden ist. Ich hatte damals noch
nie etwas von Sr. Faustina gehört. Nicht dass
ich der Kirche fern gestanden hätte. Doch
jetzt, seit ein paar wenigen Jahren, hatte ich
einen bedeutungsvollen innern Weg zu
gehen begonnen, hatte die reale Gegenwart
Jesu in der Eucharistie und vor allem in der
heiligen Messe entdeckt und erfuhr im
Gebet des Rosenkranzes die Nähe Marias.
Ich hatte meine Studien beendet und
gerade den Militärdienst abgeschlossen.
Bereits müde von der Welt entstand in mir
ein leerer Raum, ein innerer Ruf zu geweih-
tem Leben. Genau als dieser Vorsatz konkret
zu werden schien, entfesselte sich in mir eine
tiefe innere Krise: unvorhergesehen schien
Gott sehr fern zu sein und alle Sicherheiten,
die mir bis vor wenigen Tagen als solide
erschienen waren, schienen mir vage Ideen
innerhalb meines Herzens in Aufruhr zu
sein, allein durch Willenskraft wollte ich
nicht aufgeben.
In diesem Zustand fand ich mich in
Medjugorje ein an diesem Aprilwochenende.
Ich sage „einfinden“, weil ein innerer Anruf
und eine Reihe von scheinbar nebensächli-
chen Umständen mich dorthin geführt, eher
hingeschleudert hatten.
Ich will mich nicht darüber aufhalten,
was ich in diesen Tagen gesehen habe, jeder
macht seine eigenen Erfahrungen, von allen
andern verschieden aber für alle begleitet
von einer merkwürdigen Gegenwart, einer
göttlichen Liebe, die Maria, durch ausseror-
dentliche Gnade, unglaublich berührbar
macht. Das was sich meinem Herzen ein-
prägte war ein Wahrnehmen, delikat und
äusserst klar: „Vertraue mir!“ Ich spürte
Maria ganz lebendig in meinem Herzen, die
mich darum bat, mich ganz auf sie zu verlas-
sen, sie voll von meinem Leben Besitz
ergreifen zu lassen. Ich wusste nicht, was
das konkret bedeutete, aber es war unwider-
stehlich. Kurz zuvor hatte ich den „Traktat
über die wahre Marienfrömmigkeit“ von
Maria Grignon de Montfort gelesen, eine
Schrift die, wenn ich mich nicht täusche, das
Motto „Totus tuus“ von Johannes Paul II.
beeinflusst hat. Kaum nach Hause gekehrt,
nahm ich es erneut zur Hand und fand darin
einen Schatz, die Anleitung, wie die
Wahrnehmung, die ich in Medjugorje erlebt
hatte, zu verstehen war.
Mein Leben ging weiter durch verschie-
dene Schwierigkeiten: eine interessante
Arbeit, die mich aber nicht mitriss, der
schöne aber schwierige Dienst als
Pfadfinder-Leiter, der Wunsch nach einem
religiösen Leben blieb unbestimmt ... Im
August kehrte ich nach Medjugorje zurück
und hier hat Maria mich auf ein schwieriges
Ereignis vorbereitet: den Tod meines
Vaters. .. Da war mein Leben menschlich
gesprochen „in tilt“, ausgelöscht. Und doch
flammte in mir eine Gegenwart auf, die die-
se meine Strasse erhellte und wiederholte:
„geh ganz einfach voran“.
Vorangehen bedeutete, jeden Tag ver-
suchen, die Botschaften zu leben, der
Muttergottes das Herz zu öffnen
und zuzu-
lassen, dass sie mir jeden Schritt zeigte.. Es
bedeutete, jede alltägliche Situation hinzu-
nehmen (vor allem die schwierigen, die
unangenehmen, vor denen wir normalerwei-
se fliehen oder wofür wir die Schuld dem
Nächsten zuschieben um unser Gewissen zu
entlasten) und sie mit den Kriterien Gottes zu
leben, die das Kriterium der Liebe ist.
