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www.medjugorje.ws » Echo Mariens Königin des Friedens » Echo Mariens Königin des Friedens 204 (März-April 2009)

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Botschaft Mariens vom 25. Januar 2009
„Liebe Kinder, auch heute rufe ich
euch zum Gebet auf. Möge das Gebet für
euch wie ein Same sein, den ihr in mein
Herz hineinlegt, den ich für euch meinem
Sohn Jesus zur Rettung eurer Seelen
übergeben werde. Meine lieben Kinder,
ich wünsche, dass jeder von euch sich in
das ewige Leben verliebt, welches eure
Zukunft ist, und dass alle irdischen Dinge
euch helfen, euch Gott dem Schöpfer zu
nähern. Ich bin so lange bei euch, weil ihr
auf dem falschen Weg seid. Nur durch
meine Hilfe, meine lieben Kinder, werdet
ihr die Augen öffnen. Es sind viele, die,
indem sie meine Botschaften leben,
begreifen, dass sie auf dem Weg der
Heiligkeit zur Ewigkeit sind. Danke, dass
ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Das Gebet: Ein Same
im Herzen Mariens
Gott, Heiliger Geist, hat Maria, seiner
treuen Braut, seine unaussprechlichen
Geschenke übermittelt. Er hat sie als
Spenderin von allem auserwählt, was er
besitzt: auf dass sie nach Gutdünken denen
ihre Geschenke und ihre Gnaden austeile,
wieviel sie will, wie sie will und wann sie
will. Kein Geschenk des Himmels ist den
Menschen möglich, wenn nicht durch ihre
jungfräulichen Hände. Es ist in der Tat Wille
Gottes, dass uns das alles durch Maria
geschenkt wird
(Aus der wahren Verehrung
Mariens, These 25).
Diese Worte des hl. Louis-Marie Grignion
de Montfort kommentieren von alleine die
heutige Botschaft Mariens, zumindest was
ihre Rolle zur Rettung der Menschheit anbe-
langt. Möge das Gebet für euch wie ein
Same sein, den ihr in mein Herz hineinlegt,
den ich für euch meinem Sohn Jesus zur
Rettung eurer Seelen übergeben werde.
Unser im Herzen Mariens gelegtes Gebet ist
wie ein Same, der sicher Frucht bringt und
wird zur Rettung eurer Seelen führen, denn
sie wird es sein, die es Jesus übergibt, und Er
lehnt nichts von ihr ab. Unser im unbefleckten
Herzen Mariens eingepflanztes Gebet blüht
klar und rein und findet bei Gott Gefallen.
Meine lieben Kinder, ich wünsche, dass
jeder von euch sich in das ewige Leben
verliebt, welches eure Zukunft ist, und
dass alle irdischen Dinge euch helfen, euch
Gott dem Schöpfer zu nähern.
Das ewige
Leben ist das Leben in Gott, das Geschenk
der von Jesus erlangten Rettung, ist das
Erkennen Gottes durch Jesus, als auch das
Leben in Ihm (vgl. Joh 17,2-3). Bereits auf
Erden können wir an Seinem Leben teilhaben
und das Neue jenes ewigen Lebens vorab
genießen, das wir in Fülle im Paradies erle-
ben werden, was uns ermöglicht, uns in das
ewige Leben zu verlieben, das unsere
Zukunft ist
und uns erleichtert, alles unserer
irdischen Erfahrung auf die von Gott gewoll-
te Ordnung auszurichten. Somit können alle
irdischen Dinge durch Maria uns helfen, uns
Gott dem Schöpfer zu nähern und nicht
mehr Gelegenheit darstellen, uns von Ihm zu
entfernen, oder sogar Ursache von Sünde zu
sein; alle Dinge erkennen, für das
Allgemeinwohl verwenden und nicht der
individuellen Ausbeutung unterwerfen, oder
ein Werkzeug der Macht und Vorherrschaft
über andere Menschen daraus machen.
Das Leben fördern und verteidigen vor jeder
Form von Übergriff, Gewalt und Tod; das
heißt sich an Gott dem Schöpfer nähern,
d.h. an Gott, der das Leben schafft und hervor
bringt und den Tod nicht will. Alle irdischen
Dinge
müssen wir gebrauchen, um uns Gott
zu nähern: die Freude, wie den Schmerz, die
Gesundheit, wie die Krankheit, die
Genugtuung, wie die Prüfungen, die Erfolge,
wie die Misserfolge, die Verzückung in der
Liebe, wie die geistliche Trockenheit usw.
Ich bin so lange bei euch, weil ihr auf dem
falschen Weg seid.
Hier die Antwort, die jene
zum Schweigen bringen sollte, auch Priester
und Ordensleute, die über diese “so lange
währende Anwesenheit Mariens” empört
sind, die so ‘unnormal’ ist und sie als unwahr
bezeichnen. Es ist zu befürchten, dass diese
Gnade, besonders wegen ihrer
Außerordentlichkeit, die letzte Möglichkeit
der Einsicht und der von Gott der Welt ange-
botenen Rettung sein könnte, während jene,
anstatt zu schweigen und den Rat Gamaliels
zu befolgen, riskieren, Gott zu bekämpfen!
(Apg 5,38-39). Nur durch meine Hilfe, mei-
ne lieben Kinder, werdet ihr die Augen öff-
nen.
Ihre Hilfe ist auch Ihre Anwesenheit, die
schon Früchte bringt: Es sind viele, die,
indem sie meine Botschaften leben, begrei-
fen, dass sie auf dem Weg der Heiligkeit
zur Ewigkeit sind.
Mache Maria, dass jene,
die den rechten Weg beschreiten, weiter auf
ihn bleiben, und jene, die den falschen gehen,
sich bald besinnen, auf dass alle auf der Stirn
und im Herzen ihren Siegel der Rettung tra-
gen.
N. Quattrocchi
Botschaft Mariens vom 25. Februar 2009
„Liebe Kinder, in dieser Zeit der
Entsagung, des Gebets und der Buße rufe
ich euch von neuem auf: Geht und
bekennt eure Sünden, damit die Gnade
eure Herzen öffnet und erlaubt, dass sie
euch verändert. Bekehrt euch, meine lie-
ben Kinder, öffnet euch Gott und Seinem
Plan für jeden Einzelnen von euch. Danke,
dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Zeit der Entsagung, des
Gebetes und der Buße,
um sich Gott zu öffnen
Die heutige Botschaft, Aschermittwoch,
ist in vollem Einklang mit der Fastenzeit:
vierzig Tage der Entsagung, des Gebetes
und der Buße,
womit sich die Kirche in
jedem Jahr mit dem Geheimnis Christi in der
Wüste verbindet
(KKK 540). Fastenzeit: Zeit
der Reinigung, Unterscheidung, Rückkehr
zum Vater. Zeit der Befreiung von all dem,
was die Gemeinschaft mit Gott und den
Gechwistern hindert; daher auch Zeit der
Versöhnung, des gegenseitigen Verzeihens,
der Wiederentdeckung der Liebe in der
Liebe, des Eintauchens in den Willen des
Vaters, der reine und barmherzige Liebe ist.
Zeit von grundlegenden Entschlüssen, die
Ernst und Mühe erfordern, die aber erlauben,
von neuem geboren zu werden, um das Reich
Gottes zu sehen, ja, Geburt aus Wasser und
Geist, um in das Reich Gottes zu kommen
(vgl. Joh 3,3;5). Es ist unnütz von außen den
Menschen gerecht zu erscheinen, innen aber
voll Heuchelei und Ungehorsam gegen
Gottes Gesetz zu sein
(vgl. Mt 23,28).
Auch heute wie damals müssen wir zwi-
schen Vortäuschung und Wirklichkeit unter-
scheiden, zwischen Aufscheinen und Sein;
wir müssen wählen zwischen Wahrheit und
Lüge, zwischen Leben und Tod, zwischen
Gott und Satan; heute, in der Zeit der Kultur
des Images
fällt die rechte Wahl auch
schwerer als früher. Du aber, Mutter, bist mit
uns und lässt uns nicht allein: Liebe Kinder,
in dieser Zeit der Entsagung, des Gebets
und der Buße rufe ich euch von neuem
auf: Geht und bekennt eure Sünden,
damit die Gnade eure Herzen öffnet und
erlaubt, dass sie euch verändert.
Nehmen wir diese Einladung ernst; sie ist
nicht neu, sie ist immer die gleiche
Einladung, und das ist ein Grund mehr, sie
besonders ernst zu nehmen: es geht nicht um
eine Lebens-Wahl für eine bestimmte
Zeitspanne, sondern für das ganze Leben und
darüber hinaus, in Ewigkeit. Diese Wahl kann
nicht mit unserer Kraft getroffen werden; wir
müssen aus der göttlichen Gnade schöpfen,
die durch das Sakrament der Beichte gespen-
det wird. Achtung: die Beichte ist nicht die
Aufstellung der dem Priester vorgebrachten
Sünden, um die Quittung nach erfolgter
Zahlung zu empfangen; wir befinden uns
nicht im Supermarkt, sondern stehen vor
“Fasten ist das Gebet der Seele
und die Barmherzigkeit das leben des Fastens,
daher, wer betet, faste.
Wer fastet, sei barmherzig.
Wer im Bitten erhört werden möchte,
erhöre, wer ihn bittet.
Wer das Herz Gottes
zu sich offen finden möchte,
verschließe das Seine nicht, der ihn anfleht”.
(Aus: Die Reden des hl. Petrus Chrysologus)
März - April 2009 - Herausgeber; Eco di Maria, Via Cremona, 28 - 46100 Mantova (Italia)
J. 25, Nr. 3-4 - Sped. a. p. art. 2, com. 20/c, leg. 662/96 filiale di MN, Autor. Trib. MN n. 13: 8.11.86
204
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Gott! Es ist nötig zum Beichtvater mit reue-
vollem Herzen zu gehen, die Liebe und das
Zittern des (verlorenen) Sohnes entscheiden
die Rückkehr zum Vater (vgl. Lk 15,18-19).
Man muss sich der Liebe des Vaters ausset-
zen, Ihm das Herz öffnen, die Gedanken, die
Seele, und in Sein Herz eintreten, um aus
dem Neuen Leben zu schöpfen.
Zeit der Entsagung: Entsagung dem
Satan, von all dem, das von ihm kommt,
allem, das eitel, trügerisch, haltlos, schein-
bar ist; alles, was die Liebe verletzt, die
Liebe kreuzigt. Zeit des Gebetes: um Seine
Anwesenheit zu atmen, um den Durst mit
lebendigem Wasser zu stillen, um die
Hoffnung wieder zu beleben, um die Liebe
zu lieben, zu preisen, danken, Gott lobprei-
sen und sich Ihm durch Christus anzubieten.
