Gedanken zu den Botschaft, 25. Mai 1999

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Botschaft, 25. Mai 1999 [O]

Liebe Kinder! Auch heute lade ich euch ein, euch zu bekehren und fester an Gott zu glauben. Ihr, meine lieben Kinder, sucht den Frieden und betet auf verschiedene Weise, aber ihr habt Gott noch nicht euer Herz gegeben, damit Er es mit Seiner Liebe erfülle. Deshalb bin ich mit euch, um euch zu lehren und um euch der Liebe Gottes näher zu bringen. Wenn ihr Gott über alles liebt, wird es für euch leicht sein, zu beten und Ihm euer Herz zu öffnen. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.

Ich begrüße alle, die die Botschaft Mariens erwarten und versuchen, der Botschaft zu folgen. Zunächst möchten wir uns an die Botschaft vom April erinnern, in der uns Maria zum Gebet aufgerufen hat. Aus allen Botschaften geht klar hervor, dass das Beten für Maria sehr wichtig ist, aber auch, dass viele Menschen noch nicht beten. Wir sollten alles versuchen, damit unser Gebet zur Begegnung wird, weil das Wort "Gebet" eigentlich nur bedeutet, dass ich mich in einer Situation befinde, in der ich etwas brauche und dann jemanden darum bitte. In der Begegnung kann auch gebetet werden, aber wir sollten mehr daran denken, dass die Begegnung mit Gott darin besteht, Ihn zu loben, Ihn zu preisen, Ihm zu danken, zu versuchen, Seinen Willen zu verstehen und zu tun, vor Ihm in der Stille zu sein, und dann auch, Ihn zu bitten. Im zweiten Punkt wollte Maria, dass wir zu freudigen Trägern des Friedens und der Liebe in dieser friedlosen Welt werden. Wir sollten immer daran denken, dass die schönste und wichtigste Aufgabe, die ein Mensch bekommen kann, ist, den Frieden und die Liebe zu tragen - weil jedes Menschenherz nur Liebe und Frieden möchte. Aber es ist auch die schwierigste Aufgabe, die ein Mensch bekommen kann. Wenn es leicht wäre, dann wäre die Welt voll von Trägern des Friedens und der Liebe, weil jeder Frieden und Liebe sucht. Warum ist es schwer? Wir können es verstehen, wenn wir an den letzten Punkt in der Botschaft denken. Maria sagt, dass Sie für uns betet und zwar für unsere Umkehr, damit unser Leben und unser Verhalten immer christlich seien. Um das christliche Verhalten besser verstehen zu können, denken wir zuerst darüber nach, was das normale Verhalten für uns ist. Für uns ist ein normales Verhalten, wenn wir unser Verhalten nach den Aktionen der anderen gestalten; d.h., wenn mich jemand verletzt, dann ist es normal, dass in meinem Herzen Ärger aufkommt und die Entscheidung, zurückzuschlagen, sich am anderen zu rächen und ihm dasselbe anzutun; so, wenn jemand uns Gutes tut, dann versuchen wir, ihm auch Gutes zu tun, und wenn jemand uns Schlechtes tut, dann tun wir es ebenso. Jesus aber hat bezüglich eines solchen Verhaltens gesagt, dass dies auch die Heiden tun und nichts Besonderes sei. Das christliche Verhalten hingegen ist, wenn ich meine Handlungen, Gedanken und Entscheidungen nach Jesus ausrichte, also nicht danach, was mir die Menschen antun, sondern danach, was Jesus für mich tut und was Er sagt, und wie ich dann daraus mein Leben gestalte. Das ist das Schwierige für uns Menschen und es gibt keine Techniken und keine Energien, die uns auf einmal vom normalen zum christlichen Verhalten bringen können. Es geht darum, dass wir die geistige Arbeit - wie beten, fasten, zur Messe gehen, beichten - täglich ganz ernsthaft tun, bis diese geistige Arbeit für uns so normal wird, wie die Nahrungsaufnahme für unseren Organismus. Wenn wir das auf diese Weise tun, dann wird sicherlich unser Verhalten Schritt für Schritt christlich werden. Maria wünscht, dass wir durch das Fasten und Gebet Ihre Zeugen werden. Medjugorje hat das Fasten von neuem ins Leben gerufen. Das Fasten ist eine biblische Praxis, eine biblische Botschaft und auch eine kirchliche Praxis. Wir wissen, dass das Fasten generell vergessen worden ist, aber das ist nicht richtig, und deswegen ist es gut, uns von neuem dafür zu entscheiden und auch um die Gnade zu bitten, fasten zu können.