Anfangs betete ich fast nur zu Maria, und
zwar das, was mir als ein grosszügiges
Benehmen meinerseits vorkam: ich betete
den Rosenkranz, ging zur Messe, fastete bei
Brot und Wasser. Es war eine Art egoistischer
Versuch, die in Medjugorje erlebte Sensation
wach zu halten. Hier kam der schwierigste
Schritt: mich von den Gefühlen loszureissen.
Nach einer intensiven Anbetungsstunde, dem
Anhören einer Messe oder dem Erleben eines
schönen Rosenkranzes können wir in die
Versuchung geraten, an den erlebten
Gefühlen hängen zu bleiben. Zeitweise habe
ich die so geliebte Gegenwart Marias zurück-
gehend erfahren, das hat mir gar nicht gefal-
len. Dann verstand ich aber, dass dasselbe
vorging, was die Kinder mit zwei oder drei
Jahren beim loslassen von der Mutter erle-
ben: die Mutter lässt sie von der Hand, damit
sie allein gehen lernen.
Die Zeit ging vorbei bis ich im Sommer
2005 erneut nach Medjugorje zurückfand.
Bei der Ankunft – es waren ein paar Freunde
dabei – wurden Heiligenbildchen des
Barmherzigen Jesus von Surmanci verteilt
und wir dachten daran, dorthin zu gehen.
Vorbei an einem grossen weissen Haus, unsi-
cher wo der Weg durchging, traten wir ein,
um Auskünfte zu erfragen. Ein eigentümli-
cher Friede umgab mich und trieb mich dazu,
zu fragen, wer hier wohne: so bin ich auf eine
religiöse Gemeinschaft gestossen, die aus der
Gruppe um Jelena entstanden war. Sofort
kam der Wunsch auf, diesen Leute zu begeg-
nen, dies geschah aber erst ein Jahr später.
Am 8. Dezember 2005 habe ich mich
Maria geweiht, nach den Weisungen
Monforts. Seither, was mir wie ein Stau vor-
kam, weil ich noch immer nicht wusste, was
aus meinem Leben zu machen sei, breachten
mich eine Serie von Umständen Schritt für
Schritt dazu, in die Gemeinschaft einzutre-
ten. Wenn ich zurückschaue, komme ich
nicht aus dem Staunen, wie Gott, durch
Maria, und immer mit meiner Zustimmung,
mich dazu geführt hat, jede Wahl in völliger
Freiheit reifen zu lassen, der Freiheit, einen
neuen Weg zu akzeptieren, der genau für
mich bereit lag, und der mich jeden Tag mei-
ne Wahl und mein Ja zu Gott erneuern lässt.
Andrea Coffa
6
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In Erwartung
seines Kommens ...
von Giuseppe Ferraro
Es durchweht eine kaum wahrnehmbare
Empfindung von Erwartung einschneidender
Ereignisse, die wie das Zittern des Lichtes,
die Botschaft der Königin des Friedens in
Medjugorje Dasselbe durch das überraschen-
de Verlängern Ihrer prophetischen
Anwesenheit, die wiederholten Mahnungen
wie: „...diese meine Erscheinungen in
Medjugorje sind die letzten für die
Menschheit ...“ (Botsch. 17.04.1982), der ein-
dringliche Hinweis auf eine „neue Zeit“, die
uns erwartet. „Ich bin mit euch
und führe euch in eine neue Zeit,
eine Zeit, die Gott euch gibt als
Gnade um ihn besser zu erken-
nen“ (Botsch. 25.01.1993): sie
haben Tendenz in uns den Sinn
von Erwartung von für die
Menschheit und die ganze
Schöpfung epochaler Ereignisse
zu wecken. Das wird noch aus-
führlicher in der Botschaft der
Königin des Friedens, die die sogenannten
„Geheimnisse“ betrifft, Dinge auf kosmischer
Ebene die sichtbar ein entschiedenes
Eingreifen Gottes in die Geschichte der Welt
betreffen: „Hier gibt es Geheimnisse, meine
Kinder! Man weiss nicht von was die Rede
ist, doch wenn man es wissen wird, wird es zu
spät sein!“ (Botsch. vom 28.01.1987).