Zeit der Buße:
um sich der
Barmherzigkeit Gottes zu öffnen, um sich als
Staub der Erde zu erkennen und den Hauch
zu erwarten, der zu lebendigem Wesen ver-
wandelt (vgl. Gen 2,7) und durch ihn auch
davon erfüllt zu sein; denn er ist das Haupt
aller Mächte und Gewalten
(vgl. Kol 2,10).
Bekehrt euch, meine lieben Kinder,
öffnet euch Gott und Seinem Plan für
jeden Einzelnen von euch,
damit ein jeder
einziger Sohn des Vaters im Sohn Jesus ist
und damit Gott herrscht über alles und in
allem
(vgl. 1Kor 15,28).
N.Q.
D
IE
E
INLADUNG DES
P
APSTES
FÜR DIE
F
ASTENZEIT
:
“Das Fasten erweise sich als
lebender Tabernakel Gottes”
<Dann wurde Jesus vom Geist in die
Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in
Versuchung geführt werden. Als er vierzig
Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,
bekam er Hunger.> (Mt 4,1-2).
Das ist die eigentliche Szene, der wir in
dieser heiligen Zeit beiwohnen, Zeit des
Fastens, die dem großen, zentralen Ereignis
von Ostern voraus geht; vierzig lange Tage,
die uns als Zeit der Gnade angeboten sind,
um mit Jesus eine Art “Einkehr” zu begehen,
ähnlich wie die Zeit der Athleten vor einem
großen sportlichen Wettkampf, wofür die
richtige Form nötig ist, um den Wettbewerb
zu bestehen und gewinnen. In unserem Fall
ist es die Herausforderung gegen den Tod,
der an den Tagen der Passion besiegt wird,
um anschließend den Sieg mit der glorrei-
chen Auferstehung Jesu zu krönen, die wir
dieses Jahr am 12. April feiern.
Wie üblich, sendet der Heilige Vater den
Christen eine Botschaft, die sie in diesem
“intensiven, spirituellen Training, das ange-
bracht ist, Ostern besser zu feiern und so
eine Erfahrung der Macht Gottes zu
machen, die das Böse besiegt, von der
Schuld reinigt, die Unschuld den Sündern
wieder schenkt, die Freude den Bedrängten.
Zerstreut den Hass, bricht die Härte der
Mächtigen, fördert Eintracht und Frieden”.
D
ER
S
INN DES
F
ASTENS
Dieses Jahr hat Benedikt XVI. sich mit
der Überlegung über den Sinn des Fastens
auseinander gesetzt. Wir, die wir seit
Jahren die Schule der Königin des
Friedens
in Medjugorje besuchen, haben
oft die Einladung der Mutter gehört: “Liebe
Kinder, heute lade ich euch ein, mit dem
Herzen zu fasten. Viele Personen fasten,
aber tun es, weil es die anderen tun... Liebe
Kinder, fastet und betet mit dem Herzen!”
(Botschaft vom 20. September 1984).
Fragen wir uns ehrlich: schaffen wir
es, ihren Aufruf zu befolgen? Wir waren
viele, als wir begeistert gestartet waren, aber
nach den tausenden von täglichen
Anfechtungen, sind wir lau geworden und
haben hier und da kleine Zugeständnisse
dem Überflüssigen gemacht, die letzten
Endes im Herzen Wurzeln geschlagen haben
und regelrechte “Urwälder” an Wünschen
und Leidenschaften erzeugt haben, die sich
unserer Kontrolle entziehen.
Wir sind aber zur Freiheit berufen.
Also kann man mit neuem Elan neu durch-
starten. Daher schafft die Kirche die günsti-
gen Voraussetzungen, um unseren Verzicht in
Gemeinschaft mit allen anderen zu leben:
“Einigkeit macht stark”, sagt ein bekanntes
Sprichwort, aber in unserem Fall kann man
sogar sagen “die Gemeinschaft macht stark!”.
“Wir dürfen uns fragen, welchen Wert
und Sinn für uns Christen hat etwas zu ent-
behren, das an sich gut und nützlich für
unseren Unterhalt ist”, schreibt in der
Botschaft der Heilige Vater, “die Heilige
Schrift und die ganze christliche Tradition
lehren, dass Fasten eine große Hilfe zur
Vermeidung der Sünde und von all dem ist,
zu der sie verführt. Daher kommt in der
Geschichte der Rettung öfters die Einladung
zum Fasten vor”. Daher die erste Hilfe bei
unserem Vorsatz: man darf nicht fasten, weil
die Nahrung schädlich ist, wohl aber die
Sünde, die sich in uns eingenistet hat, die
ein regelrechtes Gift für unser ganzes Sein
ist. In der Tat hat Gott das erste Fasten ange-
ordnet, um die erste große Sünde zu vermei-
den, die Erbsünde, als der Herr dem
Menschen befahl, nicht von der verbotenen
Frucht zu essen: < ...doch vom Baum der
Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht
essen; denn sobald du davon isst, wirst du
sterben.> (Gen 2,17).
“Im Neuen Testament, bringt Jesus den
tiefen Grund des wahren Fastens ans Licht,
das darauf ausgerichtet ist, die “wahre
Nahrung” zu sich zu nehmen, was den Willen
des Vaters befolgen heißt (vgl. Joh 4,34).
Wenn also Adam dem Befehl Gottes nicht
gehorchte “nicht vom Baum der Erkenntnis
von Gut und Böse zu essen”, unterwirft sich
der Gläubige demütig Gott, indem er auf
Seine Güte und Barmherzigkeit vertraut!”.
Die Kraft des Fastens war der ersten
christlichen Gemeinschaft bekannt, und
in der Folge auch den Kirchenvätern, die sie
“fähig hielten, die Sünde im Zaum zu hal-
ten, die Begierden des ‘alten Adam’ zu
unterdrücken und im Herzen des Gläubigen
den Weg zu Gott zu öffnen.”
Und heute? “In einer Zeit, die von der
Suche nach materiellem Wohlstand gezeich-
net ist”, schreibt der Pontifex, “scheint die
Praxis des Fastens ein wenig an geistlichem
Wert verloren und eher eine Bedeutung als
therapeutisches Mittel eingenommen zu
haben, um den eigenen Körper zu kurieren.
Sicher, fasten hilft dem physischen Wohl-
befinden, aber für die Gläubigen ist es in
erster Linie eine Therapie, um all das zu
behandeln, das sie daran hindert, sich selbst
dem Willen Gottes anzupassen. Mit Fasten
und Gebet erlauben wir Ihm den tiefen Hun-
ger zu stillen, den wir im Innersten spüren:
den Hunger und Durst nach Gott. Bei einge-
hender Betrachtung hat das Fasten als letztes
Ziel, einem jeden von uns zu helfen, wie der
Diener Gottes Papst Johannes Paul II. schrieb,
sich selbst ganz Gott hinzugeben”.
Bekehrung ist...
Bekehrung ist “wieder neu” Christ wer-
den durch einen dauernden, inneren Prozess
der Änderung und des Fortschritts der
Erkenntnis und in der Liebe Christi.
Bekehrung ist nie abgeschlossen, son-
dern ist ein Verlauf, ein innerer Weg unseres
ganzen Lebens.
Bekehren heißt Gott suchen, mit Gott
gehen, folgsam die Lehren Seines Sohnes,
Jesus Christus, befolgen.
Bekehren ist nicht ein Kraftakt, um sich
selbst zu realisieren, denn das menschliche
Geschöpf ist nicht Architekt seines
Schicksals in der Ewigkeit. Es sind nicht
wir, die wir uns selbst gemacht haben.
Bekehren ist die Einladung des Meisters
verwirklichen: <Wer mein Jünger sein will,
der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz
auf sich und folge mir
nach> (vgl. Mk 8,34),
denn das Kreuz ist die
endgültige Offen-
barung der göttlichen
Liebe und Barmherzig-
keit auch für uns,
Männer und Frauen
dieser Epoche, die zu
oft von Sorgen und
irdischen, momentanen
Interessen zerstreut
werden. Gott ist Liebe,
und Seine Liebe ist das
Geheimnis unserer
Freude. Um in dieses
Geheimnis der Liebe zu gelangen, gibt es kei-
nen anderen Weg, als den, uns auf dem Weg
des Kreuzes zu verlieren, und uns diesem zu
schenken.
Bekehrung ist daher Buße und Opfer
höher einzustufen, um die Sünde und das
Böse zu verwerfen und den Egoismus und die
Gleichgültigkeit zu besiegen. Gebet, Fasten
und Buße, Werke der Liebe an Brüdern wer-
den somit spirituelle Wege, die zu begehen
sind, um zu Gott zurück zu kehren.
(BENEDIKT XVI. - Kleine Anregungen von
der Generalaudienz vom Aschermittwoch)
Der Papst spricht zu den Kranken:
In Christus liegt die Antwort auf das Geheimnis des Schmerzes und des Todes
„Das Leben des Menschen ist kein verfügbares Gut, sondern ein kostbarer Schrein um
alle mögliche Aufmerksamkeit zu bewahren ... Die Teilnahme an der Hl. Messe erwächst
aus dem Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung und eine jede eucharistische
Feier ist die immerwährende Erinnerung an den gekreuzigten und auferstandenen Christus,
der die Macht des Bösen besiegt hat durch die All-Macht seiner Liebe. Es ist also in der
„Schule“ des eucharistischen Christus, dass es uns gegeben ist, das Leben immer lieben zu
lernen und unsre scheinbare Ohnmacht vor der Krankheit und dem Tod und dem Schmerz
anzunehmen, die unserem Geiste unerforschlich bleibt.
Das Evangelium zeigt Jesus wie er „die Geister durch sein Wort vertreibt und jene heilt, die
krank sind“ (Mt 8,16), indem er den Weg der Bekehrung und des Glaubens aufzeigt als
Bedingung, um Heilung des Körpers und des Geistes zu erlangen. Das Licht, das „aus der
Höhe“ kommt, hilft uns zu verstehen und auch der Erfahrung von Leiden und des Tod Sinn und
Wert zu geben. Bitten wir die Muttergottes, dass sie ihren mütterlichen Blick jedem Kranken
und seiner Familie zuwende, um ihnen zu helfen mit Christus die Last des Kreuzes zu tragen“.