Die Seher, Vicka, Ivan und Marija - so glauben wir - haben noch immer täglich Erscheinungen. Marija war im Mai zehn Tage hier in Medjugorje und hat uns versprochen, zum Jahrestag wieder zu kommen. Ivan und Vicka sind zu Hause und geben täglich den Pilgern ihr Zeugnis; Mirjana, Ivanka und Jakov sind ebenso zu Hause und führen ein normales Leben. Mirjana und Jakov sprechen auch ab und zu mit den Pilgern. Der Pilgerstrom wächst von Tag zu Tag; die erste Angstreaktion wegen des Krieges in Jugoslawien und Kosovo ist bei vielen Menschen schon vorbei. Es gab eigentlich nie einen Grund, Angst zu haben, aber wenn die Menschen Angst haben, dann kann man nicht viel tun. Aber mit der Zeit vergeht die Angst und die Menschen kommen wieder.

Persönlich möchte ich noch einmal sagen, dass wir vom 30. Juni bis 6. Juli ein internationales Priestertreffen haben, und ich lade alle Priester ein, daran teilzunehmen, und bitte die Pilgergruppen, ihre Priester wissen zu lassen, dass dieses Treffen hier stattfindet. Das Thema ist "Gott Vater, Quelle des Lebens" und "Priester im Dienst des Lebens, im Dienst des ungeborenen Lebens, im Dienst des verwundeten Lebens" - darüber wird Schwester Elvira sprechen - und "Priester im Dienst der Heilung". Vortragende sind P. Jozo und andere. Wir laden alle Priester herzlichst zu diesem Treffen ein und laden alle ein, für die Priester zu beten.

Wie wir es schon gewohnt sind, gibt uns Maria seit Jänner 1987 am 25. des Monats die Botschaft, und so hat Sie uns auch dieses Mal durch Marija Pavlovic die Botschaft gegeben. Wenn wir diese Botschaft lesen, dann sehen wir, dass Maria Ihrem Programm von Anfang an bis zu diesem Moment treu geblieben ist. Sie ruft uns zur Umkehr auf, zum festen Glauben, unsere Herzen zu öffnen und Sie als Lehrerin anzunehmen, damit Sie uns zur Liebe Gottes bringen kann. Sie sagt auch, dass uns das Beten leichter fallen wird, wenn wir in unseren Herzen die Liebe zu Gott tragen. Aber, wie wir es immer in unserer Betrachtung tun, sehen wir uns nun die Botschaft Punkt für Punkt an.