Wir alle getauften Christen haben fast
unbewusst den tausendfach wiederholten
Anruf „...in der Erwartung deines
Kommens“ gehört; doch wir müssen ehrli-
cherweise zugeben, dass nur wenige erwähl-
te in ihrem Herzen wirklich den „Tag des
Herrn“ erwarten, der doch, wie die heilige
Schrift uns versichert, „wie ein Dieb in der
Nacht“ kommen wird (1 Thess 5,2).
In der Urkirche war der Sinn für die
Erwartung der Wiederkunft Christi sehr
lebendig. Er drückte sich in heftiger geistiger
Anspannung der Seele aus, die wünschte, sich
voll in Gott zu verwirklichen, zur vollständi-
gen Einheit mit Ihm zu gelangen. Die ersten
Christen erwarteten einen „neuen Himmel
und eine neue Erde“, wo die Gerechtigkeit
wohnt (ibid. 14). In ständiger wacher und ver-
liebter Sorge der Braut im Hohenlied, inner-
lich erleuchtet durch „gesegnete Hoffnung“
auf das nächste Erfüllen der ewigen
Vereinigung mit dem Lamm.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde dieses
starke Bewusstsein flacher, obwohl grund-
liegende Reste von Glaubenswahrheit ver-
blieben: durch das Einbrechen in die Zeit des
Ostermysteriums Christi, wurde die ganze
Heilsgeschichte durchdrungen von einem
neuen Dynamismus, der sie sehr schnell
ihrer endgültigen Erfüllung entgegen treibt.
Dies ist nicht ohne fundamentale
Konsequenzen auf konkretem Plan kirchli-
chen Handelns. Nur in der wachen, liebevol-
len Begleitung: „während wir auf die selige
Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das
Erscheinen der Herrlichkeit unseres grossen
Gottes und Rettzers Christus Jesus“
(Tit
2,13), kann die Kirche ständig neue
Lebenskraft himmlischer Gnaden empfan-
gen, um ihrem rettenden Auftrag Licht und
Elan zu geben: „Weil ihr das erwartet, liebe
Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne
Makel und Fehler und in Frieden angetroffen
zu werden“ (2Petr 3,14).
Die Verdunkelung in den Herzen der
Getauften des letzten Ziels auf dem Weg zur
Rettung, geöffnet durch den Auferstandenen,
riskiert den eigentlichen Sinn der christlichen
Berufung zu verfehlen. Diese, jenseits der nur
nötigen doktrinalen Klarheit, findet volle
Erfüllung und erneuerte missionarische
Energie allein in der lebendigen Erfahrung
der mystischen Gemeinschaft der Seele mit
ihrem Schöpfer. Diese „Verdunkelung der
Erwartung“ ist in Wahrheit Indiz einer tiefe-
ren geistigen Krankheit, die sich im Lauf der
Jahrhunderte, auch unter dem Einfluss formi-
dabler Umweltrationalisten ins Herz der
Getauften einschlichen hat und verloren ging.
Es ist Frucht einer hinterhältigen Illusion,
die unverwechselbar die hässlichen
Züge des Vaters der Lüge trägt, das
heisst, auch wenn sie sogar von
Christen wäre, die, indem sie
Christus die effektive Herrschaft
über unser Leben abspricht und die
eigene Zugehörigkeit zum
Evangelium auf eine rein verstan-
desmässige Ebene bringt, rituell
und moralistisch, hervorgehend
aus einer intimen, tiefen „Eroberung der
Herzen“ der Person und des Mysteriums
Christi (vgl. Novo Millennio ineunte No 33).