2
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Welch Freude, mitten in
der Wüste einer Blume zu
begegnen ... schön, voll-
kommen in Form und Farbe,
vielleicht auch im Duft. Wer
hat sie für uns gemacht? Wie
konnte sie werden in dieser
unwirtlichen Gegend?
Bevor wir Antworten auf all
diese Fragen gefunden
haben, fühlen wir uns einge-
taucht in ein wahres
Wunder.
Sehen wir einen gepfleg-
ten Garten voll der schönsten Blumen, es
wird nicht dasselbe sein. Natürlich wird ihre
undiskutable Schönheit uns gewinnen, aber
hier ist dies ganz normal. Dieses unter-
schwellige staunen müssen, dazu fähig, in
uns Seele und Geist zu wandeln, kommt
dagegen aus dem unvorhergesehenen
Zusammenspiel von Wüste und Keim. Es
lässt uns sprachlos. Um geboren zu werden
und zu wachsen musste die Blume viele
gegensätzliche Kräfte überwinden, die
gewöhnlich in einem so kargen Boden den
Samen gezwungen hätten, in sich verschlos-
sen zu bleiben. Zäher Wille allein erlaubte
dieses Blühen. Unmöglich, nicht mit offe-
nem Mund wie angewurzelt zu verharren.
Auch uns ist Gelegenheit gegeben, dem
Misstrauen, dass Aufblühen möglich ist, zu
begegnen, wenn wir von den vielen günsti-
gen und Segen bringenden Bedingungen im
voraus verzichten. Uns wurde eine günstige
Zeit gegeben um eine wahre Wüste zu
erfahren, indem wir von uns die Dinge fern-
halten, die den Garten unseres Seins berei-
chern aber nicht immer notwendig sind für
ein wirklich fruchtbringendes Leben. Nur
im vermindern der äussern Mittel lässt sich
die verborgene Kraft in der Tiefe unseres
Seins entdecken: diese eingegossene
Fähigkeit, fruchtbar zu sein, indem wir
allein auf das Samenkorn ver-
trauen, das Gott in uns gelegt
hat.
Die Fastenzeit ist diese
lange Zeit, die uns zugedacht
ist als Gelegenheit, die
Bedürfnisse unserer Existenz
auf das Minimum zu schrauben
und zu verstehen, dass wir nur
IHN brauchen: Einen Vater, der
uns den Samen seines Wortes
schenken will, das Wasser des
Geistes und als Speise den Leib
des Sohnes, um uns zu befruch-
ten. Es wird alsdann der Mantel Marias sein,
der uns umgibt, wenn Unbill und
Widerwärtigkeit dem Sprössling, unserem
Leben, schaden wollten.
Etwas kann uns helfen, diese Zeitspanne
der Anspruchslosigkeit zu durchstehen:
Nüchternheit. In allem. Sie macht uns ein-
fach, klein, arm ... Kleine oder grössere
Verzichte zu erleben um zu uns selbst zurück
zu finden, um die Selbstüberwindung in die
Hand zu nehmen und die Macht der
Leidenschaften zu zügeln, die oft unsre
Taten despotisch beherrschen und uns zu
Sklaven werden lassen. Je mehr sie zu
Gewohnheiten werden, desto schwieriger
wird das entwurzeln sein.
Vierzig Tage geduldiger, aufmerksamer
Übung, während derer wir unsern Willen
stärken und vergeistigte Menschen werden
und gleichzeitig den Vorrang des fleischli-
chen Menschen den verwöhnten, wuchern-
den und konsumistischen Geist, in dem wir
aufgewachsen sind, schwächen. Alles kann
zum Guten führen, jedoch nur im gerechten
Mass und unter günstigen Umständen.
Wir neigen dazu, aufzuhäufen, manch-
mal mit allerhand Dingen in unsern
Wohnungen, die auf die Dauer das gemütli-
che Wohnen ersticken macht. Und, so sagen
es die Psychologen, das Haus ist das
Symbol unseres Innenraums, also wird
früher oder später das Gewicht diese
Anhäufung auch innerlich spürbar werden.
Machen wir Probe aufs Exempel.
Beginnen wir mit leer machen eines
Kästchens, dem ausräumen eines Schranks,
dem entrümpeln eines Abstellplatzes und im
Fortwerfen der Haufen unnötigen Papieres,
das sich hier und dort türmt ... Wir werden
ein Gefühl von Leichtigkeit spüren, fast
scheint das Atmen leichter zu gehen. Wenn
wir dann noch das bisschen vergessenen
Staubes aus dem Winkel wischen, will uns
scheinen, dass in das Haus, aber auch in
unsere Seele mehr Licht dringt. Die Frauen
von früher wussten das noch, und mit dem
Entrussen des Winters und dem
Frühjahrsputz machten sie der Brise der
neuen Jahreszeit Platz.
Auch die Kirchen sind zu dieser
Jahresszeit arm an Schmuck, manchmal
sogar ein wenig düster; aber es braucht ein
Zeichen, das den Weg weist zum „notwendi-
gen Minimum“, das der Seele wohl tut als
Kontrast zum „meist Erlaubten“, das die
Welt ständig anpreist. Es ist alte Weisheit,
dass im Innern beginnen muss was im Äus-
sern glänzen soll: Ordnung machen um das
Herz zu befreien, das von allerhand
Wünschen und Empfindungen überhäuft ist;
sodann den von Erinnerungen, Skrupeln,
Gedanken, aber auch Lärm, Besorgungen
schwer gewordene Geist entstauben ... und
endlich die Seele, die vielleicht noch in den
Maschen der Sünde gefangen und darum
verhärtet und dem Ersticken nahe ist.
In unserm Leben, das durch das Fasten
trockener wurde, wacher durch das Opfer,
freier von allerhand Unrat, wird eine einzel-
ne Blume geboren werden, einzigartig in
ihrer Schönheit, weil sie dort erblüht wo es
unmöglich schien. Wundern und staunen
werden wir, weil aus dem Nichts, das wir
sind, Gott das Gute, das Schöne, das Wahre
erstehen lässt ... Er wird aus uns eine neue
Schöpfung werden lassen, um mit IHM hei-
lige Ostern zu feiern.
Stefania Consoli
In der Krankheit
singe ich mein Magnifikat
„Mein ‚Ja‘ zum Herrn im Leiden, das
mich seit meiner Geburt begleitet, überrascht
mich noch heute, ich weiss nicht, wie ich es
machte, es auszusprechen. Es ist stets neu,
und es gibt immer neue Dinge zu denen ich
gerufen und in Pflicht genommen bin, die
Verbundenheit mit Ihm zu leben, aus seiner
und der Brüder Liebe. Es ist etwas das dich
einlädt und dich zieht, und du, auch in deinen
Grenzen, aber im totalen Vertrauen in Gott,
wiederholst und lebst, denn im Grunde
brauchst du nur zu vertrauen. Es ist ein „Ja“
das dich einlädt, nicht mehr nur auf dich sel-
ber zu schauen sondern auf alles was dich
umgibt und es zu sehen in dem Licht, woraus
dein „Ecomi“, dein „Hier bin ich“ erblüht ist.
Wer bin ich? Ein stets unzufriedener
Mensch, bis dass ich das wahre Ziel des
Lebens gefunden hatte. Und diesen Sinn
gelang es mir vor einigen Jahren zu finden,
als ich ein Werk entdeckte, in dem meine
Krankheit fast ein Privileg ist, denn durch
die Hingabe kann ich mitarbeiten an der
Rettung vieler Seelen, die nicht Geld nötig
haben, nicht Häuser oder irdische Güter,
sondern ihr Voranschreiten auch inmitten
vieler Schwierigkeiten. Ich erinnre mich als
ich zum ersten Mal in einen Kurs
Geistlicher Exerzitien ging, gehalten in der
Kommunität der „Schweigenden Arbeiter
des Kreuzes“; alles schien mir schwarz um
mich herum, nicht weil es wirklich schwarz
war, aber weil ich nicht verstand, über mich
hinaus nach vorne zu blicken.
Es war die Woche, die meine Sicht zer-
brach um mir eine viel schönere, klarere zu
schenken, die besser meinen Erwartungen
entsprach. Es war die Woche des Entdeckens,
dass in mir ein Reichtum wohnte, dem ich nie
Gewicht zugemessen hatte: Gott rief mich,
meine Krankheit aufzuopfern. Ich erinnere
mich, es war wie neu geboren zu werden,
mich in der Welt der Freude wieder zu finden
auch mit meinem Leiden. Jedes Jahr erneue-
re ich mein „Ja“, das der Herr stets wandelt,
indem er es mit seiner Liebe erneuert. Auch
wenn ich das Kreuz mit Ihm zusammen tra-
gen muss, auch dort muss mein „Ja“ sein.
Eigentlich, „das Kreuz“, was ist das? Es ist
etwas schmerzhaftes, zweifellos, aber es
entreisst dich der Welt, die dir nicht gehört
und vereint dich mit Dem, der eines Tages
dich angezogen hatte, weil er die wahre
Liebe ist, und durch dich jene erreichen
möchte, die um dich sind. So wird das
Leben selbst, wenn es hingegeben wird,
zum Apostolat“. Sr. Nazarena Cimarelli
„Die Scheigenden Kreuzesarbeiter“
leben ihre Weihe durch eine starke mariani-
sche Spiritualität, ganz dem Dienst an den
Leidenden hingegeben, um zu deren vollen
integralen Förderung beizutragen, mit dem
Ziel, den Wert der Person ins Zentrum zu
setzen indem sie in ihnen jede Möglichkeit
dazu aktivieren und sie unterstützen in der
Suche nach dem Sinn des Geheimnisses des
menschlichen Leidens.
Nebst dieser Kommunität hat der
Gründer, Mons. Luigi Novarese, auch ande-
re Gemeinschaften gegründet, darunter das
Zentrum der freiwillig Leidenden, das vor
allem als konkrete Antwort darauf entstand,
dem Drama menschlichen Leidens zu
begegnen, das den Menschen so oft dahin
bringt, sich von seinem Schöpfer zu entfer-
nen. Das Zentrum sieht im aufgeopferten
Leiden des Kranken eine Teilnahme am
österlichen Geheimnis Christi, die ihn zum
Apostel macht und wofür er für den Wert
jeder Form von Leiden im Leben eines
Menschen eintritt. All das in einem Geist
der tiefen Verbundenheit mit den Bitten um
Gebet und Bussen gemäss marianischer
Spiritualität von Lourdes und Fatima.