AUCH HEUTE LADE ICH EUCH EIN, EUCH ZU BEKEHREN

Umkehr ist der Aufruf, der in der Bibel ständig wiederholt wird und Maria bleibt der biblischen Botschaft treu. Sie hat uns so viele Male zur Umkehr aufgerufen, und wir haben natürlich auch oft hier in diesen Betrachtungen über die Umkehr gesprochen. Wir sollten uns bewusst werden, dass wir uns mit dieser Botschaft auf den 18. Jahrestag der Erscheinungen vorbereiten, und in diesem Sinne sollten wir auch von neuem die Bedeutung der Umkehr betonen. Umkehr hat viele Dimensionen. Erstens ist es ein Aufruf von Gott, dass wir zu Ihm hinkehren, dass wir unser ganzes Leben, unser Herz, unsere Gedanken, alle unsere Entscheidungen wirklich nur in Gott tun und in Seinem Licht leben. Sobald wir zur Hinkehr zu Gott aufgerufen werden, ist die Abkehr von der Welt mit eingeschlossen, d.h. die Abkehr von uns selbst, von unserem Egoismus, unserer Selbstsucht und - ich würde sagen - auch die Abkehr von unseren Wunden, von unserem Sündigsein. Wir dürfen in uns an nichts kleben bleiben. Wenn in uns Gutes ist und wenn wir daran bleiben, immer daran denken und vielleicht hochmütig werden, dann sind wir wieder von Gott abgekehrt. Wir müssen auch von den anderen Menschen abkehren, d.h. dass wir unser Verhalten nicht nach dem menschlichen Verhalten und der materiellen Welt messen, und wir müssen besonders von der Sünde und schlechten Gewohnheiten abkehren. Und das ist natürlich die schwierige Seite der Umkehr. Wir müssen abkehren, aber die Welt, die Sünde, das Böse, lassen uns nicht so einfach frei, weil sie in uns - wiederum durch unsere Selbstsucht, unseren Hochmut, unsere Wunden und unsere schlechten Gewohnheiten - auch so leicht Mitarbeiter finden. Dafür brauchen wir immer den Geist der Stärke, damit wir dabei einfach stark bleiben. Umkehr bedeutet also Abkehr und Hinkehr, und in dieser Hinkehr geht es eigentlich um das Wachstum. Wachsen - das ist die Hauptsache bei der Umkehr. Denn es kann leicht passieren, dass wir die Umkehr eigentlich nur als Abkehr verstehen, dass wir sagen: "Ich tue nichts Böses", aber dass wir nicht versuchen, das Gute zu tun. Viele Christen sagen: "Ich bin ein guter Christ! Ich töte nicht, ich stehle nicht, ich tue nichts Böses!" Sicherlich ist es gut, nichts Böses zu tun, aber für einen Christen ist es nicht genug, nichts Böses zu tun, sondern unsere Aufgabe ist, immer mehr, immer besser, immer freudiger das Gute zu tun. Es geht also um das Wachstum im Guten. Und wenn wir diese Dimension der Umkehr mit ganzem Herzen annehmen und daran arbeiten, in der Liebe zu Gott und zu den Menschen zu wachsen, dann haben wir sicherlich gut verstanden, was es bedeutet, uns so lange in Mariens Schule aufzuhalten und was Sie eigentlich von uns will. Und nur so können wir uns auf den 18. Jahrestag der Erscheinungen gut vorbereiten. Weiter ruft uns Maria auf ...

FESTER AN GOTT ZU GLAUBEN

Bevor wir über dieses Thema sprechen, schauen wir uns kurz das lateinische Wort CREDO an; es kommt aus zwei Wörtern: COR DARE, das Herz geben. Das ist eigentlich die fundamentale Bedeutung des Glaubens. So kann man sofort unterscheiden; für den Glauben ist das Wissen sicherlich wichtig, aber der Glaube ist eine Sache des Herzens. Glaube ist Liebe, Hingabe, Vertrauen - deswegen, wer glaubt, steht fest; so wie auch das aramäische Wort AMAN bedeutet, in Gott fest zu stehen, Frieden zu haben und keine Angst zu haben. Dieses Wort Mariens erinnert uns auch an das erste der Zehn Gebote: "Ich bin dein Gott, und kein anderer." In der heutigen modernen Welt kann man sehen, dass viele Menschen nicht glauben oder abergläubisch geworden sind. Der Aberglaube ist sehr verbreitet. Wie viele Menschen suchen die Antworten für ihr Leben, besonders für die Zukunft, in Horoskopen, bei Hellsehern, durch Pendeln, Kartenlegen oder Handlesen, ... Das alles bringt den Menschen aus seinem Zentrum und er steht nicht mehr fest. Deswegen gibt es so viele Menschen, die depressiv sind, die den Sinn für das Leben verloren haben, die aggressiv sind, die sich in diesem Leben einfach nicht mehr zurechtfinden. Deswegen gibt es auch so viel Gewalttätigkeit, wird das ungeborene Leben so leicht getötet und fängt man so leicht einen Konflikt oder Krieg an. Das sind eigentlich alles Folgen des Menschen, der nicht mehr in seinem Zentrum steht. Gott hat den Menschen für Sich geschaffen, der Mensch kann ohne Gott den Frieden nicht finden, das sagt uns auch der hl. Augustinus. Es war seine Erfahrung, dass sein Herz den Frieden nicht finden konnte, bis er Gott gefunden hatte. Wenn wir das Leben Mariens betrachten, dann wissen wir, dass Maria Gott an den ersten Platz gesetzt hat, und Sie hat uns auch in vielen Botschaften gesagt, dass wir Gott an den ersten Platz in unserem Leben stellen sollen - das heißt wirklich, in Gott zu sein, in Seinem Licht, in Seinem Leben, in Seiner Liebe und in Seiner Barmherzigkeit. So kann man dann die Verbindung zwischen Umkehr und Glauben sehen. Umkehr ist eigentlich der Weg, immer tiefer in den Glauben und in Gott hineinzutauchen. Es ist wichtig, dass wir uns wegen dieser Botschaft wenigstens entscheiden, um die Gnade des Glaubens zu beten, und dann werden wir auch zeigen, dass wir gute Schüler in Mariens Schule sind. Denn in Mariens Schule zu sein bedeutet eigentlich, sich in der gegenwärtigen Situation zuerst für Gott zu entscheiden. Man fängt einen neuen Weg an oder setzt diesen guten Weg nur fort, wenn man sich täglich von neuem für Gott entscheidet. Es ist kein Zufall, dass das erste Gebet, welches Maria mit den Sehern gebetet hat, der Anfang des Glaubensbekenntnisses war: "Ich glaube an Gott ...". Sie hat auch gesagt, dass Sie zu uns gekommen ist, um uns zu sagen, dass es einen Gott gibt. In dieser atheistischen, gottlosen Welt, in der die Menschen Gott verloren haben, haben sie auch die Moral und Ethik verloren, und der neue Weg, der den Menschen und der Welt den Frieden bringen kann, ist, sich für Gott zu entscheiden. Maria sagt weiter ...