Daraus quillt, im Namen eines falsch
verstandenen Vorrangs des Verstandes, die
Ablehnung ‚a priori‘ jeder unmittelbaren
seelischen Erfahrung der Seele auf „mysti-
scher“ Ebene, der Begegnung mit dem gött-
lichen Bräutigam, der doch konkret in uns
gegenwärtig ist und der heiss begehrt, den
belebenden Hauch der trinitarischen Liebe
mit uns zu teilen, „bis dass die menschliche
Person vollständig besetzt wird vom göttli-
chen Geliebten, bebend unter der Berührung
des Geistes, kindlich anheimgegeben dem
Herzen des Vaters“ (vgl. „Novo millennio
Ineunte No 33).
Ohne diese innere Öffnung bleibt unser
Glaube unerbittlich steril, unfähig sich aus
dem Staub der alten Welt zu erheben um
“ewige Lebensfrucht“ zu zeugen, erniedri-
gend verloren in tausend theologisch-dok-
trinären Rinnsalen, juristisch-moralisti-
schen, humanistisch-kulturellen, worin
jedenfalls das lebendige Herz Gottes nicht
mehr schlägt.
Die Königin des Friedens, die uns im
Tiefsten gut kennt und die uns „liebt mit der
grenzenlosen Liebe Christi “, will ihre
Kinder zurückführen zu einer lebendigen
Gemeinschaft mit dem Herzen ihren Sohnes,
dem einzigen Quell von Wahrheit und Leben
für die Welt. Sie wünscht, uns von aller
geistlichen Lepra zu heilen, um uns völlig
tauglich zu machen für den grossen Auftrag
Christi an seine Kirche, lebendiger, unver-
schmutzter Kanal der reinen Liebe des
Allerhöchsten für alle Seelen und für die
ganze Schöpfung zu sein.
Maria erscheint zu dieser Zeit um die
Welt zu begleiten beim grossen österlichen
Durchgang der universellen
Wiederherstellung in Christus, wenn er jede
Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und
seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.“
(1 Kor 15,24). Darum bittet sie ihre Kinder,
dass „mein Herz, das Herz Jesu und euer
Herz sich vereinen in einem einzigen gros-
sen Herzen von Liebe und Friede“ (Botsch.
25.07.1999), um ihre eigene Unbeflecktheit
mit ihnen teilen zu können, damit die
Rettung und das neue Leben des
Auferstandenen sich in der ganzen
Schöpfung ausbreite.
Es ist notwendig, dass auch die Kirche
auf Erden sich öffne um diese grosse reine
Liebe aufzunehmen und mitzuteilen, die in
der himmlischen Kirche schon besteht und
die in Maria wundervoll im Wirbel der
ganzen Schöpfung aufscheint. In Ihr erklärt
sich in Fülle der perfekt verwirklichte
Auftrag der Kirche und es ist darum, dass
Gott Sie schickt, um den Mystischen Leib
des Sohnes teilhaben zu lassen an derselben
Unbeflecktenheit der Mutter, damit auch die
Kirche auf der Erde so schön sei wie Sie:
So will er die Kirche herrlich vor sich
erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten
oder andere Fehler, heilig soll sie sein und
makellos“
(Eph 5,27), wirklich bereit für die
grosse kosmische Hochzeit des Lammes, die
schon aufscheint am Horizont durch die
Anwesenheit der Königin des Friedens.
Dieses immense Gnadengeschenk, das
durch Sie zufliesst, kann jedoch nur von dem
angenommen werden, von dem der sich ent-
schliesst, in ganzer Einfachheit, Freiheit und
kindlichem Vertrauen, sein eigenes Leben an
Gott hinzugeben, und so der Seele erlaubt,
sich zu öffnen für eine intensive hochzeitli-
che Gemeinschaft mit dem Auferstandenen,
die durch besondere Verfügung des
Allerhöchsten sich seinen Kindern überra-
schend nahe macht in dieser Zeit durch die
besondere Gegenwart Marias.