Zu Füssen des Kreuzes anerkennt das
CVS-Apostolat die eigene Identität, im
Hinblick auf die Welt des Leidens als dem
Boden der eigenen Mission, indem jedem
Menschen vorgeschlagen wird, eine zum
Heil hin offene Lebenswahl zu treffen.
Das Unmögliche wird
in der Wüste geboren
3
Echo 204
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Im Innersten Jerusalems
wird die Eucharistie
wie ein Herz klopfen
Jesus kehrt in eucharistischem Gewand
auf die Erde in einer noch beständigeren und
sichtbareren Art zurück, Erde, in der Er
geboren wurde, aufgewachsen ist, und die
Ihn predigen hörte, ja, in die Stadt, die
Seiner priesterlichen Hingabe beigewohnt
hat, auf Kalvaria den Gipfel erreichte, um in
der glorreichen Auferstehung zu münden. Er
wird es am 24. März tun, am Vorabend der
Verkündigung, Tag, an dem in Jerusalem auf
feierliche Weise die Ewige Anbetung des
Allerheiligsten Sakramentes
begonnen
wird. Der dazu bestimmt Ort, eine kleine
Kapelle der Vierten Station des Kreuzweges,
wo Christus nach der Tradition mit dem
Kreuz beladen den liebevollen Blick Seiner
Mutter begegnete, ist besonders bedeutungs-
voll, weil gerade sie diese Initiative angeregt
hat, Maria, die seit Jahren in Medjugorje
wiedertholt: “Betet meinen Sohn im
Allerheiligsten Sakrament an, verliebt euch
im Heiligsten auf dem Altar, denn, wenn ihr
meinen Sohn anbetet, seid ihr mit der ganzen
Welt verbunden”
(Botschaft vom 25.
September 1995).
Dies berichtet uns Piotr Ciolkiewicz,
der junge, polnische Laie, Initiator dieses
wichtigen Projektes, das sich verwirklicht:
“Vor ca. zwei Jahren befand ich mich in
Medjugorje auf Pilgerreise, und während ich
mich in der kleinen Kapelle zur Anbetung
befand, kam mir ein Gedanke: diese genauso
in die Erde Jesu zu bringen. Anlässlich einer
Reise nach Jerusalem traf ich einen
Franziskaner-Pater, P. Kazimierz Frankie-
wivz,
der normaler Weise die pastoralen
Aufgaben in der Auferstehung-Basilika
erfüllte, und mit diesem wurde die Idee der
Bewegung der ewigen Anbetung geboren”.
Bei diesem Treffen wurde die
“Gemeinschaft der Königin des Friedens”
geboren, von der Piotr der Präsident ist, und
der sich vorgenommen hat, auf der ganzen
Welt eine Kette von Herzen zu bilden, die
mittels Anbetung den Frieden ins Heilige
Land
und den Rest der Welt bringen soll.
“Das Grundziel ist die Verbreitung der
Eucharistischen Anbetung. Die Mitglieder
sind angehalten, alle Handlungen für den
Frieden und die Versöhnung unter den
Menschen zu fördern”, erzählt Piotr und
fügt hinzu: “Ich möchte besonders darauf
hinweisen, dass die Gemeinschaft den
Namen der Königin des Friedens trägt, denn
er enthält eine wichtige Botschaft: Indem
wir uns Maria anvertrauen, wollen wir
mit ihr Christus anbeten, den Fürsten des
Friedens”.
Es ist daher natürlich, dass Medjugorje
- wo Maria seit Anfang der Erscheinungen
diese Einladung wiederholt - und
Jerusalem, Yerushalaim, die “Stadt des
Friedens” - laufend durch einen langen,
schweren Konflikt zerrissen - sich verbun-
den fühlen.
Warum setzt diese Initiative in
Staunen? Ja, weil sie auf irgend eine Weise
eine Neuheit für das Heilige Land darstellt.
In der Tat, die Ausübung der eucharistischen
Anbetung ist in Europa geboren worden,
durch den hl. Basilius den Großen (* um 330
in Cäsarea in Kappadokien, dem heutigen
Kayseri † 1. Januar 379 daselbst) und festigt
sich auf solide Weise in Frankreich anfangs
des XIII. Jahrhunderts. In den USA erfuhr
dieses Gebet eine breite Zustimmung, so
sehr, dass die Franziskanerschwestern der
Ewigen Anbetung es weiterhin ohne
Unterbrechung seit dem 1. August 1978
praktizieren. Trotzdem ist gerade dort, wo
der Sohn Gottes Mensch geworden ist, die
eucharistische Anbetung nicht üblich, denn
der Herr wird besonders an den heiligen
Orten verehrt.
Damit aber der Plan auch vollständig
sei, war eine Monstranz nötig, damit die
Initiative die verdiente Wichtigkeit erhalte.
Der Exarch der katholischen Kirche der
Armenier, Mons. Raphael Minassian, hatte
die Idee einen Altarflügel in der Form eines
Triptychons zu realisieren, der die
Monstranz aufbewahre, und genau vor
einem Jahr erhielt der komplette Plan die
völlige Zustimmung der Patriarchen.
D
AS
H
IMMLISCHE
J
ERUSALEM
Das ist die Bezeichnung des vom polni-
schen Künstler Mariusz Drapikowsky ver-
wirklichten Werkes, der vor allem wegen der
Ausführung des brillanten bernsteinbraunen
Kleides des wundersamen Bildnisses der
Muttergottes im Wallfahrtsort Czestochowa
in Jasna Góra bekannt ist, und das als
Dankgelöbnis für Leben und Potifikat von
Johannes Paul II. erstellt wurde.
Der Übergang...
Es zahlt sich aus, etwas länger sich mit
der Beschreibung dieses Werkes zu befas-
sen, das uns symbolisch vom Alten zum
Neuen Bund durch ein Tor führt. Von außen
scheint das Triptychon ein großer
Bronzeschrank zu sein, mit Relieffiguren,
die das irdische Jerusalem darstellen. In der
Mitte der Gekreuzigte Christus und an des-
sen Seite Johannes Paul II., der die
Eucharistie fei-
ert - das Opfer,
das auch das
ewige Leben
v e r s p r i c h .
Oben, die
Parusie Christi,
Hoher Priester,
Seine zweite
Wiederkunft.
<Ich bin die Tür: tritt jemand durch
mich ein, ist er gerettet>. Indem man den
Übergang vollzieht, erreicht man das
Geopferte Lamm, das sich in der Mitte des
Buches mit den sieben Siegeln befindet, die
nun geöffnet sind, mitten unter Spuren von
Kristall-Eiskörnern: <Und er zeigte mir
einen Strom, das Wasser des Lebens, klar
wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und
des Lammes aus.> (Offb 22,1).
Das Licht und die Zeugen
Öffnet man das Triptychon, vollbringen
wir unseren Übergang durch Christus als
Tür,
und treten in das Himmlische Jerusalem
ein. Es enthüllt sich sofort die Atmosphäre
der Neuen Erde, des Neuen Himmels, ewig
von einer Lichtquelle innen beleuchtet - ein
wichtiges Element der Vision des hl.
Johannes.
Auf den Flügeln des geöffneten
Triptychons erinnern die Zwei Zeugen, als
zwei Olivbäume und zwei Lampen symboli-
siert, an die Berufung und die Aufgabe aller
Christen, ein sichtbares und wahres Zeugnis
des eigenen Credo zu geben, d.h. standhaft
den Glauben in Christus vor der Welt zu
bezeugen. Die Ablehnung einer solchen
Zeugschaft wird eines der Gründe des
Endgerichtes der Welt sein. Das Schicksal
der Zeugen ist dem Geschick des Herrn ähn-
lich, denn sie sind Zeichen des
Widerspruchs und vollziehen das Opfer des
Lebens, empfangen aber von Gott ein neues
Leben und die Teilhabe an Seiner
Herrlichkeit.
Die bernsteinfarben bekleidete Frau...
In der Mitte des Triptychons befindet
sich schließlich die Monstranz. Die Form
erinnert an die Erscheinung der Frau, die
den Eucharistischen Christus in den Armen
hält. Die Frau - Maria
-, ist die Mutter des
Erlösers und des
Volkes Gottes aller
Zeiten; sie ist aber
auch das Symbol der
Kirche, die im Laufe
der Geschichte, unter
großen Schmerzen,
immer wieder neu
Christus gebiert. Die
Frau der Schmerzen -
die verfolgte Kirche -
erscheint als herrli-
che Braut, inmitten
der warmen Strahlen
des Bernsteins, das
sie umgibt.
Maria ist die Verkündigung des
Neuen Jerusalem, wo es weder Tränen
noch Trauer gibt, das Jerusalem, das die
Vision der neuen, verklärten Welt entstehen
lässt, von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet:
<Die Stadt braucht weder Sonne noch
Mond, die ihr leuchten. Denn die
Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre
Leuchte ist das Lamm>. (Offb 21,23).
Der hl. Johannes hat am Ende seines
Buches den letzten Wunsch und die
Erwartung geäußert: Komm, Herr Jesus!
(vgl. Offb 22,20). Auch wir wollen das
Gebet des “Sehers von Pathmos” aufgreifen,
der mit dem entstehenden Christentum aus-
rief: Komm, Herr Jesus! Komm und ver-
wandle die Welt! Komm heute und siege mit
dem Frieden!
Vom Papst gesegnet
Es ist nunmehr alles bereit, wir sind
bereits am Vorabend der Eröffnung dieses
neuen “heiligen Ortes” in Jerusalem ange-
langt, eine Stelle, die - so hoffen wir - alle
Pilger anziehen wird, die die via Dolorosa
beschreiten werden und das Antlitz des
Königs des Friedens begegnen wollen, das
Tag und Nacht ausgesetzt sein wird. Auf der
Reise in das Heilige Land, hat das
Triptychon in Rom einen Aufenthalt einge-
legt, um die Segnung des Heiligen Vaters zu
empfangen. Alle Mitglieder der
Gemeinschaft haben ihn begleitet, zusam-
men mit den Veranstaltern und den
Bischöfen ihrer Städte. Eine Zeit der Gnade,
die auch wir vom “Echo” erleben durften,
im Namen der “Königin des Friedens”.
4
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Was in Medjugorje geschieht...