IHR, MEINE LIEBEN KINDER, SUCHT DEN FRIEDEN UND BETET AUF VERSCHIEDENE WEISE, ABER IHR HABT GOTT NOCH NICHT EUER HERZ GEGEBEN, DAMIT ER ES MIT SEINER LIEBE ERFÜLLE

Dieser Aufruf ist natürlich tief verbunden mit dem Aufruf, fester an Gott zu glauben, denn wenn wir fester an Gott glauben, dann ist unser Herz schon in Gott. Deswegen ist es jetzt wichtig, uns zu fragen, was uns stört und was uns daran hindert, Gott unser Herz zu übergeben oder warum wir unser Herz noch nicht Gott gegeben haben. Hier müssen wir einfach an die Sünde denken, denn die Sünde ist etwas, was uns von jemandem oder von uns selbst absondert. Die Situation der Sünde besteht zunächst darin, dass wir unser Herz von Gott abgewendet und uns der Welt und uns selbst auf sündige Weise zugewandt haben. Hier ist natürlich das große Hindernis unser Hochmut. Hochmut ist in Bezug auf Gott und den Glauben die negative, widersprüchliche und widerstehende Haltung. Gott sagt: "Ich bin dein Gott, und kein anderer." aber der Hochmut im Menschen sagt: "Wer bist Du?" und erklärt sich selbst als Gott. Gott aber möchte unsere Herzen offen haben und offen finden, damit Er uns mit Seiner Liebe erfülle. Deswegen ist es wirklich unverständlich und man kann nicht begründen, warum ein Mensch vor Gott Angst haben kann, weil Gott unser Herz damit erfüllen möchte, wonach sich unser Herz am tiefsten sehnt: die Liebe. Wenn unser Herz mit Liebe erfüllt ist, dann kann unser Leben natürlich auch so gestaltet werden, wie wir es zutiefst wünschen, und dann wird auch das Leben der anderen auf die Weise gestaltet werden, wie wir es für uns wünschen. Denn keiner von uns möchte mit Menschen leben, die sich selbst in ihrem Hochmut zu Göttern erklärt haben oder die ein anderes Idol in der Welt anbeten, denn dann ist der Mensch in Gefahr. Die ganze Angst, die heutzutage zu spüren ist, kommt auch davon, dass das Herz nicht mit Liebe erfüllt ist. In der Hl. Schrift wird uns gesagt, dass dort, wo die Liebe ist, eigentlich keine Angst ist. Wiederum bleibt für uns wenigstens die Entscheidung, dass wir um die Gnade der Liebe beten, dass wir dann in der Liebe natürlich unser Verhältnis zu Gott gestalten und von neuem in Frieden leben. Maria sagt weiterhin ...