Nur so wird „die Erwartung Seines
Kommens“ zur Verkündigung und
Segensgnade für die Welt, echt „wachen
Herzens“
(Hld 5,2) .“Horch! Mein
Geliebter. Sieh da, er kommt. Er springt über
die Berge, hüpft über die Hügel“
( Hld 2,8).
„Der Geist und die Braut sagen „komm!“
... „Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den
prophetischen Worten dieses Buches fest-
hält“ (
Offb 22,7)....Wer Durst hat, komme;
wer will, wird ohne zu zahlen zum Wasser
des Lebens gelangen.
Wie die Hirten
aus Betlehem
Danke für Deinen Sohn
Geboren zu Betlehem
Wir sind wie die Hirten in der Grotte
An diesem Ort ist Jesus da
Gegenwärtig wie in Betlehem
Mit Jesus sind wir alle geboren
Aus neuer, christlicher Natur
Weihnachten ist es: schaut die Hirten
Die ganze Kirche kommt ... sagt das Kind
Und sucht mich seit zweitausend Jahren
Jeder hat etwas anderes
Mir zum Geschenk zu bringen
Vor allem andern
Wollen wir Jesus uns Herz schenken
Nimm es:
Nicht erleuchtet durch dein Licht
und deine Liebe
Bleibt es im Nebel
Aus deinem Herzen zünde an unser Herz
Mit deinem Licht entzünde
Die Flamme unseres Lebens
Pater Jozo Zovko
Medjugorje, Weihnachten 1986
Aus: MEDJUGORJE, EIN ZEUGNIS
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Resp. Ing. Lanzani - Tip. DIPRO (Roncade TV)
Ein ganz besonderer Sommer
Von Robert Prendushi
Wenn ich unsere Zeitschrift „Eco di
Maria“ übersetze, denke ich immer auch an
den Weg, den diese Zeitschrift macht, so klein
und wertvoll, um alle Kontinente zu erreichen.
Die Redaktion bekommt oft Dankesschreiben
auch aus Australien, Asien, Südamerika.... Die
Strasse, die das ECHO in Albanien macht,
ist, da kurz, mir besser bekannt.
Trotzdem, weil ich wusste, dass ich in
diesem Sommer mit meiner Frau nach
Medjugorje gehen konnte, waren die voraus-
gegangenen Tage Vorbereitung und
Ermutigung für diese Reise zur „gesegneten
Erde“. Es macht dir Eindruck, zu wissen,
dass du bald die Quelle erreichen wirst, wo
unser Heft faktisch herkommt, sowie auch
der Redaktion und den andern Übersetzern
aus den verschiedenen Ländern zu begegnen.
Eine freudige Überraschung
Auch wenn ich seit fast 15 Jahren unser
Blatt übersetze, verstehe ich, dass die Rolle
des Übersetzers sekundär ist. In meinem Fall
bin ich nicht nur geehrt sondern, im Ausland
lebend fühle ich mich auch meinem
Herkunftsland verpflichtet. Um die Wahrheit
zu sagen, ich hätte nie gedacht, dass ich an
einem Hochzeitsfest – eine Gelegenheit in
Italien nach so vielen Jahren mehrere
Albaner zu treffen – von unserer Zeitung
reden hörte. „Ich sah bei dir zu Hause dein
Eco di Maria, es würde mich freuen, es auch
in Amerika zu erhalten“, rief einer der
Verwandten der Braut am Ausgang der
Kirche. „Um die Wahrheit zu sagen, ich hät-
te gern, dass meine Kinder die Botschaften
der Madonna lesen könnten ...“
Bevor ich ankam, hatte ich einen
Aufenthalt in Medjugorje gemacht zusam-
men mit meiner kroatischen Frau. „Mir
scheint, dass die Madonna deinen Wunsch
schnell erfüllt hat“, antwortete die
Interviewerin und stellte mich als Übersetzer
vor. Später, mit viel Freude, beeilte ich mich,
ihre Adresse der Sekretärin mitzuteilen. Nach
dieser freudigen Überraschung gab’s beim
Essen kleine Plaudereien, und so, nicht ohne
mich zu wundern, habe ich bemerkt, dass von
vierzig Personen zehn das ECHO lesen!
