Robbie Hurley (ex. Winter's Reign)

Bruch mit dem satanischen rock und befreiendes weinen in Medjugorje

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Ein Jugendlicher, hochgewachsen, lang- haarig, mit offenem Blick und breitem Lächeln. Unbeachtet tat er im ganzen letzten Sommer seinen Dienst an den Pilgern von Irland. Er begleitete sie auf den Podbrdo und den Krizevac, betete mit ihnen und erzählte ihnen auch von seiner Bekehrung. Bereitwil- lig folgte er der Einladung, die abendlichen Anbetungsstunden mit Gesängen zu versch- önern, aber nie sagte er den Franziskanern der Pfarrei, daß er Berufsmusiker sei. Erst als es bekannt wurde, bat man ihn, etwas mehr zu erzählen von seinem Leben, von seiner Rock n´roll-Gruppe, von seinen Produktionen und seiner Erfahrung in Medjugoje. So gab er an P. Slavko bereitwillig und von Herzen Auskunft:

Frage: Ich glaube, du heißt Robbie. Du bist ziemlich lange hier und ich kenne dich noch nicht recht. Kannst du zuerst von dir erzählen?

Antwort: Genau, ich heiße Robbie Ugrley. Mein Leben ist nicht sehr verschieden von dem meiner Gleichaltrigen, den Jugendlichen von Irland. Vielleicht ist es sogar gleich. Die Ähnlichkeit besteht nämlich darin, daß ich aus einer getrennten Familie stamme. Die Trennung meiner Eltern hatte für mich und meine Geschwister eine große Wunde in der Seele zur Folge. Diese heilte nicht, sondern wurde eher größer und tiefer. Sie verursachte eine unglückliche Jugend. Ich hatte keine Lust zum Lernen, obwohl ich die obligatori- schen Jahre absolvierte. Ich wuchs heran ohne religiöse Erziehung. Von Natur aus bin ich ein froher Mensch. Ich denke und lese gern und habe in meinem Leben schon viel gelesen. Manchmal probiere ich auch zu dichten. Das rettete mich wohl nach der Trennung meiner Eltern vor der endgültigen Zerstörung. Ich fand Arbeit in einer Bar als Kellner. In der Freizeit widmete ich mich der Musik....und so ging es, bis eines Tages etwas passierte.

F.: Willst du das Wichtigste verraten, das dann passierte?

A.:Ja. In dieselbe Bar kam ein neues Mädchen und wir arbeiteten zusammen. Sie gab mir neuen Aufschwung und erweckte in meinem Herzen etwas Tiefes. Es war nicht ein Sich-Verlieben, wenn ich tief überlege. Das Mädchen strahlte etwas Neues aus. Ihre Worte, ihre Menschenbehandlung und ihre Freund- lichkeit beeindruckten mich tief. Wir hatten zur gleichen Zeit frei und sprachen viel mit- einander. Sie brachte in mein Leben den Frie- den zurück.

F.: Was hat nun das alles mit Medjugorje zu tun?

A.:Das war mein erster Berührungspunkt mit den Botschaften von Medjugorje, von denen dieses Mädchen schon ganz geprägt war, obwohl sie mir davon kaum erzählt hatte. Sie sagte nur einmal: “Ich bin auf einer Wallfahrt in Jugoslawien in einem kleinen Dorf gewesen, wo die Muttergottes als die Königin des Friedens erscheint. Die heilige Jungfrau ladet ein zum Frieden und gibt ihn auch. Das brauchte ich, denn ich fand keinen Sinn mehr im Leben und war nervös und unzufrieden. Doch plötzlich fühlte ich mich wie hineingetaucht in einen mir fremden Seelenzustand. Es war der Herzensfriede.” Ich hörte diesem Zeugnis einfach zu und glaubte ihr alles. Und ich? Schon so lange war ich nicht mehr in der Kirche, mindestens zehn Jahre lang. Da dachte ich, alles Religiöse ist zu fern von mir. Als sie mir ein Photo von den Sehern zeigte, die normal und schön waren, fühlte ich mich nicht überzeugt. Wer die Madonna sieht, dachte ich, muß doch heilig sein mit einem Schein auf dem Kopf. Aber dieses Mädchen redete unaufhörlich weiter voll Begeisterung und Freude. All- mählich öffnete sich mein Herz. Doch als sie sagte, die Madonna rede auch von Satan, wurde ich wie versteinert. Ja, Satan existiert, aber daß er etwas tun könnte, widersprach mir.

F.: Wann bist du wieder zur Messe gegangen?

A.:Sie selber hat mich dahin geführt, ohne mich zu zwingen. Sie erzählte mir von den Jugendgottesdiensten in Dublin. Das berührte mich tief, aber was sie von der Heiligen Messe erzählte und was ich von ihr wußte, das waren zwei verschiedene Welten. Sie bat mich, we- nigstens einmal die Erfahrung zu machen und mitzukommen. Ich sagte ja, weil sie selber auch gehen würde. Nun erlebte ich Gleichal- trige, die in einer wunderbaren Atmosphäre beteten. Es war ganz geheinmisvoll. Und als sie mir nach zwei Stunden sagten, das Gebet sei nun zu Ende, dachte ich, daß das eigentlich nie enden dürfte. Von da an ging ich wieder regelmäßig zur Messe. Ich hatte Gott tief erfahren und es war das, was ich suchte.