DESHALB BIN ICH MIT EUCH, UM EUCH ZU LEHREN UND UM EUCH DER LIEBE GOTTES NÄHER ZU BRINGEN

Also, es sind bald 18 Jahre seit dem Anfang der Erscheinungen, d.h. seit Mariens besonderer Anwesenheit mit uns, und zwar auf einer täglichen Basis. Hier sollen wir erkennen, dass Maria über sich nicht nur als Mutter, sondern als unsere Lehrerin spricht. 1987 hat der Papst in der Enzyklika "Mutter des Erlösers" betont, dass Maria nicht nur die Mutter Jesu, sondern Seine Lehrerin war. So ist Sie auch unsere Mutter und unsere Lehrerin. Der Papst sagte auch, dass Sie uns am besten helfen kann, Jesus zu kennen, weil Sie Ihn als Seine Mutter und Lehrerin am besten kannte. Sie kann uns besser helfen, Gott zu begegnen, als alle anderen Heiligen. Also, hier ist es vielleicht für uns gut, dass uns folgendes bewusst wird: Jeder von uns als Kind und jedes Kind nimmt die Mutter immer gerne an, wenn die Mutter eigentlich dient; z.B. wenn die Mutter kocht, wenn sie putzt, wenn sie wäscht, wenn sie bügelt, wenn sie alles für uns tut - dann ist die Mutter immer angenommen und eine liebe Mutter. Aber es ist schwer, die Mutter als Lehrerin anzunehmen, und da fängt eigentlich der Konflikt mit der Mutter an. Sobald die Mutter anfängt, etwas von uns zu verlangen, z.B. wenn sie - als wir klein waren - versuchte, uns beizubringen, 'danke' zu sagen oder irgend etwas zu tun, dann wussten wir schon 'nein' zu sagen und haben Widerstand geleistet. Aber die Mutter als Lehrerin ist natürlich diejenige, die alles kennt, denn sie kennt das Kind genau, sie kennt alle seine Bedürfnisse und sie dient, aber sie kennt auch alles, was das Kind machen kann und auch alle Mängel. Deswegen trifft ihre Rolle als Lehrerin immer zu, aber deswegen gibt es auch so viele Konflikte zwischen den Eltern und Kindern, vor allem in der frühen Jugend, weil die Kinder die Eltern nicht als Lehrer annehmen wollen. So geht es Maria auch mit uns. Wir hören so gerne wenn Sie sagt: "Ich liebe euch unermesslich", "Ihr gehört mir", "Ich bin eure Mutter", "Ich bete für euch für eure Umkehr" - hier haben wir kein Problem, diese Worte anzunehmen. Aber wenn Sie als Lehrerin auftritt und sagt: "Betet täglich", "betet unaufhörlich", "geht in die Messe", "betet meinen Sohn an" oder "fastet" - dann haben wir so viele Entschuldigungen, dann haben wir so viele Widerstände und hören nicht auf diese Worte. Also, entscheiden wir uns wirklich, Maria als Mutter anzunehmen und - ich würde sagen - uns von Ihr bedienen zu lassen, aber entscheiden wir uns auch, Maria als Lehrerin anzunehmen. Oft kann man z.B. bei den Pilgern sehen, dass sie kommen und Hilfe suchen - d.h. sie suchen die Mutter, die hilft, die dient. Das ist absolut immer in Ordnung. Dann, wenn sie die Hilfe erfahren, nehmen sie auch an, was Sie uns sagt. Aber wir sind alle in Gefahr, dass wir das leichter vergessen, was Sie uns als Lehrerin sagt, als das, was Sie uns als Mutter anbietet. Indem wir uns auf den 18. Jahrestag vorbereiten, sollten wir Maria - trotz aller Widerstände und trotz aller schlechten Gewohnheiten - als Lehrerin annehmen und anfangen, das zu tun, was Sie uns sagt - unabhängig davon, was wir dabei fühlen. So sollten wir am Morgen, während des Tages und am Abend beten, zweimal in der Woche fasten, monatlich zur Beichte gehen, zur Messe gehen, die Bibel lesen und dann natürlich auch die Liebe zu den anderen Menschen und zu Gott zu leben - einfach alles, was Sie uns als Lehrerin sagt. Wenn wir das tun, dann kommt das andere Anliegen Mariens sicherlich zustande und verwirklicht sich: wir werden zur Liebe Gottes gebracht. Hier kann man an das denken, was Maria am 2. des Monats mit Mirjana tut: Sie betet für die Ungläubigen, d.h. Sie betet für die Erfahrung der Liebe Gottes. Dieses Gebet hat am 2. August 1987 angefangen und wiederholt sich an jedem 2. des Monats. Das ist eigentlich das wichtigste Anliegen, das Maria hier in Gebeten vorbringt oder wozu Sie uns aufruft, weil nur die Erfahrung der Liebe zu Gott uns dazu bewegen kann, das zu tun, was Sie uns sagt. Denken wir wiederum an unsere menschliche Erfahrung: Wenn wir den Lehrer lieben, dann lieben wir auch den Gegenstand, den er uns lehrt. Wenn wir die Mutter lieben, dann werden wir das, was sie uns sagt, leichter annehmen. Aber wir haben alle erfahren, dass wir uns selbst oder andere, die uns einen leichteren Weg vorschlagen, mehr lieben als die Mutter.