Ein Sabbat-Jahr für Padre Jozo
Siroki Brijeg, 9. Februar 2009
„Hiermit möchten wir Sie informieren,
dass – aus Gründen der Gesundheit, der
Ruhe und der Erholung und dem
Arbeitsbeginn auf der Insel Badija
(Kroatien), Pater Jozo Zovko seine
Vorgesetzten um Erlaubnis ersucht hat, aus-
serhalb seiner Provinz zu wohnen, was von
der Administration der Provinz gutgeheis-
sen worden ist. Aus den oben erwähnten
Gründen wurden alle seine Programme für
das laufende Jahr abgesagt. Wir bitten alle
unsere Koordinatoren und Mitarbeitenden,
die Organisatoren der Pilgerfahrten nach
Medjugorje, die Organisatoren der
Gebetestreffen und auch alle Zentren in
Medjugorje und die Pilger, diese Vorkehren
zu beachten und während dieser Zeit keine
weiteren Programme oder
Begegnungstreffen mit Pater Jozo abzuma-
chen. Wir danken für Ihr Verständnis.
(für Pater Jozo) Vesna Cuzic Internationale
Patenschaft für das „Bosnien-Herzegowinische
Kind“
Aus diesem Anlass
schreibt Sr. Emmanuel:
“Wenn der Herr erlaubt, dass sich eine
Leere ergibt, eine Lücke, eine schmerzende
Absenz, weiss ER den Grund und hat
Seinen Plan. Die Bitte an Abraham, auf sei-
nen Sohn Isaak zu verzichten, war nötig um
noch fruchtbarer zu werden, aber es brauch-
te es, damit er durch diese scheinbare
Zerstörung des Gottversprechens hindurch
musste. Als der heilige Josef glaubte, er
müsste darauf verzichten, Maria zu heiraten,
war es, um sie umso mehr wiederzufinden,
aber er hatte diese Angst zu durchstehen, um
sein Herz weit zu machen. Wenn ...
Wenn die Absenz von Pater Jozo ein
schmerzhafter Verzicht für die Pilger bedeu-
tet und für jeden und jede von uns hier, müs-
sen wir trotzdem die Sache positiv aufneh-
men, nicht wie ein Unglück aber wie eine
Gabe, die Gott dienen wird für das höhere
Gute. Es kann sein, dass dieser Wechsel des
Rhythmus es erlauben wird, sich anderen
Aspekten im Plan Mariens mit Medjugorje
zuzuwenden. Und sie zu einem andern
Moment zu übermitteln. Wir sind sicher,
dass wir nicht fehlen, wenn wir diese
Prüfung im Vertrauen und in Dankbarkeit
annehmen, denn dieses wird Gott erlauben,
daraus all seine Frucht zu ziehen in der Zeit
und in der Ewigkeit“.
Mirjana Soldo hatte am 18. März
2009 die jährliche Erscheinung
Die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
hatte vom 24. Juni 1981 bis zum 25.
Dezember 1982 tägliche Erscheinungen.
Während der letzten täglichen Erscheinung
sagte ihr die Muttergottes, als sie ihr das 10.
Geheimnis anvertraute, dass sie ihr einmal
jährlich, und zwar am 18. März, erscheinen
wird. So war es während all dieser Jahre und
so auch in diesem Jahr.
Mehrere tausend Pilger haben sich zum
Rosenkranzgebet am „Blauen Kreuz“ ver-
sammelt. Die Erscheinung begann um 13:52
und dauerte bis 13:58.
“Liebe Kinder! Heute rufe ich euch auf,
aufrichtig und lange in eure Herzen zu
schauen. Was werdet ihr in ihnen sehen? Wo
in ihnen ist mein Sohn und der Wunsch, mir
zu Ihm zu folgen? Meine Kinder, diese Zeit
der Entsagung möge eine Zeit sein, in der
ihr euch fragt: Was möchte mein Gott von
mir persönlich? Was soll ich tun? Betet,
fastet, habt ein Herz voller Barmherzigkeit.
Vergesst eure Hirten nicht. Betet, dass sie
nicht verloren gehen, dass sie in meinem
Sohn verbleiben, damit sie gute Hirten ihrer
Herde sein können”
.
Die Muttergottes hat auf alle
Anwesenden geschaut und fuhr fort: Von
neuem sage ich euch: Wenn ihr wüsstet, wie
sehr ich euch liebe, würdet ihr vor Glück
weinen. Danke.
Nach Medjugorje
um fasten zu lernen
Es ist eine unfehlbare Schule bei Maria
in Medjugorje für den, der die kürzlich
ergangene Einladung in ihren Botschaften in
die Praxis umsetzen will: Gebet und
Fasten.
Zu diesem Ziel werden jährliche
Seminarien in verschiedenen Sprachen
gehalten, um auf tiefere und bewusstere
Form diesen Bitten der Königin des
Friedens nachzuleben. (Haus DomusPacis
für die bestimmten Daten und verschiedenen
Nationalitäten sich melden beim Site der
Pfarrei http://medjugorje.hr.nt4.ims.hr/)
So erzählt
Anna Fasano, die
Organisatorin des Italienischen Seminars:
„Jedes Jahr haben wir Gelegenheit, Exerzitien
in Medjugorie zu erleben. Sie tragen den
Charakter starker Gnade, die ungeordnete
Gefühle reinigt, verborgene Wunden unsres
Herzens heilt. Diese Gefühle verdüstern häu-
fig unsre Seele: geistige Eifersucht, Ehrgeiz,
Eitelkeit ... töten die Liebe in uns und im
Herzen der Brüder. Wenn es gelingt, all dies
über die Schulter zu werfen und in dîe
Einkehr wirklich einzutreten, offen und ver-
fügbar, wird die reine Liebe wie Tau in unsre
Herzen dringen: Jesus wird ihn genügend
nach giessen, so dass es unvermeidlich wird,
davon nicht auch andern zu geben. Wir kön-
nen viele Pilgerfahrten machen, Begegnungen
erleben, Versammlungen abhalten, aber oft
bleiben sie nur schöne und bewegende
Erfahrungen, erzeugen keine Liebe. Nur Jesus
in der Eucharistie eröffnet sich unserm Innern;
Er zeigt uns Sein Antlitz und die strahlende
Wahrheit der Kraft Seiner Liebe.
Er will aus unsern Herzen Altäre
machen, wo der Weihrauch des Gebets
und des anbetenden Schweigens hingege-
bener Liebe brennt.
Diese hingegebene
Liebe ist weiss wie Schnee, deckt alles zu
und wiederspiegelt reines Licht. Dieses
Licht der Herzen steigt auf zu Gott.
Dies ist das Medjugorje der Königin des
Friedens. Wir sollen Zeugen der Liebe sein,
die Liebe leben, um andern Freude zu schen-
ken ... Freude sein, wo Trauer herrscht, wahr
und gerecht leben. Der Feind der Liebe ist
die Kritik; immer sind wir bereit zu kritisie-
ren, wenig zu lieben und wenig lehren
zu.lieben. Die Liebe ist die Kraft des
menschlichen Herzens, ist das Antlitz Gottes
in uns und durch uns leuchtet sie auf Erden.
Lassen wir sie in uns erlöschen, was wird
sein?
Worte überzeugen nicht mehr, wir
müssen die mütterlichen Botschaften
leben.
Schweigen ist oft leuchtender als vie-
le Worte und in langem Schweigen wird das
wahre Wort geboren, das uns zur
Betrachtung des Wortes Gottes trägt und zur
Befreiung von unsern Idolen. Wird das Herz
von Idolen bombardiert, dann redet die
Zunge, redet, redet und redet, aber, wenn im
Herzen die Liebe Jesu wohnt, dann über-
wiegt das Schweigen und das Staunen über
Gottes Wunder. Es ist im Schweigen, wo der
Heilige Geist uns die Leichtigkeit seines
Liedes schenkt! Zu viel Exaltismus ist nicht
christliches Gebet. Gott vollzieht grosse
Dinge in der Einfachheit, im Klein-Sein.
Schweigen und Verzicht auf Worte um
Schrei in der Wüste zu werden, Gesang,
Poesie, Liturgie, Extase;
sie sind
Wortführer Gottes und bevorzugter Ort gött-
licher Hochzeit. Wer die Erfahrung von
Jesus in der Eucharistie macht, will gern
sich von Ihm evangelisieren lassen im
Schweigen, will sich durchdringen lassen
von seiner Wolke des Lichts um nicht zu
zerbrechen an den Gewohnheiten des alltäg-
lich Bösen.
In diesen Einkehrtagen sind wir gerufen
„von Angesicht zu Angesicht“ mit dem
grossen Geheimnis der Eucharistie: Jesus,
verschleiert in einem Stücklein Brot drängt
uns, dieses grosse Geheimnis zu vertiefen
und unsere Verbindung mit Ihm zu festigen,
um Ihn viel klarer sehen und lieben zu kön-
nen. Dies ist ein Bedürfnis unserer Seele.
Das Eucharistische Gebet, fastend
und schweigend im Hören des Wortes, ist
sehr machtvoll
, es stärkt uns im Glauben,
denn in seiner Nähe wird man zur Burg,
zum Fels ... „Wenn man euch sagt, er ist hier
oder dort, geht nicht hin, denn es ist eure
Liebe die mich anziehen wird und werde
kommen zu euch“. Jesus lädt uns ein, aus
unsern Gefängnissen auszubrechen. Unsre
Hand in die Seine zu legen um uns dorthin
zu führen, wo er hingeht.
Bereiten wir durch das Fasten die
Morgenröte seines Kommens vor, denn uns-
re hingegebene Nichtigkeit wird reinigender
Weihrauch werden für uns für andre und uns
zu Zeugen der Wahrheit und des Lichts des
Auferstandenen machen können.
Danke, Mutter, dass du unaufhaltsam für
uns eintrittst, damit wir Jesus lieben können in
der Eucharistie. Du, die du lebendiger
Tabernakel
bist, forme uns zu Altären, wo der
Weihrauch der Liebe für das Kommen Jesu
brennt. Herr, komme bald und errichte dein
Reich in allen Herzen. Für immer.
Anna
DEUTSCH
28. 03. - 04. 04. 2009.
Kontakt: Marlies Deutsch,
tel.++49 21 81 28 24 61;
e-mail: mdeutsch@t-online.de
18. - 24. 10. 2009.
Kontakt: Matilda Holtman,
tel.++49 2574 1675
08. - 12. 11. 2009.