F.: Wie und wann hast du dich entschie- den, nach Medjugorje zu kommen?

A.:Das ist lange her! — Nach jenen Erfah- rungen ging nicht alles gerade. Ich wurde Mitglied einer Rockgruppe mit Namen “Winters Reign” und ich wurde bald eine Schlüsselfigur. In kurzer Zeit waren wir in ganz Irland bekannt und dann auch in England und in der Tschechoslowakei. Einige Spezialisten prophezeiten eine rosige Zukunft. Wir wurden überall angenommen und gefeiert und die Jungen drängten sich um uns. Doch in jenen Auftritten gab es viel Korruption: Drogen, Alkohol, Sex, Vergnügen schlechter Sorte. Alles war zu haben!

F.: Du weißt aber, daß in dieser Art Musik oft in direktem Kontakt mit Satan geredet wird. Wie schaust du das an und was denkst du über die Jungen, die solche Musik hören in Bars und Diskotheken?

A.:Ich weiß, das war eine harte Sache für mich. Ich befand mich dauernd zwischen zwei Feuern: entweder mich für Gott zu entschei- den, den ich durch jenes Mädchen entdeckt hatte oder alles über den Haufen zu werfen. Alles, was in jener Gruppe passierte, entfernte mich von Gott. Selber konnte ich es nicht beurteilen, wie weit ich schon mit Satan ver- bunden war. Ich weiß nur, daß mir das Gebet äußerst schwer fiel. Als ich einmal in einem Gesang das Wort “Gebet” brauchte, schrie der Anführer wie ein kleines Kind und sagte :”Warum? Wir sind nicht in der Kirche, son- dern im Rock!” Was die Jungen anbetrifft, muß ich sagen, daß es keinem möglich ist zu beten, wenn er diese Art von Hardrock anhört, denn dieser tötet jedes Gefühl für das Schöne und Gute und fördert Gefühle der Gewalt. Er entfesselt sexuelle und viele andere Begier- den. Darum verfallen Jugendliche den Dro- gen und zerstören sich allmählich. Ich kenne keine, die von Geld und Drogen abhängig und dann nicht völlig zerstörte Personen wurden. Inzwischen wuchs in mir der Wunsch heran, nach Medjugorje zu gehen. Doch ich wagte nicht um eine freie Woche zu bitten, weil mein Chef streng und kühl berechnend war. Er dachte nur an Auftritte, an Geld und Konzerte. Doch schließlich erhielt ich die Erlaubnis.

F.: Und was passierte dann?

A.:Ja, in Medjugorje erlebte ich unglau- bliche Momente. In der Kirche während der heiligen Messe erfuhr ich Gott wieder ganz nahe. Man sang das Lied: “O Gott, ich schenk mich dir und wähle dich als meinen Herrn”. Bei diesen bezeichnenden Worten mußte ich in die Knie gehen und mein Herz stand fast still. Ich konnte nur noch weinen. Ich wußte nicht, wann die Messe endete und als ich aus der Kirche ging, fühlte ich mich wie neu geboren, gewaschen, gereinigt, OK und glücklich. Eine ganze Woche lang betete ich weiter und ging auf den Podbrdo und Krize- vac. Ich genoß die Stille und das Schweigen und war wie im Paradies. Als ich Medjugorje verlassen sollte, fühlte ich in mir einen starken Widerstand. Ich wollte nicht weggehen, sondern bleiben. Auf der Reise nach Dubrovnik weinte ich ständig und versuchte die Tränen zu verbergen. Das Här- teste war zu wissen, daß man mich in Dublin zurückerwartete, denn schon an jenem Abend sollte ein Konzert in einem Luxushotel statt- finden. All dies widerte mich an, aber es gab keinen Ausweg. Man sang gut, der Erfolg war groß, aber mein Herz war leer, und ich ging sehr spät zu Bett. Als ich anderntags aufwachte, empfand ich das gleiche Gefühl wie in der Kirche in Medjugorje. Ich spürte Gott ganz nahe und hörte in meinem Herzen die Worte: “Wünschst du in deinem Herzen, dich für mich zu ent- scheiden, glücklich und zufrieden zu sein und zu leiden, um dann in den Himmel zu kom- men, oder ziehst du es vor, mir den Rücken zu kehren und ewig verloren zu gehen?” Ich mußte mich von neuem entscheiden. Unter Tränen sagte ich: “Vater, ich möchte nicht mehr der sein, der ich jetzt bin. Nimm du den ersten Platz in meinem Leben ein. Ich wußte nicht, wie lange diese Erfahrung dau- erte, aber ich schlief nochmals ruhig ein, nachdem ich mich entschlossen hatte, meinen Beruf aufzugeben.

F.: Hast du dann die Gruppe verlassen?

A.:Sicher. Es war sehr hart, aber ich blieb meinem Entschluß treu. Ich hatte die Kaft, alles zu verlassen, nach Medjugorje zu gehen und dort den ganzen Sommer 1990 zu bleiben

(Schw. Margherita Makarovic)

 


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