Am Ende sagt uns Maria, dass wir einfach in der Liebe sein müssen, um das ganze Problem des Betens und des Öffnen unseres Herzens zu lösen. Sie sagt ...

WENN IHR GOTT ÜBER ALLES LIEBT, WIRD ES FÜR EUCH LEICHT SEIN, ZU BETEN UND IHM EUER HERZ ZU ÖFFNEN

Es geht einfach darum, dass wir uns der Liebe Gottes öffnen und täglich um die Gnade der Liebe beten. Und ich hoffe wirklich, dass diese 18 Jahre der Anwesenheit Mariens uns auch weiterhin in die Tiefe der Liebe Gottes führen werden. Mit diesen Gedanken möchte ich auch diese Betrachtungen beenden und Sie wiederum alle einladen, in diesem Monat um die Erfahrung der Liebe Gottes, zunächst für uns selbst, für die anderen und für die ganze Welt zu beten, und dann wird unser Herz offen sein, dann wird Gott unser Herz mit Seiner Liebe erfüllen, dann wird das Gebet als Begegnung mit Gott leicht sein und dann wird der Friede kommen.

Lasset uns beten ...

Herr, unser Gott, unser Vater, wir danken Dir für Deine Liebe, die Du uns in Deinem Sohn Jesus Christus offenbart hast. Heute, mit Maria, Deiner demütigen Magd, die Dich auch mit ganzem Herzen geliebt hat, bitten wir Dich, sende den Geist der Liebe in unserere Herzen, in unsere Familien, in unsere Gemeinschaften, in die katholische Kirche und in alle christlichen Kirchen. Sende Deinen Geist in die Herzen aller Verantwortlichen aller Religionen und auch in der Welt, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Forschung und in der Technik. Sende Deinen Geist in die Herzen, die von Hass und anderen negativen Gefühlen eingenommen sind. Herr, heile die Herzen durch Deine väterliche Liebe, dass unsere Herzen sich Dir durch die Erfahrung Deiner Liebe völlig öffnen, dass Du dann an den ersten Platz kommen kannst, so dass wir in Dir ein neues Leben anfangen. Wir danken Dir für die 18 Jahre der Anwesenheit Mariens, der Königin des Friedens, und bitten Dich, erfülle die Seher und ihre Familien mit Deiner Liebe, wie auch alle Pilger, alle Gebetsgruppen, alle, die am Weg mit Maria treu bleiben, aber auch jene, die lau geworden sind oder die alles schon verlassen haben. Durch Deinen Geist der Liebe bewege uns, dass wir das Böse überwinden und in dieser Welt Deine Zeugen bleiben. Möge Dein Segen des Friedens auf uns alle herabkommen, uns beschützen und uns führen, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

P. Slavko Barbaric

Medjugorje, am 27. Mai 1999

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