Kontakt: Martha Horak,
tel. ++ 43 662 436 155 ;
fax: ++ 43 662 430818
5
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Dichtung der Seele
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EISE IN DIE
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ELT DER
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SALMEN
AUF DER
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UCHE NACH
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Sie widerhallen im Herzen der Kirche in
allen Sprachen, werden gregorianisch gesun-
gen, von Mönchs-Chören vorgetragen oder
fast nur gesummt, um an jedem Tag Gott
Lob und Ehre zu geben. Es ist schön, sich in
die Welt der Psalmen hinein zu wagen, um
ihren Ursprung zu verstehen und ihrer Spur
durch die Geschichte zu folgen, vor allem in
der Seele dessen, der sie mitbetet.
Sie sind wahre und eigentliche Gedichte.
Über den sogenannten „Psalter“ hinaus
haben die Psalmen ihren Platz in verschiede-
nen biblischen Büchern. Dies lässt uns ver-
stehen, dass das Loblied, das Bittgebet und
die Verkündigungen einen wichtigen Platz
unter den geschichtlichen Erzählungen inne
hatten, sowohl im Wort der Propheten und in
den Überlegungen der Weisen. Das wahre
Psalmengebet drückt mehr als alles andere
die Annahme der wundersamen Gegenwart
des Gottes aus, der sein Volk rettet, der es
retten will, und der es retten kann, wenn der
Getreue ihn darum bittet. Die Psalmen sind
ein Anruf vieler verschiedener Menschen zu
Gott, in verschiedenen geschichtlichen
Zeiten und Situationen, aber sie sind auch
die Antwort Gottes an den Menschen, besser
gesagt Seine Enthüllung, seine Offenbarung
durch das Gebet. Der alte Israelite lebte sein
Leben im Rythmus seines Gebetes, und zwar
dreimal am Tag: „am Abend, des Morgens,
und am Mittag seufze und weine ich; Er hört
auf meine Stimme“ (Ps 55,18). Der Gott
Israels war ein ferner Gott in seiner
Heiligkeit, doch nahe in seinerMilde und
Barmhezigkkeit, ein stets gegenwärtiger
gott, jenen Tag.
Die trostsuchenden Geheimnisse dem
Tempel übergeben
Die Psalmen sammelten die Bitten der
Einzelnen in einer gemeinsamen Form in
tiefer, theologischer Sprache. Zu jener Zeit
wurden die poersönlichen Gebete zum
Tempel getragen und dem Priester überge-
ben, der sie bewertete und bewahrte. In der
Liturgie wurde eine neben der anderen ver-
wendet. So entstanden in jener Zeit die litur-
gischen Texte Israels.
Der Psalter besteht aus genau 150
Gedichten. Zur Zeit ist er unterteilt in fünf
Bücher, wie es auch die fünf Bücher des
Pentateuch gibt. Man kann also sagen, dass
dem geschichtlichen Pentateuch (der Torah)
der gebetete Pentateuch als Psalter daneben
steht, eine segnende und gesegnete Antwort
des Menschen an seinen Gott, der ihn befreit..
Ein Ausbruch von Freude
Ein Blick auf die Themen, die die fünf
Gruppen unterscheiden, lohnt sich. Das
erste Buch (1-41) ist den Psalmen gewid-
met, die das Aufeinandertrffen des glauben-
den Gerechten mit dem Frevler erzählen. Im
zweiten Buch (42-72) beschreiben die
Psalmen den Wunsch Gottes, den Er ins
Herz des Israeliten in der Verbannung gelegt
hat. Das dritte (73-89) ist ein sogenanntes
Kissen-Buch: es insistiert auf dem Kult und
betrachtet die Vergangenheit und, gleichzei-
tig, drückt es die Erwartung der letzten
Zeiten aus. Das vierte Buch (90-106) feiert
der Kraft seines Herrn, dem Hirten seines
Volkes. Das fünfte Buch j(107-150) ist des
Buch des Lobes, das der Glaubende aus-
drückt nachdem er den Gipfel des
Gottesberges erreicht hat; es ist eigentlicher
Ausbruch der Freude an der Gegenwart des
Herrn, als Abschluss des ganzen Psalters,
der offenbart, wie ein jedes Wesen Gott
anerkennen und loben soll.
Propheten, Priester, König, einfache
Glaubende ...
Die Psalmenbücher vereinigen geschrie-
bene Texte aus einer Periode von minde-
stens sechs Jahrhunderten, geordnet in ver-
schiedenen literarischen Gattungen. Zu sei-
nem Entstehen haben sämtliche hebräischen
Kunstformen beigetragen, sie stammten von
Propheten, Priestern, Königen, Weisen, ein-
fachen Glaubenden, Poeten und
Schriftgelehrten Israels,. Darum sind sie
nicht ein zusammengefügtes, am Pult ent-
standenes und in unbewegliche Form
gequeschtes Ganzes. Der Psalter wird in der
hebräischen Liturgie gebraucht, wurde
immer wieder kopiert und unendlich wie-
derholt. Deshalb ist er aus der Antike als rei-
ches Werk an menschlichen Emotionen und
echtem Glauben bis zu uns gelangt So findet
der Psalter seine Einheit in bestimmten
Schlüsselpunkten authentischen Glaubens.
Aber auch in verschiedenen Themen die uns
helfen, ihn in der hebräischen Mentalität zu
lesen und zu verstehen.
Zweifellos ist das Hauptthema jenes der
Liebe Gottes, die auch die Treue, die
Barmherzigkeit die Gnade einschliesst. Das
zweite ist dann die Torah und vor allem das
Geschenk Gottes an sein Volk, ist seine
Gegenwart, ist sein schöpferisches Wort. Es
gibt auch das Thema des Feindes, des
Gegners, des Widersachers von Anbeginn
als negative und kaotische Kraft, die sich
dem ordnenden Wort Gottes widersetzt. Nur
wenn wir uns diese drei Wirklichkeiten vor
Augen halten, die den Psalmen entströmen,
können wir die ganze Dynamik des Gebetes
und des Glaubens der Psalmisten verstehen,
und entdecken die Einheit der ganzen
Psalmenbücher, die durch oberflächliches
Lesen niemals sichtbar wird.
Christliches Beten „par excellence“
Nachdem wir die Vielfältigkeit und den
Reichtum der Psalmen betrachtet haben,
müssten wir sie auch noch in ihrer
Beziehung zur Christenheit anschauen. Seit
ihrem Beginn hat die Kirche die Psalmen
zum Gebetsbuch gemacht und es den
Gemeinschaften aller Sprachen und Völker
übergeben. Die Psalmen bedeuteten also das
bevorzugte christliche Gebet und blieben
ebenso das mit den hebräischen Brüdern
geteilte Erbe.
Ab er was macht dieses Gebet so aut-
hentisch „christlich“? Das einfache Faktum,
dass die Psalmen das Gebet Christi waren.
Jesus stiess seinen Schrei an den Vater aus
der Tiefe seiner glaubenden Seele hervor,
benützte die Psalmen in grosser Freiheit,
während sie seinen Auftrag erhellten.
Achtung jedoch, die Psalmen waren
nicht das Gebet Jesu als dem frommen
Hebräer, sondern sie waren es, weil Er der
Christus war, der beauftragte Messias, der
uns die Tür zum Vater öffnete durch das
Gebet.
Jesus gab der Erwartung, die in den
Psalmen ausgedrückt ist, ihr Ziel, ihren
Gipfel. Wenn der Psalmist Gott bittet, ihm
sein Licht zu senden und die Wahrheit, so
haben wir in Christus den, der dieses Licht
und diese Wahrheit ist, der den Weg voran-
geht zur Wohnung des Vaters. Die Psalmen
gehen also den Weg von der Synagoge zur
Kirche, werden zum täglichen
„Stundengebet“. Und da wir in der Taufe
„eine einzige Sache mit Christus“ geworden
sind, ist auch das Gebet Christi das unsrige
geworden.
Lesen und beten der Psalmen heute?
Die Psalmen müssen sich der Zeit, der
Kultur anpassen. Sie zu verlieren bringt
nichts, denn die Psalmen tragen stets Neues
in sich, das den Menschen nährt und staunen
macht. Wichtig ist nur, Formalismus und
mechanisches Lesen der Psalmen zu mei-
den, so dass die Suche nach Gott jedesmal
erlebt wird, was zu tiefst diesem Gebet
angehört. „Indem die Psalmen eine
Theologie des Gebetes sind, sind sie vor
allem ein sich Einlassen auf die Begegnung
mit Gott“, sind also ein lebendiger Dialog
mit dem Herrn. Daraus erfolgt, dass in den
Psalmen man einem Gott begegnet, von
dem wir die Liebe, die Treue, das Vertrauen,
die Geborgenheit erfahren. Durch die
Erfahrung, die die Psalmen ermöglichen,
gibt sich Gott seinem Volk, der Kirche, und
einem jeden einzelnen Beter auf bräutliche
Art und Weise zu erkennen:
Gott, Du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Pietro Di Mattia
Die ausgestreckten Hände:
bitten
“Bittet, dann wird euch gegeben; sucht,
dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird
euch geöffnet” (Mt 7,7).
“Darum sage ich euch: Alles, worum ihr
betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es
schon erhalten habt, dann wird es euch
zuteil.” (Mk 11,24).
Das Bitt-Gebet, obwohl oft praktiziert und
missbraucht, ist zwar immer legitim, persön-
lich vom Meister
von Nazaret geneh-
migt und mit einer
Garantie der
Annahme und
Zustimmung, wenn
der an Gott Vater
gerichtete Wunsch
vom Sohn begleitet
wird. Jede Bitte an
materiellen oder
geistlichen Gütern
kann vorgebracht werden, wenn sie in
Harmonie mit den trinitarischen Plänen ist,
auf der Grundlage des bestehenden
Vaterunsers: “dein Wille geschehe”.
Meine Bitte ist gut, wenn ich mich nicht
anstrenge, noch mir anmaße, Gott zu meinen
Ansichten zurechtzubiegen (was an sich
übrigens unmöglich wäre!), aber doch aus-
sprechen muss, wenn ich meine Wünsche als
nötig und sehr wichtig erachte.
“Bitten” scheint leicht zu sein... in
Wahrheit ist kein Bitten leicht, denn es
genügt nicht, den Mund zu öffnen und “bit-
ten” als eine Reihe von Wünschen zu
betrachten. In der Tat ist jedes Bitten ein Akt,
der die natürlichen Möglichkeiten übersteigt.
Es setzt den Glauben voraus, wird aus der
Hoffnung geboren, offenbart die Hoffnung in
Gott. Es ist ein theologischer Akt, vom
Heiligen Geist gestützt, der jegliche, christli-
che Initiative mit Leben erfüllt.