Am Fest der Himmelfahrt in Scutari
Für jeden albanischen Christen, wenn er
in Scutari ankommt, ist es natürlich, einen
Halt oder ein Gebet vor der Kirche der
Madonna del Buon Consiglio (Mutter des
guten Rates)
zu machen, sie befindet sich
genau am Beginn der Strasse, die zur Stadt
führt, zu Füssen des „Castello di Rosafa“
(ich hoffe, , dass alle Leser sich an die
Geschichte der Reise von 1467 erinnern, an
das Bild der Madonna vom guten Rat, das
sich jetzt in Genazzano bei Rom befindet
(vgl. ECHO 194).
Genau am 15.August waren wir in
Scutari und fanden uns während des Morgens
vor der Kirche ein, wo viele Leute sich ver-
sammelten, die aus den nahen Dörfern
gekommen waren. Das Fest Maria
Himmelfahrt ist in Albanien vom Staat nicht
anerkannt, also ein gewöhnlicher Arbeitstag.
Aber für uns, die wir gewohnt sind, die
Messe mit vielen leeren Stühlen zu feiern,
und hier die Kathedrale (die grösste auf dem
ganzen Balkan) voller Menschen zu treffen!
Das war eine grosse Freude. In diesen Tagen
haben uns viele junge Priester mit ihren
Homilien bewegt. Nach so vielen Jahren des
Leidens und des Martyriums, hat die Kirche
Albaniens nun neue Hirten, die würdig sind,
die Herde der Gläubigen zu führen. Ich frag-
te nach ihren Namen und mir schien, dass ich
einen davon schon gehört hätte. War es wohl
jener, der vor circa 12 Jahren um unser
Bulletin bat, war es ein anderer? Eines war
sicher: dieser Priester und andere junge
Menschen wurden in der Schule Mariens
erzogen, die uns zu unserm Herrn Jesus
führt.
Unterwegs zum Ziel
Von Scutari nach Medjugorje sind es cir-
ca 300 km, nicht mehr. Eine Reise mit ver-
schiedenen Autobussen, begleitet von vielen
nicht bestellten Aufenthalten (auch jetzt wo
die Balkanländer offiziell im Frieden sind)
für eine Serie von Kontrollen auf ganz kur-
zen Strecken, so verlängerte der eine oder
andere Halt zur Inspektion die Reise ...
Begonnen hatten wir sie um vier Uhr mor-
gens und erst um fünf Uhr abends passierten
wir den letzten Kontrollposten an der bosni-
schen Grenze, um dort einzutreten, wo die
Königin des Friedens residiert. Um 21 Uhr
waren wir in Medjugorje. – Endlich! ... Hier
gilt eine andere Dimension.
Fünf Tage in der Gemeinschaft der
Königin des Friedens! Diesmal waren wir
viele, besonders aus den östlichen Ländern,
auch sie, wie die Albaner, ausgehungert nach
Glauben. Fünf Tage um Zugang zur wahren
Quelle zu haben... Heute, da ich wieder zum
alltäglichen Leben zurückgekehrt bin, denke
ich sehr häufig zurück an jene, die ich ange-
troffen und an die Herzen, mit denen ich
einer tiefe Gemeinschaft im Gebet erlebt
habe sowie, im Teilen und im aufmerksamen
Zuhören der Vorträge von Padre Tomislav.
Aber die Begegnung mit Ihr, das bleibt dir
im Herzen!
Aufstieg zum Podbrdo
Ein „süsser“ Aufstieg, aber immerhin ein
Aufstieg, jener zum Podbrdo, dem Hügel wo
zum ersten Mal die Gottesmutter erschien. Er
scheint nicht so leicht, doch wenn du herun-
terkommst, bist du überhaupt nicht müde.