D
AS
G
EBET
E
RLERNEN
6
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Don Tonino Bello schrieb:
Heilige Maria,
Frau der Freiheit und des Festes
Hilf uns zu verstehen,
Dass das fruchtbarste
Kapitel der Theologie
nicht das ist, was dich ins Innere der Bibel
oder der Patristik stellt,
der Spiritualität oder der Liturgie,
der Dogmen oder der Kunst.
Aber es ist das, was dich dazu aufruft
dich ins Innere
des Hauses von Nazareth zu stellen,
wo zwischen Kochtopf und Leinwand,
zwischen Tränen und Gebeten,
unter Wollknäueln und Bibelrollen
du die ganze Breite deiner natürlichen
Fraulichkeit erfahren hast,
Freuden ohne Hinterlist,
Bitterkeiten ohne Verzweiflung
Abschied ohne Rückkehr.
All das darf nicht aus den Augen verlo-
ren werden, besonders die Wahl des
Gebetes, mit dem wir die Hand hinhalten. Es
kann leicht vom Zusammenhang der
Beziehungen zu Gott verzerrt und isoliert
sein. Bei meinen Interviews auf der Straße
erhalte ich bei 99 von 100 Fällen die
Antwort, dass “beten” “erbitten” von etwas,
das nur Gott - wenn Er existiert - geben
kann. Leicht ist daher das Risiko, dass die
Bitte zum Anspruch wird.
Anspruch, nicht Gebet! Oft tritt eine
Verschärfung ein, im Falle einer nicht erfüll-
ten Bitte, fühlt sich der Mensch auf der
Straße in seiner falschen Überzeugung
bestärkt, dass es sinnlos ist, Zeit mit Gebet
zu vergeuden, denn “es ändert sich sowieso
nichts”. Welch traurige Schlussfolgerung!
Es fällt mir die ‘Technik’ der Votivkerze
ein. Es gibt Leute, die glauben, beim
Anzünden derselben einen bilateralen Vertrag
mit Gott (oder mit der Madonna, oder einem
Heiligen) abzuschließen: ich bezahle, du
muss mir das Entgelt dafür geben. Nach die-
ser Sicht verdreht die entzündete Kerze die
alte Tradition der ursprünglichen Absicht der
Geste. Die sich zunehmend und still löschen-
de Flamme stellt mich stellvertretend dar,
meiner Anrufung im Gebet, meiner
Bereitschaft, die göttliche Antwort anzuneh-
men. Aber der Mann auf der Straße weiß es
nicht. Oftmals hat alles den Aspekt einer
hastigen Vollmacht (ich habe so viele Dinge
zu tun... und habe keine Zeit mich aufzuhal-
ten). Und so hofft er, dass diese brennende
Kerze einen laufenden Druck ausübt, um
Gott zu veranlassen, den Wunsch zu erfüllen.
Vielleicht sollte er vor dem Weggehen sagen:
“Herr, ich kann nicht hier bleiben, aber ich
lasse mein Herz hier..., nimm diese Flamme
als meine symbolische Anwesenheit an, als
Akt des Vertrauens in dir, und mache, wie es
dir richtig erscheint!”
Im Bereich des Bitt-Gebetes hallt auch
die sichere Einladung wider, zu suchen,
anzuklopfen, zu fragen. Jesus setzt sogar
den Ruf des Himmlischen Vaters aufs Spiel
und gibt zu verstehen, dass die unfehlbare,
göttliche Weisheit einen wahren Bezug zwi-
schen Bitte und Erhörung derselben fest
gelegt hat. Wenn ich aus reinem Gewissen
erbitte, was ich für nötig oder nützlich für
mein ewiges Überleben erachte, ist es sicher,
dass es mir gewährt wird.
(aus: “Unermüdlich” von Lorenzo Netto)
3. Fortsetzung folgt
Geschenk der Freiheit
Jesus ist auf Erden gekommen, nicht um uns Pflichten und Vorhaltungen zu machen son-
dern um uns Freiheit anzubieten. Würden wir die Wichtigkeit dieses Geschenkes voll erken-
nen, wir würden vielleicht freudig jeden Tag unserm Herrn danken.
Auch wenn Jesus gesagt hat: „Ich gebe euch ein neues Gebot: dass ihr einander liebt,
wie ich euch geliebt habe“, so hat er keine neue Vorschrift gegeben um sie den vielen andern
anzuhängen, die das Volk der Hebräer zu erfüllen hatte: Er schenkte die Gabe der Freiheit,
die wir fast ganz verloren haben. Die Gabe, das ist lieben zu können, auch die Feinde und
jene die uns hassen,
anstatt gezwungen zu sein, sie ebenso zu hassen. Die Gabe, die Wange
dem hinzuhalten, der dich auf die andere geschlagen hat,
anstatt Aug um Aug und Zahn um
Zahn
zu tauschen. Damit hat er uns nicht eine neue Pflicht auferlegt, vielmehr die
Möglichkeit gegeben: alle zu lieben, wie Er es getan hat.
Welch grosses Geschenkl, es ist nicht zu unterschätzen! Wie gross doch die Gabe der
Freiheit ist, sagt uns der dafür bezahlte Preis: das Leben Jesu, das Leben eines Gottes.
Nehmen wir die Gabe an, und danken stets, ohne uns zu beklagen, weil Er aus uns seine
Freunde gemacht hat, nicht mehr Freunde des Teufels, die unfähig sind zu lieben, sondern
gezwungen, zu hassen.
Durch die Gabe dieser Freiheit hat Jesus nicht das alte Gesetz weggeschafft, sondern hat
es erneuert, und damit hat er uns und alles Geschaffene neu gemacht. Er gab uns neue Augen,
um frei alles Geschaffene mit den Augen Gottes zu betrachten. So wurde dem Menschen die
Fähigkeit gegeben, den „Himmel“ schon auf dieser Erde zu sehen. Maria ist das neue
Geschöpf, das auf neue Weise geschaut hat und alle Dinge schaut, weil sie sie mit dem Herzen
Gottes betrachtet und liebt. Lernen wir von ihr, vertrauen wir uns ihr an, denn es scheint jetzt
die Zeit zu sein, wo sie ihre Kinder auf besondere Weise an der Hand führt, um sie zu lehren,
mit neuen Augen zu schauen. Vielleicht sind jetzt die Zeiten, wo Maria uns jede Angst neh-
men will und uns verstehen lässt, wie schön es ist, alle zu lieben, ganz und gar alle, mit der
Liebe Gottes. Vielleicht sind jetzt die Zeiten, wo Maria uns die Wunder sehen lässt, die der
Vater vollbracht hat und weiter vollbringt, in uns und in den andern, zur Freude der vielen.
Lichter ... aus Barmherzigkeit
Nur durch Barmherzigkeit kann das Böse aus unserm Leben entfernt werden und aus
jenem der andern. Nur durch das Erbarmen kann die Sünde in der Welt besiegt werden.
Darum kann man nicht Hass mit Hass besiegen, Gewalt durch Gewalt, Stolz mit Stolz, weil
diese Art zu handeln nicht begleitet wird von Barmherzigkeit, nicht Barmherzigkeit in sich
hat. Jesus gab uns das Beispiel: Er besiegte die Sünde und jede Form von Bösem allein durch
die Barmherzigkeit, durch nichts anderes. Wir wissen, dass die Barmherzigkeit eins ist mit
der Liebe. Auch Maria wirkt stets mit Barmherzigkeit. Nur so können wir unser Gutes tun.
Im erstaunenswürdigen Gebet des Salve Regina ruft die Kirche Maria an als „Mutter der
Barmherzigkeit“,. Aus ihr fliesst „Leben, Süssigkeit und unsre Hoffnung“, d.h. aus ihrer
Barmherzigkeit fliessen alle andern Gaben. Auch unser Tun, Reden, Schreiben, ist, nur
wenn es barmherzig ist, gut und dauerhaft, weil es ewig geworden ist wie das Erbarmen, wie
die Liebe. .Unser Leben ist ein ewiges Verlieren: jeder weiss es, der in die Jahre gekommen
ist, die Gesundheit verliert, die Kräfte, körperliche Schönheit aus früherer Zeit; aber nur der
Junge kann erfahren warum jeden Tag alle sich in schmerzhafte Situationen verstricken, sei-
en sie gross oder klein, die immer einen Verlust mit sich bringen. Auch eine Erkältung oder
einfache Grippe sind schmerzhaft und ein Verlieren. Auch jedes kleine Fehlen von Liebe ist
ein Verlust. Aber jeder unsrer Verluste, wenn er mit Barmherzigkeit begleitet ist, wird zur
Lampe, die unsern Weg erhellt und jenen der andern. Solches Licht ist wichtig für das
Leben, denn dieses zeigt sich immer als ein Weg durch die Nacht, wo das Licht unverzicht-
bar ist um voranzukommen.
Als Jesus starb hat er in der Welt ein grosses Licht entfacht, weil er „das Verlieren des
Lebens“ akzeptiert hat mit grosser Barmherzigkeit. Sicher ist der Blitz der Auferstehung
diesem Licht entsprungen, dem Licht des akzeptierten Verlusts aus grosser Barmherzigkeit.
Von diesem Licht der Barmherzigkeit wurden die Menschen erleuchtet und gerettet, nicht
aus irgend einem anderem Handeln, also handeln auch wir immer im Empfinden von
Erbarmen um das Leben durch viele Lichter zu erleuchten ... aus Barmherzigkeit.
Bitten wir die Mutter der Barmherzigkeit und es wird uns ein erbarmendes Herz zuteil
werden. So kann uns vielleicht gar nichts schaden, denn wir haben das Licht, um zu unter-
scheiden was gut und was böse ist. Auch unser kleines ECHO wird Licht sein können auf
unserm Weg und vielleicht für viele andre, wenn es begleitet ist von der Barmherzigkeit
jener, die es schreiben, es drucken, es verteilen und es lesen.
E
I N FA C H E
G
E D A N K E N
von Pietro Squassabia
Heilige Maria,
Frau des Friedens
Befreie uns von der Nostalgie des Epos,
lehre uns, das tägliche Leben
zu sehen als Baugrund
worauf die Geschichte
des Heils gebaut wird.
Lockere die Ankerleinen unsrer Ängste
Damit wir wie du erfahren können
was Hingabe in den Willen Gottes ist
in den prosaischen Falten der Zeit
und den langen Ängsten des Sterbens.
Und kehre zurück zu uns
Um diskret mit uns zu gehen
O aussergewöhnliches Geschöpf Gottes
verliebt in die Normalität
das, bevor sie zur Königin des Himmels
gekrönt war,
den Staub unsrer armen Erde erduldete.
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Alles ist vollbracht
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ESCHICHTE EINES
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EFANGENEN
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DIE
SICH DIE
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REIHEIT NICHT RAUBEN LIESS
Nach christlicher Ansicht sind die
Menschen bis zum Moment des Todes geru-
fen, den Willen des Vaters zu erfüllen, und
der Tod ist der letzte Akt der Erfüllung die-
ses Willens, definitiv und endgültig. Jesus
lehrt es vom Kreuze aus. Ein vom Vater
beschlossenes Werk. Das schönste aller
Werke! Und nicht nur zur Hälfte erfüllt. Wir
riskieren oft, Unvollständige zu bleiben,
jedesmal, wenn wir Gott und seinem Ruf die
kalte Schulter zeigen. Er ruft uns zum
Leben, und uns gefällt es besser, unsere
Toten zu betrachten. Er ruft uns zur Freude,
wir ziehen es vor, herzzerreissend zu wei-
nen. Er ruft uns zur Heiligkeit und wir blei-
ben lieber im Matsch unsrer Sünden und
Unvollkommenheiten stecken
Wenn jedoch die Kreatur sich von
Gott formen lässt, wenn sie es zulässt, dass
dieser Künstler sein grossartiges Werk voll-
endet, wohnen wir einem wahren Wunder
bei, dem Wunder der Heiligwerdung, die bis
zur äussersten Zeugenschaft gehen kann:
das Hingeben des Lebens, ... das Martyrium.
Vielleicht ist er vielen unbekannt, aber
war ein Mann, der uns auf diesem Gebiet
viel zu sagen hätte. Es handelt sich um einen
holländischen Karmeliten, Tito Brensma,
Professor für Philosophie und Geschichte
der Mystik an der Universität Nimwegen. Es
war die Zeit des Nationalsozialismus und
Prof. Bandsma klagte offen die Nazisten an
... Natürlich wurde er von der Gestapo fest-
genommen, kam vor Gericht und ins
Gefängnis. Auf einer Seite seines Tagebuchs
schreibt er: „Die Berufung für die Kirche
und das Priesteramt haben mich reich
gemacht an Zärtlichkeiten und so vielen
Freuden, dass ich jetzt gerne all das anneh-
me, das mir unerwünscht, unangenehm ist...
Sicher es fehlt mir die hl. Messe und die
Kommunion, aber Gott ist mir genauso
nahe, ist in mir und mit mir ...“.
Am Karfreitag 1942 sind die Wächter
im Camp sehr unruhig, wie verrückt. Sie
legen eine Dornenkrone aus Kupferdraht auf
das Haupt eines Priesters und zwingen die
Gefangenen den Hymnus zu singen “O
Haupt voll Blut und Wunden“. Am Abend
dieses furchtbaren Tages hält Pater Tito eine
geheime Meditation über das Geheimnis des
Leidens. Ein Zeuge berichtet: „Um ihn her-
um waren die Gefangenen auf den
Feldbetten in drei Reihen. Die ganze
Baracke strotzte von Marschschuhen,
schmutzigen Kleidern und Schweiss. Diese
Männer mit geschorenen Köpfen schauten
in an mit weit offenen Augen und ein wenig
finster ... genau vor mir aufrecht auf eine
leeren Kartoffelkiste, sprach Professor Tito
zu uns von der Passion ... die Worte kamen
ihm direkt aus dem Herzen, sanken bis auf
den Grund. Die ganz Baracke schwieg. Das
Schweigen wurde fast drückend. Jeder
kämpfte mit seinen Problemen (...) und sei-
nem Elend, aber Vater Tito gab allen eine
Lösung: unsere Liebe zu Gott ... Und ser
fügte hinzu: an diesem Tag muss in uns eine
Atmosphäre von glücklicher Dankbarkeit
sein, denn wir sind dabei, die Passion
Christi vereint mit unserem Leiden zu erle-
ben.“
Ein anderer seiner Zuhörer erzählt:
„.Schweigend sind wir zurückgekehrt in uns-
re Baracken, niemand sprach: der Geist
Gottes hatte uns verwelken lassen“.
Die
Wachen spürten etwas von dieser ausseror-
dentlichen Versammlung und anderntags
wurde der Karmelitenpater bestraft.
Am 19. Juni desselben Jahres wurde er
in Dachau interniert, dort begann sein
wahres Kalvaria.
Die erste Begegnung war
mit einem Gruppenchef, der einen beson-
dern Hass auf alles Kirchliche hatte. Er
begann ihn mit einer Tafel zu quälen und
während des Marsches gefiel es ihm,
Schläge auf die Fusssohlen zu geben, bis sie
bluteten. Die Behandlung blieb für ihn
reserviert, jeden Tag! Als ein SS. Ihn derart
malträtiert sah, sagte er zu ihm, er brauche
sich nicht um ihn zu kümmern, bald würde
er in eienem Krematorium seine
Himmelfahrt feiern. Die Arbeit war die här-
teste, die vielen Beleidigungen, vielen
Schläge für ihn, es schien als würden alle
verdoppelt.Die andern sagten, er werde
behandelt wie der gegeisselte Christus.
Aber nie entfuhr ihm eine Kritik an seinen
Peinigern. Er vertraute auf seine beiden
grossen Lieben: die Muttergottes vom
Karmel und die Eucharistie. Wertvoll war
vor allem die Unterstützung durch die
Eucharistie. Es war ihm gelungen, sie fast
jeden Tag zu erhalten von gefangenen deut-
schen Priestern, die etwas mehr an
Freiheiten hatten. Ein Teil der Wachen beob-
achtete ihn bis zum Tag nach der
Augenuntersuchung; den Rest unterhielt
man sich zu zehnt, immer bezog er die
schlimmsten Strafen. Des nachts, wo er für
viele Stunden keinen Schlaf finden konnte,
verbrachte Tito in der Anbetung des kleinen
Stückleins Hostie und vertraute ihr die
Leiden aller an.
Dann kam der schreckliche Tag, an
dem Padre Tito, wie Jesus sagte: Alles ist
vollbracht!
Er war so erschöpft, dass die
Mitbrüder im Gefängnis es nötig fanden, ihn
dem Chef der Sektion Spital zu empfehlen,
zur Erholung. Der Arzt zeigte sich auch dazu
bereit, zu helfen. Tito wurde wegtranspor-
tiert und sie sahen ihn nie mehr. Alles was
nachdem geschah, wissen wir von einer
Ausnahme-Zeugin ... es war sie, die Tito
tötete und die selber konvertierte, weil die
Erinnerung an diesen Priester sie nie mehr
verliess. Damals war sie ein Mädchen, die
als Krankenschwester arbeitete, aber aus
Angst den unmenschlichen Anordnungen
des medizinischen Offiziers gehorchte ...
Diese Frau hat erzählt, wie sich die Worte
von Padre Tito ihr eingeprägten, während er
die schrecklichsten Misshandlungen zu
erdulden hatte: „Vater, es geschehe nicht
mein Wille, sondern der deine“.
Alle
Kranken beschimpften und hassten sie, die-
ser Priester aber mit der Zartheit und dem
Respekt eines Vaters sagte zu ihr: „Welch
armes Kind sind Sie, ich bete für Sie!“
Er
schenkte ihr auch seinen Rosenkranz. Sie
sagte ihm, dass sie ihn nicht zu beten verste-
he. Er antwortete: „Du brauchst nicht das
ganze Ave Maria zu sagen; sag nur: Bitte für
uns Sünder!“
Es war sie, die ihm am 26. Juli 1942 die
Todesspritze gab. Während diese Frau das
tödliche Serum in die Vene des heiligen
Märtyrers spritzte, übertrug er auf sie mit
seinem schönen Zeuge-Sein die Zartheit der
Liebe Gottes und den Glauben. Noch heute
fährt Christus fort in seinem Körper, der die
Kirche ist, zu leiden! Wieviele Früchte der
Erlösung trägt wohl seine Passion! Vor dem
alles ist erfüllt“ des Jesu und des seligen
Tito fragen wir uns ernsthaft: „Wo bin denn
ich? Was mache ich aus meinem Leben?
Wird in mir ein Same sterben um Frucht zu
bringen?
P. GabrielePedicino O.S.A
Resp. Ing. Lanzani - Tip. DIPRO (Roncade TV)
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Bank: Raiffeisenbank, Wipptal
Konto Assoc. Eco di Maria
Liebe Freunde der Madonna, die auf das
Schweizer Postkonto Spenden einzahlen,
Sehr herzlich danke ich Euch für all die vie-
len kleinen und grössern, ja sogar grossen
Spenden, die auf das PC 40-4128-6 der
Raiffeisenbank Ob Leimental, 4114
Hofstetten eingegangen sind. Aus dem Jahr
2008 konnten wir erneut den ansehnlichen
Betrag von Fr. 17.500.- in die ECO-Kasse
beisteuern Bravo! - Und doch bleibt ein
Wunsch offen: bitte zahlen Sie wenn immer
möglich per Postgiro. Wegen Einzahlungen
am Schalter gingen Fr. 474.55 als Posttaxen
verloren!!! Die wollen wir doch lieber der
Muttergottes fürs ECO schenken. Herzlich
danke ich Euch für Euer generöses
Mittragen des ECO, über das Maria uns
nahe ist, wo immer wir sind!
(Rita Gervais, Übersetzerin)
Ostern ist das Fest
der weggeräumten Blöcke
Das Fest des Bebens
Am Ostermorgen erreichten
die Frauen den Ort,
sahen, dass der Block
vom Grab weggewälzt war.
Jeder von uns hat seinen Block.
Einen enormen Stein
Vor dem Eingang der Seele,
der keinen Sauerstoff durchlässt,
der bei Eiseskälte erdrückt,
der jede Verbindung
mit dem Andern verhindert.
Es ist der Block der Einsamkeit,
des Elends, der Krankheit,
des Hasses, der Verzweiflung, der Sünde.
Wir sind übertünkte Gräber..
Jeder mit seinem Siegel des Todes.
Ostern, jetzt, sei für alle
Das Wegwälzen des Steins
Das Ende der Finstgernis,
der anfang des Lichtes,
der Frühlling neuer Verbindungen.
Und wenn jeder von uns,
ausgestiegen aus seinem Grab,
sich bemühen wird,
den Stein des andern wegzuwälzen
vom Grab nebenan,
wird sich endlich das Wunder wiederholen
das Unterschrift unter der Auferstehung
Christi bezeugt.
p. Tonino Bello
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