Niemand legte Hand an diesen steinigen
Weg, um ihn lieblicher zu machen oder zu
erleichtern. Er ist nur gesäumt von den
Stationen des Rosenkranzes, wo die Pilger
anhalten zur Betrachtung. Aber die
Frömmigkeit des Volkes tat das ihre, hat ihre
Spuren hinterlassen. Die Felsblöcke sind
abgeschliffen und scheinen wie aus Marmor
auf vielen Stufen des Weges. Geschliffen
vom Weg und von den Gebeten der Pilger,
die ganz verschiedenen sozialen Schichten
entstammen, auch aus jenen, die wohl das
ganze Jahr gespart haben, um diese Reise zu
bewältigen, um den Traum dieser Begegnung
wahr werden zu lassen um diesen so sehr
gewünschten Aufstieg zu erleben.
Man kann nicht das Murmeln der Beter
vergessen mit den vielen Farben, Düften,
wie die schönste der Symphonie des Volkes
für ihre himmlische Mutter, der Königin des
Friedens, die zu unserer Freude noch immer
in Medjugorje erscheint.
Ja, ein wirklich ganz besonderer Sommer!
LESER SCHREIBEN
Houtermans aus Deutschland: Ich
schreibe um meinen Wunsch zu bestätigen,
das ECHO weiter zu erhalten. Ich finde euer
Heft ganz aussergewöhnlich, lese es seit
1991, und möchte nie ohne es bleiben. Gott
soll euch vergelten für alles Gute was ihr
durch das ECHO tut zum Heil der Herzen.
Maria schütze euch!
E. Bertoncini da Pisa (Italien): Danke
für eure Zeitschrift, die unter ihrer beschei-
denen Weste viele Edelsteine der Weisheit
versteckt.
P. Urbano M. de Cesare, Mexico: Seit
Jahren erhalte ich euer ECHO. Ich bin kom-
bonianischer Missionar und arbeite hier in
Mexico seit 20 Jahren. Das ECHO hilft mir
viel um die Verehrung der Königin des
Friedens besser zu kennen und zu wissen,
was in Medjugorje geschieht. Dies möge
Appell sein an die ECHO-Leser, damit sie
dem Herrn die Missionen Lateinamerikas in
Erinnerung rufen. Die Königin des Friedens
segne die Redaktoren des ECO DI MARIA.
P. Giovanni Pontarolo aus Brasilien:
Geliebte vom ECHO, seit 19 Jahren erhalte
ich das ECHO. Es war ein Geschenk, das
Don Angelo mir machte in einer Einkehr in
Medjugorje. Gleich wenn ich es erhalte, lese
ich es und lese es nochmals, denn es ist Quell
von Spiritualität und Treue zur Tradition der
Kirche. Gott segne euch!
Frau Carranza aus Wales (GB): Ich tra-
ge so oft ich kann durch eine Spende bei,
aber kann die geistliche Hilfe, die ich vom
ECHO bekomme, niemals vergelten. Ich lie-
be es, abends darin zu lesen wenn es mir
gelingt, besser auf der gesegneten Botschaft
Marias zu verharren. Für mich ist ECHO ein
Bezugspunkt, ein Hinweis, ich behalte die
Exemplare um wieder darin zu lesen. Mit
Segenswunsch und Grüssen!
Eco su Internet: http://www.ecodimaria.net
E-mail redazione: ecoredazione@infinito.it
SpendenKonto in Deutschland
Konto nr. 39102.250
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Frankfurt am Mein
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PC 40-4128-6
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Bank: Raiffeisenbank, Wipptal
Konto Assoc. Eco di Maria
Neuabonnenten oder Adressänderungen an
das Sekretariat des ECHO senden:
SEKRETARIAT des ECHO MARIENS
CP 47 - I-31037 LORIA (TV)
Villanova M., 14. November 2007
Es segne uns der allmächtige
Gott, der Vater, der Sohn
und der Heilige Geist.
Amen.
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